Canon Kameras

Canon lässt Kameras in Zukunft von Robotern herstellen

Die Zukunft ist da: Canon errichtet eine neue Fabrik, in der die Kameras zu großen Teilen von Robotern produziert werden sollen.

Canon baut neue Fabrik in Japan

Eine Fabrik, in der die Kameras größtenteils von Robotern hergestellt werden? Klingt irgendwie nach Zukunftsmusik, wird ab 2019 in Japan aber Realität sein. Canon hat nämlich angekündigt, in Japan eine neue Produktionsstätte eröffnen zu wollen, in der primär auf automatisierte Montagelinien gesetzt wird. Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen, hat Canon in Japan 30 Hektar Land erworben, der Bau der Fabrik soll im Jahr 2019 abgeschlossen werden.

Roboter ersetzen Arbeitskräfte

Zunächst einmal ist es schön zu sehen, dass Canon gewissermaßen expandiert und eine neue Fabrik errichtet, das ist zum letzten Mal nämlich im Jahr 2010 geschehen. Gleichzeitig ist es interessant zu beobachten, dass die neue Fabrik in Japan errichtet wird. Sonst werden viele Kameras in Produktionsländern wie beispielsweise Thailand hergestellt.

Doch mit der neuen japanischen Fabrik stärkt Canon nicht nur die landeseigene Wirtschaft, man macht sich auch unabhängiger von anderen Ländern, wo die Arbeitskosten zuletzt gestiegen sind. Zudem wird die neue „Roboterfabrik“ vergleichsweise wenige Angestellte benötigen, weshalb die höheren Löhne in Japan nicht mehr so sehr ins Gewicht fallen.

Ein Schritt in die Zukunft

Deutlich weniger Angestellte, dafür Roboter, die 24 Stunden am Tag produzieren können? Klingt, als würde sich das langfristig für Canon finanziell lohnen. Wobei man natürlich abwarten muss, ob die Qualität der Kameras weiterhin so hoch bleibt, wie man es vom Marktführer gewohnt ist.

Canon geht also einen Schritt in die Zukunft und insgesamt dürfte es nicht weiter verwundern, dass das Technologieland Japan als eines der ersten auf Roboterfabriken setzt.

Was haltet ihr davon, dass Canon Kameras in Zukunft teilweise von Robotern gefertigt werden?

Quelle: Nikkei | via: Photoscala

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

17 Kommentare

Hier klicken zum kommentieren

  • Für die Qualität „Made in Japan“ bezahlt man gerne auch etwas mehr – zumindest ich – denn Japaner sind stolz auf ihre Produkte und wollen das Beste verkaufen. Bei Chinesen steht – wie bei den Amerikanern – der Profit im Vordergrund. Und im Weiteren bleibt so das know how in Japan und kann nicht so leicht von Chinesen kopiert werden.

  • Das ist doch eine wirklich ganz tolle und inovative Idee, dass jetzt eine Maschine die Kameras bauen wird. So muß und kann die Zukunft auch nur aussehen.
    Dann brauchen wir auch in absehbarer Zeit nicht mehr zu witzeln: wo bleibt die Motivklingel? Das Fotografieren wird dann nämlich ein Fotorobotor für uns übernehmen. Dann brauch ich mir endlich nicht mehr Gedanken über den ganzen Fotokram zu machen.
    Wellcome to the future.

    • @Didi – jemand muss die Roboter bauen und warten, da entstehen neue und in der Regel sogar bessere Jobs und gleichzeitig erhält man eine konstantere Produktqualität. Dass es in Zukunft für Un- und Angelernte schwieriger wird einen Job zu finden und selbst Hochqualifizierte Probleme bekommen werden hat ja inzwischen selbst schon die Bundesregierung bemerkt. Ich hoffe, sie (die Bundesregierung) hat auch erkannt, dass sich die Uhr nicht mehr zurückdrehen lässt, sondern die einzige Chance darin besteht die Veränderung anzunehmen und nicht die guten alten Zeiten zu beklagen. Deshalb sind Bildung, Bildung und nochmals Bildung wichtig – lebenslanges Lernen ist angesagt – in der Schweiz hat man bereits erkannt und darauf reagiert – in Deutschland liegt da Einiges im Argen. Hoffen wir, dass das Thema Flüchtlinge endlich in den Hintergrund rückt und die Zukunftssicherung des Standort Deutschlands beginnt.

