Kameras Nikon

Warum die Nikon D850 eine großartige Kamera ist

Pressebild der Nikon D850

Die Nikon D850 ist eine großartige neue Kamera. Ihr wollt ein paar Gründe hören? Die liefern wir euch in diesem Artikel.

Ein paar einleitende Worte

Wenn eine neue Kamera wie die Nikon D850 auf den Markt gekommen ist und man sich als Fotograf für das neue Modell interessiert, dann muss evaluiert werden, ob die Kamera wirklich für einen Kauf in Frage kommt. Ich persönlich versuche in einem solchen Fall ein paar Fragen zu beantworten, bevor ich mir meine finale Meinung bilde:

  • Was sind die Schwächen der Kamera?
  • Was sind die Stärken der Kamera?
  • Wie schneidet die Kamera in Testberichten ab?
  • Passt die Kamera zu mir und zu meinen Anforderungen?

Eine jede Kamera hat Stärken und Schwächen. Diese lassen sich zu großen Teilen ganz objektiv analysieren. Wenn eine Kamera beispielsweise eine höhere Serienbildgeschwindigkeit vorweisen kann als ein direkter Konkurrent, dann ist das ein Vorteil. Fehlen 4K-Videos, ist das ein Nachteil.

Natürlich muss man unterscheiden zwischen einer objektiven und einer subjektiven Beurteilung der Stärken und Schwächen. Wenn jemand beispielsweise nur Landschaften fotografiert, dann ist für ihn die hohe Serienbildgeschwindigkeit nicht relevant. Und wer keine Videos aufnimmt, der wird sich an der fehlenden 4K-Auflösung nicht stören. Doch das ist eben eine Bewertung auf subjektiver Ebene, nicht auf objektiver.

Warum ich das erwähne? Es gibt bei Diskussionen rund um neue Kameras immer wieder Leute, die ihre subjektive Meinung als objektive Meinung darstellen und nur schwer akzeptieren können, wenn eine eher objektive Beurteilung nicht ihrer subjektiven Wahrnehmung entspricht. Das führt dann teilweise zu intensiven Wortgefechten und etwas zu hitzigen Diskussionen. Lasst uns gemeinsam versuchen, dem entgegenzuwirken und somit einen entspannten und gelassenen Meinungsaustausch in den Kommentaren zu ermöglichen. Jeder darf seine eigene Meinung haben und diese auch vertreten, aber verwechselt bitte nicht Objektivität und Subjektivität.

Nikon D850: Eine Kamera ohne Innovationen

Zurück zum Thema: Nachdem wir in diesem Artikel bereits möglichst objektiv (korrekt, objektiv und nicht subjektiv) einige Schwächen der Nikon D850 herausgearbeitet haben, soll es in diesem Artikel hier nun ausschließlich um die Stärken der D850 gehen. So kann jeder für sich beurteilen, ob nun die Stärken oder Schwächen der D850 mehr ins Gewicht fallen und so seiner persönlichen finalen Meinung etwas näher kommen.

Die Nikon D850 ist keine Kamera, die mit irgendwelchen bahnbrechenden Innovationen besticht. Ganz im Gegenteil, wenn man sich die technischen Daten der D850 etwas genauer anschaut und die einzelnen Zahlen und Merkmale in einem Vakuum betrachtet, dann findet man nichts, was man nicht auch von anderen Kameras kennen würde.

46 Megapixel? Nicht schlecht, kennen wir aber schon ungefähr von Modellen wie der Canon EOS 5DS oder der Sony A7r II. Auch liefern Mittelformatkameras nach wie vor eine bessere Bildqualität als die D850.

Serienbildgeschwindigkeit von 7 bzw. 9 fps? Klingt nach einer mehr oder weniger lahmen Ente, Kameras wie die Sony A9 lachen darüber.

Kippbarer Touchscreen? Ganz nett, aber das Display einer Canon EOS 6D Mark II ist wesentlich flexibler einsetzbar.

4K-Videos ohne Crop? Beachtlich, aber die Panasonic GH5 ist trotzdem die bessere Videokamera und an einen echten Camcorder kommt die Nikon D850 sowieso nicht ran.

