Nikon Objektive

Nikon: 28mm f/2.8 verschoben, lange Wartezeiten für Z fc

Die Markteinführung des Nikon Z 28mm f/2.8 wurde auf unbestimmte Zeit verschoben, außerdem ist bei der Z fc mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Wenn die Erwartungen mal wieder übertroffen werden

Wenn ein Kamerahersteller kurz nach der Präsentation eines neuen Produkts verkündet, dass die Anzahl der Vorbestellungen die Erwartungen “weit übertroffen” hätten und dementsprechend mit langen Wartezeiten zu rechnen sei, dann ist mir das im Normalfall keine Meldung mehr wert. Denn natürlich soll eine solche Pressemitteilung den Eindruck vermitteln, dass das entsprechende Produkt extrem erfolgreich ist und stark nachgefragt wird. Doch am Ende des Tages verrät die Pressemitteilung eigentlich überhaupt nichts. Wenn ich im Vorfeld mit nur einer einzigen Vorbestellung rechne und dann zwei Kameras vorbestellt werden, wurden meine Erwartungen schließlich schon übertroffen. Und wenn eine Kamera zur Abwechslung vielleicht mal nicht monatelang ausverkauft ist, dann heißt das nicht zwingend, dass die Kamera nicht erfolgreich ist. Vielleicht hat der Hersteller im Vorfeld einfach nur besser kalkuliert. Ohne konkrete Zahlen (wir haben mit X Vorbestellungen gerechnet und es sind Y Vorbestellungen geworden) sind solche News also ziemlich uninteressant.

Einführung des Nikon Z 28mm f/2.8 verschoben

Im Falle von Nikon ist mir das Thema aber doch eine kurze Meldung wert. Nicht, weil man sich bei der Nikon Z fc wie erwartet auf lange Wartezeiten einstellen muss und weil es unter Umständen viele Monate dauern kann, bis alle Vorbesteller ihre Kameras erhalten. Sondern eher deshalb, weil Nikon die Markteinführung des neu vorgestellten Nikon Z 28mm f/2.8 auf unbestimmte Zeit verschieben musste.

Nikon Japan schreibt dazu in einer offiziellen Pressemitteilung:

“Für das Z fc 28mm f/2.8 Special Edition Kit, das Ende Juli 2021 auf den Markt kommen soll, sind unerwartet viele Vorbestellungen eingegangen. Aufgrund von Verzögerungen bei der Lieferung von Teilen sind wir nicht in der Lage, eine ausreichende Menge für den Start bereitzustellen. Aus diesem Grund haben wir uns entschieden, die Markteinführung zu verschieben. Wir informieren Sie über die Verfügbarkeit des Produkts, sobald diese bestätigt ist.”

Mit zu vielen Vorbestellungen scheint das also nichts zu tun zu haben, vielmehr scheint Nikon aufgrund von anhaltenden Problemen in den Lieferketten erstmal überhaupt nicht in der Lage zu sein, das Objektiv auszuliefern. Die ersten Exemplare der Nikon Z fc sollen hingegen in den nächsten Tagen verschickt werden.

guest
34 Kommentare
älteste
neueste
Feedback
Zeige alle Kommentare
Robbi

Solange die Lieferengpässe nicht mit unbezahlten Lieferantenrechnungen zusammen hängen kein Problem, Corona betrifft noch viel mehr Wirtschaftszweige und Lieferengpässe bei Medikamenten würden dem Einen oder Anderen sicherlich schlimmer Treffen als ein Objektiv!
Wegen der Flutkatastrophe hat hier ein Beckermeister, der jeden Tag die Übermenge (der Mann hat über 100 Beschäftigte und entsprechend Reste am Abend aus den Fialen) da hin fährt, uns alle schon aufgerufen, Pflaster und Verbandmaterial in den Fialen abzugeben, so was nennt man wohl eher “Absurdistan” als wenn Nikon eine Optik später bringen muss!

Alfred Proksch

Robbi es wird wohl wie vor einigen Tagen von mir schon einmal geäußert auf eine Plan-Mangelwirtschaft hinauslaufen wenn es so weitergeht.

Lieferengpässe wurden schon öfter in schwierigen Situationen vorgeschoben. Hoffentlich liegt es wirklich am fehlenden Material.

