Kameras

Light L16: Die „Zukunft der Fotografie“ wird eingestampft

Die Light L16 wurde von manchen als wegweisende Innovation im Kamerabereich gesehen. Nun wenden sich die Entwickler von dem Produkt ab.

Light L16: Ein interessantes Konzept

Erinnert ihr euch noch an die Light L16, die Kamera mit 16 Sensoren und 16 Objektiven? Im Jahr 2015 wurde dieses eigentlich interessante Produkt vom Startup Light vorgestellt und nicht wenige waren der Meinung, dass dieses Konzept den Kameramarkt nachhaltig verändern könnte. Im Jahr 2016 sammelte das Unternehmen 30 Millionen Dollar von Investoren ein, im Jahr 2018 kam das Produkt dann nach einigen Verzögerungen in Deutschland auf den Markt.

Vor allem im Bereich der Smartphone-Fotografie wurde die Technologie, die hinter der Light L16 steckte, als vielversprechend angesehen. Deshalb hat Light die Technologie hinter der L16 auch verschiedenen Herstellern angeboten. Schnell wurden Verträge mit Sony, Xiaomi Leica und weiteren Unternehmen abgeschlossen und weitere 121 Millionen Dollar eingesammelt.

2019 kam dann das erste Smartphone mit Lights Technologie auf den Markt, das Nokia 9 PureView, welches mit fünf Kameras ausgestattet war:

Light jetzt in der Automobilbranche unterwegs

Doch das Nokia 9 PureView war nicht nur das erste, sondern auch das letzte Smartphone mit Lights Technologie. Auch wird die Light L16 keinen Nachfolger erhalten. Das Unternehmen hat sich inzwischen nämlich vom Fotobereich abgewandt und konzentriert sich stattdessen auf Kameras und Technologien, die in der Automobilbranche eingesetzt werden könnten.

Die eigentlich innovative und interessante Light L16, die aber in Sachen Leistung und Bildqualität nie so wirklich überzeugen konnte, bleibt also eine Eintagsfliege. Die Kamera hatte schlussendlich wohl einfach zu viele Kinderkrankheiten und die Technologie war am Ende dann doch nicht vielversprechend genug, als dass es sich für die Entwickler gelohnt hätte, das Projekt weiter zu verfolgen.

via: DPReview

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daniel

klasse, 151 millionen dollar verbrannt.

joe

Also die Idee machte durchaus Sinn, aber offensichtlich ist es schwieriger es umzusetzen als gedacht und da inzwischen die Software und KI inzwischen so weit sind, reicht halt auch ein Handy mit 4 Linsen.
 
Schadenfreude muss da gar nicht aufkommen, die meisten Ideen scheitern, in der Medizin sind es weit über 90% und wenn man sieht wie viel Geld der VW-Konzern verbrannt hat sind das Peanuts! Ohne Versuche Neues zu entwickeln, auch auf die Gefahr hin zu scheitern, gibt es keine Innovation, sonst würden wir heute noch in den Höhlen und auf Bäumen leben.

daniel

das war nicht wertend, sondern eine feststellung. jetzt wird es wertend; dabei schreiben wir hier über eine summe von der hätte man in deutschland 3000 menschen ein jahr lang mit einem sehr guten lohn finanzieren können. oder einen wissenschafler 3000 jahre lang. kann man sehen wie man will. ich glaube viele von euch hier verdienen mehr. aber das ist ganz sicher nicht normal.
 
was vw betrifft, das geld hat sich die letzten jahre der vorstand eingesteckt. nun bekommt es halt der betrogene zurück. schade nur, daß in unserem land dafür niemand in den knast geht. aber wer reich ist wird nicht verknackt. und wenn doch, spaziert er tags über durch die gegend und wird im anschluss wieder in den vorstand gesetzt. kann man ja sehr gut in bayern sehen.
 

