Kameras Nikon

Muss Nikon wieder ein Produkt vom Markt nehmen?

Wiederholt sich der Fall der Nikon DL Kameras, bei dem Nikon ein Produkt vom Markt nehmen musste, obwohl es bereits offiziell vorgestellt wurde? Möglich.

Das Drama der Nikon DL Kameras

Viele von euch werden sich sicherlich noch gut an das Drama rund um die Nikon DL Kameras erinnern. Anfang 2016 hatte Nikon drei Premium-Kompaktkameras mit Namen „Nikon DL“ vorgestellt, die auf dem Papier soweit auch recht interessant aussehen. Dann gab es erste Probleme mit der Verfügbarkeit, die Kameras konnten nicht zum angekündigten Termin ausgeliefert werden, man müsse sich als Kunde noch ein bisschen gedulden. Dann kamen verstärkt Gerüchte auf, dass es Probleme mit den Nikon DL Kameras gebe und dass die Entwicklung noch nicht endgültig abgeschlossen sei. Und schlussendlich, nach einigen Wochen hin und her, hat Nikon dann bekannt gegeben, dass die Nikon DL Kameras überhaupt nicht mehr auf den Markt kommen werden.

Probleme mit dem Nikon ES-2 Adapter

Nun gibt es einige unschöne Parallelen zu diesem Fall. Nein, keine Sorge, es geht hier nicht um irgendeine Kamera, ein Objektiv und schon gar nicht die Nikon D850.

Vielmehr geht es um den Nikon ES-2 Adapter. Ihr erinnert euch vielleicht noch, der ES-2 Adapter ist dieses Ding, mit dem man unkompliziert Dias und Negative digitalisieren können soll. Vorgestellt wurde der Adapter zusammen mit der D850 und insgesamt sah das Produkt eigentlich interessant und praktisch aus. Mehr Details zu dem Produkt findet ihr hier auf der offiziellen Nikon Webseite.

Nun gibt Nikon bekannt, dass der ES-2 Adapter leider nicht wie geplant im November auf den Markt kommen wird. Vielmehr müsse man das Design überarbeiten und an den Materialien etwas ändern, um die Entwicklung des Produkts zu aller Zufriedenheit fertigzustellen.

Etwas an den Materialien verändern und das Design überarbeiten? Das Produkt wurde doch bereits offiziell vorgestellt, da sollte die Entwicklung doch eigentlich abgeschlossen sein? Ja, sollte sie eigentlich, ist aber anscheinend nicht der Fall. Ich persönlich bekomme da ein ungutes Bauchgefühl und hoffe, dass Nikon aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat. Nächstes Mal lieber erst das Produkt fertig entwickeln und DANN offiziell vorstellen. Das macht irgendwie mehr Sinn, auch wenn es hier nur um einen vergleichsweise unwichtigen Adapter geht.

Quelle: Nikon Japan

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

3 Kommentare

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  • Hallo Mark, ich habe 17Jahre in einer der weltbesten besten Pharma- und Chemiefirmen (Roche) im Produktmanagement gearbeitet. Es gab keine einzige Inbetriebnahme einer Produktionsstätte oder eines Produktes oder einer neuen Verpackungslinie die problemlos anlief. Dies ist normal (learning curve). Dass Nikon gelernt hat, sieht man alleine schon daran, dass sie vor der Produkteinführung angekündigt haben das Teil zu überarbeiten, da es unerwartete Schwachstellen aufweist. Dass die Präsentation eines Produktes – i.d.R. sind dies Vorserien – mit dem geplanten Erscheinungstermin nicht übereinstimmt kann ebenfalls vorkommen, weil man in der letzten Phase noch unerkannte Schwachstellen erkennt. Dazu muss noch gesagt werden, dass dies ein Nischen-Produkt ist und in den Bereich sonstiges Zubehör gehört. Peinlich und unfähig ist doch eher so etwas wie in Berlin! Der Flughafen sollte 2011 eröffnet werden! Jetzt haben wir bald 2018 und es ist noch kein Eröffnungstermin bekannt. Obwohl ich Canonianer bin muss ich sagen, dass Nikon im Moment einen sehr guten Job macht. Im Übrigen wird es für eine Firma und vor allem die Mitarbeiter auch nicht leichter, wenn permanent darüber spekuliert wird ob Nikon überlebt, welche Fehler Nikon jetzt schon wieder gemacht haben soll und dass die Konkurrenz alles besser macht.

    • Hallo Joe,

      ohne dass ich Nikon etwas Böses will (ich habe selbst jahrelang mit Nikon fotografiert), aber im hart umkämpften Kamera-Markt muss man liefern. Es ist genauso wie in vielen anderen Branchen. Fehler und Probleme gibt es bei jedem neuen Produktanlauf. Das ist völlig normal, da stimme ich zu. Wenn ich aber ein Produkt präsentiere und einen Release-Termin ankündige, dann muss liefern. Nikon erweckt dadurch bei seinen Kunden den Eindruck, dass sie bei DSLMs technisch nicht mithalten können. Wie gesagt, sie liefern Top-DSLRs. Das haben sie erst vor kurzem mit der D850 gezeigt. Aber was DSLMs und neue Konzepte angeht, sieht es aktuell düster aus.
      Hoffen wir, dass hier bald etwas kommt…

  • Wow! Was für ein peinliches Versagen! Offensichtlich stimmt an den internen Produktionsabläufen irgendwas grundsätzlich nicht. Klar werden viele (wenn nicht alle) halbwegs komplexen Produkte fehlerbehaftet ausgeliefert. Aber ein Design überdenken zu müssen NACHDEM das Produkt präsentiert wurde ist schon eine ganz andere Nummer… (Mir tut’s immer noch leid um die Nikon DLs, habe mich sehr darauf gefreut gehabt.)