Robbi

Richtig, Don Alfredo! Nur dass die jetzt von Privat Verbandmaterial wollen, also nun dieser private Helfer, als ich noch jung und hübsch war, da hatte Y-Reisen alleine hier im Umkreis von 30 Kilometern 3 getarnte Lager (eines als Bauernhof, 12 km von hier), da war Material (inklusive komplette OP´s, alles auf dem Stand der Zeit, alleine damit hätte man die ganze Ahr zuschmeißen können, heute haben wir gar nichts mehr, dafür immer höhere Steuern. Und wir brauchen auch nicht auf die Kamerahersteller zu schimpfen, soweit ich hier oben noch Kontakte in die Baugeschäfte habe, da kommt doch auch nichts mehr bei, Lieferzeiten, Lieferzeiten! Früher hatte mein Vater zwar das Holz für die Treppen gelagert, kein Händler legt sich gerne Eiche 20 Jahre hin, wer dies hatte wollte Kohle, versteht man ja auch. Aber ob der 20 Festmeter, 100 oder frag mich was brauchte, da hatte das Sägewerk nur das Problem, wo die LKW her nehmen. Heute kann man da nur noch staunen, was viele so alles nicht an Lager haben. Kaum einer kann heute 3 Monate Engpass mit eigenem Lagerbestand decken, da liegt für mich der Hase im Pfeffer, nach der längsten Hochphase unserer Wirtschaftsgeschichte brauchten viele nach ein Paar… Weiterlesen »

Bodo Schulz

Das Z28 2,8 wäre nicht schlecht gewesen. Über das 100-400 würde ich mich noch mehr freuen, wenn es endlich mal kommen würde. Und dann heute auch noch beim NPS Check & Clean eine schlechte Nachricht bekommen: der Nikon Service Point Berlin FSB schließt zum Monatsende Juli 2021 seine Türen. Zukünftig werde ich dann meine Nikon´s nach München oder Düsseldorf senden müssen. Und nicht mal eben um 9 Uhr abgeben und um 11 Uhr wieder abholen können. Sehr schade! Waren immer schnell und kompetent. (Aber Canon hat schon vorher sich aus Berlin mit seinem CPS verabschiedet. Dies muss ich fairerweise hier auch vermerken).

Mani

Na, ich würde male eher sagen, das Teil ist noch gar nicht fertig. Wenn mehr bestellt wird als erwartet, liefert man das, was man hat, wohl doch gerne schon mal aus. Keiner lässt freiwillig auch nur ein Teil auf Lager liegen. Und den Unsinn, dass es wegen Corona zu Lieferengpässen kommt, kann ich nicht mehr hören. Ich kenne in meinem Umfeld keine einzige technische Firma, welche wegen Corona wesentlich weniger produziert hat, schon gar nicht in den letzten 6 Monaten.
Da muß es andere Gründe geben. Einer ist sicherlich, dass jetzt die Automobilindustrie extrem steigenden Bedarf an Leistungselektronik hat.
Aber es liegen auch andere Abnehmer brach, z.B. Schiffs- und Flugzeugbau. Die bestellen zur Zeit Null!

Ralle Art

Jaja schon klar. Ich habe auf meinen neuen bmw fast ein Jahr gewartet. Sollte letzten September kommen. Anfang Juni war er endlich da. Und habe vor fast zwei Jahren bestellt.
Immer gut wenn es hier im Forum Experten gibt.

Robbi

Und immer gut, bzw. noch besser, wenn dann noch viel größere Experten Experten antworten!
Weil ich kann nun lesen so oft ich will, kann in Deiner Info, den neuen BMW betreffend aber auch gar nichts lesen, was dem Widersprechen würde, was Mani oben geschrieben hat.
Mani sagt ja nur, er könne die Sache mit Corona nicht mehr hören, gibt dann auch noch genau einen Grund an, nämlich die steigende Nachfrage in der Autoindustrie, welche genau den von Dir beschriebenen Lieferverzug erklären kann, denn wenn BMW viel mehr Elektronik braucht, die Produktion trotz Corona aber auf dem gleichen Max. weiterläuft, dann fehlen eben Teile, Virus hin oder her.
Aber wir freuen uns ja alle mit Dir, dass Du einen neuen BMW hast, ich freue mich sogar doppelt, weil ich eben keinen neuen BMW habe, aber deswegen braucht man doch den Mani nicht zu beleidigen um genau das zu sagen, was der letztendlich auch gesagt hat!

