Canon Marktgeschehen

Canon: Gewinn der Kamerasparte um 1.274 % gesteigert

Canon hat den Jahresbericht für das Geschäftsjahr 2021 vorgelegt und kann auf breiter Front mit guten Zahlen überzeugen.

Canon: Jahresbericht für 2021 veröffentlicht

Bei vielen Kameraherstellern enden die Geschäftsjahre traditionell am 31. März, Canon hingegen legt die Jahresberichte bereits drei Monate früher vor. Am 27. Januar 2021 hat das Unternehmen die Zahlen für das nun abgeschlossene Geschäftsjahr 2021 veröffentlicht und ich möchte an dieser Stelle einen Blick auf die Resultate werfen.

Da weder ich noch die meisten von euch Wirtschaftsexperten sind, werde ich versuchen, die Zusammenfassung des Jahresberichts relativ simpel zu halten. Mich interessieren im Kern zwei Fragen:

  1. Wie steht das Unternehmen im Gesamten dar?
  2. Wie hat sich die Kamerasparte im abgelaufenen Jahr geschlagen?

Die vielleicht nicht ganz exakte, aber für uns ausreichend genaue Antwort auf diese beiden Fragen liefert der Operating Profit, sprich der Gewinn. Zusätzlich werde ich auch einen Blick auf den Nettoumsatz („Net Sales“) werfen.

Ergebnisse des gesamten Unternehmens

Canon hat im Jahr 2021 einen Gewinn von 281,9 Milliarden Yen (ca. 2,19 Milliarden Euro) erwirtschaftet, der Umsatz beläuft sich auf 3.513 Milliarden Yen (ca. 27,4 Milliarden Euro). Im Vergleich zum Vorjahr entspricht das beim Umsatz lediglich einer Steigerung von 11,2 Prozent, den Gewinn konnte Canon jedoch um beachtliche 155 Prozent steigern.

Ergebnisse des Imaging Business

Wenn euch die Steigerung des Gewinns um 155 Prozent schon beeindruckt hat, dann dürfte euch die Gewinnsteigerung der Kamerasparte regelrecht vom Hocker hauen. Im Vergleich zum Vorjahr steht hier nämlich eine Steigerung um 1.273 Prozent zu Buche. Der Umsatz konnte gleichzeitig um 20,7 Prozent gesteigert werden, woran der Bereich „Kameras“ einen größeren Anteil hatte (+24,6 Prozent) als der Bereich „Netzwerk-Kameras & andere“ (+13,8 Prozent).

Die Steigerung des Gewinns um 1.273 Prozent ist ohne Frage beeindruckend, allerdings muss man diese Zahl in Relation setzen. 2020 war aufgrund der Coronakrise ein grottenschlechtes Jahr für Canon. Zwar hat das Unternehmen 2020 mit der Kamerasparte ebenfalls Gewinn erwirtschaften können, allerdings war der Gewinn auf „nur“ 5,7 Milliarden Yen (ca. 44 Millionen Euro) geschrumpft. Das ist ein vergleichsweise kleiner Gewinn, der sich natürlich deutlich einfacher vervielfachen lässt. Canon spricht deshalb auch nur von einer „Erholung zurück auf ein zweistelliges Niveau“.

Trotzdem lässt sich festhalten: Canon und vor allem die Kamerasparte sind trotz Chipmangel und Coronakrise hervorragend durch das Jahr 2021 gekommen.

Interessante Aussagen des Jahresberichts

  • Der gesamte Kameramarkt ist 2021 laut Canon, unter anderem aufgrund der weltweiten Lieferprobleme, um 200.000 Einheiten auf insgesamt 5,4 Millionen verkaufte Kameras geschrumpft. Canon hat davon eigenen Aussagen zufolge 2,74 Millionen Kameras verkauft und hält somit einen weltweiten Marktanteil von rund 50 Prozent.
  • Canon erwartet, dass der Kameramarkt im Jahr 2022 um 5 Prozent auf 5,65 Millionen Kameras wachsen wird.
  • Canons Ausblick für 2022 ist durchweg positiv. Canon rechnet im gesamten Unternehmen mit einer Umsatzsteigerung von 10,2 Prozent und einer Gewinnsteigerung von 17,8 Prozent. Das Imaging Business soll um 12,1 Prozent wachsen, der Gewinn soll um 7,2 Prozent gesteigert werden.
  • Canons mit Abstand wichtigste Sparte ist der Bereich „Printing“. Hiermit erzielt man etwa 55 Prozent des gesamten Umsatzes. Die zweitwichtigste Sparte ist das Imaging Business mit etwa 19 Prozent Anteil.
  • Die Umsatzrendite des Imaging Business liegt bei 12 %, damit ist es derzeit die profitabelste Sparte für Canon. Die Umsatzrendite des gesamten Unternehmens liegt bei 8 %.
  • Canon spricht im Bericht ausschließlich über spiegellose Vollformatkameras und das RF-Bajonett.

