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Panasonic G9: Neue beeindruckende High-End-DSLM präsentiert

Panasonic präsentiert mit der G9 eine neue High-End-DSLM, die in vielerlei Hinsicht zu überzeugen weiß. Sie ist speziell auf die Bedürfnisse von Fotografen ausgelegt, nimmt aber beispielsweise auch 4K-Videos mit 60p auf.

In den letzten Tagen gab es bereits jede Menge Gerüchte zur Panasonic G9 und heute wurde die neue High-End-DSLM wie erwartet offiziell vorgestellt. Viele der Gerüchte haben sich dabei bewahrheitet und wir haben es hier insgesamt mit einer Kamera zu tun, die speziell auf die Bedürfnisse von Fotografen ausgerichtet ist und mit einigen wirklich beeindruckenden Merkmalen und Spezifikationen aufwarten kann.

Sensor & Stabilisator

Beginnen wir mit einem Blick auf den Sensor. Panasonic verbaut bei der G9 den gleichen 20,3-Megapixel-Sensor, der auch in der GH5 zum Einsatz kommt, will aber die Bildqualität insgesamt weiter verbessert haben. So ist teilweise beispielsweise die Rede davon, dass der Dynamikumfang im Vergleich zur GH5 um 25% erhöht wurde.

Laut DxOMark handelt es sich beim GH5 Sensor um den zweitbesten Micro-Four-Thirds-Sensor auf dem Markt, er erreicht insgesamt 77 Punkte und muss sich nur dem Sensor der Olmypus E-M1 Mark II geschlagen geben, welcher es auf 80 Punkte bringt. Mal sehen, wo genau sich da der leicht optimierte G9 Sensor einordnen wird.

Wie erwartet ist der Sensor der Panasonic G9 beweglich gelagert, das heißt wir haben es hier mit einem 5-Achsen-Bildstabilisator zu tun. In Kombination mit dem Stabilisator der Objektive soll die G9 so 6,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen – ein äußerst guter Wert. Des Weiteren kann der Stabilisator auch dazu genutzt werden, die Auflösung der Bilder von 20 auf 80 Megapixel zu steigern. Dabei werden acht Fotos aufgenommen und von der Kamera intern zu einem einzigen hochauflösenden Bild zusammengerechnet. Das funktioniert natürlich nur in Kombination mit einem Stativ und wenn sich die Motive nicht bewegen, doch dann kann es zu einer beachtlichen Steigerung der Bildqualität führen.

Serienbildgeschwindigkeit

Die Panasonic G9 gehört zu den schnellsten Kameras, die der Markt aktuell zu bieten hat. In Sachen Serienbildgeschwindigkeit erreicht sie 20 Bilder pro Sekunde inklusive Autofokus-Nachführung. Ohne AF-Nachführung sind sogar 60 Bilder pro Sekunde möglich – und das alles ganz ohne Sucher-Blackout (dazu gleich mehr).

Den Rolling-Shutter-Effekt will Panasonic noch weiter optimiert haben, schon bei der GH5 war das aber kein allzu großes Problem mehr. Zusätzlich zum elektronischen Verschluss gibt es natürlich auch einen klassischen mechanischen Verschluss, der für über 200.000 Auslösungen ausgelegt ist und damit sehr robust sein soll. Inklusive Autofokus-Nachführung sind hier 9 fps möglich, ohne 12 fps.

Ähnlich wie Olympus bietet Panasonic bei der G9 im Übrigen auch eine Funktion, bei der die Bilder schon gespeichert werden, bevor man überhaupt den Auflöser durchdrückt. Der Zwischenspeicher ist ausgelegt für 600 JPEGs oder 50-60 RAWs, die minimalen Verschlusszeiten betragen 1/32.000 Sekunde (elektronisch) bzw. 1/8.000 Sekunde (mechanisch).

Autofokus

Der DFD-Autofokus soll innerhalb von nur 0,04 Sekunden scharfstellen, das ist Weltrekord laut Panasonic. Im Grunde handelt es sich hier um einen Kontrast-Autofokus, der dank spezieller Technologien ähnlich arbeitet wie ein Phasen-Autofokus. Es gibt insgesamt 225 Messfelder, die sich einzeln oder in Gruppen ansteuern lassen und sich darüber hinaus quasi über den gesamten Sensor verteilen. Der Autofokus soll bis -4 EV seine Dienste verrichten, außerdem will Panasonic Gesichts- und Augen-Autofokus weiter verbessert haben. Die Wahl der Autofokus-Messfelder kann wahlweise über den Joystick oder das Display erfolgen.

