Kameras

Marktanteile: Welcher Hersteller hat 2017 die meisten Kameras verkauft?

BCN hat bekanntgegeben, welche Kamerahersteller im Jahr 2017 Marktanteile gewonnen bzw. verloren haben. Es gibt einige interessante Entwicklungen.

Marktanteile der Kamerahersteller

Jedes Jahr aufs Neue werden die sogenannten BCN Awards vergeben. Dabei werden die Verkaufszahlen von einem Großteil der japanischen Kamerageschäfte und Händler analysiert, um im Anschluss Bestenlisten mit den jeweiligen Marktanteilen zu erstellen. Die Marktanteile, auf die wir gleich genauer eingehen werden, beziehen sich also ausschließlich auf den japanischen Markt, in anderen Ländern können die Zahlen theoretisch deutlich anders aussehen.

Die BCN Awards 2018

Die BCN Awards werden in verschiedenen Kategorien vergeben, so werden beispielsweise die Marktanteile für Spiegelreflexkameras, spiegellose Systemkameras, Objektive und Kompaktkameras einzeln analysiert.

Werfen wir erstmal einen Blick auf die aktuellen Zahlen bzw. Awards, bevor wir uns die Marktanteile im Anschluss etwas genauer anschauen:

Wirklich interessant sind diese Zahlen natürlich nur, wenn man sie auch mit den Marktanteilen der letzten Jahre vergleichen kann. Also ziehen wir mal einige Statistiken von 2013 bis 2017 zum Vergleich heran:

Spiegelreflexkameras

Ranking#1#2#3
2018Canon 61.1%Nikon 34.4%Ricoh Imaging 4.2%)
2017Canon 63.3%Nikon 31.6%Ricoh Imaging 4.8%
2016Canon 56.2%Nikon 36.7%Ricoh Imaging 6.7%
2015Canon 54.7%Nikon 39.1%Ricoh Imaging 4.5%
2014Canon 49.2%Nikon 42.5%Ricoh Imaging 5.2%
2013Canon 52.7%Nikon 35.1%Sony 7.1%

Im Bereich der Spiegelreflexkameras kann Nikon knapp 3 Prozentpunkte zulegen, Canon hingegen verliert gut 2% Marktanteile, ist aber natürlich immernoch unangefochten die Nummer 1. Für Nikon scheint es nach dem Krisenjahr 2017 langsam wieder aufwärts zu gehen, doch bis man wieder an die Zahlen von 2014 anknüpfen kann, ist es noch ein weiter Weg.

Spiegellose Systemkameras

Ranking#1#2#3
2018Olympus 27.7%Canon 21.3%Sony 20.2%
2017Olympus 26.8%Canon 18.5%Sony 17.9%
2016Olympus 34.5%Sony 24.8%Canon 13.6%
2015Sony 34.3%Olympus 22.3%Panasonic 11.9%
2014Olympus 28.9%Sony 26.5%Panasonic 14.2%
2013Olympus 29.8%Panasonic 23.3%Sony 20.1%

Bei den DSLMs steht nach wie vor Olympus auf dem ersten Platz, auf dem zweiten Platz folgt Canon – noch vor Sony. Alle drei Unternehmen konnten im Vergleich zum letzten Jahr Marktanteile gewinnen, das größte Plus gab es bei Canon mit 2,8 Prozent.

Das mag einige vielleicht überraschen, doch Canons Spiegellose scheinen in Japan definitiv gut anzukommen. Das mag zum einen an Canons gutem Ruf liegen, zum anderen könnte ich mir persönlich auch vorstellen, dass Canon insgesamt einfach ziemlich viele Kameras verkauft, weil man vor allem die Einsteiger- bzw. Mittelklasse abdeckt. Und da gibt es natürlich die meisten Kunden. Sony hingegen konzentriert sich etwas stärker auf den teuren High-End-Bereich und verkauft deshalb auch etwas weniger Stückzahlen – so eine mögliche Theorie.

Ich bin in jedem Fall schon äußerst gespannt auf die Zahlen, die im nächsten Jahr veröffentlicht werden. Denn wenn Canon und Nikon 2018 wirklich mit völlig neuen DSLMs auf den Markt drängen, könnte es hier eine deutliche Veränderung bei den Marktanteilen geben.