Autofokus? Sicherlich nicht schlecht, aber den übernimmt Nikon doch einfach nur von der „alten“ D5 bzw. D500.

Ihr merkt worauf ich hinaus will und einige dieser Argumente kennt ihr sicherlich aus verschiedenen Foren, in denen einzelne Kommentatoren der Meinung sind, dass die Nikon D850 keine gelungene Kamera ist.

Doch diese Kommentatoren machen einen entscheidenden Denkfehler: Man kann sich nicht einzelne Spezifikationen einer Kamera heraussuchen und anhand dieser die gesamte Kamera beurteilen. Man muss immer das Gesamtbild sehen.

Nikon D850 als perfekter Vollformat-Allrounder

Und genau das ist die große Stärke der Nikon D850. Es ist das Gesamtbild, die Kombination aller technischen Daten und Merkmale, die die Nikon D850 zu einer großartigen neuen Kamera macht.

Wer in der Vergangenheit eine Vollformatkamera mit extrem hoher Auflösung sein Eigen nennen wollte, musste auf eine schnelle Serienbildgeschwindigkeit verzichten. Nikon schafft es nun erstmals, einen hochauflösenden Vollformatsensor UND eine schnelle Serienbildgeschwindigkeit zu bieten. Nicht „schnell“ im Sinne von „so schnell wie die Sony A9“, aber dennoch schnell genug, um die D850 teilweise auch als Kamera für Sportfotografie nutzen zu können.

Dazu ein kippbarer und hochauflösender Touchscreen, sehr gute Video-Funktionen, einen Silent-Shooting-Modus und die Möglichkeit, auf eine geringere Auflösung umzuschalten – und siehe da, die Nikon D850 ist auch eine hervorragende Kamera für Wedding-Fotografen.

Und wenn der Porträtfotograf, der ab und zu auch gerne Sportereignisse und Hochzeiten fotografiert plötzlich auch das Bedürfnis verspürt, in den Bereich der Wildlifefotografie einzutauchen, dann wird er sich über die DX-Modus und den pfeilschnellen Autofokus der Nikon D850 freuen und in diesem Bereich mit der neuen DSLR ebenfalls ein großartiges Werkzeug erhalten.

Warum die Nikon D850 eine großartige Kamera ist

Die Nikon D850 ist eine großartige neue Kamera, weil sie der perfekte Allrounder ist. Ganz egal in welchem Bereich man nun als Fotograf unterwegs ist, ob Porträts, Wedding, Wildlife oder Sport – die Nikon D850 wird hervorragende Dienste leisten. Man ist mit dieser Kamera so flexibel wie mit kaum einem anderen Modell und wer eine Spiegelreflexkamera mit hochauflösendem Vollformatsensor sucht, das nötige Kleingeld hat und zudem vielleicht bereits Nikon Objektive besitzt, der wird zurecht mit der Nikon D850 liebäugeln.

Wer die Nikon D850 so schnell wie möglich erhalten möchte, sollte sie jetzt vorbestellen, da Nikon bereits größere Lieferschwierigkeiten angekündigt hat. Wer über unseren Link vorbestellt, unterstützt zudem die Arbeit hier auf Photografix.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

40 Kommentare

Hier klicken zum kommentieren

  • Zitat : „Und wer keine Videos aufnimmt, der wird sich an der fehlenden 4K-Auflösung nicht stören.“

    Da fängt aber in meinen Augen schon die Subjektivität an, denn man setzt Anforderungen\Erwartungen an ein Gerät, dass eine Kamera ist und eben kein Camcorder!

    Dann auch nur die Videofunktion als Kriterium definieren und mit anderen Camcordern wie der Sony VG 900 vergleichen. Sonst haben wir wieder das Apfel 🍎 Birne 🍐 Problem.

    • Hallo Cinematograf! Ich sehe das nicht ganz als „Apfel-Birnen-Problem“. Natürlich könnten wir darüber diskutieren, ob es nun sinnvoll ist, dass man inzwischen mit allen aktuellen Kameras gleichermaßen Fotos schießen und Videos aufzeichnen kann. Gar keine Frage. Und ich kann verstehen, dass sich Kunden ärgern, wenn Videofunktionen bezahlt werden müssen, die vielleicht überhaupt nicht gebraucht werden.

