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Wilde Spekulation: Nikon Vollformat-DSLM mit Sony E-Mount?

Könnte Nikons spiegellose Vollformatkamera mit einem Anschluss für Sonys E-Mount-Objektive auf den Markt kommen? Möglich wäre das wohl – aber ist es auch wahrscheinlich?

Vollformat-DSLMs von Canon und Nikon

Wenn es um die spiegellosen Vollformatkameras von Canon und Nikon geht, dann gibt es nach wie vor eine wichtige ungeklärte Frage: Mit welchem Bajonett werden die neuen DSLMs auf den Markt kommen? Werden die beiden Hersteller auf komplett neue Objektive setzen? Oder ist es ihr Ziel, dass die alten, bereits vorhandenen Objektive so gut wie möglich mit den neuen Kameras genutzt werden können?

Nach wie vor gibt es keine eindeutige Antwort auf diese Frage. Doch nun kommt von DPReview eine etwas wilde, aber durchaus interessante Spekulation. Dort wurde nämlich in einem kürzlich erschienenen Artikel in den Raum geworfen, dass Nikons Vollformat-DSLM ja das E-Bajonett von Sony verwenden könnte.

Nikon Kamera mit Sony E-Bajonett?

Was im ersten Moment komplett abwegig klingt, ist im zweiten Moment schon nicht mehr ganz so unwahrscheinlich. Das hat mehrere Gründe: Zum einen haben Sony und Nikon in den letzten Jahren bereits eine intensive Partnerschaft gepflegt, so kommen in sehr vielen Nikon Kameras nämlich Sony Sensoren zum Einsatz. Zum anderen ist es aber auch so, dass das E-Bajonett ein offener Standard ist, die entsprechenden Spezifikationen sind zumindest zu Teilen öffentlich. Wie das rechtlich aussehen würde kann ich euch leider nicht genau beantworten, aber wenn die beiden Unternehmen wollten, würden sie mit Sicherheit eine Lösung finden.

Die Frage ist eben nur: Wollen sie?

Für Nikon hätte eine Vollformat-DSLM mit E-Bajonett mit Sicherheit einige Vorteile. Es stünden direkt jede Menge Objektive zur Verfügung und darüber hinaus wäre es auch viel einfacher, Kunden von Sony abzuwerben. Darüber hinaus gäbe es für eigene E-Mount-Objektive eine wesentlich größere Zielgruppe. Sony hingegen könnte mit einem Schlag jede Menge Objektive verkaufen, sobald Nikons Vollformat-DSLM präsentiert wird.

Trotzdem, wahrscheinlich ist diese Variante ganz und gar nicht, schon alleine weil die Japaner extrem stolz sind und Nikon deshalb komplett eigene Objektive sicherlich bevorzugen würde. Aber wer weiß, vielleicht gibt es tatsächlich eine kleine Chance, dass Nikons Vollformat-DSLM mit E-Bajonett erscheinen wird. Kameras von Panasonic und Olympus arbeiten ja auch mit dem gleichen Bajonett und da funktioniert das wunderbar.

Eine Nikon DSLM mit Sonys E-Bajonett – was würdet ihr davon halten?

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

45 Kommentare

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  • für Träumer…
    Das wäre ja die Bankrott-Erklärung für Nikon. Das wird nicht passieren.
    Und bei mFT sieht man ja gut, dass es immer wieder neue Einschränkungen gibt und jeder geht seinen Weg in die eigene Richtung – so wirklich voll kompatibel ist bei mFT dann doch nicht so viel. Die meisten trauen sich ja kaum ein neueres Pana Objektiv an Olympus zu setzen und umgekehrt.
    Stabi, Software-Bearbeitung und AF-Motoren werden unterschiedlich angesprochen.
    Für Sony hätte es mehr Vorteile, endlich mehr gute Objektive.

    • Wer testet hier eigentlich den möglichen Markt? Ist es Nikon, die mal Reaktionen für eine Überlebensstrategie für sich provoziert? Oder will Sony wissen, ob es sinnvoll wäre Nikon zu übernehmen?
      Wo ist die Quelle dieser Idee? Hat jemand firmennahe Kontakte, um dies eventuell herauszufinden?