Richard

Nein, verbraucht. Das ist ein Unterschied! Man hat Erkenntnisse gewonnen, neue Geschäftsfelder eröffnet. Forschung und Entwicklung sind nie umsonst, nicht zuletzt haben damit Ingenieure und Entwickler ihren Lebensunterhalt verdient. Jeder ausgegebene Euro/Dollar etc. kommt im Wirtschaftskreislauf anderen zugute. Gemäß dem alten Broker-Spruch: „Dein Geld ist nicht weg, es hat jetzt nur jemand anderer.“

daniel

richard, ich halte nichts von brokern oder solchen die mit essen handeln, dieses künstlich teuer machen und somit menschen verhungern lassen.

joe

Also künstlich teuer machen, wie soll das gehen? Wie leben in einer Marktwirtschaft, da gilt nach wie vor das Gesetz von Angebot und Nachfrage. Konnte man jetzt perfekt sehen in der Coronakrise. Hier in der Schweiz kosteten die einfachen Masken als es fast keine gab, zu Beginn, bis zu 10.-CHF, jetzt kann man sie fast überall kaufen und kosten in der Regel 1.-CHF. Das Gleiche mit Desinfektionsmitteln – war heute seit 3 Monaten zum ersten Mal in Deutschland – Desinfektionsmittel, das noch vor zwei Monaten 15.-€ gekostet hat jetzt für 1.79€ zu haben. Übersteigt die Nachfrage das Angebot steigen die Preise und umgekehrt – das nennt man übrigens Markt – also das ist der Ort wo Angebot auf Nachfrage aufeinandertreffen (also jedes Kaufhaus, einfach überall wo jemand etwas kaufen will und andere etwas verkaufen wollen.   Das Problem der Entwicklungsländer ist übrigens nicht, dass Nahrungsmittel zu teuer sind – im Gegenteil. Die EU verscherbelt und drückt ihre landwirtschaftlichen Überschussmengen für billiges Geld nach Afrika und was passiert, die unzähligen lokalen Kleinbauern können ihre Produkte nicht mehr verkaufen, weil sie im Vergleich zu teuer sind! Hier sieht man deutlich den Unterschied zwischen Gut und Gut gemeint! Und es gibt in Europa… Weiterlesen »

daniel

joe, ich habe 3000 menschen für über 4000,-€ im monat arbeiten lassen oder einen wissenschaftler 3000 jahre. das ist ein unterschied. und glaube mir, wenn ich dir sage, daß 4000,-€ brutto sehr viel geld ist.
 
und wenn du mit großen geldmengen lebensmittel handelst und diese bei dir hältst, werden diese produkte auf dem markt dank mangels teurer. danach stößt man diese wieder für mehr geld ab. irgendwie finde ich ja gut, daß du als wirtschaftswissenschaftler oder was du auch immer von beruf bist, das nicht weißt, aber es gibt menschen die das machen. das war meines wissens einer der auslöser für den arabischen frühling.

joe

Daniel
 
je nach dem sind für den ein oder anderen 4’000.-€ brutto viel Geld, aber nicht für einen Spitzen-Wissenschaftler, ausser man beteiligt ihn später an der Firma. Aber darum geht es gar nicht, es geht darum, dass nicht jede gute Idee zum Erfolg führt und man scheitern mit einplanen muss. Natürlich verdienen Spekulanten mit Knappheit Geld, manchmal viel Geld (habe ja das Masken Beispiel angeführt), nur das ist genau so ein Risiko, einer in den USA hat im Februar Desinfektionsmittel für über 1Million $ gekauft und gehortet und wollte sie für den dreifachen Preis verkaufen, jetzt sitzt er auf den Flaschen weil sie keiner kauft. Ende der 70er, Anfang der 80er Jahre hat eine amerikanische Milliardärs-Familie (Gebrüder Hunt) mit Silber spekuliert und alles aufgekauft – gut ein Jahr später waren sie Pleite, mussten Privatinsolvenz anmelden und blieben auf 90 Millionen $ Schulden sitzen. Lebensmittel kann man nur bedingt horten – Versuch das mal mit Obst und Gemüse. Für mich sind das alles Verschwörungstheorien – die guten Armen und die bösen Reichen, so einfach ist es leider nicht!