Quelle: Canon | Beitragsbild: Bashar

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100carat

Ich weiß nicht, ob neben Corona-bedingten Umsatzeinbrüchen (es gab mindestens fünf zweitweilige Werkschließungen wg. Bauteilemangel) 2020 auch Investitionen(Abschreibungen den Gewinn schmälerten. Corona war sicherlich nicht der einzige Grund. Vielmehr denke ich, dass die Einführung der R5/R6 die große Verkaufserfolge feiern, sowie die Einführung interessanter RF-Objektive massiv den Gewinn steigerten. Denn all diesen Produkten ist eines gemeinsam: eine verhältnismäßig große Marge. Sprich, sie sind kostspielig.

100carat

„… indem wir im Laufe der Jahre die Anzahl der hochprofitablen EOS R Produkte erhöht haben. Infolgedessen hat sich die nachhaltige Rentabilität des Kamerageschäfts deutlich erhöht“. Das bestätigt meine Vermutung, Mark. Vergiss nicht, so richtig gingen die Verkäufe der R5 erst zum damaligen Jahreswechsel hoch bzw. die Lieferfähigkeit Außerdem mußte es sich erst einmal herumsprechen, wie gut die R5 mit wichtigen Objektiven wie dem 85mm, dem 100-500mm oder dem 28-70mm funktionieren. Ebenso haben sicher viele auf Erfahrungen anderer Nutzer gewartet, wie die R5/R6 mit EF-Objektiven harmonieren. Ohne diese beiden Modelle in Verbindung mit den neuen RF-Optiken wäre der Anstieg der Profitabilität nicht zu erklären.

ccc

Es geht vielweniger darum, in welchem Jahr eine Kamera eingeführt wurde, sondern vielmehr in welchen Jahren sie sich dann zu einem Verkaufschlager entwickelt – aufgrund Lieferfähigkeit, Beliebtheit etc.

Leonhard

Jedenfalls können wir dann einmal davon ausgehen, wenn 25% an Umsatzsteigerung zu solchen Gewinnzuwächsen führen, dann kostet die einzelne Kamera abgesehen von Entwicklungskosten, welche bei jeder Absatzzahl so oder so anfallen, Canon am Ende wohl nur ein Butterbrot und ein Ei.

Klar, hier kommen bei gewissen Stückzahlen dann auch wieder Schwellen ins Spiel, aber die verbauten Teile sind praktisch nichts anderes als Pillepalle!

Mirko

da gibt es so einen kleinen französischen Uhrenhersteller dessen Uhren aber zu 100% „Swissmade“ sind. Bei diesen Hersteller kann man nachverfolgen wo das Uhrwerk herkommt, wer die Armbänder,Zeiger,Ziffernblatt,Saphirglas etc. produziert und alles aus der Schweiz ! Die Produktionskosten liegen für einen Chronographen bei 950 Franken, verkaufen tut dieser Hersteller diese Uhr für knapp 2000 Franken (Direktvertrieb) Würde nun was bekanntes draufstehen wie TagHeuer,Omega etc dann wären wohl mindestens 6000 Franken fällig. Ähnlich dürfte es auch in der Kamerasparte zugehen 😉

Martin Berding

Das ist das Geheimnis der Markennamen, wenn das richtige draufsteht, kann man gleich das mehrfache verlangen. Im Moment ist Canon auf dem Höhenflug, so wie vorher Nikon. Aber Canon macht auch fast alles richtig, deshalb ist das auch berechtigt. Die eigentliche Schwierigkeit ist, sich nicht irgendwann auf dem Erfolg auszuruhen. Dicht verfolgt werden sie von Sony, auch da läuft so ziemlich alles richtig.

Mirko

Martin, was ist aber bei einer Canon noch Canon (Sensor mal ausgenommen ) oder bei Fuji noch Fuji. Ich würde mal vermuten 90% sind Zukäufe und nichts eigenes, selbst in einer Praktica Elektronik waren schon Teile aus Japan vorhanden (NEC)

Andreas Eufinger

Dass Nikon auf einem Höhenflug war, ist aber schon 40 Jahre her ;).
Canon dominiert den Markt seit 1993, in manchen Jahren mal mit 50 % Marktanteil, in anderen Jahren „nur“ 38 % ;).

m0nk3y4rt

Kann man nicht vergleichen, denn jeder Hersteller muss in den Preisen die Entwicklungskosten einrechnen, mit größerer Verbreitung eines Systems ist es leichter die Entwicklungskosten reinzuholen. Merkt man gerade bei Sony, die konnten den E-Mount im Markt etablieren, die GM Gläser sind mittlerweile nicht mehr so sündhaft teuer.