      Ganz gleich woher dieser Testballon kommt, sicher dürfte sein, dass beide Firmen interessiert die Kommentare lesen und analysieren werden.
      Nikon dürfte wissen wollen, ob Kameras mit E-Bajonett den Umsatz stabilisieren oder seigern, Sony könnte bei Übernahme von Nikon mit dieser Marke eine Image-Aufwertung im Profisektor erfahren. Vom Qualitätsniveau der OberklasseKameras passen beide gut zusammen, was dann in Zusammenarbeit für beide Vorteile hätte.
      Wenn Sony sich an VW orientiert, könnte eine zusätzliche Marke auf recht freie Technikentwicklung setzen, und bei Erfolg den eigenen Charakter erhalten, die Kompatibilität stärkte dabei die Marktpräsens beider Marken und der Service wird nach der besseren Marke hin ausgerichtet, was auch beiden nutzt.

      Ich fände es wirtschaftlich konsequent, wenn SONY Nikon übernähme und Nikon seine Freiheit ließe, wie VW Audi Freiheit zu technischen Besonderheiten gibt.

  • Na Mark … endlich mal eine positive wilde Spekulation von Dir in meiner Mittagspause!
    Warum sollte es nicht eintreffen?
    Mein Vater sagte früher bei so einer Sache : „Warum nicht – man hat schon Pferde kotzen sehen!“

    • Hallo Gustav! Schön, dass ich dir deine Mittagspause etwas versüßen kann 😉 War in den letzten Tagen beruflich leider komplett eingebunden, deshalb gab es ein paar Tage keine Artikel. In den nächsten Tagen darfst du dich aber wieder auf Neuigkeiten in der Mittagspause freuen!

  • Bereits vor ein paar Wochen habe ich über einen möglichen gleichen Anschluss bei Canon und Nikon in einem anderen Thread geschrieben… damals dachte ich das ist Blödsinn aber wer weiß…

  • Das wäre dann was aus der Kategorie „Kalt in der Hölle heute“. Es könnte sogar sinnvoll sein für Sony und Nikon sich zu verbünden, aber aus Nikonsicht wäre das wohl wirklich als Bankrott zu sehen, also ich glaube da eher nicht dran (hätte aber auch nichts gegen – alles was E-Mount attraktiver macht, ist Willkommen…)

  • Die erste Frage heißt immer : Warum? Also, warum sollte Nikon das tun ? Damit würden alle Bestandsobjektive einen Adapter benötigen. Sicher wäre ein Bajonettwechsel von Vorteil für eine NIKON DSLM, man würde aber Sony damit aufwerten. Es würde im Step 1 also erst E-Mount Objektive von Sony verkauft werden. Es würde strategisch Sinn machen wenn Sony Nikon aufkauft.
    Eher glaube ich an einen Adapter oder im Body intergrierten Adapter. Anderseits sind Sigma und Tamron ja auch schon auf den Zug E-Mount aufgesprungen.

    • @Fred
      Du hast genau die richtige Frage gestellt und auch gleich die richtige Antwort gegeben. Das macht tatsächlich nur Sinn, wenn Sony Nikon kauft. Das halte ich übrigens für möglich, wenn die Finanzprobleme bei Nikon wirklich so gross sind wie man verschiedentlich hört.

  • Nikon muss schauen, dass sie ihre Stammkunden mit den vielen DSLR Nikonobjektiven irgendwie bei Laune halten bzw. ist dass ihr größtes Startkapital in den neuen Markt. Es wird nicht leicht für Nikon die A7III zu übertreffen, da brauchen sie Gründe, warum sich DSLR Umsteiger mit Nikon Objektive unbedingt wieder eine Nikon kaufen sollten