Objektive

Ranking#1#2#3
2018Canon 21.9%Sigma 16.2%Tamron 13.7%
2017Canon 24%Sigma 14.3%Nikon 12.5%
2016Canon 24.1%Nikon 15.2%Sigma 13.5%
2015Canon 21.2%Nikon 15.2%Sigma 13.3%
2014Canon 20.2%Nikon 18.9%Sigma 12.6%
2013Canon 23.3%Nikon 19.6%Tamron 14.5%

Werfen wir abschließend noch einen Blick auf die Kategorie Objektive. Hier gibt es einige interessante Entwicklungen. Canon und Nikon verlieren kontinuierlich Marktanteile, Nikon ist inzwischen nicht einmal mehr in den Top 3 vertreten. Sigma hingegen konnte in den letzten Jahren konstant Marktanteile gewinnen und in diesem Jahr steht nach 2013 erstmals wieder Tamron auf dem dritten Platz! Kunden scheinen also immer mehr zu den etwas günstigeren (und teilweise vielleicht sogar besseren?) Objektiven von Drittherstellern zu greifen.

Was sagt ihr zu diesen aktuellen Zahlen?

Quelle: BCN | via: Nikonrumors

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

19 Kommentare

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  • Asiaten und vor allem Japaner lieben kleine, fummelige Kameras – da kann Canon mit seiner M-Baureihe sogar begeistern.
    Fujifilm war bisher nicht stark genug.
    Sony Alpha SLT, Pentax und teilweise Panasonic bedienen nur winzige Nischenmärkte.

    Man darf solche Zahlenspiele natürlich weder mit Qualität, noch mit tatsächlicher Zufriedenheit gleichsetzen.
    Nikon hat schwere Zeiten und Sony ist noch längst nicht da, wo sie von Fans gerne positioniert gesehen werden.
    Canon ist auch weiterhin die Foto-Macht – selbst wenn sie schlafen und die Innovationen so geschickt verstecken, das sie kaum wahrgenommen werden.
    Ich finde das zahlenmässig zu unausgewogen – spannender wären Platz 1-5 dar zu stellen.
    Panasonic und Fujifilm sollten 2018 überzeugen und auch Sony wird neue Alpha-Halbformat-Kameras bringen müssen.
    Beeindruckend ist das Abschneiden von Sigma und Tamron und das Canon sich mit so schwachen Objektiv-Neuheiten sich noch über 20% halten kann und Nikon mit so starken Neuheiten nicht den billigen Paroli bieten kann.

    Mich reizt bei Canon derzeit gar nichts, bei Sony auch nicht, von Olympus ist 2018 nicht viel zu erwarten, Panasonic hat schon geliefert, Fujifilm kommt jetzt hoffentlich.

    • Tja … mich überrascht das Abschneiden von Sigma und Tamron überhaupt nicht, und dass Nikon den billigen (preiswerten wäre treffender) nicht Paroli bieten kann auch nicht wirklich.

    • Canon hat sehr gute und interessante neue Objektive, die allerdings so teuer sind, dass sie nicht für den Massenmarkt ausschlaggebend sind. Alleine die Erneuerung der Tilt-Shift-Linie ist erstaunlich. Sie zeigt, dass Canon nicht nur auf den Massenmarkt setzt, sondern auch für die Profis etwas tut.

  • Die Zahlen zeigen mir das Verkaufszahlen nichts über die wirtschaftlichen Situation aussagen….trotz Zunahme am Marktanteil gibt es Stellenabbau oder Werksschließungen.
    Oder schauen wir uns die Smartphone Welt an, Samsung deckt diesen Bereich vom Einsteigerbereich bis zum High End Bereich alles ab und verkauft so gut jährlich +70 Millionen Smartphones und dürfte somit Marktführer sein. Diesen Umfang hat Apple nicht, verkauft auch nur gut + 40 Millionen Smarthones pro Jahr aber schaut man sich den Gewinn an so macht Apple doch alles richtig und ich glaube nicht das Apple diesbezüglich mit Samsung tauschen würde.
    Verkaufszahlen interessieren den Aktionären weniger denen interessiert was am Ende übrig bleibt ….

