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Canon EOS R5 II & R1: Große Firmware-Updates veröffentlicht – und schon wieder zurückgezogen

Die Firmware-Updates bringen verschiedene Neuerungen, aber aktuell auch noch Probleme mit sich – und wurden deshalb schon wieder zurückgezogen.

Neue Firmware wieder zurückgezogen

Zumindest auf der Webseite von Canon Japan standen die neuen Firmware-Updates 1.1.0 für die Canon EOS R5 Mark II und die Canon EOS R1 heute schon zum Download zur Verfügung, kurze Zeit später hat Canon Japan die Veröffentlichung aber wieder rückgängig gemacht. Die Begründung liest sich folgendermaßen:

“Wir haben Rückmeldungen erhalten, dass die Firmware für die spiegellosen Kameras EOS R1 und EOS R5 Mark II nicht auf der Kamera oder dem PC wiedergegeben werden kann, wenn eine Karte mit einer Kapazität von über 2 TB für Videoaufnahmen mit der Voraufnahmeeinstellung verwendet wird. Wir haben den Download derzeit ausgesetzt, um die Ursache zu untersuchen. Sobald eine Entscheidung feststeht, werden wir auf dieser Seite unsere zukünftige Reaktion bekannt geben. Sollten Sie die unten stehende Firmware bereits heruntergeladen haben, aktualisieren Sie sie bitte nicht. Wir entschuldigen uns aufrichtig für etwaige Unannehmlichkeiten.”
Canon Japan (maschinell übersetzt)

Verbesserter Autofokus & mehr

Bis man als Besitzer einer der beiden Kameras in den Genuss der Neuerungen kommt, ist also noch ein wenig Geduld gefragt. Dann darf man sich aber unter anderem über Verbesserungen beim Autofokus freuen. Neue Servo-AF-Modi sind besonders gut für Sportarten mit Netzen (so zum Beispiel Badminton und Volleyball) geeignet, die EOS R1 erhält zusätzlich auch einen verbesserten Schwenkassistenten.

Eine weitere willkommene Verbesserung: Beim Pre-Continous-Shooting lässt sich in Zukunft die exakte Anzahl der Bilder, die vor Betätigung des Auslösers aufgezeichnet werden sollen, auswählen. Des Weiteren werden von beiden Kameras CFexpress-Speicherkarten mit einer Kapazität von 8 TB unterstützt und es gibt einen Passwortschutz für beide DSLMs (sowie für acht weitere Modelle, wir berichteten).

Verwirrung scheint es derzeit noch um eine mögliche C2PA-Unterstützung zu geben. Ursprüngliche berichteten verschiedene Magazine wie PetaPixel und Digitalcameraworld, dass das Firmwareupdate 1.1.0 C2PA-Unterstützung für die EOS R5 Mark II und EOS R1 mit sich bringen würde. Inzwischen hat PetaPixel aber von Canon USA erfahren, dass das doch nicht der Fall sein soll. Unter Umständen sind kurz vor der Veröffentlichung weitere Bugs rund um die C2PA-Integration entdeckt worden, die erst noch behoben werden müssen.

Damit bestätigt sich erneut: Bei der Veröffentlichung von neuen Firmware-Updates lieber erstmal ein paar Tage mit der Installation warten, bis mögliche Probleme entdeckt und behoben wurden.

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Jorgo

…das kann schon mal passieren

Alfred Proksch

Jetzt mal so ganz unter uns: Gibt es neue fehlerfreie DSLM Kameras zu kaufen mit denen der Kunde ohne Probleme fotografieren kann? Ab dem wievielten Update sind die im Prospekt (Netz) versprochenen Eigenschaften nutzbar? Ich wüsste momentan keinen Hersteller der von solch unguten Dingen verschont geblieben ist!

Analogen Film einlegen wäre ein Gegenmittel sofern man noch eine steinalte Canon Spiegelreflex in seinem Besitz hat, dann kann man die alten FD Objektive weiter verwenden.

Ehrlich – das bedeutet doch das man sich ein älteres ausgereiftes DSLM Gehäuse zu Sonderpreis anschaffen sollte denn dort sind alle Fehler im laufe der Zeit behoben worden.

Raychan

Das Problem ist halt, das die Software und Hardware auf den Kameras immer komplexer wird und umso komplexer eine Software ist umso mehr Fehler hat diese. Und um diese Fehler zufinden muss man alle möglichen Variantionen durchspielen um zu sagen der Code oder die Hardware ist Fehlerfrei. Aber genau da liegt das Problem.

Mittlerweile ist alles so komplex das es schwer wird alle erdenklichen Möglichkeiten durchzuspielen und am ende sind die Firmen halt auch gewinn orientiert. Dasheißt man testet nur noch ein Teil, so wie es wirtschaftlich verträglich ist und für die letzten 10% schaut man beim Kunden.

Alfred Proksch

Komplexe neue Funktionen die mit Hilfe von Software gesteuert werden und noch vieles mehr – das ist mir alles klar. NUR als AUSREDE lasse ich diese Gründe nicht gelten. WARUM nicht?

Weil genügend Zeit aufgewendet werden sollte um GEPRÜFTE Produkte in den Handel zu bringen. Klar ist es für Hersteller kurzfristig einfacher und lukrativer in sehr kurzen Abständen angebliche Neuheiten auf den Markt zu bringen. Der Schuss kann allerdings nach hinten losgehen, nämlich dann wenn die Kundschaft Kaufzurückhaltung ausübt oder auch wenn der einst gute Ruf beschädigt wird.

Martin Berding

Wie bei modernen Autos. Normalerweise will man nur fahren, dabei Radio hören. Neue Autos sind überflüssigerweise mit etlichen Entertainment Equipment ausgerüstet, was keiner braucht. Der neueste Schrei ist Bedienung über Touch.
Mit einer Kamera will man fotografieren. Dafür reicht im Prinzip eine rudimentäre Bedienung. Leica macht vor wie das geht.

Rüdiger

Bei Autos war es schon immer empfehlenswert das erste Jahr nach Markteinführung abzuwarten, bis der Hersteller die schlimmsten Kinderkrankheiten abgestellt hat. Früher ging es da eher um mechanische Probleme, heute ist auch da die Software vorne dabei.

Rabe

Das Problem ist nur die Geldgier der Hersteller !

joe

Also ich habe noch ein Canon AE1 in perfektem Zustand, habe bereits mit ihr fotografiert, etwa 20 Bilder, das war vor 9 Monaten, seither liegt sie in der Schublade, selbst eine nicht ganz perfekte DSLM, in meinem Fall die R5 und die R100, macht mehr Spass, als diese ollen Filmkisten, ich muss natürlich auch gestehen, dass ich, als der erste gute CD-Player (von Sony) auf den Markt kam, habe ich all meine Schallplatten verschenkt und die besten als CD wieder gekauft – und NIE bereut. Angeblich ist der Klang bei Schallplatten besser, klar, für alle die Nebengeräusche lieben. Andererseits liebe ich meine Espresso Maschine und würde mir niemals so ein Kapselding kaufen.

chris XX

Hallo joe,
da könntest du die AE1 ja auch wieder abgeben. Aber ich photographiere eigentlich lieber analog; wenn bloß die hohen Preis nicht wären. Und was Musik betrifft: vergleich nur mal LIve At Leeds von The Who analog und digital. Was die neben Geräusche angeht ein himmelweiter unterschied: The crack noises are OK (;-().
Gruß Chris

joe

Hallo Chis, Analog hat sicher seinen Reiz und Schallplatten können für bestimmte Ohren besser klingen als CDs. Aber mir macht digital fotografieren mehr Spass, weil ch mein RAW Bild selbst “entwickle” und nicht ein anonymes Labor in Massenanfertigung.

Nepomuk Hirrlinger

Ich denke, das ist der Knackpunkt: der Spaß. Das kann dann analog oder digital sein… jeder wie er mag.

Mir gefällt beides, die M6 genauso wie die SL3.