    • @ Martin
      Ich hatte die Sony Alpha 7III gerade für eine Woche mit einigen Objektiven –

      also es ist ganz einfach für Nikon die zu übertreffen: SUCHER.
      Denn was Sony da den unbedarften Käufern seit der ersten 7 anbietet ist eine Zumutung.
      Also wenn Sony, dann nur die neue 7RIII mit dem besseren Sucher.
      Jetzt bei dem Licht ist weder der Sucher noch der Monitor gut geeignet zum fotografieren.
      Ganz davon abgesehen, dass weder Bildstabi, noch die anderen Parameter der Kamera wirklich besonders gut.
      Ich habe zum Glück mein Geld zurück bekommen – also ohne Übertreibung – jede andere DSLM der Oberklasse hat besseren Sucher & Monitor – G9 am besten, X-H1, X-T2 und E-M1II sind immer noch sic hutbar besser, trotz vergleichbarer Auflösung.
      Die Sony zeigt einfach nur kontrastreiche Konturen, keine echten Farben, keine Tonwerte und Schärfe ist auch schwer zu beurteilen mit AF – so wie die Sucher in der Anfangszeit bei Pana, Oly, Leica und Co waren.

      Wer sich von Zahlen blenden lassen will, bitte – aber mit einem wirklich besseren Werkzeug für bewußte Fotografie hat die Sony Alpha 7III nichts zu tun. Wenn Sony, dann 7RIII oder 9 wer denkt das er damit jedes Motiv besser erwischt.

      • Du schreibst es ganz richtig „jede andere DSLM der Oberklasse hat besseren Sucher & Monitor…“ Sony sagt aber auch dass die A7III das Basic Model ist, also keineswegs Oberklasse, den Part übernimmt die A7rIII – und da ist der Sucher der A9 drin, schreibst du auch, also passt doch alles. Basic nicht so guter Sucher, dafür super Preis, Oberklasse geiler Sucher 😉

      • „Geil“ ist der Sucher in der A7r3 auch nicht. Er ist gut und ausreichend, aber in meinem persönlichen Empfinden liefert Panasonic für die Hälfte des Geldes in der G9 einen besseren elektronischen Sucher ab.

    • @Rene
      Und die Uninformierten bezahlen für Sony Basiskamera den Premiumpreis?

      Ich meinte das schon so, dass andere Kamerahersteller in Kameras unter 2000€ deutlich bessere Sucher anbieten, mit denen sich selbst DSLR-Fans langsam anfreunden können.
      Bei Sonys Basis taugt der Blick durch den Sucher eher zum Zielen, aber sicher nicht um ein Motiv und das Licht richtig zu beurteilen.
      Die Kamera ist Winter- und Sommer untauglich. Leider.
      Wird Zeit das Nikon kommt … die verstanden bisher etwas von Findern – HighEyepoint etc.

      • bin kein Kirchgänger!
        Und hätte die Sony sehr gerne wegen 12-24 mm und 100-400 mm gekauft.
        Denn die Objektive sind das wichtigste bei der Auswahl einer Kamera.
        Aber was hier für 2300€ geliefert wird verlangt verdfammt viel Gewöhnung und sich schönreden – und im letzteren habe ich eine große Schwäche – was MIST ist, ist einfach MIST und bleibt es auch, egal wie sehr man sich die Nase zuhält. Und die Sucherdarstellung der Alpha 7-Reihe ist Obermist. (Nicht R/9)

        Wer das nicht sieht – scheint bisher nur mit Knipskamera oder Smartphone Bilder gemacht zu haben.

      • Jau – Jau … – Cat … Mist ist Mist und ist einfach Mist und bleibt auch Mist …
        da ändert auch Canikon mit den kommenden VF nichts dran – auch nur Mist – evtl sogar Obermist?!?
        Stinkt genauso ! ( bin sozusagen Fachmann)
        Leider hast Du bei mir mit der Knipskamera recht …

  • Wer den Gerüchten

    um die finanzielle Schieflage von Nikon Beachtung schenkt kann sich ein Übernahme Szenario seitens Sony leicht vorstellen. Ein neues Bajonett für Spiegellose (einschließlich einen Haus eigenen Adapter für Nikon alt Objektive) muss sowieso her. Also warum nicht den selben wie Sony verwenden?

    Da hat es Canon um vieles schwerer, weil sonst wäre die Spiegellose schon längst am Markt.