daniel

joe, wie gesagt, ich habe kein wort von einem spitzenwissenschafler geschrieben. dazu wäre noch zu fragen, ob die oben genannte firma tatsächlich „spitzenwissenschaftler“ beschäftigt und es stellt sich die frage, inwiefern der ausdruck „spitze“ nach dem benannten misserfolg zu bezeichnen wäre.
 
natürlich gibt es misserfolge. das spricht auch niemand ab. jemand der sagt er mache keine fehler bei der arbeit, der arbeitet nicht. aber wenn ich 151 millionen dollar brauche um zu wissen, daß ich es nicht kann… das spricht für die firma. 😉
 
zu lebensmittelspekulationen:
https://www.weltagrarbericht.de/themen-des-weltagrarberichts/spekulation-mit-lebensmitteln.html
 
joe, das solltest du in deinen vorlesungen mit einbeziehen. es ist unethisch. nicht nur unethisch, sondern es sollte eine straftat sein. joe, die welt ernährt sich nicht nur von obst und gemüse. was die atemschutzmasken betrifft, darf ein staat jemanden enteignen, sollte es für die bevölkerung notwendig sein. wenn sich jemand mit der not anderer bereichern will, findet er bei mir sicher keinen befürworter und wenn dieser am ende selbst drauf geht, werde ich ihm nicht nachweinen.

Henry

Nichts verbrannt, ganz im Gegenteil
— und konzentriert sich stattdessen auf Kameras und Technologien, die in der Automobilbranche eingesetzt werden könnten.—
Mit der L16 wurde Grundlagenforschung betrieben, jetzt wird das Geld in der Automobilbranche verdient, dort geht es um ganz andere Summen, und um Millionen Stückzahlen.
Schade für die Fotografie aber aus Sicht des Unternehmens wohl folgerichtig.
 

daniel

henry, kannst du mir dazu quellen nennen, daß diese technologie nun in der kfz-branche eingesetzt wird?

Henry

Nein das kann ich nicht ich habe auch nur Absichtserklärungen gefunden. Mit meinem rudimentären Englisch hatte ich aber auch keine Kust da tiefer einzusteigen.
Für mich klingen die erklärungen aber äußerst logisch, in modernen KFZ ist Kameratechnik nicht mehr wegzudenken, Autonome Fahrzeuge brauchen eine unmenge an Sensoren, Kameras usw in jeglicher Form, da wird ja wie verrückt geforscht und entwickelt.
Und was ich mir absolut nicht vorstellen kann, das Firmen wie Sony, Huawei, Leica und andere einfach zusehen wie ihre Millionen verbrannt werden, die werden schon etwas für ihr Geld bekommen haben. Nur werden wir das überhaupt nicht mitbekommen wenn Light Technologie in die Produkte der Geldgeber einfließt.

Tom

Wie, kein Erfolg? Nimmt man Sabrina, die hier manchmal schreibt, ernst, dann hätte dieses Konzept eigentlich erfolgreich werden müssen 😀

Maratony

Wer braucht auch 16 Linsen in einem Handy?
Wenn das gute Linsen und gute Sensoren wären, dann wäre das unbezahlbar.
 
Man sollte eher überlegen ein Handy mit APS-C oder MfT Sensor zu bauen. Da gibt es ja bereits kleine handliche Kameras.

50d

Dann müsste das Handy aber sehr dick werden?Oder wie stellst du dir das vor?Der Sensor selber lässt sich in ein Handy montieren, nur die Linsen brauchen halt zuviel Platz, ich halte das ganze eh für Unfug, de meisten reicht doch die Qualität von den Händys mit einer uww und einem 28mm Objektiv und Interner Software-Bearbeitung aus.

Maratony

Klar wäre es dann dicker, aber damit könnte ich leben. 28mm (equ. VF) und f2.8. Was will man denn dann mehr, man könnte daneben immer noch kleine Sensoren hinzufügen für den Telebereich oder aber das Handy mit Convertern anbieten. Dazu einen wechselbaran Akku.
Denn wenn ich mir die ganzen XL, Plus und Pro Versionen der Handys anschaue, dann soind das auch riesen Schiffe.
Ich wäre vermutlich ein Kunde.