Cheryll

Z FC Bei calumet laut Webseite (voraussichtlich) ab 12 08 2021 bei Nikon ab 28 07 2021

Charlie

“Aufgrund von Verzögerungen bei der Lieferung von Teilen”. Haben da nicht noch andere Probleme damit, z,B. die Autoindustrie.?

Buntebilderknipser

Zum Thema Lieferengpässe bei Bauteilen: Ich arbeite als Elektroniker in einer Firma, in der wir Embedded-Systeme,kleine Industrie Computerplatinen, entwickeln und verkaufen. Eigentlich übernimmt unser EMS-Dienstleister, also unser Bestücker, die Bauteilbeschaffung. Hier helfen wir gerade aus und versuchen ebenfalls Bauteile zu beschaffen. Zur Zeit sind Bauteile wirklich sehr sehr sehr schwer zu beschaffen. Vorallem kleine Unternehmen, die nur wenige Stückzahlen abnehmen, haben es hier extrem schwer. Bauteile sind mitunter nur über “black market” zu beschaffen. Distributoren canceln Lieferzusagen und beliefern lieber andere Kunden. Bauteile müssen für teuer Geld bei Brokern gekauft werden. Es kann auch passieren, dass man gefälschte Bauteile erhält. Nicht zu vergessen, dass die Preise für Bauteile sehr stark steigen. Es werden zur Zeit Produktionstechniken umgestellt und auch neue Werke gebaut, dass in der Zukunft wohl mehr Beuteile zur Verfügung stehen werden und der Markt sich hoffentlich entspannen wird. Was passiert wenn ein Bauteil abgekündigt wird, sprich nicht mehr hergestellt wird und kein Ersatzbauteil zur Verfügung steht? Da muss zu mindest die Platine ein Redesign erfahren. Das ist alles nicht so einfach, und als Verbraucher bekommt man davon nichts mit. Natürlich sollte auch der Preis des fertigen Produkte sich nicht erhöhen. Das geht alles zu Lasten der Marge vom… Weiterlesen »

Mani

Nur, was hat das mit Corona zu tun?
Ich glaube viel eher, China hat durch Corona erfahren, dass man mit einer Verknappung viel höhere Preise und mehr Macht erhalten kann.
Bei Nikon denke ich allerdings viel eher, dass man in den neuen Werken Probleme hat. Niemand kann reibungslos die Fertigung von so hochwertiger Technik ins Billig Ausland transferieren. Und Nikon hat in Japan alles zugemacht.

Cheryll

Dieser Frachter ,,evergreen,, durfte erst vor paar Tagen wieder losfahren, da sind zB auch elektronikbauteile drin. Laut SAR auch welche für die A1 von Sony. In der Presse stand, dass auf einen großen Hafen von China, wo gerade viele elektronikbauteile rüber verschifft werden, Corona ausgebrochen sei und deshalb die Verschiffung reduziert wurde. Probleme gibt es auch in Taiwan wo z.b. Canon herstellen lässt. Am meisten lese ich über die Verknappung mit Bezug auf Elektronik Teile für Autos und vor allem für Smartphones. Häufiger tauchte der Name Canon und Nikon auf.

Rüdiger

“Nur, was hat das mit Corona zu tun?”

Ziemlich einfach. Zu Beginn der Pandemie haben die Autozulieferer ihre Marktpropheten gefragt und sind davon ausgegangen, dass wegen Corona weniger Auto gefahren wird (wg. Kontaktbeschränkung und Home Office) und deswegen auch weniger Autos gekauft werden.

Also haben die ihren (Halbleiter-)Zulieferern gesagt, dass sie weniger Bauteile brauchen und die haben die Produktion runtergefahren.

Erstaunlicherweise ist der Autoverkauf aber nur wenig eingebrochen, so dass die Autohersteller jetzt auf die Zulieferer schimpfen, die bei ihnen für Produktionsausfall sorgen und die Zulieferer haben jetzt das Problem, dass die Halbleiterhersteller ihre Produktion anderweitig verplant haben und die gewünschten Mengen nicht liefern können.

Bei Kameras ist das wahrscheinlich ähnlich gelaufen, weil ja Hochzeiten und Sportveranstaltungen ausgefallen sind. Die Hersteller haben pessimistisch geplant und kommen jetzt nicht hinter der Nachfrage her.

Smartphones dagegen werden auch in der Pandemie gebraucht – es wird ja eher mehr elektronisch kommuniziert, so dass hier wohl niemand die Zulieferer gebremst hat. Somit gibt’s auch keine Lieferschwierigkeiten.