Rüdiger

Eintausendzweihundertvierundsiebzig Clickbait-Prozent???!!!! Nehmt das Sony!, Nikon!, wer auch immer!!!!

Die Umsatzrendite ist um fast 11 Prozentpunkte gestiegen. Das ist sicher beeindruckend, aber um wieviel Prozent wäre der Gewinn gestiegen, wenn in 2020 beim Gewinn eine rote 0 gestanden hätte?

Mirko

leider feiern heute auch deutsche Parteien eine Quote von 27% als vollen Erfolg und bei den Grünen kann man sogar als „ich kann nix“ zur Parteichefin aufsteigen ….Gute Nacht

Leonhard

Der Ausdruck „rote Null“ ist ja auch nicht richtig, eine Null ist grün!

Hoffe diese rote Null sollte nun keine Anspielung auf einen anderen Hersteller sein?

Beim Gewinn gibt es nur eine Null, anders sieht es bei unserem schönen Land aus, da kann der Staat entweder von einer roten oder einen schwarzen Null regiert werden, jedenfalls so lange, wie uns das Wahlvolk eine grüne Null erspart!

Die 1.274% klingen ja auch lustig, sind aber, wie Canon ja selbst schreibt, eher mit einer normalen Körpertemperatur nach einem Fieberanfall zu vergleichen. Und jeder Vorstand weiß: die Zahlen von gestern interessieren morgen keine Sau mehr, der Ausblick ist das Wesentliche, nicht die schöne Vergangenheit, wobei natürlich die Kohle vom letzten Jahr auf dem Konto auch nicht übel ist, jedenfalls so lange, bis sie das Finanzamt wieder runter holt!

Rüdiger

Die rote Null wäre analog zur „schwarzen Null“ ein ganz leichter Verlust. Also z. Bsp. -0,1 BYen.
Die Rechnung für diese sinnlose Prozentzahl ist dann immer noch:

78,7 / -0,1 = -787

Die Entwicklung zum Vorjahr wären dann -78.600% gewesen. Es macht da einfach keinen Sinn, mit Prozentwerten zu arbeiten.

Leonhard

Es macht meistens keinen Sinn, mit Prozentwerten zu arbeiten, hier ist eher die Spielwiese der Statistiker!

So klingt in einigen Fällen ein Umsatzplus von einem Prozent ja auch ganz schön wenig, wenn es dann um eine Milliarde geht klingt es schon etwas mehr.

Alex

dEr kAmeRAmARkT SchrUmpFt!!!11

Markus B.

Letztlich zählt nicht nur der Umsatz oder die Stückzahl, sondern der Gewinn. Canon kann es sich im Moment offensichtlich leisten seine R-Kameras und R-Objektive höher einzupreisen. Die Nachfrage scheint immer noch hoch zu sein. Verfolge ich die Canon-Foren so gibt es viele wechselwillige Fotografen, die auch die höheren Preise nicht abschrecken. Die Nachfrage ist da…

Joachim

Wenn ich so Berichte sehe, dann schaue ich mir meist auch den Chart (z.B. bei onvista) an. Langfristig ist der Trend nach unten. Mittelfristig (ab Ende 2020) aber recht gut aufwärts. Der Kurs ist oft ein Spiegelbild für die Verfassung einer AG. So, wie Verpflegung bei den Aktien meist langfristig gut läuft, sehe auch das Geschäft mit Druck und Optik. Photografiert wird immer. Man muss nur da immer innovativ sein. Insgesamt finde ich ein schönes Ergebnis für Canon. In der heutigen Zeit sind die Zahlen für KGV etc. nicht mehr unbedingt so aussagekräftig. Was mir fehlt ist der freie Cashflow (oder ich sehe ihn nicht). Heutzutage ist das eine ganz gute Kennzahl.
Bin kein BWL Mensch. Das bleibt mir immer etwas verschlossen. Mein Wertpapierdepot sagt mir aber, so ganz doof bin ich anscheinend bei der Aktienwahl nicht. Canon ist zumindest eine Überlegung wert.

Canonprinter

Gute Nachrichten.
Erfreulich, dass der Trend nach unten anscheinend gestoppt werden konnte.
Canon sollte weiter an guten und erschwinglichen Photo Druckern mit megatanks arbeiten.

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