Dominik

na na… nicht so negativ. Dass derartige Konzepte erfolgreich sind beweisen moderne Smartphones, 360° Videocams und Actionkameras. Versuche ich aus einer einzigen Aufnahme und Rohdaten alles aus einer Linse und Kamera heraus zu quetschen, dann werde ich schnell an Grenzen stoßen. Die Lösung: Immer größere Objektive und immer größere Sensoren. Moderne Videokameras, Smartphones und Actionkameras erstellen kein Foto aus einer Aufnahme. Dazu werden ganze Belichtungsreihen gefahren, mehrere Kameras zugleich ausgewertet und verrechnet, digitale Bildstabilisierung genutzt. Das ist ja das Konzept was dahinter steckt. Dazu kann ich 16 Kameras nehmen oder eben 3…2 oder gar eine Kamera, die in Bruchteilen von einer Sekunde mal eben 20 Fotos macht. Per Software verrechnet kommen da beeindruckende Bilder zustande. Da kann ein Smartphone mit einer miesen Kamera die Auflösung, Rauschverhalten und Dynamikumfang einer Vollformat A7R4 locker schlagen. Aber nicht weil das Handy so gut ist, sondern weil dies einfach x-beliebige Bilder miteinander verrechnet. Ja, das Prinzip hat auch irgendwo seine Grenzen und ist nicht immer Fehlerfrei. Insbesondere bei Aufnahmen mit Bewegungen wie zum Beispiel sich bewegende Blätter im Wald führen zu bösen Unschärfeeffekten. Bei Wenig Licht kann ich auch nicht in 1/100 Sekunde 100 Fotos machen. Aber was die Smartphones (P30 Pro) im Nachtmodus… Weiterlesen »

Henry

Ganz meine Meinung… Aber es ist ja nicht nur die Software, ohne die entsprechende Rechenpower wäre dies nicht möglich. In modernen Smartphones arbeiten Vier oder sogar Achtkernige Prozessoren mit bis zu 8GB Arbeitsspeicher (vielleicht inzwischen auch noch mehr). Ich wüßte keine Kamera die auch nur annähernd eine solche Ausstattung hätte. Der Leistungssprung unserer großen DLSRs und DSLMs wäre unglaublich, wenn man diese Prozessoren und Software mit der überlegenen Optischen Leistung der „großen“ Kameras verbinden würde.

Bodo Schulz

Mark, also mir gefällt die neue Kommentarfunktion überhaupt nicht. Zu unübersichtlich. Vielleicht zu modern…

Nihat Parlatan

Solange die Firma noch da ist, kann trotzdem irgendwann eine Anwendung sich aus deren aktuellen Produkten für die Fotographie abspringen. Sei es, dass nun das Auto die Cam-Body geworden ist.
https://www.light.co/technology
Das Auto wäre mit der Technik in der Lage zB. in eine schöne Aussichtsplatform zu fahren und dort perfekte Panorama Bilder zu machen. Oder in der Nacht wunderschöne Nachthimmel zu generieren (ok, dafür müsste noch eine Cam auf das Dach).
Vorteile: Das Auto wirkt als Stativ und stabilisator (wenn man nicht gerade herumzappelt im Auto). Durch die aktuell angewendeten Nachtaufnahmetechniken, kann es auch nach entsprechender Belichtung und Aufnahmen hintereinander ziemlich rauscharm oder hochauflösend gerechnet werden.
Die Cam Software könnte auch die Lichtmenge selbst mit den Scheinwerfern steuern und tadaaa…
Man hätte einen fahrenden Studio mit sich geführt. (mal übertrieben weiter phantasiert).
 
Ich bin mir relativ sicher, dass wir eine Cam Software mit der light Technik im Auto wiederfinden werden.
Als Schmankerl: er kann bis 500m Tiefeninformationen sammeln. Damit kann man entsprechend Focussieren, auch nachträglich nehme ich an.
 
Das ganze noch in eine Drohne gepackt, hat man noch mehr freiheiten.