  • also ich glaube, daß nikon sich damit keinen gefallen tun würde. nikon hat eine eingeschworene fangemeinde und diese würden auch auf gute nikon-objektive warten. zu beginn müssen aber auch gleich mehrere objektive bei verkaufsbeginn angepriesen werden. mit 28-80, 80-200, 18, 35, 50 und 80mm könnte man schon sehr gut los legen. sicher fällt dem einen oder anderen profi noch das eine oder andere objektiv ein. ich glaube, daß man diese dann auch noch schnell mit einem guten adapter vorrübergehend adaptieren könnte. etwas anderes sind die „neuen“ sigma-objektive für sony auch nicht.

  • Halte ich für Blödsinn.

    Eine Nikon mit Sony Sensor und Sony Objektiven wäre vollkommen überflüssig, es sei denn die beiden Firmen fusionieren im Fotobereich.

  • So weit mir bekannt, sind neben den Sensoren ja auch die Monitore und auch die elektronischen Sucher vieler Kameras von Sony.
    Falls Nikon das so machen will, muss es aber Alleinstellungsmerkmale geben, die die Nikon von der Sony unterscheidbar machen.
    Was sollte das denn sein?
    Deutlich bessere Ergonomie und Haptik und Langlebigkeit? Besserer Service?
    Kann ich mir irgendwie nicht recht vorstellen, dass da die Post abgehen wird.
    Ich vermute, Nikon ist dazu verdammt, etwas EIGENES zu bringen oder aber das Minolta-Schicksal zu erleiden.
    Canon sehe ich noch mehr als Nikon in der Pflicht, zu liefern, aber das ist auch eine Chance, die Nikon nicht hat, weil sie ohnehin schon weniger selber entwickeln als Canon.

    • Sucher & Monitortechnik werden sicher in den meisten Fällen bei Epson eingekauft – also der eigentliche Bildschirm.
      Und einige Käufer treiben dann mit dem Glas davor und der Abstimmung, besonderen Aufwand (Fuji, Panasonic).

  • Für den Kunden hätte das viele Vorteile. E-Mount wird attraktiver, auch für Drittanbieter (vielleicht gibt es dann mal bezahlbare E-Mount Objektive mit guter Qualität). Man könnte öfter mal die Kamera wechseln ohne gleich tausende von Euros in Objektive zu investieren.

    Ob das jetzt für Nikon gut oder schlecht ist hängt ganz von der kommenden Spiegellosen ab würde ich sagen.
    Ich habe aber ernste Zweifel ob Nikon das in Sachen Preis und Innovation hinbekommt Sony zu übertrumpfen.

    • Wenn Nikon Geld findet, sollte das nicht so schwer sein, zumal sie ja mit der Technik mit kleinen Sensoren (1) schon sehr weit sind.
      Ich vermute wir dürfen von Canon und Nikon viel erwarten.

  • Inwieweit ein solches Szenario tatsächlich realisiert wird und welche Hindernisse bei einer Zusammenarbeit zwischen Sony und Nikon überwunden werden müssten, kann ich natürlich nicht abschätzen. Für abwegig halte ich das Szenario aber nicht, denn Nikon muss sich als relativ kleiner Kamerahersteller Gedanken über seine Zukunft im schrumpfenden Markt machen. Eine mögliche Lösung ist eben eine Kooperation und Nutzung von Entwicklungsergebnissen von einem der grossen bzw finanzstarken Wettbewerber am Markt. Genau das ist Sony. Ich gehe dabei davon aus, dass eine Nutzung des E-Bajonetts nur mit Zustimmung und mit Unterstützung von Sony in Art einer Kooperation erfolgen wird. Alles andere wäre für Nikon auf Dauer zu ungewiss und mit zu grossem Risiko verbunden, dass Sony wichtige Informationen zurückhält oder nicht kommunizierte Änderungen am Bajonett und Protokoll zum Bajonett vornehmen wird.