Kann man alles ohne das böse China erklären. Das mittlerweile eh von noch billigeren Produktionsländern abgelöst wird.

Bodo Schulz

Wer sollte an einer Entspannung der Märkte ein Interesse haben? Vor zwei Jahren habe ich ein neues Wohnmobil gekauft. Da waren 10 % Rabatt einfach zu bekommen. Ich habe sogar 15 % inkl. Messerabatt ausgehandelt. In diesem Jahr sind die Hersteller und die Händler König. Es wird an der maximalen Grenze produziert was möglich ist. Aber es gibt entweder für den Kunden keinen oder maximal 2 % Rabatt. Allerdings haben einige Hersteller jetzt schnell noch vor der Düsseldorfer Wohnmobilmesse die Preise erhöht. So kann Rabatt gegeben werden, der eigentlich keiner ist. Hat ein Händler vor zwei Jahren vielleicht 2000 Euro an ein Wohnmobil verdient, so sind es jetzt locker 5000 Euro und deutlich mehr. Und die Kunden kaufen. Und im Elektronikhandel ist es doch nicht anders. Also: wer sollte jetzt von den Herstellern und Händlern ein Interesse an einer “Marktentspannung” haben? Gewollte oder ungewollte Verknappung – es gibt immer Gewinner. Und viele von denen sitzen in einem Land, welches uns diesen Zustand beschert hat. Für mich ist und bleibt es ein Wirtschaftskrieg. Mit ganz fiesen Methoden.

Stefan-Do

Mann, Mann, Mann, das sind ja wieder Dolchstoßlegenden.   Corona hat zu einer weltweiten Verknappung von Artikeln geführt. Das merkt man/frau schon am Montagmorgen, wenn wieder mal Sonderangebote bei Aldi nicht im Laden stehen, weil die Ware nicht in Deutschland angekommen ist. Das kam in den letzten Monaten öfters mal vor.   Die Logistik war bis 2019 „auf Kante genäht“. 100% Auslastung zwecks Kostenoptimierung. Dann war monatelang Lockdown in China. Die Container blieben in den Häfen stehen, da kein LKW mehr fuhr. Daher kamen keine Container mehr nach Europa und USA zurück. Nach China machten dann die USA-Westküste und Europa Lockdown. Es fehlt immer noch weltweit an Transportkapazitäten.   Die Chipproduktion lag 2019 bei 100% Auslastung. Neukunden hatten Wartezeiten, denn immer mehr Länder dieser Welt haben Bedarf an Hi-Tech. Als die Lockdowns begannen, stornierten viele Kunden ihre laufenden Aufträge. Dadurch kamen Neukunden zum Zug. Als die Altkunden wieder Ware wollten, waren die Produktionskapazitäten anders verteilt. Nicht nur Nikon hat Lieferschwierigkeiten, auch Canon, und Sony musste seine geplante neue Kamera schon mehrfach verschieben. In Europa mussten mehrere Automobilhersteller Kurzarbeit fahren, weil die Teile fehlten. Zusätzlich ist letzten Herbst eine große Chipfabrik niedergebrannt (stand hier im Forum).   Dazu kommt der Klimawandel. In… Weiterlesen »

Bodo Schulz

Hallo Stefan-Do, Deine Ausführungen sind alle richtig und bekannt. Aber was hat es mit meinen Ausführungen zu tun. Also mein Knaus-Händler hat schon jetzt sein Kontingent für 2022 komplett verplant. Mehr Fahrzeuge kann er nicht bestellen. Und was nicht teuer (mit extremer Gewinnmarge, besser als alle Jahre zuvor) über den Verkauf an Endkunden geht, nimmt er als ADAC Vermieter einfach in die Vermietung. Er ist keinesfalls unglücklich und hat seit Jahren nicht so gut verdient. Und Knaus ist auch sehr glücklich. Alles schon verkauft, was noch nicht produziert ist. Die Grundfrage war ja, wer sollte Interesse an einer Entspannung des Marktes haben? Der Endkunde wohl schon. Aber er hat da leider keinen Einfluss drauf. Und der Staat freut sich auch über teure Endkunden-Preise … Lass uns mal die Bundestagswahlen abwarten. Danach werden sich noch andere Dinge verändern. Und nein, die weltweiten Konzerne werden nicht die Leidtragenden sein. Obwohl die Hoffnung zuletzt stirbt, habe ich mich heute vom Kaufgedanken des Nikon Z 100 400 verabschiedet. In 2021 sehe ich es nicht mehr auf dem Markt kommen. Daher werde ich mir jetzt nochmal (wieder) ein 200-500 kaufen. An meiner damaligen D850 war es für den Preis wirklich gut. Es sollte auch an… Weiterlesen »

