Festbrennweiten für den Alltag & Porträtfotografie
Das Nikon Z 35mm f/1.8 ist zwar etwas teurer als das Nikkor Z 35mm f/1.4, dafür jedoch über alle Blendenstufen hinweg deutlich schärfer und technisch besser. Eine starke Vignettierung und ausgeprägte chromatischen Aberrationen sucht ihr hier vergebens. Auch mit Lens Flares hat dieses Objektiv wesentlich weniger zu kämpfen als das f/1.4er Gegenstück. Zudem ist das f/1.8er im Gegensatz zum f/1.4er fast verzeichnungsfrei, der Autofokus ist beim f/1.8er ebenfalls schneller. Außerdem hat das Nikkor Z 35mm f/1.8 S einen Schalter zum Aktivieren des Autofokus und des manuellen Fokus mit an Board und ist ca. 45 g leichter als das f/1.4er Gegenstück. Zudem fühlt es sich dank Metallgehäuse und Metallfokusring sehr hochwertig an.
Beide Objektive sind dank abgedichtetem Design gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Das f/1.8er ist wiederum etwas länger und natürlich nicht ganz so lichtstark wie das Nikkor Z 35mm f/1.4. Wenn euch die Lichtstärke von f/1.8 ausreicht und ihr bereit seid, noch etwas mehr Geld auf den Tisch zu legen und dem Retro-Look-Charme des f/1.4 Objektivs nichts abgewinnen könnt, dann trefft ihr mit Nikkor Z 35mm f/1.8 S eine hervorragende Wahl und sichert euch eine technisch sehr gutes Objektiv.
Mehr Infos zum Objektiv erhaltet ihr beispielsweise in dem gelungenen Erfahrungsbericht von Pavel Kaplun.
Sehen wir uns die wichtigsten Eigenschaften des Nikkor Z 35mm f/1.8 im Detail an:
| Brennweite | 35 mm |
| Lichtstärke | f/1.8 |
| Naheinstellgrenze | 0,25 m |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:5,3 |
| Filtergröße | 62 mm |
| Gewicht | ca. 370 g |
| Optischer Aufbau | 11 Linsen in 9 Gruppen (mit 2 ED-Linsen, 3 asphärischen Linsen und Linsen mit Nanokristallvergütung) |
| Bildwinkel | FX-Format: 63°, DX-Format: 44° |
| Anzahl Blendenlamellen | 9 |
| kleinste Blende | 16 |
| Markteinführung | September 2018 |
| Preis | ca. 500-700 Euro |
Beste Alternative: Nikkor Z 35mm f/1.4
Nikon hat jüngst eine faszinierende neue Objektivreihe vorgestellt. Normalerweise sind Objektive mit einer Lichtstärke von f/1.4 immer deutlich teurer und wuchtiger als Objektive mit mit einer Anfangsblende von f/1.8 vom selben Hersteller. Nikon bricht mit der neuen f/1.4 Objektiv-Reihe und konkret dem Nikkor Z 35mm f/1.4 mit dieser bisher in Stein gemeißelten Tradition. Dabei setzen die Japaner auf eine spannende Philosophie. Die neuen f/1.4 Optiken sind lichtstärker und kleiner, jedoch technisch im Gegensatz zu den Nikkor f/1.8 Objektiven nicht so perfekt. Wohlwollend ausgedrückt bieten die f/1.4 Objektive mehr Charakter, lösen weniger scharf auf und erinnern mit ihrem Bokeh und Lens Flare an Vintage-Optiken. Ich persönlich finde diese Ästhetik ziemlich stilvoll und ausdrucksstark. Fotografen, die auf Perfektion setzen, sollten allerdings zu den Nikkor S Objektiven greifen.
Einen sehr guten Vergleichstest zwischen dem Nikkor Z 35mm f/1.8 und dem Nikkor Z 35mm f/1.4 liefert YouTuber DAVISION in seinem Video. Eine weitere günstige und gute Alternative ist zudem das Viltrox AF 35mm f/1.8.