      Fakt ist aber, dass es die ganz klassische Fotokamera von vor 20 Jahren nicht mehr gibt. Sie existiert nicht mehr. Jede Kamera ist inzwischen eine Hybridkamera, die Foto und Video kann. Der Markt hat sich jahrelang in diese Richtung entwickelt und im Jahr 2017 gibt es schlicht und einfach keine reinen Fotokameras mehr (Ausnahmen wie die Nikon Df mal ausgenommen).

      Das kann man nun gut finden oder nicht, es ist die Realität. Nur wer wirklich auf absolut professionellem Niveau Videos produzieren möchte, kauft sich zusätzlich zur Hybridkamera noch einen echten High-End-Camcorder. Doch für 95% der Kunden reichen die Videofunktionen der normalen DSLR oder DSLM vollkommen aus.

      Ein Großteil der Kunden wünscht sich inzwischen einfach ein Gerät, das verschiedene Anwendungszwecke abdeckt. Siehe Smartphones, die Kompaktkameras, MP3-Player, Videokameras, Telefone, Messenger, Laptops und Gameboys in einem sind.

      Viele wollen in Zeiten von YouTube & Co. nicht nur fotografieren, sondern ab und zu auch mal filmen. Und sie wollen nur ein Gerät für beide Anwendungszwecke kaufen. Unter anderem deshalb bringen die Hersteller inzwischen nur noch Hybridkameras auf den Markt. Wie gesagt, das kann man mögen oder nicht, aber es ist (leider?) Fakt.

      Liebe Grüße 🙂

      • Gerade die Nikon DF zeigt in meinen Augen, dass eine reine professionelle Fotokamera ohne Videofunkion als Konzept funktioniert.

        Umsonst wird sie nicht angeboten und verkauft sich auch.

        Vielleicht sehe ich das zu eng aber der Markt ist dafür da, auch wenn nur noch als Randbereich. Vor 8 Jahren hatte noch nicht jede DSLR Videofunktion. Siehe Nikon D3000.

      • Natürlich gibt es den ein oder anderen Fotografen, der sich auch eine DSLR kauft, die gar keine Videfunktion hat, möglicherweise auch gerade deswegen. In welchen Stückzahlen die Nikon DF tatsächlich verkauft wird entzieht sich meiner Kenntnis, ich vermute, die Stückzahlen sind nicht gering. Bei der Nikon DF stellt sich aber meiner Ansicht nach die Frage, ob sich die Kamera wegen oder trotz der fehlenden Videofunktion verkauft. Ich meine, sie verkauft sich trotz der fehlenden Videofunktion. Die Nikon DF hat nämlich für „alte“ Nikorianer den extrem grossen Vorteil, dass sie auch mit uralten Nikkor-Objektiven aus der ananlogen Zeit funktioniert. Wer also 30 oder 40 Jahre alte Nikkor-Schätzchen hat und diese heute gerne noch benutzen will, der kann diese mit der Nikon DF in die digitale Zeit mit hinüber nehmen.

      • Hi Cinematograf, hi Thomas, habe gerade ein Interview gelesen in dem Nikon folgendes sagt:

        „Although Df reviews are very good buy overall sales volume is not.“

        Die Nikon Df hat sich insgesamt also nicht gut verkauft, weshalb es möglicherweise auch keinen Nachfolger geben wird.

        Liebe Grüße, Mark

    • Hallo Bendo, danke dir! Da die Erläuterungen zu den Stärken und Schwächen jeweils ziemlich lang geworden sind, fand ich es legitim, zwei Artikel daraus zu machen. So hattet ihr am Freitag schon mal was zu lesen und musstet nicht warten, bis ich mit beiden Teilen fertig bin 🙂

      • Da braucht man kein Testbericht.Die technische Daten spricht für sich.
        Die D850 erfüllt alle Anforderungen,was man zur Zeit von einer Kamera erwartet.
        Neben der D500 für DX Format ist die D850 eine perfekte FX Kamera.
        Nur der Preis knapp 3000 Euro kann sich nicht jeder Amateur leisten ,Es
        wird mit der Zeit bestimmt unter 2000 Euro kommen. ich werde ruhig weiter mit meiner D750 fotografieren .