    Für Nikon wäre dies für seine zukünftigen DSLMs genau die Lösung des Problems, über das wir hier schon seit Wochen und Monaten diskutieren. Es stünde bei Einführung der ersten neuen Nikon-DSLM mit einem Schlag ein komplettes adapterlos verwendbares Objektivprogramm zur Verfügung. Genau das, was Canon bis heute für seine APS-C DSLMs immer noch nicht hat. Nikon könnte zudem darauf spekulieren, aufgrund seiner grossen Erfahrung mit Profi-DSLRs im Vergleich zu Sony die für die Praxis besseren DSLMs anzubieten und damit im Sony-Lager wildern zu können. Ausserdem hätte man viel Zeit und wenig Druck, um nach und nach eigene Objektive zu entwickeln und einzuführen. Für Sony hätte es hingegen den Vorteil die Akzeptanz eigener Kameras am Markt steigern zu können, wenn Nikon nun zum „Sony-Lager“ gehören würde. Ausserdem dürften die Verkaufszahlen der Sony-Objektive dadurch sprunghaft steigen.

    Nikon könnte somit mit deutlich weniger Entwicklungskosten sehr schnell ein vollständiges Kamerasystem anbieten. Das wäre also genau eine mögliche Lösung, damit sich die berichteten finanziellen Probleme von Nikon nicht auf das Produktprogramm niederschlagen. Ausserdem wäre es ein erster Schritt, um neue Wege zu gehen, die ein Überleben des Unternehmens – und nicht nur der Marke Nikon – im schrumpfenden Markt eventuell ermöglichen. Auch wenn manche das Szenario als Bankrotterklärung von Nikon betrachten (was es ja vielleicht auch ist), es wäre aber immer noch besser als ein echter Bankrott von Nikon, weil man nicht in der Lage ist, innerhalb eines vernünftigen Zeitrahmens ein komplettes eigenes DSLM-Programm zu entwickeln und anzubieten.

    • Dann kann Nikon gleich „Badge Design“ machen, was im Automobilbau häufig vorkommt. Man klebt einfach das eigene Marken-Logo auf ein leicht modifiziertes Produkt des Konkurrenten/Mitbewerbers. Das würde vielleicht den Namen eine Weile erhalten, aber das wars dann auch.
      Wenn überhaupt müssten dann die beiden so fusionieren, dass zum Beispiel die Profimodelle Nikon heissen und die Consumer-Modelle Sony. Aber es wäre in jedem Fall das Ende von Nikon.

      • Zum Badge Design der Automobilindustrie und dem Weg dorthin, sehe ich noch ganz markante Unterschiede. Es geht ja hier schliesslich „nur“ um die Objektive und nicht um das Kernprodukt selbst, die Kameras. Weshalb eine Kompatibilität der Objektive zwischen Nikon und Sony den Weltuntergang für Nikon bedeuten soll erschliesst sich mir beim besten Willen nicht. Zumal Nikon mit der Zeit seine eigenen Objektive mit eigenen Herausstellungsmerkmalen, ausgerichtet auf ihren Kundenkreis, anbieten kann. Bei den Bodys, wie bereits gesagt, ist das ohnehin der Fall. Dass eine solche Kooperation beim Bajonett für beide Partner vorteilhaft und keineswegs den Untergang für den finanziell Schwächeren bedeuten muss, kann man übrigens genau hier im Kameramarkt beobachten. Richtig, bei mFT ist ja genau dies bereits der Fall und beide mFT-Systemanbieter wissen trotz der Kompatibiltät ihre wirtschaftlichen Vorteile zu ziehen und mit eigenen Entwicklungen jeweils Kunden für sich zu gewinnen. Ich bin mir sicher, genau das könnte auch im VF-Bereich funktionieren, zumal Sony nur der finanziell stärkere Partner ist. Nikon ist das Unternehmen, das die weitaus grössere Marktdurchdringung im Kameramarkt hat, zumindest bei dem Kundenkreis, auf den Nikon bisher seine Produktpalette ausgerichtet hat.

  • Nikon gehört zur Mitsubishi-Gruppe, daher ist das Szenario unrealistisch, dass Sony Nikon übernehmen wird. Wieso soll Nikon den E-Mount übernehmen, wenn es das F-Bajonett seit 1959 pflegt wie das kein anderer Hersteller (Canon, damals Minolta, Pentax, etc.) getan hat? Gut, Nikon-Kameras mit F-Bajonett haben ein Auflagemaß von 46,5 mm, während wir bei den Spiegellosen bei unter 20 mm sind.

