Kameras

Diese Kamera wurde entwickelt, um euren Stuhlgang zu analysieren

Es gibt neuerdings eine Toilettenkamera, die eure Ausscheidungen fotografiert und per KI analysiert – für 599 Dollar plus Abo versteht sich.

Wir dachten ja, wir hätten schon alles gesehen – von verrückten Action-Cams für Extremsportler bis hin zu Zahnbürsten mit 10-Megapixel-Kameras. Aber der amerikanische Badezimmer-Spezialist Kohler beweist uns das Gegenteil: Mit der Dekoda wurde im Oktober eine neue Kamera vorgestellt, die am Toilettenrand klebt und eure Ausscheidungen fotografisch dokumentiert. Kein Scherz.

Das 599-Dollar-Gadget (plus jährliches Abo zwischen 70 und 156 Dollar) wird wie ein besserer WC-Stein am Toilettenrand befestigt und richtet seinen Blick konsequent nach unten. Die “bahnbrechende Wissenschaft und Technologie”, wie Kohler das nennt, analysiert dann Form, Konsistenz und Häufigkeit eurer Hinterlassenschaften. Die dazugehörige App wertet die Bilder mithilfe von KI aus und zieht daraus Rückschlüsse auf eure Darmgesundheit.

Die Dekoda erkennt nicht nur potentielles Blut im Stuhl – was ja tatsächlich medizinisch relevant sein kann – sondern checkt auch euren Flüssigkeitshaushalt anhand des Wasseranteils in den Ausscheidungen. Selbst kleinste Veränderungen im Stuhlgang sollen der App nicht entgehen.

Besonders clever: Der integrierte Fingerabdrucksensor. So können mehrere Haushaltsmitglieder das System nutzen, ohne dass die Daten durcheinandergeraten. Einfach Finger drauf, und schon weiß die Dekoda, wessen Output gerade analysiert werden soll. Die Kommunikation läuft über Wi-Fi 5, der magnetische Akku lässt sich zum Laden per USB-C abnehmen. Das Teil passt übrigens auf alle Toiletten mit einem Randmaß zwischen 32 und 58 Millimetern, für den Fall, dass ihr gleich nachmessen und eine Bestellung platzieren wollt.

Kohler betont übrigens mehrfach, dass die Kamera ausschließlich ins Klo schaut und “nirgendwo anders hin”. Verständlich, dass man hier besonders sensibel kommuniziert – die Vorstellung einer Kamera im stillen Örtchen dürfte bei vielen erstmal für Unbehagen sorgen.

Die Dekoda ist nicht mal die erste ihrer Art. Das texanische Startup Throne hatte bereits ein ähnliches Konzept vorgestellt, allerdings mit einer Kamera im Toilettendeckel. Während Befürworter die Früherkennung von Gesundheitsproblemen loben, sehen Kritiker darin vor allem ein weiteres Beispiel dafür, wie Überwachungstechnologie in unsere intimsten Momente vordringt.

Ob sich die Toilettenfotografie als neues Genre etabliert? Wir bleiben gespannt.

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chris XX

… na dann: Prost Mahlzeit. Ich würd mir so´n Ding schon alleine wegen des Preises nicht anschaffen. Aber vieleicht kann man das Ding auch für andere nützliche Sachen gebrauchen. Nein, nicht einfach rumdrehen, was denkt ihr den … einfach mal seine Beisserchen filmen; obwohl gabs ja auch schon. Zahnbürste … könnt ja mal ´n paar Vorschläge machen …
)(;:-(?))

Stefan Zimmermann

14 Tage Rückgaberecht wird interessant 😀

Uneternal

Hab mir so eine bestellt, aber sie war echt für den Ar*** 🤣

Leonhard

Also da sag noch einmal einer, die Japaner würden jeden Scheißdreck fotografieren!

So ein Ding bringt viele Gefahren mit sich, meinereiner mahnt zur Vorsicht, klar, ein Beispiel:

Man setzt sich zur Eiablage, Warnmeldung von der App: “Viel Blut im Stuhl!” Also Vollgas zum Muffologen, der betrachtet sich das Hintergewand und meint trocken: “Da bist Du wohl mit der Winterkirsche am Blendenring hängen geblieben, ansonsten bist Du ein einwandfreies A…loch!”

Xiaomi bringt bald eine bessere Lösung heraus! Man sch….. sich auf die Hand, macht eine Aufnahme und den Fingerabdruck nimmt das Ding dann gleich mit auf, tolle Technik. Außerdem sendet das Ding gleich den Haufen an alle Leute, welche sich professionell mit Scheißdreck beschäftigen und alle Kontakte, die sich jeden Scheißdreck gerne betrachten. Wer da schreibt “schick mal ein Foto” wird auf der Stelle mit Freude bedient, jede Wette.