  • „Und wer keine Videos aufnimmt, der wird sich an der fehlenden 4K-Auflösung nicht stören.“

    Das ist ein Irrtum.
    4K-Video ist die Alternative zur hohen Serienbildgeschwindigkeit.

    Ich bleibe übrigens dabei, dass man diese Kamera vergessen kann. Durchschnittskamera mit Kleinbildsensor zum drastisch überhöhten Preis. Und da sind die Objektive noch gar nicht eingerechnet.

    • „Und wer keine Videos aufnimmt, der wird sich an der fehlenden 4K-Auflösung nicht stören.“

      An dieser Aussastört mich eher die Anforderung, denn es handelt sich hier um eine Kamera zum fotografieren und nicht um einen Camcorder zum Filmen.

      Man erzeugt wieder ein Apfel Birne Problem.

      Wer filmen will, der kauft sich einen Camcorder und der, der fotografieren will eine Kamera. Alles andere sind schräge Vergleiche, die in Kompromisse enden.

      • Wenn man beispielsweise Sportfotografie macht, kann man die Szene mit 4 K ohne die Lücken zwischen zwei Bildern aufnehmen und sich den besten Zeitpunkt dann herausschneiden. Das ist der Hintergrund und eine Alternative zum langsamen Spiegel.
        Allerdings muss man sich bei 4K noch mit einer relativ geringen Auflösung (ca. 8 MPx) zufrieden geben, die für Pressefotografie im allgemeinen ausreichend sein dürfte.

      • Nööö Markus, ganz und gar nicht! Wie kommen Sie eigentlich dazu, anderen vorschreiben zu wollen, wer welche Kamera oder Cam bei welcher Anforderung zu kaufen hat? Was Sie da schreiben mag ja für Sie gelten, viele andere haben genau die gegenteilige Auffassung. Ich möchte nicht nur aus dem von Sabrina genannten Grund in einer Fotokamera auch 4K Video haben. Die Erfolge insbesondere von DSLMs mit 4K Video sprechen die Sprache, dass es hierfür auch eine hohe Nachfrage am Markt gibt. Kameras zum reinen Fotografieren war gestern.

      • Zitat: „Wer filmen will, der kauft sich einen Camcorder und der, der fotografieren will eine Kamera.“

        Nein, seh ich gar nicht ein! Ich filme hin und wieder mal und dazu nutze ich meine Foto-Kamera. Warum sollte ich für einen zusätzlichen Camcorder extra Geld rausschmeißen wenn die heutigen Kameras sehr gute Videofunktionen haben.
        Was wer mit seiner Kamera macht, das wirst du schon dem Besitzer überlassen müssen. Ob es dir gefällt oder nicht, jeder hat das recht seine Kamera so zu nutzen wie er es möchte und ja er kann sie auch zum filmen nutzen, wenn er will.

        Zitat: „Alles andere sind schräge Vergleiche, die in Kompromisse enden.“

        Jede Kamera und jeder Camcorder verlangt irgendwo Kompromisse. Das perfekte Gerät gibt es nicht.

    • Sind denn die Objektive bei anderen Marktteilnehmern preiswerter?

      Sony und E Mount bestimmt nicht.
      Olympus und Panasonic mit ihren MFT auch nicht.

      Pentax ist ein Nischenanbieter und entsprechend gering das Objektiv angebot.

      Nikon und Canon haben als Platzhirsche vergleichbare Preise bei Objektiven. Auch von Drittanbietern wie Tamron und Sigma.

    • Einfach nur zu sagen, dass man die Kamera vergessen kann, finde ich etwas sehr schwach in der Aussage.
      Warum kann man die vergessen und welche Alternative empfehlen Sie aus Ihrer Erfahrung? Konnten Sie die Kamera schon testen?

  • Die D850 im Vergleich zum Canon EOS D5 Mark4 ist doch tatsächlich besser .
    Nikon hat nicht an Video 4K gespart,ob man braucht oder nicht.
    Man bekommt eine hervorragende Kamera für Alles.Allein die XQD Karte
    ist sehr zukunftsicher,superschnell besonders wegen grosser Datenmenge.
    Video ohne Crop freut sich jeder Videofilmer.
    Die D850 wird bestimmt die absolute gefragte Kamere des Jahres !
    Nikon verfügt bereits riesige Objektivpalette,sodass man kaum an Fremdobjektiven
    oder Adapter braucht.