    Aber nicht alle Fotografen wollen unbedingt eine spiegellose Kamera und mir persönlich sind ein optischer Sucher, eine lange Akkulaufzeit und ein durch den Spiegel geschützter Sensor wichtiger als der ganze Hype um spiegellose Kameras. Ich denke einfach, beide – Spiegellose und Spiegelreflex – haben ihre Berechtigung und ihre Käuferkreise. Warum sollen jetzt alle Fotografen spiegellos fotografieren? Wenn ich lauflos fotografieren muss, benutze ich den silent modus an meineer D850, Fokuspeaking auf dem Display und erfreue mich des langsamen Kontrast-AF von Nikon. Für die wenigen Fälle, in denen ich das brauche, akzeptiere ich das so.

    • Hallo Andreas,

      Dein erster Satz ist nicht überzeugend: Warum sollte die Zugehörigkeit zu einer groossen Firmengruppe (Mitsubishi) ein Hinderungsgrund für eine Abspaltung (Übernahme von Sony) sein? Nein, im Gegenteil: Nikon hat offenbar Probleme, was einen Manager dazu motiviert unrentable Branchen abzustoossen (hier Nikon). Wenn Nikon schon lange Sensoren von Sony übernimmt weist das eher daraufhin, dass eine Zusammenarbeit von Sony mit Nikon funktioniert und bei weiterer Annäherung oder gar Übernahme Synergien wirksam werden können, die beiden nutzen.

      Sony erhielte eine Marke mit gutem Image und Nikon erhielte den Rückhalt und die Finanz- und Produktionskapazitäten eines Konzerns.
      Nebenbei: Mitsubishi ist ein sogenannter „Gemischtwarenladen“, sie produzieren u.a. auch Autos und U-Bahnwaggons. Welcher Manager wollte das nicht einmal bereinigen?

      Und:
      Eine Nikon-DLSM mit Sony-E-Bajonett ließe nicht nur zu Sony-E-Objektive direkt zu nutzen, sondern auch eine Adapterlösung für F-Objektive.

      Wenn sich ein Sony-Manager dann, für alle überraschend, auch über seine Konkurrenten äußert (
      https://www.photografix-magazin.de/sony-manager-vollformat-dslms-von-canon-und-nikon-innerhalb-der-naechsten-12-monate/), dann spätestens sollten bei allen die Warnlampen aufleuchten, die signalisieren, dass man bei Sony nicht mehr nur auf Abgrenzung setzt, sondern Konkurrenten eher als Partner in der Fotobranche sieht. Da liegt plötzlich auch Kooperation in der Luft, denn durch die Knipserei und Fotografiererei mit den Smartphones wird es für alle Kamerahersteller im preiswerten Sektor enger werden.

  • Haha klar, und alle Nikon-Shooter verscherbeln dann mal schnell ihre F-Mount Objektive mit horrendem Verlust um dann alles nochmal neu zu kaufen. Dummerweise könnte ich dann ja den Body auch gleich von Sony kaufen, warum sollte ich dann bei Nikon bleiben wollen, wo die mich gerade eine Stange Geld gekostet haben? Ich würde sagen das könnte für Nikon gewaltig nach hinten losgehen. Umgekehrt wird ein Schuh daraus: Eine DSLM mit F-Mount und zack, riesiges Angebot an kompatiblen Top-Objektiven plus Mirrorless könnte dann potentielle Sony-Interessenten dazu bewegen stattdessen Nikon zu kaufen.

    • spiegellos baut man vor allem, damit man kleinere objektive anbieten kann. warum sollte man eine spiegellose mit f-mount bauen wollen? gleiches bajonett bei geringerem auflagemaß macht auch nicht wirklich sinn, da man dann wiederum die f-mount objektive nicht nutzen kann. sinnvoll wäre hingegen ein neues bajonett aufzulegen und einen herausragenden adapter auf den markt zu bringen der in der lage ist die objektive ohne qualitätsverlust weiter nutzen zu können.

      • Im VF-Bereich scheint es kaum möglich zu sein, die Objektive – trotz mirrorless – spürbar kleiner zu bauen. Das muss man jedenfalls ableiten, wenn man sich die entsprechenden Sony-Objektive für´s Vollformat betrachtet. Das mögliche geringere Auflagemass scheint sich nur auf die Grösse der Kameras auszuwirken. Die Grösse der Objektive dürfte in erster Linie von der Sensorgrösse abhängig sein.