Robbi

Stefan, ich gebe Dir zu 100% Recht, ich sehe das größte Problem übrigens im Bereich Transport, Corona ist aus meiner Sicht eigentlich nur der Tropfen, der dann das Fass zum überlaufen brachte. Schuldige gibt es übrigens immer, leider suchen wir allerdings, menschlich halt, am Ende des Tages immer irgendwo in dunklen Ecken einen Schuldigen, weil wir es eben so wollen, wäre ich z.B. ehrlich mit mir selber, dann hätte ich da vielleicht schon einen Teilschuldigen gefunden, nämlich den, der gerade hier schreibt. Ich habe ja meinen kleinen Krämerladen schon vor beinahe 12 Jahren in andere Hände übergeben, aber bis zum Schluss habe ich Kunden, wenn die gefragt haben, immer geantwortet: “Finger weg von Transport!” Wieso ist auch schnell erklärt: Über Jahrzehnte war der Sektor “Transport” einfach viel zu billig, die Preise so weit unten, dass es sinnvoll war, arme Rindviecher z.B. aus Norddeutschland auf Tiertransportern durch ganz Europa zu karren, in Algerien schlachten zu lassen, damit dann viele Teile dieser armen Kreaturen 2 Wochen später bei Aldi-Nord in der Truhe lagen, keine 10 Kilometer von dem Ort entfernt, an dem sie gemästet wurden. Autos hatten während der Produktion bereits mehr Kilometer zurück gelegt als die hinterher jemals gefahren wurden, kostete… Weiterlesen »

joe

Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass vertraglich vereinbarte Lieferzusagen – speziell mit chinesischen Lieferanten – wenn es Engpässe gibt, nicht das Papier wert sind auf dem dieser Vertrag geschrieben wurde. Wenn ein anderer Kunde mehr bietet, wird dieser Kunde bevorzugt und Produktionsprobleme vorgeschoben. Daher ist es durchaus möglich, dass Nikon mit – im Vergleich – relativ geringen Abnahmemengen nicht zu den bevorzugten Kunden gehört. Allerdings haben damit alle Kamerahersteller zu kämpfen.
Vielleicht sollte man wieder zu einer anderen Art der Lagerhaltung zurückkehren. Just in time ist ja super, wenn alles funktioniert, aber wenn in der Kette einer nicht liefern kann wie jetzt, steht alles still.

Bodo Schulz

Hallo joe,

was ist denn jemals bei “just in time” für die Umwelt und die Menschen besser geworden?
Es ist doch überwiegend nur ein Kosten-Einsparungsmodell zum Nachteil der Umwelt und vieler Erwerbstätiger. Wenn ich mir die rasenden LKW´s selbst bei Nebel und Nässe anschaue, da ist prima zu sehen wohin just in time führt.

Robbi

Bodo, die noch größeren Probleme dieses Modells liegen ja noch in Bereichen, an die wir gar nicht denken, schauen wir uns dafür einfach die Parkplätze am Wochenende an, wenn da abertausende Brummis alles zuparken, nur weil die Montag in der Frühe eben beim Werk vorfahren müssen. Die Engstellen liegen ja auch dann zum Teil gar nicht in den Bereichen der Hersteller, kurze Unterbrechungen sind für einen Hafen z.B. bereits ein Gigadesaster! Weil die Liegezeiten in Häfen langsam nur noch pervers teuer sind müssen Schiffe rasend schnell entladen und beladen werden, dies bedeutet aber auch, dass der Platz für diese irre Taktung dann wieder in den Platz an Land mit eingerechnet wird, was dann wieder fatale Folgen haben kann. Kommt nichts rein und geht nichts raus, dann fehlen an einer anderen Ecke auch wieder ganz schnell die Container, denn in dem Staubehälter, in dem seit Wochen Sony A1en sind hätten in der Zwischenzeit schon wieder jede Menge anderer Produkte stecken sollen, geht aber nicht, die Kameras sind ja noch drinn und der Hersteller von “frag mich was” muss nun die Bänder stoppen, weil er selber die ganze Produkte nicht mehr weg schieben kann. Über Jahre hat man Reedereien und Frachtfluggesellschaften immer… Weiterlesen »

Bodo Schulz

Hallo Robbi,

Deine Ausführungen sind alle zutreffend. Ich kenne dies von vielen Presseterminen in der Industrie und sehe erlebe es natürlich ständig, wenn ich mit dem Wohnmobil zu diesen Terminen unterwegs bin.