      • Hallo Joe, es ist zwar doch bereits ziemlich Off Topic, mich würde aber trotzdem interessieren, worin Sie in Bezug auf lebenslanges Lernen Reaktionen in der Schweiz sehen, die es in Deutschland noch nicht gibt bzw noch im Argen liegen. Ich, als Schweizer/Deutscher, kann mir keinen Reim darauf machen, an was Sie hierbei denken?

        Ich kenne beide Bildungssysteme und grundsätzlich halte ich das deutsche Bildungssystem zwar nicht unbedingt für das Bessere, aber für jenes, das einer grösseren Bevölkerungszahl kostengünstigen Zugang zu guten Ausbildungen ermöglicht. In beiden Ländern hat man aber bisher keine konkrete Antwort darauf, wie man in Zukunft mit der immer grösseren Anzahl an Personen umgehen will, die aufgrund von Entwicklungen wie hier aktuell bei Canon, dauerhaft keinen Job mehr finden werden. Es wird nicht mehr lange dauern, bis dieses Problem akut wird.

        VG, Thomas

      • @Thomas Müller – ich kenne auch beide Bildungssystem bin zur Zeit in der Schweiz an der FHNW und an einem Gymnasium als Dozent für Wirtschaftswissenschaften bzw. Lehrer für Wirtschaft und Recht tätig. Der Unterschied in der Qualität der Ausbildungssysteme ist gravierend. In Deutschland ist das Abitur – ausserhalb von Bayern oder Baden-Württemberg – so viel Wert wie zu meiner Schulzeit ein guter Hauptschulabschluss. Hessen, NRW und Bremen sind – im Negativen – nur die Spitze des Eisbergs. Ich kann mir nicht vorstellen, dass wie in diesen Bundesländern, bis zu 60% der Schüler für das Gymnasium – so wie ich es verstehe – geeignet sind. Klassengrössen von bis zu 30 Schülern und mehr sind nicht vernünftig unterrichtbar. Die Durchlässigkeit der Schulsysteme ist wesentlich schlechter als in der Schweiz. Das hochgepriesene Duale System in Deutschland ist qualitativ meilenweit von dem der Schweiz entfernt. Die Integration und Förderung von schwachen Schülern und die diversen Förderungsangebote für sehr starke Schüler sind vorbildlich. Meine Klassen habe eine Grösse von 15 bis 21 Schüler. Eine zweite Lehrkraft ist in 30% des Unterrichts unterstützend anwesend oder kümmert sich separat um Problemfälle. Nach dem Studium oder der Lehre gibt es unzählige Weiterbildungsangebote die von den meisten Unternehmen mitgefördert werden. Jedes Kind hat in der Schule seinen eigenen PC bzw. Mac, die immer auf dem neuesten technischen Stand sind. Die Ganze Schweiz hat ein Glasfasernetz und selbst das hinterletzte Dorf hat einen schnellen Internetanschluss. Die Schulen sind sauber und gepflegt. Die Schüler gehen nicht mit Strassenschuhen in die Klassenzimmer. Probleme mit Schülern werden sofort angegangen und gelöst oder gegebenenfalls sanktioniert. Bei Notenproblemen kann der Lehrer für die betroffenen Schüler bis zu 3 Wochenstunden Zusatzförderunterricht anordnen. Die Qualität aller Lehrkräfte ist sehr hoch, da über 50% zuvor auch einen anderen in der Regel akademischen Beruf ausübten und nicht wie in Deutschland die „richtige“ Arbeitswelt nur vom Hörensagen kennen. In Softwareentwicklung gehört die Schweiz inzwischen zu den führenden Nationen. An vielen Schulen lernen Schüler wie man eine eigene App entwickelt.
        Als ich 1988 in die Schweiz kam waren Deutschland und die Schweiz noch auf Augenhöhe – auch gehaltsmässig – inzwischen hat sich die Schere so weit gespreizt, dass sich Deutschland zum Polen der Schweiz entwickelt hat. Was an Fachkräften fehlt lockt man aus D und F mit im Vergleich enormen Gehältern und niedrigen Steuern in die Schweiz. Ich könnte noch stundenlang weiter über die Vorzüge der Schweiz im Allgemeinen und in der Ausbildung im Speziellen schreiben, aber das ist hier nicht das richtige Forum. Meine Sicht der Dinge auf Deutschland ist übrigens die: wir haben viel zu wenig Kinder, sie sind unsere Zukunft, deshalb bilden wir sie aber auch schlecht aus. Nachdem was in den letzten Jahren und speziell in den letzten zwei Jahren in D passiert ist, bin ich wirklich froh, dass ich nicht mehr zurück muss.