      • hallo thomas,
        ich habe natürlich jetzt nicht die möglichkeit alle objektive zu vergleichen. hin und wieder darf man mal etwas anschauen oder ausprobieren. klar ist, daß ich bei einem 300mm ein objektiv habe, bei welchem die vordere linse mindestens 300mm vom sensor/film entfernt ist. logisch ist, daß damit der kleiere sensor „die größte reichweite hat“. letzteres ist natürlich überaus relativ. ich kann auch bei größeren sensoren croppen.
        vergleiche ich aber ein standardobjektiv von canon/nikon mit einem standardobjektiv von fuji/olympus, merke ich schnell, daß auch bei gleicher brennweite und lichtstärke die objektive der spiegelreflexkameras wesentlich größer sind als die der spiegellosen systemkameras. ich bin kein fachmann und kann nicht sagen, sondern bestenfalls spekulieren woran das liegt. aber ich würde sonys objektive nicht als maß der dinge sehen.

      • Spiegellose sind für ehemalige Smartphone-Knipser und nicht für Spiegel-Veteranen (die sind ohnehin in der Regel – welche von Ausnahmen bestätigt wird – von nix anderem mehr zu überzeugen … was nicht an dem Thema „Spiegel“ sondern an der Definition von „Veteran“ liegt). Für Leute in einem aktuellen Upgrade-Pfad (beispielsweise) Telefon>MFT>Vollformat – warum sollten die jeweils einen optischen Sucher vermissen, oder sich die zusätzliche Komplexität durch den Spiegel antun wollen? Für die ist „Spiegellos“ und EVF Standard. Bisher war es dann so, dass man ggf. mal von spiegellos doch noch in DSLR Vollformat gewechselt ist, einfach weil die spiegellosen dort im Topbereich nichts mehr liefern konnte. Aber das hat sich ja nun geändert. Ich habe auch Zweifel daran, dass Nikon und Canon mit halbgaren Spiegellosen Leute für ihre eigenen DSLRs gewinnen können. Die müssen spiegelloses Vollformat schon auf hohem Niveau, als eigenständiges System ernst nehmen und auch dort ebenso professionelle Upgradepfade vorhalten. Sonst wird dann doch irgendwann der Nutzer verloren. Doppelter Aufwand also. Wird spannend.

        Ich glaube nicht, dass irgendein Canon oder Nikon DSLR-Fotograf auf einmal auf spiegellos wechselt und sich freut seine Objektive mitzunehmen. Das werden 90% der Zielgruppe als unter ihrer Würde ansehen. Spiegellos ist da für viele ein Spielzeug. Punkt. Auch Canon und Nikon werden sich mit potentiellen VF-Spiegellosen vor allem an Aufsteiger richten. Daher ist Objektivbesitz überhaupt kein Argument. Objektivverfügbarkeit sicherlich schon, aber einem Aufsteiger zu erklären, dass ein vor 10 Jahren gerechnetes Objektiv immer noch total toll ist, ist sicherlich nicht so einfach wie bei den Veteranen.

      • Nachtrag: Größe der Objektive ist in meinen Augen kein relevanter Aspekt bei der Frage DSLR oder Spiegellos.

      • Hallo Daniel,

        wenn Du Standardobjektive von Canon/Nikon mit solchen von Fuji/mFT vergleichst, dann vergleichst Du ja gerade Objektive, die für unterschiedliche Sensorgrössen gerechnet sind, teilweise für Sensor mit sehr grossen Grössenunterschiede. Das ist genau das was ich meine. Aber vielleicht gibt es hier im Forum einen Kenner/Experten, der uns erklären kann, wie es sich tatsächlich verhält.

      • Wirklich kompakt mit Wechselobjektiv wird es nur mit MFT – habe gestern zufällig einen Kollegen getroffen, er hatte seine Olympus OM-d e-m1 Mk II mit dem 12 – 100mm f/4 (KB 24 – 200) Objektiv dabei, wiegt gut 500 Gramm und ist gerade mal 1cm lang und kostet hier in der Schweiz umgerechnet gerade mal etwas mehr als 1000.-€. Sowas hätte ich gerne von Canon.