Wir als Steuerzahler in der EU bezahlen die Gehälter von unendlich vielen Politikern und deren Angestellten. Am Ende des Tages kommen immer Gesetze raus, die den normalen Bürger drangsalieren aber niemals der Wirtschaft klare Vorgaben macht, um zum Beispiel von dieser sehr umweltschädlichen und menschenverachtenden Praxis just in time wieder wegzukommen.

Just in time ist ein Klimakiller!

Robbi

Bodo, das Problem ist auch noch ein ganz anderes, nennt sich Umsatzsteuer, wenn alle Händler drauff hauen bis die Heide wackelt, dann verdient Vater Staat doch kräftig mit, wieso sollte der da einschreiten? Hier gehört ENI zu meinen Lieblingsbeispielen! Ein Teil von deren Geschäft ist, wenn Dein Wohnmobil Durst hat und Du da hin fährst, wo man sich 6 Beine für Dich ausreist! Viele Verbraucherschutzorganisationen haben gerade bei dem Konzern schon die Preispolitik insbesondere in der Urlaubszeit bemängelt, dummer Weise gibt es aber hier eine saublöde Verflechtung, die es meiner Meinung nach gar nicht geben dürfte: Alle Aktionäre sind grenzenlos gierig, wollen Rendite, dummer Weise ändert sich daran aber auch rein überhaupt nichts, wenn ein Drittel von dem Laden dem Obergierhals, also Vater Staat gehört. Da man die Dividende schon bis ins Jahr 3.000 hin vorsorglich ausgegeben kann kann man sich doch nicht selber ans Bein pinkeln, wenn man auf 2 Seiten, also der Steuer und dann auch noch beim Aktionärskuchen kräftig mitverdient, dürfte ja wohl einleuchten, oder? Ach so, ja, bevor mir jetzt wieder einer auf uns Südländer schimpft sollte sich selbiger erst mal Dinge wie das VW-Gesetz anschauen, wer vor der eigenen Haustür kehrt hat keine Anreise, so… Weiterlesen »

Alfred Proksch

In den letzten zwei Berufsjahren als Fotograf haben zunehmend einige meiner Industriekunden den Computer als „Fotoapparat“ benutzt. Gründe dafür der wahnsinnig enge Zeittakt von der Entwicklung bis zur Produktion und dem Vertrieb.

Das die Computer Generated Imagery (CGI) „Fotos“ keine kreative Seele hatten ist egal gewesen weil der Fotograf hätte frühesten im Prototypen Stadium Bilder machen können was den engen Zeittakt bis zum Vertrieb gestört hätte.

Für mich als Fotograf eine vorhersehbare aber bittere Wahrheit weil trotz besserer Ergebnisse der Zeitgewinn wichtiger als meine Arbeit geworden ist. Der Witz bestand auch darin das anfangs CGI Produkte teurer als die Fotografen Honorare waren.

Conny

Hallo Alfred, zu Deinem Thema. Das Foto als Werbemittel oder zur Illustration eines technischen Produktes in der Industrie ist so tot wie die Printmedien. Und tote Pferde sollte man nicht endlos weiterreiten. Es gibt sicher Sparten wo dass nicht so gilt. Ich sehe dass auch bei uns in der Firma. Wir produzieren in keiner Weise mehr Papier, weder im Büro noch für die Werbung oder sonst wo wo es nicht unumgänglich ist. Einen Leitzordner gibt es glaub ich gar nicht mehr, hab jeden Fall nie mehr einen gesehen. Werbung/Produktinformationen werden vorwiegend im Internet präsentiert. Und hier kaum mehr in einzelnen Bildern sondern als Video. Dort wo es Sinn macht und oft zur besseren Erklärung, komplett als virtueller 3D Film. Und ansonsten werden echte Videos mit unseren Produkten in Aktion gedreht. Natürlich wird da auch das eine oder andere Standbild bzw. Foto gemacht aber das läuft so neben her. Messen finden aktuell nur virtuell statt und das funktionieren tatsächlich hervorragend. Internationale Messen wird es sicher wieder geben aber nicht mehr so viele. Unsere letzte Hausmesse die virtuell abgehalten wurde war ein riesen Erfolg. Warum: Der Zugang war viel mehr Kunden von der ganzen Welt aus möglich Die verschiedensten Symposien wurden mehrfach… Weiterlesen »

Alfred Proksch

Sehr schön erklärt, liebe Conny besten Dank dafür.

Weil ich die „guten“ Jahre (sprich ertragreichen) der Werbung mitgemacht und Gewinne daraus anderweitig investiert habe kann ich mich nun der Muse hingeben.

Fotos machen, malen, Saxophon spielen oder einfach nur gut kochen und edle Weine dazu genießen! Übrigens ein gutes treffendes Zitat. Übersetzt aus meiner Heimat ein etwas derberes Zitat: „Scheißt das Leben dich mit sauren Zitronen zu, dann mach Limonade daraus.“ Quelle unbekannt.

Nikon versucht mit der Z fc und dem 28mm Objektiv an „die guten alten Zeiten“ zu erinnern. Zum ungünstigsten Zeitpunkt nun diese Einschränkungen. Wie es mit der Fotogeräteindustrie weitergeht? Für mich sehe ich aus den selben wie von dir beschriebenen Gründen eher Video Systeme die auch Foto können als den momentanen umgekehrten Zustand auf uns zukommen.

Robbi

Don Alfredo, wachsen in Deiner Heimat denn Zitronen? Wenn wir überlegen, was im Laufe eines Menschenlebens alles anders wurde, man könnte ….(von der Zensur gestrichen)! Meinem Schwager, dem alten Schweden, dem ist mal was lustiges passiert (vor vielen Jahren): Er fuhr auf einer einspurigen Straße in Stockholm, die wenig später 2 spurig wurde und wurde von einem Porsche überholt, aber nicht gerade vorschriftsmäßig, an der Ampel fuhr er neben den und tippte an die Stirn und stellte erschrocken fest, dass er seinem König den Vogel gezeigt hatte! Jahre später, nach den Attentat auf Palme und dem immer schlimmer werdenden Terror weltweit wäre so eine komische Szene einfach nicht mehr denkbar. Genau so wenig, wie sich damals Carl Gustav auch noch entschuldigt hat. Früher habt ihr euer Geld mit Werbung verdient, heute wird es mit Terror und Drogenhandel verdient, was die bessere Zeit war brauchen wir ja nun nicht darüber zu diskutieren. Genau wie bei Kameras, keiner hatte Geld, aber man konnte alles kaufen, heute hätten wir ja vielleicht die Kohle, nur zu kaufen gibt es aktuell nichts mehr. Wenn es noch schlimmer wird gehen wir bald in den Fotofachladen und der Händler fragt nicht, was wir haben wollen, der sagt,… Weiterlesen »

Matthias

Alfred,
CGI-Anbieter haben jedoch sehr schnell angefangen, sich die Preise um die Ohren zu hauen. Hängt auch damit zusammen, dass kaum einer den Aufwand treibt, den wir mittlerweile bei Hollywood-Produktionen als normal empfinden. Alles sieht gleich und klinisch tot aus. Sehr früh hat sich gezeigt, dass die Produkte, die man aus CAD-Daten generiert hat, noch gar nicht physisch verfügbar waren, aber schon beworben wurden. Sehr zum Ärger der kaufwilligen Kunden und des Marketings, welches dadurch kalt erwischt wurde.
Irgendwie waren die ihrer Zeit voraus, weil es heute Normalität zu werden scheint, dass die Spanne zwischen Ankündigung und Auslieferung nicht mehr so richtig einzuschätzen ist.
Die Folge davon: wir diskutieren hier mehr oder weniger emotional über Sachen, die noch keiner gesehen hat, geschweige denn voraussehen kann, wann es denn endlich mal zur Auslieferung kommt.
Bis dahin kennt man aber schon alle Schwächen und Nachteile und das nächste Produkt wird angekündigt. Kann man beliebig fortsetzen, hilft der Kameraindustrie aber nicht so richtig…