      • Joe, zunächst vielen Dank für Deine Sichtweise. Da es Off Topic ist möchte ich nicht allzu gross ausholen, sondern nur auf den für mich entscheidenden Punkt, eingehen. Meiner Ansicht nach verhält es sich mit der Durchlässigkeit im Schulsystem genau umgekehrt, zumindest in den mir bekannten Bundesländern Bayern, BW und RP. Ich kenne dort keine aktuelle Klasse mit 30 Schülern. Meine Kinder sind in Klassen mit 18 und 20 Schülern. Durch Angebote wie Realschule Plus, Gesamtschule und Fachabitur schafft man die Möglichkeit, dass auch Schüler nach der Orientierungsstufe und ohne den Umweg des zweiten Bildungswegs / Duales System direkt die Qualifikation für ein Studium schaffen können. Bei weitem nicht jeder mit Abitur muss ein Einstein oder Spitzenforscher werden. Es werden in der Industrie viele gut qualifizierte akademische Arbeitskräfte benötigt, die in der Lage sind anspruchsvolle geistige Tätigkeiten auszuüben. Ebenso in Verwaltung und in Heil- und Pflegeberufen. In der Schweiz hält man ganz bewusst die Kapazitäten an Gymnasien und Unis gering, was dazu führt, dass zwar nur die Allerbesten Matura machen und an Unis studieren können, aber eben vielen, die dazu auch noch in der Lage wären, der direkte Weg verbaut ist. Das ist in der Schweiz genau so gewollt. Ich sehe das nicht als Vorteil sondern als Nachteil des Schweizer Bildungssystems an. Genau das ist auch der Grund, weshalb die Schweiz derart viele Ausländer mit akademischer Ausbildung ins Land holt und damit unglaubliche Ausbildungskosten spart.

      • @Thomas Müller – Mit BW und Bayern hast Du natürlich die Topländer ausgesucht, die auch ich genannt habe. Dass deine Kinder mit so wenigen in der Klasse sind, das freut mich ist aber die Ausnahme. Bremen, Hessen, NRW, Berlin, Niedersachsen, Meckpom da wird akademisches Proletariat gezüchtet, das häufig nicht vermittelbar ist. Die Berufsschulen sind – Durchlässigkeit hin oder her – unterirdisch! Und kosten sparen die Schweizer am Schulsystem (noch) nicht, im Gegenteil, sie geben das Geld gezielt und intelligenter aus. Im Übrigen, ohne die Schweiz gäbe es in D etwa 170’000 Arbeitslose mehr!

  • Der Vorteil einer modernen Produktionsstraße mit Robotern ist die konstante Qualität (aber auch hier ist eine hohe sowie geringe Qualität möglich, so wie es der Hersteller will). Der Nachteil ist eben, dass es weniger Arbeitsplätze gibt. Da ich selbst in der Elektronikproduktion tätig bin, kenne ich solche Anlagen bereits, zum einen faszinierend zum anderen muss man überlegen wie man anderweitig Arbeitsplätze schaffen kann.