      • @janis, leider ist deine meinung nicht das maß der dinge. eher geht es darum, daß die menschen davon überzeugt sind, daß die objektive kompakter und leichter, für sie interessanter sind. mich selbst verwundert es immer wieder, daß spiegelreflexobjektive vor 40 jahren kleiner waren als heute.

        @thomas, nicht direkt. im direkten vergleich nikon und fuji meinte ich hier aps-c. beide hersteller produzieren für aps-c unter anderem auch objektive. die fuji-objektive die ich mit den nikon-objektiven vergleichen konnte, waren wesentlich kleiner und lichtstärker.
        2. nehme ich auch bezug auf die brennweite, wo wir auch wieder bei mft sind und direkt mit aps-c und kleinbild vergleichen können. 100mm brennweite heißt einfach 100mm brennweite. also muss ein objektiv mindestens 100mm abstand vom sensor/film haben. völlig egal ob kleinbild oder mft. ich bin überzeugt, daß das folgende auch von anderen anbietern angeboten wird. nehmen wir als beispiel pentax. bei der k1 können sowohl kleinbild als auch aps-c objektive verwendet werden. für mich bedeutet das so viel, daß mft einfach nur gekroppte bilder sind. das heißt, wenn ich ein 100mm objektiv auf einen kleinbildsensor schnalle und genug am bild rumschnippsel, erhalte ich auch mft auf kleinbild gerechnete 200mm. der unterschied ist ein im durchmesser kleineres objektiv.

      • Ausnahmen gibt es immer. Die Nasenrümpfer sind bei den DSLR-Veteranen bezüglich SpIegelloser VF aber klar dominierend, wie man auch hier in den Kommentaren immer wieder sehr deutlich sehen kann 🙃

        Haltlos wäre meine Aussage, wenn niemand es so sehen würde, aber ich denke, dass ich in Bezug auf die Mehrheit nicht so total daneben liege. Aber mag jeder sehen wie er mag. Das ist das schöne an der Meinungsfreiheit.

      • Janis,
        da gibt es glaube ich genug Profis die zb mit einer Fuji GFX ihr Geld verdienen, nicht alle HIER die kommentieren sind Profis ( mich eingeschlossen) und ein Deniz Saylan DARF weiterhin trotz DSLM Kameras Werbefotograf für Mercedes, Jaguar und Co sein.
        Ich kenne eigentlich sehr viele Fotografen ( mich eingeschlossen) die ihre Standard Mattscheibe gegen eine „dunklere“ gewechselt haben für das bessere und leichtere fokussieren bei lichtstarken Festbrennweiten, nun sagen aber gerade die Gegner von DSLM, brauche ich nicht dazu benutze ich Liveview….aha das Mäusekino für Knipser🤔 auch der optische Sucher ist nur ein Kompromiss, entweder er ist „Hell“ und für Coladosen geeignet oder er ist „dunkel“ was gut für lichtstarke Objektive ist aber scheiße für ein lichtschwaches Kitobjektiv…..

      • @Janis
        Also auch ich fotografiere seit über 40 Jahren und bin mit Kodak Instamatic und Pentax aufgewachsen. Damals gab es auch die 35mm Leica, alle waren begeistert wie toll die ist, ich fand diesen blöden seitlichen Sucher immer schlechter als die Spiegelvariante von Pentax und später von Nikon. Heute fotografiere ich mit Canon 5D Mk IV und M5, ich bevorzuge immer noch den Sucher der 5D, mir ist der elektronische Sucher einfach zu schlecht. Den meiner Meinung nach besten Sucher hat die D850, einfach klasse. Wenn die elektronischen Sucher diese Qualität haben, dann bin ich der erste der sich eine teure Spiegellose kauft. Das hat nichts mit dem Alter zu tun, sondern einfach mit der Qualität. Meine Kinder hören Musik mit Handy und Bluetooth Lautsprecher, ich noch immer mit guten Bose Lautsprechern und CD bzw. MP3-Player, ihnen reicht die Qualität, mir (noch) nicht.