Matthias

joe,
letztes Jahr bei Beginn des Corona-Desasters hatte ich ganz kurz die Hoffnung, dass die Industrie ihre Lieferketten überdenkt. War wohl nix…
Habe da immer die europäische Solarindustrie vor Augen, die damals durch chinesische Billigimporte
plattgemacht wurde. Unsere Politik hat sich wie immer entspannt zurückgelehnt und zugeschaut wie Arbeitsplätze im vierstelligen Bereich vernichtet wurden. Mittlerweile werden über 90% der Solarpanels in China oder umliegenden Ländern produziert.
Das Schweizer Unternehmen Meyer Burger fand jetzt aber den Zeitpunkt richtig, in die Solarprduktion
einzusteigen. Das geschieht gerade in den ehemaligen Produktionsstätten von Solar World in Freiberg/Sachsen. Man rechnet in den nächsten 5 Jahren mit ca. 3.500 neuen Vollzeitjobs.
Es geht also auch anders…

Robbi

Vollkommen richtig, Matthias,
wir müssen uns aber auch irgend wann mal klar werden, dass eine zu 100% in Deutschland produzierte LEICA zwar die Umweltbilanz belastet, allerdings max. mit 10% von dem, was sie bei einer 100% Produktion in China an Dreck bringen würde
Und nicht nur die Industrie muss ihre Lieferketten überdenken, auch der Staat muss mal nachdenken, dass man eine Milliarde Meter Pflaster haben muss, und zwar nicht wenn es gebraucht wird sondern vorher!
Unsere Infrastruktur in den Katastrophengebieten sei zusammen gebrochen, wo ist denn bitte schön dann die alternative Versorgung, die nach kurzer Zeit des Zusammenbaus funktioniert (die USA haben so etwas). Was glauben denn unsere Strategen, was ein Angreifer, wenn es dann mal einen gäbe, in einem modernen Industriestaat wohl am aller ersten angreifen würde, da könnte man sich auch mal seine Gedanken machen!

Red and Gold

Es gibt leider keine zu 100% in Deutschland produzierte Leica.

Gut geschrieben.

joe

Matthias, ich habe schon 1991 gesagt, wir dürfen nicht so viel know how nach China geben und es muss gleiches Recht bezüglich der Übernahme und/oder des Eröffnens von Firmen bestehen. Die Chinesen haben ja für Ausländer die 49,9% Regel, die Mehrheit muss immer in den Händen eines Chinesen liegen und in Deutschland zum Beispiel darf man Hochtechnologie (Kuka) kaufen ohne irgendwelche Beschränkung. Alleine dieses Jahr gingen schon rund 250 Firmen in chinesische Hände über. Seit 1993 war ich über 20mal für jeweils mehrere Wochen beruflich in China, 1998 sagte mir ein Regierungsvertreter des “Bezirks” Hebei, nach dem wir etwa 15 Reisschnäpse getrunken hatten, dass man bis 2010 mit dem Westen gleich ziehen will und 2020 als erste Nation der Welt zum zweiten mal die führende Kulturnation sein will. Letzteres haben sie noch nicht ganz geschafft, aber in wenigen Jahren werden wir den Tag verfluchen, als der Westen sich entschieden hat, China als Werkstatt der Welt aufzubauen. Als ich meinen ehemaligen Arbeitgeber gewarnt habe, dass wir durch die Verlagerung unserer Produktionsstätten nach China unsere Vormachtsstellung mit 65% Marktanteil verlieren werden, hat man mich ausgelacht, zwei Jahre später bin ich dann an die Fachhochschule gewechselt. Heute hat der neue Eigentümer noch etwas… Weiterlesen »

Alfred Proksch

Vielleicht warten die Hersteller auf den Toilettenpapier Effekt!!

Robbi

Der auch vollkommen unausweichlich kommen wir, Don Alfredo, denn wenn Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen und es kaum noch Angebot bei etwa gleich bleibender Nachfrage gibt, dann können wir raten, was dann passiert.
So nach der Devise: “Habe mir jetzt doch eine Sony A1 gekauft, wollte ja eigentlich Latten für den Gartenzaun kaufen, gab aber keine, habe ich was anderes gekauft, solange es für das Klopapier noch was gibt, vielleicht hat Joe ja ein Paar Latten übrig und sucht eine A1, dann habe ich, was ich brauche (also der Jahrtausende bewährte Tauschhandel)!
Preisdifferenz von heute ist egal, morgen bekäme ich für das Papier eh keine Latten mehr, also wird es billiger statt teurer!

Ralle Art

Weiß jemand wann die Sony a7iv kommt ?
Liebe Grüße