  • Als Zersparnungsmechaniker, der gesehen hat wie die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine an Automatisierten Maschinen aussied, finde ich es ganicht so schlecht. Der erfolg allerdings hängt immer davon ab, wie die Maschinen Programiert sind, denn das ist die Schwierigkeit bei sollchen Anlagen. Komplexe Programmierungen brauchen Zeit und Superhirnis die das auch sorgfälltig hin bekommen.
    Was die Qualität angeht sagt die erfahrung eher das ein Plus zu verzeichnen ist. Denn eine Maschine die auf Qualität gebaut und Programmiert ist, macht keine Fehler. Man darf aber nicht vergessen, das die Montage, das Zusammenbauen der einzelnen Komponeten zu meist noch von Menschlicher Hand volzogen wird, da dies einfach zu aufwändig und zu Kostspielig ist.
    Ich finde die Robotig ist eine gute sache, doch gerade in der Industrie werden dadurch die anzahl der Arbeitsplätze in denn nächsten Jahrzehnten drastisch sinken… Daher ist der Vortschritt zwar schön, aber er hat auch schlechte auswirkungen auf uns Menschen…

  • Ich bin selbst als Ingenieur in der Elektronik Industrie (Automobil) tätig und kann nur bestätigen, dass die Automatisierung weiter auf dem Vormarsch ist. Neben der zunehmenden Qualität gibt es noch weitere Faktoren warum diese Entwicklung voranschreiten wird: ein Roboter streikt nicht (aus sozialer Sicht) und er ist flexibel. Zehn Arbeitsplätze sollen andere Tätigkeiten ausüben? Mit einem Programm ist das erledigt. Schlussendlich sind es natürlich die Kosten, die zur Veränderung führen. Wie die Gesellschaft damit umgeht wird nur ansatzweise diskutiert, z.B. bedingungsloses Grundgehalt. Ich befürchte allerdings, dass die Bürger dafür kämpfen müssen, sonst passiert da nichts…

    • @Jörg – ganz wichtiges Thema, ist leider noch nicht in den Köpfen der meisten angekommen. Ich denke ohne bedingungsloses Grundeinkommen geht es in Zukunft nicht mehr.

  • Daran ist für Arbeitnehmer/innen nichts gut, da es u.a. weiter genannte Themenbereiche umfasst.
    Das Thema Digitalisierung, Wegfall von Arbeitsplätzen, Dumpinglöhne z.B. in BRD, Sozialstaat ist zu umfangreich und komplex um dies in wenigen Sätzen zu verfassen.
    Weiter gehe ich hier im Fotografieforum auch nicht drauf ein.

    • @ Cheryll – man kann das auch kurz fassen. Die Globalisierung führt langfristig zu gleichen, aber niedrigeren Löhnen und damit auch zu entsprechenden Sozialstandards. Durch Englisch als Weltsprache und die Digitalisierung kann jeder Job – auch hochwertige – überall ausgeführt werden. Einzige mögliche Lösung: Regionalisierung. Aber das werden die Leute erst merken, wenn es zu spät ist. Dass Europa nicht mehr die Wirtschaftsmacht ist die sie mal war sieht man daran, dass im Jahre 1990 noch 25% des Weltweiten BIP in Europa erwirtschaftet wurde, im Jahre 2030 geht man von gerade mal 8-9% aus, also wir haben in Zukunft nur noch ein Drittel dessen, was wir mal an Wertschöpfung hatten. Und Deutschland will ja auch mal wieder die Welt retten und vergisst darüber die Jugend zukunftsfit zu machen. Aber wenn wir mit unseren Ressourcen und der Umwelt weiter so umgehen wie bis anhin, dann wird sich auch dieses Problem nicht mehr stellen. Es gibt keinen Klimawandel (Zitat Trump) – immerhin kann man dann spektakulärere Fotos machen (Achtung! Ironie)

  • ich verstehe nicht, es wird doch ganz viel made in China, Malaysia , Taiwan hergestellt…made in japan bei den hochpreisigen…aber was ich auch selbst erlebt habe…eine ixus aus japan und die gleiche aus china…und es war wirklich eine Frechheit, denn der Verkäufer tat so, als wüsste er nix davon…ich musste ihm dann die Qualitätsunterschiede zeigen, er konnte sie sehen , fühlen ..etc… und tat erstaunt…unfassbar, was sich manche Leute erlauben…habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ?