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Luminar AI: Beta ausprobiert, das sind meine Eindrücke

Ich habe in den letzten Tagen die Beta-Version von Luminar AI ausprobiert. Hier meine ersten Eindrücke zur neuen Bildbearbeitungssoftware von Skylum.

Luminar AI Beta

Anfang September 2020 hat Skylum angekündigt, dass noch in diesem Jahr mit Luminar AI eine neue Bildbearbeitungssoftware auf den Markt kommen soll. Luminar AI wird eine eigenständige Software und kein Update von Luminar 4 sein, die Markteinführung soll im Dezember 2020 erfolgen, Vorbestellungen sind bereits möglich.

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Bis zur finalen Präsentation von Luminar AI dauert es also voraussichtlich noch einige Wochen, ich hatte allerdings schon jetzt die Möglichkeit, die Beta-Version der Software zu testen. Diese macht bereits einen ziemlich fertigen und ausgereiften Eindruck, trotzdem betont Skylum, dass bis zum Release noch einige Veränderungen und Verbesserungen umgesetzt werden. Final bewerten kann man Luminar AI zum aktuellen Zeitpunkt also noch nicht, aber für ein paar erste Eindrücke reicht es allemal.

Übersichtliche Benutzeroberfläche

Insgesamt hat Luminar AI bei mir einen ziemlich positiven Eindruck hinterlassen. Das liegt zunächst einmal an der Benutzeroberfläche, die ich im Vergleich zu Luminar 4 als etwas aufgeräumter, übersichtlicher und klarer strukturiert beschreiben würde. Der verschiedenen Schritte der Bildbearbeitung sind in eindeutigen Menüpunkten oben am Bildschirmrand chronologisch aufgelistet, ich habe euch das hier mal in Rot markiert:

Man fängt links an und arbeitet sich weiter nach rechts vor, ganz simpel und auch für Einsteiger verständlich.

  1. Plus: Bilder zum Bearbeiten hinzufügen, entweder Einzelbilder oder Ordner.
  2. Katalog: Die Sammlung der bereits importierten Bilder, die Bibliothek also. Hier wählt man das Bild aus, das als nächstes bearbeitet werden soll.
  3. Vorlagen: Hier können Vorlagen/Templates/Looks/Presets/Filter oder wie auch immer man sie nennen möchte auf das Bild angewandt werden.
  4. Bearbeiten: Tiefergehende und detaillierte Bildbearbeitung mit allen Funktionen, die man auch aus Luminar 4 kennt.
  5. Exportieren: Fertig bearbeitete Bilder exportieren, direkt per Mail verschicken oder hochladen.

Wichtig zu erwähnen ist, dass man selbstverständlich einzelne Punkte auch überspringen kann. Niemand wird gezwungen mit Vorlagen zu arbeiten, man kann jederzeit auch direkt in die eigentliche Bearbeitung springen.

Der neue Bereich für Vorlagen

Der Bereich der Vorlagen ist eine wichtige Neuerung von Luminar AI, deshalb möchte ich darauf etwas ausführlicher eingehen. So sieht dieser Bereich aus:

Wenn ihr mit einem Bild in den Vorlagen-Bereich geht, dann führt die künstliche Intelligenz von Luminar AI zunächst einmal eine Bildanalyse durch. So wird erkannt, was genau auf dem Bild zu sehen ist und welche Vorlagen gut zu diesem speziellen Foto passen könnten. Für mein Bild von der Küste Fuerteventuras schlägt Luminar AI beispielsweise “Storm Chasers” vor, das passt schon mal ganz gut. Ich kann aber jederzeit auch manuell einen anderen Vorlagenordner auswählen.

Ich entscheide mich nach kurzer Suche für die “Ocean Life Collection”. In diesem Vorlagenordner stehen insgesamt sechs verschiedene Vorlagen zur Verfügung, ein Klick auf die entsprechende Vorlage erzeugt eine Vorschau. So sieht die Vorschau für die Vorlage “Deep Focus” aus:

“Oh Gott, was ist das denn, das sieht ja völlig übertrieben aus, wer will denn sowas, Luminar AI kann gar nichts, Software XYZ ist viel besser!!!”

Lasst euch von den ganzen offiziellen Skylum Vorschaubildern zu Luminar AI nicht täuschen. Ja, beinahe jede Vorlage von Luminar AI sieht im ersten Moment furchtbar aus, das liegt aber einzig und alleine daran, dass die Stärke der Vorlagen standardmäßig 100 Prozent beträgt. Das Problem lässt sich also ganz schnell beheben, indem man die Stärke der Vorlage am rechten unteren Bildschirmrand reduziert. Ich würde die Stärke IMMER auf 70 oder weniger einstellen. Dann sieht das Ergebnis nämlich schon wesentlich natürlicher aus:

Durch die ganzen Vorlagen kann man sich einfach mal durchklicken und sich anschauen, wie sie sich auf das Bild auswirken. Das geht schnell und beim Ausprobieren ist mir wieder eingefallen, was Skylum bei der ersten oder zweiten Ankündigung zu Luminar AI gesagt hat: Die Vorlagen dienen auch zur Inspiration und fördern in gewisser Weise die Kreativität. Das klang für mich im ersten Moment nach reinem Marketing Geschwafel, aber da ist tatsächlich etwas dran. Zumindest bin ich beim Rumspielen mit den Vorlagen immer wieder auf Presets gestoßen, bei denen ich mir gedacht habe: So hätte ich das Bild jetzt eigentlich nicht bearbeitet, aber irgendwie sieht es interessant aus. Da versuche ich doch mal, das Bild in diese Richtung weiter zu bearbeiten. Insgesamt habe ich den (dezenten) Einsatz der Vorlagen als guten, schnellen und richtungsweisenden Start in die Bildbearbeitung empfunden.

Wie geht es nach den Vorlagen weiter?

Damit wären wir beim nächsten Schritt der Bildbearbeitung angekommen. Der sieht wahlweise folgendermaßen aus:

  1. Das Bild sieht nach Anwendung der Vorlage schon gut aus, es ist keine weitere Bearbeitung nötig? Dann kann man direkt zu “Exportieren” springen.
  2. Die Vorlage ist ein netter Start, aber das Bild soll noch “richtig” bearbeitet werden? Dann geht es weiter mit “Bearbeiten”.

Wie bereits erwähnt kann man den Bereich der Vorlagen natürlich auch komplett überspringen und das Bild ausschließlich klassisch bearbeiten.

Eigene Bearbeitungen können im Übrigen als eigene Vorlagen gespeichert werden, sodass man sie auf zukünftige Bilder anwenden kann. Das ist zum Beispiel praktisch, wenn man alle Instagram Bilder mit einem speziellen Look versehen möchte.

Die eigentliche Bildbearbeitung

Der Bereich der Bearbeitung entspricht im Großen und Ganzen dem, was man schon von Luminar 4 kennt. Alle Funktionen sind wieder mit dabei, zusätzlich gibt es die ein oder andere Neuerung wie zum Beispiel das neue Tool “Stimmung AI”, mit dem man Nebel zu Bildern hinzufügen kann. Zudem wirkt die Benutzeroberfläche auch hier ein klein wenig übersichtlicher:

Mit Luminar AI ist also auch eine ganz klassische Bildbearbeitung möglich, genauso wie mit Luminar 4. Die künstliche Intelligenz leistet bei der Bearbeitung wieder sehr gute Arbeit und nimmt einem viele Aufgaben ab, sodass alles ohne umständliches Maskieren schnell von der Hand geht. Vor allem Porträts lassen sich mit einigen wenigen Klicks punktuell verbessern. Ein bisschen das Gesicht aufhellen, mit einem neuen Tool die Iris und die Augen betonen, ein zwei Hautunreinheiten entfernen – fertig. Alles ist innerhalb von weniger als einer Minute erledigt.

Auf eine Neuerung möchte ich noch hinweisen, das sind die lokalen Masken. Das sind im Grunde die alten Ebenen, nur ein bisschen anders und meiner Meinung nach intuitiver verpackt, vor allem für Einsteiger. Man kann mit Luminar AI also nach wie vor sehr gezielt verschiedene Masken erstellen (beim Maskieren hilft wieder die künstliche Intelligenz) und somit in einzelnen Bereichen des Bildes Anpassungen vornehmen. Auch als Profi kommt man mit Luminar AI also auf seine Kosten.