Das Nikkor Z 50mm f/1.8 S und das Nikkor Z 50mm f/1.4 sind mit ca. 550 Euro je nach Anbieter und Rabattaktion ungefähr gleich teuer. Insgesamt bietet das Nikkor Z 50mm f/1.8 S trotz der geringeren Lichtstärke jedoch eine deutlich bessere Gesamtleistung. Es ist bei Offenblende wesentlich schärfer und leidet viel weniger unter chromatischen Aberrationen, Vignettierung und Lens Flares. Außerdem arbeitet der Autofokus schneller. Es verhält sich also ähnlich wie bei den 35er-Objektiven von Nikon. Angesichts dieser Argumente solltet ihr für den gleichen Preis nur zum Nikkor Z 50mm f/1.4 greifen, wenn ihr speziell nach dem offenblendigen Bildlook sucht, den euch dieses Objektiv bietet. Zudem sprechen Größe und Gewicht gegen das Nikkor Z 50mm f/1.8 S und lassen es im Vergleich etwas wuchtig erscheinen. In der Praxis lässt sich mit dem Nikkor Z 50mm f/1.8 S aber wunderbar arbeiten und insbesondere die sehr gute Bild- und Verarbeitungsqualität des Objektivs sprechen für sich.
Noch mehr Infos zum Objektiv erhaltet ihr unter anderem in dem guten Review-Video von Christopher Frost.
Nachfolgend seht ihr die wichtigsten Attribute des Nikkor Z 50mm f/1.8 S auf einen Blick:
| Brennweite | 50 mm |
| Lichtstärke | f/1.8 |
| Naheinstellgrenze | 0,4 m |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:6,7 |
| Filtergröße | 62 mm |
| Gewicht | ca. 415 g |
| Optischer Aufbau | 12 Linsen in 9 Gruppen (mit 2 ED-Linsen, 2 asphärischen Linsen und Linsen mit Nanokristallvergütung) |
| Bildwinkel | FX-Format: 47°, DX-Format: 31°30′ |
| Anzahl Blendenlamellen | 9 (Blendenöffnung mit abgerundeten Lamellen) |
| kleinste Blende | 16 |
| Markteinführung | Oktober 2018 |
| Preis | ca. 500 Euro |
Beste Alternative: Nikkor Z 50mm f/1.4
Auch bei dem Nikkor Z 50mm f/1.4 handelt es sich gewissermaßen um ein modernes Retro-Objektiv. Es ist genau wie das Nikkor Z 35mm f/1.4 optisch nicht perfekt und dennoch interessant. Auch dieses Objektiv ist angenehm klein und leicht, allerdings müsst ihr auf einen Schalter zum Aktivieren oder Deaktivieren des Autofokus verzichten. Dafür bekommt ihr auch bei dieser Optik wie beim 35mm f/1.4 einen gummierten Fokusring und einen Kontrollring, den ihr bei Bedarf beispielsweise zum Steuern euerer Blende einstellen könnt.
Bei Offenblende f/1.4 ist das Objektiv genau wie das 35er-Pendant laut Tests nicht sehr scharf. Eine deutliche Verbesserung der Schärfe ist ab Blende f/2.8 wahrnehmbar. Diese „Weichheit“ kann sich in der Porträtfotografie aber sogar als vorteilhaft erweisen, da die Haut so schmeichelhafter aussieht. Die chromatischen Aberrationen sind hier leider noch etwas ausgeprägter als beim Nikkor Z 35mm f/1.4 und auch eine relative starke Vignettierung bei Offenblende ist vorhanden. Dafür kann sich das weiche Bokeh sehen lassen. Insgesamt könnt ihr beim Nikkor Z 50mm f/1.4 zuschlagen, wenn ihr ein Objektiv mit besonderer Bildästhetik sucht und keine knackscharfen Bilder bei Offenblende erwartet. Alles in allem dürfte das Nikkor Z 50mm f/1.8 S aufgrund des ungefähr gleichen Preises jedoch für die meisten Fotografen die bessere Wahl sein.
Noch mehr Infos zur Linse liefert der YouTuber DAVISION, der in seinem Review-Video ausführlich auf die Stärken und Schwächen des Objektivs eingeht. Eine weitere preiswerte, interessante Alternative im 50-mm-Bereich ist zudem das Viltrox AF 50mm f/1.8.
Das Nikkor Z 85mm f/1.8 S ist ein hervorragendes, relativ preiswertes Porträt-Objektiv. Es überzeugt bereits bei Blende f/1.8 mit einer sehr guten Schärfe. Der Autofokus des Objektivs arbeitet schnell und leise. Auch das Bokeh kann sich sehen lassen und wirkt – wie es sich für ein Porträt-Objektiv gehört – schön weich. Die Linse besitzt zudem eine spezielle Beschichtung, die dafür sorgt, dass Blendenflecken, Reflexionen und Geisterbilder reduziert werden. Nikon setzt beim 85mm f/1.8 auf ein Gehäuse aus Kunststoff, der hintere Teil des Objektivs, die Bajonettfassung selbst und der Fokusring bestehen allerdings aus Metall. Das Objektiv ist relativ leicht und fühlt sich in Kombination mit Kameras wie der Nikon Z8 gut ausbalanciert an.
Wenn ihr mehr über das Objektiv erfahren und euch Beispielbilder ansehen wollt, empfehlen wir euch das Review-Video von Jared Polin.
Die wichtigsten Attribute des Nikkor Z 85mm f/1.8 S seht ihr hier:
| Brennweite | 85 mm |
| Lichtstärke | f/1.8 |
| Naheinstellgrenze | 0,8 m ab Sensorebene |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:1,8 |
| Filtergröße | 67 mm |
| Gewicht | 470 g |
| Gruppenelemente | 12 Linsen in 8 Gruppen (mit 2 ED-Glas-Linsen sowie Linsen mit Nanokristallvergütung) |
| Bildwinkel | FX-Format: 28° 30′, DX-Format: 18° 50′ |
| Anzahl Blendenlamellen | 9 (Blendenöffnung mit abgerundeten Lamellen) |
| kleinste Blende | 16 |
| Markteinführung | September 2019 |
| Preis | ca. 700-800 Euro |
Preiswerte Alternative: Viltrox Z 85mm f/1.8
Soll es noch etwas preiswerter sein, ist auch das Viltrox AF 85mm f/1.8 eine gute Alternative zum Nikon-Original. Es kann hinsichtlich der Bildqualität nicht ganz mit dem Nikkor Z 85mm f/1.8 S mithalten und ist unter anderem nicht ganz so scharf wie das Nikon-Pendant, liefert aber insgesamt eine wirklich gute Leistung zu einem unschlagbaren Preis.
Wenn ihr mehr über das Viltrox AF 85mm f/1.8 erfahren wollt, empfehlen wir euch das Review von KROLOP & GERST.
Für rund 800 Euro bekommt ihr mit dem Nikkor Z MC 105mm f/2.8 VR S ein 630 g schweres, gut verarbeitetes, wetterfestes Objektiv, das speziell für Makro-Aufnahmen geeignet ist und einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:1 erlaubt. Es besteht aus einer Mischung aus Metall und Kunststoff und fühlt sich hochwertig an. Außerdem bietet es, wie es sich für ein gutes Makro-Objektiv gehört, einen großen manuellen Fokusring. Auch ein Einstellring, den ihr optional programmieren könnt, sowie ein OLED-Display sind mit von der Partie. Auf dem OLED-Display des Objektivs könnt ihr euch zum Beispiel die aktuelle Blende anzeigen lassen. Auch ein sehr guter Bildstabilisator ist bei diesem Objektiv mit an Board, allerdings gibt es dafür keinen Schalter am Objektiv.
Bei Offenblende f/2.8 bietet die Linse laut Tests eine solide Schärfe, die ab f/5.6 noch deutlich besser wird. Selbst die Schärfe am Randbereiche fällt bei diesem Objektiv kaum von der Bildmitte ab. Chromatische Aberrationen und Vignettierung sind nur in Maßen vorhanden. Das Bokeh ist insbesondere im Makro-Bereich schön weich, es lassen sich aber durchaus auch ansehnliche Portät-Fotos damit schießen. Der Autofokus arbeitet ebenfalls ordentlich, er ist jedoch leicht hörbar und nicht rasend schnell.
Ein ausführliches Video-Review könnt ihr euch zum Beispiel auf dem Kanal von ValueTechTV ansehen.
Die wichtigsten Eigenschaften des Nikkor Z MC 105mm f/2.8 VR S könnt ihr dieser Tabelle entnehmen:
| Brennweite | 105 mm |
| Lichtstärke | f/2.8 |
| Naheinstellgrenze | 0,29 m ab Sensorebene |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:1 |
| Filtergröße | 62 mm |
| Gewicht | ca. 630 g |
| Gruppenelemente | 16 Linsen in 11 Gruppen (einschließlich 3 ED-Glas-Linsen, 1 asphärische Linse, Linsen mit Nanokristall- und ARNEO-Vergütung und Frontlinse mit Fluorvergütung) |
| Bildwinkel | FX-Format: 23° 10′, DX-Format: 15° 20′ |
| Anzahl Blendenlamellen | 9 (Blendenöffnung mit abgerundeten Lamellen) |
| kleinste Blende | 32 |
| Markteinführung | 2021 |
| Preis | ca. 800 Euro |