Stefan Zimmermann

Ich kaufe Kameras nicht direkt zur Neuveröffentlichung. Nach einem Jahr ist die Firmware meist brauchbar und die gröbsten Fehler ausgebügelt.
Wir schleppen unsere Kameras ja nicht über den Laufsteg. Also brauchen wir auch nicht bei jeder Neuerscheinung gleich in Ekstase zu verfallen und kaufen 🙂
Wer mit der vorherigen Generation keine guten Bilder hinbekommen hat, wird es auch nicht mit dem neuesten Schrei.
Blöd ist es, wenn eine Kamera wegen eines Defekts ersetzt werden muss – aber wie oft fällt das wirklich genau auf die ersten Wochen einer Neuveröffentlichung? So viel Pech muss man erst mal haben.
Ansonsten: freie Wahl, niemand wird gezwungen, etwas zu kaufen. Jeder ist für sein Handeln selbst verantwortlich. Für manche sind Kameras auch Spielzeuge, da ist der Output nicht so wichtig – die stört es dann auch nicht so sehr 🙂

lichtbetrieb

Ich habe bei Kamera Equipment nur zweimal Zugriffen direkt beim Erscheinen. Das war die 5Dm4 und die R5. Allerdings waren die beiden Kameras auch echte Meilensteine in Canons Sortiment. Das kann man über sehr viele andere Produkte nicht behaupten.

Wenn eine Kamera das tut was sie soll, spiele ich auch kein Update drauf. Bei der R5 wurde beim Service 2021 ein Update aufgespielt und bei der M50 habe ich mal ein Update gemacht, um tatsächlich ein Blitzsynchronisationsproblem zu beheben.

chris XX

Hallo Alfred,
das ist genau das was Spaß macht: mit ´ner alten FTb oder A1 los ziehen und mit den alten FD-Optiken photographieren. Und wenn ich mal nicht manuell fokusieren will nehm ich meine EOS 3 mit den EF-Optiken.
Die Cameras machen sehr gute Bilder; und vor allem in SW wirken sie noch besser.
Gruß Chris

Rolf Kleinert

auch die sog. alten ausgereiften Kameragehäuse und Optiken waren bei Erstauslieferung oft nicht fehlerfrei. Nur fielen diese Fehler im Gebrauch oft erst später im Bereich Berufsfotografen auf, da dort die kameras und Objektive von Anfang an ihre volle Leistung zu bringen hatten. Beispiel – von der Nikon F2AS wurden 29 Nachfolgemodelle in den Markt gebracht ohne das das kommuniziert wurde. Die Fehler lagen in der Regel an mechanischen Bauteilen, die die Belastungen des Fotografen Altags nicht standhielten. Bei der As Ausfühung kam noch hinzu, das die Belichtungsmessung anfänglich +- zwei Blendenstufen lagen. Dies betraf alle bekannten Hersteller der Fotoindustrie.

chris XX

Lass das, mit der Nikon F2AS, Nikon Peter nicht lesen! Gibt sonst einen fürchterlichen Schrei der von Flensburg bis München zu hören ist, und von Aachen bis nach Frankfurt a.O. (;-o)

Wolfram Wilms

 von der Nikon F2AS wurden 29 Nachfolgemodelle in den Markt gebracht ohne das das kommuniziert wurde.

Das klingt Spannend! Hast du dazu seriöse Quellen?

Peter Braczko

Quellen für diese “Märchenerzählerei” hat der bestimmt nicht! Die Nikon F2 gehörte in den Siebziger und Achtziger Jahren zu den absolut zuverlässigsten Kleinbildkameras. Mit ihr entstanden in diesem Zeitraum die meisten, weltweit veröffentlichten Fotos – und das, obwohl die F2 starke Konkurrenz erhielt, im Profibereich die Canon F-1, Yashica-Contax, Olympus OM-1 und Minolta XM, aber dagegen konnte sich die Nikon F2 sehr gut behaupten. Das Nachfolgemodell Nikon F3 setzte ab 1980 die Erfolgsgeschichte fort – als 1988 die Nikon F4 auf den Markt erschien, stieg vom Verkaufsstart an international das Interesse an dieser perfekten “Profimaschine”, für die Produktion wurden in Tokyo Sonderschichten eingelegt, um die Nachfragen zu erfüllen. Heute sind die “digitalen Profigeräte” Nikon Z9 und Z8 die würdigen Nachfolger der legendären Nikon-Spitzenmodelle aus analogen Zeiten!