Die wichtigsten Fragen zu Luminar AI beantwortet

Wie ist die Performance von Luminar AI?

Anhand der Beta-Version lässt sich leider nicht beurteilen, wie gut oder schlecht die Performance von Luminar AI schlussendlich ausfallen wird. Gefühlt ist Luminar AI im Vergleich zu Luminar 4 allerdings ein bisschen schneller geworden, das sagt zum Beispiel auch Stephan Wiesner in seinem Video zur Beta. Die Betonung liegt hier Stand jetzt allerdings auf “ein bisschen” und vielleicht liegt es zum Teil auch an der übersichtlicheren Benutzeroberfläche, dass sich Luminar AI für mich flüssiger angefühlt hat. Im Vergleich zu Luminar 4 würde ich aktuell aber nicht mit einer riesigen Verbesserungen bei der Geschwindigkeit rechnen, auch wenn sich da bis zum finalen Release noch etwas tun soll. Was ich allerdings sagen kann ist, dass die Beta-Version von Luminar AI bereits extrem stabil ist. Ich hatte auch nach mehreren Stunden keinen einzigen Absturz (Windows).

Lohnt sich der Umstieg von Luminar 4 zu Luminar AI?

Wer Luminar 4 besitzt, muss meiner Meinung nach nicht zwingend auf Luminar AI umsteigen, auch wenn mir persönlich Luminar AI etwas besser gefällt. Das liegt aber primär an der Bedienung, dem Workflow und der Benutzeroberfläche. Der Funktionsumfang ist im Kern ähnlich. Ein ausführlicher Vergleich zwischen Luminar AI und Luminar 4 wird aber noch folgen, sobald der finale Release von Luminar AI erfolgt ist.

Gibt es einen Rabatt für Bestandskunden?

Ja, Skylum bietet HIER für Besitzer früherer Luminar Versionen oder Aurora HDR einen kleinen Rabatt in Höhe von 5-10 Euro auf Luminar AI an.

Hat Luminar AI Nachteile im Vergleich zu Luminar 4?

Ich habe zumindest bisher keine entdecken können. Alles was man mit Luminar 4 machen kann, kann man auch mit Luminar AI machen.

Kann ich meinen Katalog von Luminar 4 zu Luminar AI mitnehmen?

Nein, das wird nicht möglich sein.

Für wen ist Luminar AI geeignet?

Für Leute, die sich A) nicht gut mit Bildbearbeitung auskennen oder die B) ihre Bilder schnell und mit möglichst wenig Aufwand bearbeiten möchten.

Was sind die Systemvoraussetzungen für Luminar AI?

Mindestens Windows 10 oder macOS 10.13.6. Windows 7, Windows 8.1 und macOS 10.12 werden NICHT unterstützt. Außerdem empfiehlt Skylum 16 GB RAM (mindestens 8 GB) und einen Intel Core i5, AMD Ryzen 5 oder besser.

Mein Fazit

Die Beta von Luminar AI hat bei mir einen positiven Eindruck hinterlassen. Die Bedienung ist insgesamt noch simpler und intuitiver geworden, ohne dass der Funktionsumfang eingeschränkt wurde – im Gegenteil, er wurde sogar leicht erweitert. Somit wird bei mir auf der Festplatte Luminar 4 durch Luminar AI ersetzt werden.

Die Neuerungen von Luminar AI machen meiner Meinung nach auch etwas deutlicher, für wen Luminar denn eigentlich gedacht und geeignet ist. Nämlich für all diejenigen, die sich eine schnelle und unkomplizierte Bildbearbeitung wünschen.

Ein vollwertiger Lightroom Killer ist Luminar AI nicht, genauso wenig wie Luminar 4 einer war. Das liegt vor allem an der Performance und der Geschwindigkeit, die bei Luminar AI zwar anscheinend besser sein werden, aber Lightroom & Co. dürften hier schlussendlich nach wie vor die Nase vorne haben. Das heißt im Übrigen nicht, dass ich die Performance von Luminar schlecht finde, im Gegenteil, ich hatte damit nie ein Problem. Schließlich zahle ich für Luminar auch nur einen Bruchteil von dem, was ich für Lightroom oder Capture One zahlen würde. Und dafür sind der Funktionsumfang und die Möglichkeiten wirklich beachtlich.

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Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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