  • Die Objektivzahlen zeigen genau das, was wir schon länger hier schreiben:
    Nikon mit Ihrer Abgras-Politik, von den blöden Deutschen können wir es ja nehmen.
    Schön, das sie hier Grenzen aufgezeigt bekommen.
    Qualität ja, nur der Preis muß sich einfach mit dem Mitbewerb messen. Und nicht einfach nur 1000 Euro draufschlagen.
    Ich hatte ja schon einige Objektiv aufgeführt. Und das Neue 180-400 für den Preis eines Kleinwagens + 3 Wochen Urlaub an der Ostsee. Leute, wo wohnen wir denn ??
    Jedoch die Japaner werden schon noch lernen, es geht anscheinend immer nur bis zum Ende, bis alle Zahlen des Vorjahres im Folgejahr veröffentlicht sind, die Aktionöre endlich Einsicht haben, und die Kalkulation endlich neu aufgestellt wird.

    • Also die Preise bei DSLM-Anbietern, vor allem Sony, Leica, Olympus, Panasonic sind gemessen an dem was sie liefern viel abgehobener und auf schnellen Gewinn aus –
      als die der letzten 3 verbliebenen DSLR-Hersteller, die für den schrumpfenden Markt noch Mechanik und Prismen und aufwendige Produktion bieten.
      Hier macht mir keiner weiß, dass die Elektronik einen irgendwie realistischen Gegenwert für 1500-5000€ Kameras liefert.
      Also die Abzocke sehe ich an ganz anderer Stelle.
      Und das ist erst der Anfang, DSLR werden schon sehr bald noch viel teurer – Präzisionsmechanik kostet weit mehr als die ganzen Chips und Programme und hier haben sich viele blenden lassen – alle DSLM-Kameras hätten eigentlich zum halbierten DSLR-Preis auf den Markt kommen können – wenn die Gier nicht wäre.

      • genau – so lange mal Geld für Aufträge und Fotos bekommt – muss man diesen Drops auch lutschen.
        Nur eben alle anderen müssen es nicht – der Konsument bestimmt den Preis.

        Und den Preis des 180-400 mm anzugreifen ist eben Unsinn, weil die 12.000 € schon vor Jahren von Canon für vergleichbare Technik aufgerufen wurden und einer sehr kleinen Auflage wohl geschuldet sind.

        Ich sage hier nur meine Meinung/Erfahrung – wir müssen uns da keineswegs einig sein und ich will auch niemanden überzeugen.

  • Jede Region auf dem Globus dürfte ihre Eigenheiten haben wenn es um das Image von Konzernen geht. Deutschland ist nicht der Nabel der Welt wenn es um reine Stückzahlen geht.

    Echtes Volumen haben die Smartphone Produzenten, somit vertreiben sie Zahlenmäßig die meisten Foto/Video Einheiten. Bilder/Videos vom Smartphone werden Zahlenmäßig öfter ausbelichtet als Fotos aus Systemkameras.

    Filmen und fotografieren sind schöne Hobbys mehr auch nicht. Die so genannte professionelle, berufliche Fotografie verliert immer mehr an Bedeutung weil sich die Situation rund um das digitale Bild rasant verändert hat. Das Beispiel aktueller IKEA Katalog in dem nur noch 20% echte Fotos vorkommen, der Rest wurde aus den CAD Daten gerendert, sprechen eine eindeutige Sprache wohin die Reise geht.

    Womit wollen die Kamerahersteller den Kunden hinter dem Smartphone hervorlocken? Mit der Eier legenden Woll- Milch- Sau !! Mit Geräten die angeblich jede Funktion besser können als das Smartphone das kann. Die Kameras müssen auch wie ein Smartphone in der Bedienung angelegt sein, das ist der Kunde gewohnt.

    Ob diese Strategie aufgeht?

    • mit mir geht die Strategie nicht auf, ich finde die Leica-Kameras – die Smartphones nachempfunden sind allesamt grässlich – da helfen dann selbst die besten Objektive nicht weiter.
      Fujifilm hat verstanden – Leica nicht.