    • hallo Adam!
      warum bitte der Vergleich D850 zu EOS 5D Mk IV??? die EOS 5D Mk IV hat 30 MP ! Da ist die Differenz 16 MP. Vergleichen mußt Du mit der EOS 5Ds mit 50 MP. Diff. nur 4 MP ! Und die rauscht aber ordentlich. Den Vergleich hat die D850 schon jetzt gewonnen.

  • Die Nikon 850 ist ein Werkzeug ohne gravierende Schwächen, Punkt!

    Als solches ist es vielseitig einsetzbar. Steigen die Ansprüche über einen gewissen, professionellen Punkt kommen spezialisierte Werkzeuge zum Einsatz. Mittelformat für die Fotografie und echte Camcorder für Bewegtbilder.

    Wer gerne technisch sehr gute Bilder macht und ab und an ein Video fertigt ist mit der 850 bestens bedient. Wer eher sehr gute Videos machen möchte aus denen er auch gute (6k) Bilder generieren kann der hat in der GH5 von Panasonic den richtigen Partner gefunden.

    Es ist eine große Auswahl von verschiedenen Werkzeugen auf dem Markt so das jeder Anwender sein optimales Gerät finden kann.

  • Das große Problem dieser hochauflösenden Kameras ist, das sie der Physik nun mal kein Schnippchen schlagen können. Ein Kleinbildsensor (24 x 36 mm) kann bei Blende 8 maximal 30 Megabytes an Daten übertragen. Bei Blende 11 sind es nur noch 15 Megapixel. Wer die volle Auflösung der Nikon D850 oder ähnlich hoch auflösender Kameras nutzen will, muss Blende 6,3 oder größer wählen.

    Das heißt, bei Objektiven mit einer größten Blende von 5.6 sind wohl niemals mehr als 30 Megapixel Auflösung in den Fotos möglich, weil diese Objektive auf Blende 8 oder kleiner abgeblendet werden müssen, um ihre volle Leistung zu erzielen.

    Der nächste physikalische Nachtteil dieser extrem hochauflösenden Kameras ist, dass sich die Schärfentiefe gegenüber „normalen“ Kameras etwas verringert. Für die gleiche Schärfentiefe muss eine hochauflösende Kamera etwas stärker abgeblendet werden, was aber wieder die maximal mögliche Auflösung verringert.

    Die D850 erlaubt 4K-Videos ohne Crop-Faktor. Das, vermute ich indes einmal, dürfte schwieriger zu handhaben sein als bei der Canon 5D mit ihren 4K-Crop-Videos, weil bei der letzteren die Schärfentiefe größer sein müsste.

    Ein viertes erhebliches Manko der Nikon D850 zeigt sich bei den Objektiven. So hoch auflösende Sensoren reizen die Leistungsfähigkeit der Objektive voll aus. Der Randabfall der Auflösung (zum Bildrand) ist prozentual gesehen erheblich höher als bei moderat auflösenden Sensoren. Ein nur leicht „schlecht“ zusammengebautes Objektiv (Serienstreuung) oder auch qualitativ nicht äußerst hochwertige Objektive werden häufig sichtbare Unschärfe in den Bildecken produzieren.

    Objektive ohne Stabilisator müssen zudem mit ungewöhnlich geringen Verschlusszeiten oder vom Stativ genutzt werden, soll denn die volle Auflösung des Sensors ins Bild übertragen werden.

    Für mich persönlich kommt als weiterer Nachtteil de Nikon D850 hinzu, dass ihr Sucher allenfalls eine Dioptrien-Korrektur von -3 bis +1 erlaubt. Das langt für mich gerade noch. Aber in ein paar Jahren könnte meine Sehkraft altersbedingt weiter nachlassen. Dann wäre mir eine höhere Korrekturmöglichkeit lieber, wie es heute schon sehr preiswerte Kameras mit EVF-Sucher ermöglichen. Vielleicht helfen ja auch aufsteckbare Korrektur-Linsen?

