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Canon EOS RP: Günstige Vollformat-DSLM offiziell präsentiert

Canon hat mit der EOS RP heute eine günstige Vollformat-DSLM präsentiert, die mit einem sehr kompakten Gehäuse daherkommt.

Canon EOS RP vorgestellt

Canon hat heute wie erwartet die EOS RP vorgestellt und hat damit nun eine zweite spiegellose Vollformatkameras neben der Canon EOS R im Angebot. Die Canon EOS RP richtet sich mit ihrem vergleichsweise niedrigen Preis vor allem an Vollformat-Einsteiger, außerdem versucht Canon, mit einer gelungenen Gesamtausstattung ohne große Schwachstellen zu punkten. Ob das gelingt? Werfen wir einen Blick auf die Spezifikationen!

Sensor und Autofokus

Der Sensor der Canon EOS RP löst mit 26 Megapixeln auf und deckt einen ISO-Bereich von 100 bis 40.000 (erweiterbar auf ISO 50, 51.200 und 102.400) ab. Es handelt sich hier um den Sensor, den man schon aus der Canon EOS 6D Mark II kennt. Damit wird sich die Canon EOS RP im Bereich Bildqualität nicht an die Spitze der Bestenlisten setzen können, doch das ist bei einer günstigen Vollformat-DSLM ja auch nicht unbedingt notwendig. Und tolle Fotos werden mit diesem 26-Megapixel-Sensor definitiv gelingen können.

Der Dual-Pixel-Autofokus der EOS RP deckt 88 Prozent der horizontalen und 100 Prozent der vertikalen Sensorfläche ab, zudem arbeitet er mit 4.779 Messfeldern und verrichtet auch bei -5 EV noch seine Dienste. Fokussieren soll die Kamera innerhalb von nur 0,05 Sekunden – das ist laut Canon Weltrekord bei Vollformat-DSLMs. Auch ein Augen-Autofokus wird angeboten, dieser arbeitet auch im AF-C-Betrieb und bei Videos.

Sucher, Display und Videos

Beim Sucher kann die Canon EOS RP natürlich nicht ganz mit den aktuellen High-End-DSLMs mithalten, trotzdem sollte der OLED-EVF mit seinen 2,36 Millionen Bildpunkten und der 0,7-fachen Vergrößerung für viele Nutzer ausreichen. Unterstützt wird der EVF von einem 3 Zoll großen Touchdisplay, welches sich drehen und schwenken lässt und somit flexibler ist, als die Displays vieler anderer Kameras. Damit wird die EOS RP unter anderem auch für Vlogger interessant – eine immer größer werdende Zielgruppe der Kamerahersteller.

Doch wie sieht es mit den Videofunktionen aus? Kann die EOS RP auch da punkten? Auf den ersten Blick schon, denn die Kamera nimmt zumindest 4K-Videos mit 25 Bildern pro Sekunde und Full-HD-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde auf. Des Weiteren stehen auch Anschlüsse für ein Mikrofon und einen Kopfhörer zur Verfügung.

Schade ist allerdings, dass der Crop-Faktor bei 4K-Videos relativ hoch ausfällt (1,6-fach), zudem funktioniert der Dual-Pixel-Autofokus bei 4K-Videos nicht. Da muss man dann auf den schwächeren Kontrast-Autofokus zurückgreifen.

Geschwindigkeit und Gehäuse

In Sachen Serienbildgeschwindigkeit schafft die Canon EOS RP 5 Bilder pro Sekunde, mit kontinuierlichem Autofokus sind es 4 Bilder pro Sekunde. Das ist nicht übermäßig schnell, dafür können dank UHS-II-Kompatibilität aber unendliche viele JPEGs auf die Speicherkarte geschrieben werden. Wenn man gleichzeitig RAWs und JPEGs speichern möchte, wird die Geschwindigkeit nach 90 Aufnahmen reduziert.

Das Gehäuse der neuen Vollformat-DSLM ist kompakt – sehr kompakt sogar. 127 x 97 x 61 mm misst das Gehäuse, das betriebsbereit ein Gewicht von 485 Gramm auf die Waage bringt. Die Kamera ist so kompakt, dass Canon optional sogar einen kleinen Zusatzgriff anbietet, welcher ausschließlich die Funktion hat, die Kamera etwas größer zu machen, damit der kleine Finger besser aufliegt. Der EG-E1 Griff wird rund 80 Euro kosten.

Ansonsten verzichtet Canon auf die Touchbar der EOS R und setzt stattdessen auf klassische Einstellräder. Das Gehäuse bietet trotz der geringen Größe einen angenehm großen Griff, zudem ist die Kamera auch gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Weitere technische Daten

Als Akku fungiert der LP-E17, den man bereits von anderen Canon Kameras kennt. Er soll eine Laufzeit von rund 270 Aufnahmen ermöglichen. Abgerundet werden die technischen Daten der Canon EOS RP durch die folgenden Merkmale:

  • DIGIC 8 Prozessor
  • Serienbilder mit lautlosem elektronischem Verschluss (kann aktuell nicht mal die EOS R, Firmwareupdate soll nachgereicht werden)
  • Digital Lens Optimizer kompensiert Objektivfehler
  • Fokus-Bracketing-Funktion
  • Fokus-Peaking, HDR-Videofunktion, elektronischer 5-Achsen-Bildstabilisator, Intervall-Timer, 4K-Zeitraffer
  • Gehäuse: Magnesiumlegierung im Inneren, außen Kunststoff
  • Laden via USB
  • Bluetooth und WLAN

Preis und Verfügbarkeit

Die Canon EOS RP soll noch in diesem Monat im Handel erhältlich sein – und zwar zum Preis von 1.499 Euro. Der EF-Adapter gehört zum Lieferumfang dazu. Zusammen mit dem dem EF 24-105mm Objektiv werden 1.999 Euro fällig, wer das RF 24-105mm f/4 sein Eigen nennen möchte, muss 2.499 Euro einplanen.

Schon jetzt könnt ihr die Canon EOS RP bei Calumetphoto vorbestellen:

Was haltet ihr von der Canon EOS RP?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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