      Allerdings wird das Smartphone schon in relativ kurzer Zeit auch ausgedient haben, das können dann alles Uhren, Schmuck, Pullis und für das Surfen – den Bild- und Filmgenuss – werden wir elektronisches Papyrus verwenden und kein Handy mehr brauchen.
      Die Foto/Filmhersteller müssen für mich lernen – daß ich fertige Fotos aus der Kamera will und die teilweise noch notwendige Verbesserung auch in der Kamera durchführen will und nicht auf einen Standcomputer angewiesen sein will – wenn die mal ihre Datei-Strukturen und alles drum herum, wie Speicherung, Bearbeitung, Kopien, Versenden bedacht haben – dann werden sie auch wieder attraktiver.

  • Spannender wäre für mich eher die Betrachtung der absoluten Zahlen in Jahren des Herstellers und dann von diesen abgeleitet die relative prozentuale Veränderung. Hier auch gerade von Marken wie Fuji und Sony, die sich im Kuchendiagramm nicht wiederfinden.

    • Die letzten Fuji Zahlen sahen doch gut aus, ok ihre Instax Kameras und die Filme sind mit eingerechnet.
      Und scheinbar kommt Fuji momentan mit der Lieferung von „Shacolla“ nicht hinterher, also Fuji weiß schon wo man Geld holen kann….

  • Canon ohne Innovation? naja, wer die Benutzung seines“Photoaparat“ nach der anfänglichen Euphorie mal kritisch betrachtet stellt schnell fest das die meisten Funktionen ehr wenig oder garnicht benutzt werden. Ausnahme sind natürlich die spezialisierten Fotografen.
    Ich hatte mir eine Olympus zugelegt und bin an der Unübersichtlichkeit und der nur für Kleinstfinger und Lupenblicker gemachten Displaydarstellungen gescheitert. Das KO-Menue gab mir den Rest.
    Ich fotografiere mit Canon, hier ist alles groß und übersichtlich.
    Die meisten Asiaten sind kleiner als Europäer, ich denke die Hände sind auch kleiner. Wie fast sich wohl eine EOS-M für einen Asiaten an? Für mich ist das Problem nie die Kamera, es sind immer die Objektive. Hier ein System mit kleineren und leichteren Objektiven würde ich sofort kaufen. Vieleicht müssten die Hersteller mal über andere Objektivgrößen nachdenken z.b. 16-50 F 3,5 für EOS-M

    • Hallo Emil…
      Ich muss immer schmunzeln wenn ich von den „kleinen“ Händen der Asiaten lese in die ja die DSLM’s viel besser hineinpassen. Mit welchen Kameras die wohl früher geknipst haben? Der Siegeszug der DSLM’s liegt sicher nicht an den kleinen Händen sondern ist mehr eine neue technische Entwicklung die eben bei vielen Nutzern ankommt.
      Kleine, gute und leichte Linsen gibt es bei MFT, warum sollte da aber ein dicker Kamerabrocken dranstecken?
      Wir sollten uns freuen das eine so gute Auswahl von Kameras in Preis, Qualität , Größe, Gewicht usw. für uns bereit steht, da findet bestimmt jeder was für seinen Geschmack….
      Mit den Funktionen usw gebe ich Dir recht. Bei uns im Dorf haben etliche eine DSLR allein zum habenwollen mit Kitobjektiv vom Wühltisch beim roten Markt, aber die Kamera dabei haben die wenigsten – sie ist ihnen zu umständlich – das Smartphone reicht. Das sind die S t ü c k z a h l e n der Hersteller!!!

  • Solange meine Kameras gute Bilder mit meiner Unterstützung ergeben, ist mir völlig egal wer wieviel verkauft. Ich ärgere mich viel mehr darüber, dass bei der D5 MIII der Joystick abgefallen ist und nun eine Reperatur ansteht.

  • Mich wundert eigentlich, dass Sony bei den Spiegellosen auf Platz 3 ist und das noch knapp vor Sony. Meiner Meinung nach verdient Sony den 1. Platz augfrund von Innovation und das was dieses System in den letzten 3 Jahren für eine Performance hingelegt hat. Das sagt ein Canon user 😉