    Bei aller Kritik an der Nikon D850, sie ist dennoch der Maßstab. Sony oder Canon bieten keine Gewichts- oder Preisvorteile bei Ausrüstungen, die mehrere Objektive beinhalten. Nikon hat das verlässlichste, ausgereifteste und technisch nicht übertroffene Rundum-Paket. Denn die Nikon D850 werde ich mir wohl kaufen müssen, wenn ihre Farbwiedergabe (insbesondere bei Rot) und ihr Dynamik-Verhalten deutlich über die Leistungsfähigkeit meiner Nikon D750 hinausgehen. Sonst gibt es ja noch den sicher zu erwartenden Nachfolger der schon sehr guten D750.

    • Das muss man die Kamera in der Hand haben und los fotografieren und filmen.
      Für Aufsteiger und Profis machen sicher mehr Spass.Eine Traumkamera.
      Danke Nikon ! Es lebe DSLR ! Vergiss Sony mit zierlicher spiegellose Kamera.

  • Moin,

    bei dem (sicher auch von Nikon unterstützten) Hype um die D850, fragt uch mich, wieso ich als Deutscher exakt 1000 € (Währungsunrechnung am 4.9.2017 – 3266 USD bei Ken Rockwell Test)
    mehr als ein US Fotograf für die gleiche Kamera bezahlen soll?

    • Das ist sicher ein Grund – Aber wenn niemand, vor allem die von Nikon gesponserte, Fachpresse dagegen anschreibt, wird sich daran auch wenig ändern. Also bestellt der Deutsche eifrig weiter zu überhöhten Preisen das begehrte Stück. Nikon währe ja blöd, wenn sie das leichtfertig hinterhergeworfene Geld nicht nehmen würden. Marktwirtschaft braucht eben auch immer einen Doofen.

    • Hallo Edinger,
      hast du auch die Mehrwertsteuer berücksichtigt? Mach bitte nicht aus einem Netto einen Brutto Preis.
      In Deutschland 19% und in USA zwischen 0 bis 9%, darum werden die Preise in USA immer in Netto angegeben.
      Dann ist die Garantie/Gewärleistungen bestimmt auch eine andere, muß ja auch bezahlt werden.

      • Hallo,

        mag stimmen und die Tax bei höchsten 9% liegen (Steuerfreie Ecken würde ich gerne in Erfahrung bringen!). Zudem ist die Gewährleistung und Herstellerhaftung in USA für den Kunden auch wirklich gsnz schlecht. So bekommen Dieselgeprellte dort den ganzen Wagen ausgetauscht und bestimmt noch Schmerzensgeld dazu. Hier in Gewährleistungsland bekommt man für seine teuer bezahlte Garantie ein freundliches Softwareupdate durch den Hersteller. Aber wollen wir mal doch mal über die D600 und die permanenten Ölflecken auf dem Sensor reden? Mehrere Wochen Garantiereperatur waren für die Katz. Danach hatte ich die Nase von der Gurke voll und wollte (für mehr zu zahlendes Geld!) die D800. Was für ein schönes Garantiefall-Vergnügen und dafür zahle ich gerne viel mehr als andere!

  • Ich besitze die D800 (Juni 2012) und die war / ist eine kleine Diva mit ihrem 36 MP-Sensor. Die verzeiht nicht die kleinsten Fehler. Darum bin ich sehr skeptisch, wie das jetzt mit dem 46 MP-Sensor funktionieren soll.
    Was mich als Event-Fotograf allerdings sehr reizt, ist das deutlich verbesserte High-ISO-Verhalten der D850.

    • Die D810 war da schon wesentlich besser und wesentlich weniger „Diva“. Und wenn man 24MP als DX seit Jahren benutzt warum dann nicht 45.x MP als FX?

    • Selber schuld. Wieder mal pixelgeil gewesen, ohne dabei den „Pferdefuß“ zu hinterfragen. Je mehr MP, desto
      weniger darf man wackeln – nicht gewußt? Jetzt schon, gelle.
      Kauf dir eine D500 und du hast die Probleme nicht mehr. Mit deren 21 MP gibt es peerfekte 50 X 70 Poster. Oder
      mußt du für eine Plakatfirma arbeiten?