Martin Bauer

Starker und wieder nachvollziehbarer Beitrag! 👍
Das ist d e r gut informierte und gerne zu lesende Peter Braczko, klar mit Nikon Couleur, aber vor allem wieder respektvollen Blicken über den beengenden Tellerrand.
Bitte noch ohne Leica-Bashing, dann bekommt man richtig Lust sich gelegentlich mehr und näher auszutauschen zu können 🥂.

Peter Braczko

Danke – aber diese peinlichen und seltsamen Behauptungen von diesem Herrn Berding verlangten eine Stellungnahme. Bin gespannt, wann der hier seine “Fakten” belegt….

J.Friedrich

Änderungs-/Change-Management ist der moderne Begriff für einen völlig normalen Prozess, vielleicht bisserl “unglücklich” formuliert von Herrn Kleinert – ich begleite auch mehrere Industrieproduktionen, da wird fast jede Woche verbessert und dies in die laufende Serie einfließen lassen. D.h. würde man die Produktionszeit der F2 durch 29 teilen, dann hat sich vielleicht alle 4/5 Monate ein Bauteil, eine Ausführung oder ein Lieferant geändert mit Verbesserungen, Gewichtsreduktion, Materialänderung usw usf. – das macht absolut Sinn – zumal Japaner, und vor allem auch die gelbe Königin Nikon, immer schon Perfektionisten waren und KVP/CI als wesentlichen Strategiepunkt ihrer Produktion gepflegt haben …

Uneternal

Bist du wirklich der Ansicht man könnte mit diesen Kameras nicht fotografieren und sie liefern nur die Hälfte der versprochenen Features? Nein. Das ist eher bei Fujifilm der Fall, halbfertige Kameras auf den Markt zu werfen. Kuck dir an wieviele Updates die X-T3 hatte. 23 Updates!!! Bei Canon werden meist nur selten auftretende kleinere Fehler behoben und Kompatibilität für neue Objektive und Zubehör eingespielt. Bei der R3 wurde der ohnehin schon gute Autofokus nochmal verbessert, zudem gibts bei vielen akutellen Canons jetzt eine Passwortfunktion, sodass Diebe nicht mehr so ein leichtes Spiel haben.

Daniel_S

Meinst Du mit den halbfertigen Kameras von Fuji die X-Half? 😉

Alfred Proksch

Ich sage nur „Glashaus“! Ich kenne keinen Hersteller der ohne Updates ausgekommen wäre. Richtig ist allerdings auch das zu analogen Zeiten „mechanische“ Fehler aufgetreten sind.

Früher habe ich ein defektes Gerät beim Grossisten abgegeben, damit ich weiter arbeiten konnte habe ich kostenlos ein Leihgerät bekommen und wurde angerufen wenn die Reparatur erledigt war. Der damalige Profi Service bei Canon war schnell und erstklassig.

Heute soll der Anwender nach intensivem Studium der „Abhandlungsanleitung“ selbst sein Update durchführen !! Er kann sich dabei nicht sicher sein das die Kamera nach dem teils umständlichen Prozedere einsatzfähig ist oder das seine teuren Objektive noch funktionieren. Wo ist eine Verbesserung zu bemerken?

Selbstverständlich lösen die neuen digitalen Kameras aus, es sind sogar Bilder auf der Speicherkarte. Ob jedoch unter allen Bedingungen im Hintergrund das Betriebssystem macht was es soll stellt sich erst im harten professionellen Einsatz heraus. Glücklich ist wer ein funktionierendes Ersatzgerät in seiner Fototasche hat.

Rüdiger

Der kleine Firmwareloader hat wahrscheinlich Angst vor diesen riesigen Dateisystemen. 2TB sind z. Bsp. das Limit für FAT32 Dateisysteme – so eine Prüfung bleibt dann schonmal irgendwo im Code und führt zum Abbruch.

Hauptsache die Kameras bleiben nach dem Fehlversuch benutzbar, sonst hat man ein echtes Problem.

Uneternal

Genau deswegen sollte man halt Updates nicht direkt am ersten Tag laden.
Aber gut, dass Canon den Fehler bemerkt und das Update zügig zurückgezogen hat.

Ich finde es übrigens das Update interessant, dass die Kamera nun eine Belichtung simulieren kann, wenn man einen Blitz benutzt. Das ist für Studiofotografen ein Gamechanger.

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