Leonhard

Sorry, noch vergessen: Für schnell entschlossene legt Xiaomi bei den ersten 100.000 Bestellungen noch einen Brutt (keine Buds) bei, den klebt man in die Unterhose und der macht dann bei jedem Furz eine Gasanalyse und gibt Ernährungsberatung. Woher meinereiner das alles wieder weiß? Bin als Tester für diese neue Wunderwaffe der medizinischen Diagnosetechnik am testen, allerdings sind die Ergebnisse in der Beta-Phase noch bescheiden, klar, zwei Beispiele: Gestern hat meinereiner das Ding überlistet, hab einen in die Schüssel gepfiffen, dass die brummte, sofort meldete das System, dass da was nicht stimmt! Da die KI über Sprachsteuerung verfügt hat meinereiner die gleich berichtigt: “Wenn Du dämliche Software, anstatt das ganze Internet auszuspionieren schon einmal zu viel Sauerkraut gefressen hättest wärst Du nicht auf so eine Sch….diagnose gekommen!” Noch schlechter ist die Software bei Erkennung von Hautkrankheiten: Gestern beim Eheweib eine Altersveränderung der Haut aufgenommen, gleich kam der Befund: “Gutartige, altersbedingte Veränderung der Haut!” Meine Antwort: “Hättest Du dämliche Software statt den ganzen Tag das Internet auszuspionieren ein Eheweib, dann kämst Du gar nicht auf den Gedanken, an einem Eheweib könnte irgend etwas gutartiges sein.” Da meinereiner kein Markenfanboy ist hier noch ein Hinweis für konservative: Zeitgleich zum Xiaomi bringt Leica ein… Weiterlesen »

Leonhard

Da hier Platz ist missbraucht meinereiner mal diesen Faden, um ein grundsätzliches Problem der Werbung für irgendeinen Scheißdreck zu durchleuchten, was man da macht und wieso dies beim Menschen dann auch so gut klappt, wer nicht gerne lange Kommentare liest, bitte einen nach unten gehen und nicht fluchen: Wie wir alle wissen versucht Werbung ja, uns “Entscheidungen aus dem Bauch heraus” schmackhaft zu machen. Diese Aussage von meinereiner ist natürlich Bauerntheater, denn im Bauch wird nur entschieden, ob ein Gas ein Rülpser oder ein Furz wird, was man mit dem Spruch wirklich ausdrücken will ist folgendes: Die menschliche Persönlichkeit ist keineswegs eine solche, die durch Reifung unseres alternden Ich´s entsteht, vielmehr handelt es sich um ein Schichtmodel, welches auch in der Malerei in Mangelzeiten oft Anwendung fand: Man nahm eine bemalte Leinwand und überstrich selbige, um dann darauf sein “Meisterwerk” zu malen, soll Idioten gegeben haben, die haben einen Rembrandt übermalt um ihre Schmiererei darauf zu pfuschen. Genau dies machen wir in unserem Oberstübchen auch: Wir “reifen” nicht, sondern wir malen neue Schichten mit neuen Sichten über die vorherige Schicht, will heißen, “das Kind im Manne” (gilt für im Weibe genau so) bleibt immer erhalten, man sieht eben nur immer… Weiterlesen »

chris XX

… )(;:-fluch) … )(;:-ichhabbiszumendegelesen) … (;:-aucheineschöneadventszeit) …

Thorsten

Eine echte Schei.. Kamera…..

N1USER

Nach Fitnessarmbändern die logische Konsequenz: Ich find’s gut – schei.. auf die Umwelt 😉

Maratony

Da macht ein Abo echt mal Sinn…

joe

Das ist doch mal eine gute Weihnachtsgeschenkidee für alle Kopriohagen unter Euch. Und dazu noch ein Schnäppchen, wenn man bedenkt was die neue Sony A7V kosten soll.

Nikonheimer

Bestimmt sind Koprophagen gemeint.

joe

Richtig, SP hat zu kleine Tasten für meine grossen Hände.

Leonhard

Kapiert meinereiner jetzt nicht, Dr. Joe!

Meinst Du jetzt in der Art, wie man bei einem Kindergeburtstag vorher ein Bild von einer Torte macht?

Ansonsten wären Bilder ja ziemlich sinnfrei, eine Analyse der Restnährstoffe liefert die App ja nicht und selbst wenn, wer nicht gerade am Abnehmen ist und sich die Frage stellt, ob er noch eine Wurst mehr naschen darf, dem würde diese Info ja auch nicht wirklich was bringen.

Diese Art der Wiederkäuerei für Hartgesottene wäre als Bild ja nur dann sinnvoll, wenn man dies auf einer Speisekarte in einem Nobelrestaurant für “Fremdgekochtes” drucken würde, in der eigenen Küche kennt man die Zutaten ja eh, kein Lerneffekt!

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