Display & Sucher

Das Display der Panasonic G9 ist 3 Zoll groß, löst mit knapp 1 Millionen Pixeln auf und reagiert auf Berührungen. Zudem ist es auch sehr flexibel und kann zur Seite geschwenkt und um bis zu 270 Grad gedreht werden.

Der elektronische Sucher ist mit Sicherheit eines der Highlights der Panasonic G9. Zum einen arbeitet er wie bereits erwähnt ohne Blackouts, das heißt man kann das Motiv auch bei voller Serienbildgeschwindigkeit noch wunderbar verfolgen. Zum anderen versprechen die technischen Daten auch eine hervorragende Abbildungsqualität, denn der OLED-EVF besticht mit 3,7 Millionen Bildpunkten, Bildwiederholraten von 60 oder 120 fps, einer Anzeige-Verzögerung von weniger als 0,005 Sekunden und einer 0,83-fachen Vergrößerung. Diese Vergrößerung übertrifft ausnahmslos alle anderen DSLMs und DSLRs, abgesehen von Mittelformatkameras wie der Fuji GFX 50s. Beeindruckend!

Interessant für Brillenträger: Die Vergrößerung kann auch auf 0,77-fach oder 0,7-fach verkleinert werden, damit man auch mit Brille den vollen Überblick behält. Optional gibt es zudem eine zweite Suchermuschel (DMW-EC4), die Seitenlicht optimal abschirmen soll.

Videos

Die Panasonic G9 ist eine Kamera, die sich laut Hersteller speziell an Fotografen richtet. Bei anderen Herstellern müsste man nun befürchten, dass die Video-Funktionen deutlich abgespeckt wurden und dass alle, die auch professionelle Videos aufnehmen möchten, sich zusätzlich eine Kamera wie die GH5 kaufen sollen.

Nicht so bei Panasonic: Man spendiert der G9 fast alle Video-Funktionen, mit der auch die GH5 zu überzeugen weiß. Lediglich einige sehr spezielle Funktionen wie Hybrid Log Gamma, 10-Bit HDMI-Output und unbeschränkt lange Videoaufnahmen bleiben der GH5 vorbehalten – was aber absolut zu verschmerzen ist. Denn viel wichtiger ist, dass die G9 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnet! Full-HD-Videos können außerdem mit 180 Bildern pro Sekunde aufgenommen werden, zudem gibt es Zebra, Fokus-Peaking, Anschlüsse für externes Mikrofon und Kopfhörer und, und, und. Die Panasonic G9 ist also – auch wenn sie primär auf die Bedürfnisse von Fotografen zugeschnitten ist – auch eine erstklassige Video-Kamera.

Gehäuse & Bedienung

Das Gehäuse der Panasonic G9 überzeugt mit einem wirklich großen Griff, die Kamera sollte also optimal in der Hand liegen. Insgesamt ist sie minimal leichter und kleine als die GH5, trotzdem gehört sie nicht zu den leichtesten und kompaktesten DSLMs, was Panasonic aber ganz bewusst in Kauf nimmt, um Handling und Balance zu verbessern.

Das Magnesium-Gehäuse der Kamera ist wetterfest und extrem robust, so ist es beispielsweise bis -10 Grad frostsicher. Auf der Oberseite der Kamera findet sich außerdem ein zweites kleines Display, welches laut Panasonic das größte aller DSLMs ist und sich auch beleuchten lässt. In Sachen Bedienung liefert Panasonic ganze 19 individuell belegbare Tasten, vier davon befinden sich auf dem Touchscreen.

Weitere Spezifikationen

Abgerundet werden die technischen Daten der neuen High-End-DSLM durch WLAN mit bis zu 5 GHz, einen Dual-SD-Slot (beide UHS-II), einen USB-3-Anschluss, eine Akkulaufzeit von bis zu 400 Aufnahmen, Bluetooth, Post-Focus- und Fokus-Stacking-Funktionen sowie eine 4K- und 6K-Serienbildfunktion.

Preis und Verfügbarkeit

Die Panasonic G9 wird zu einem Preis von 1.699 Euro auf den Markt kommen, damit ist sie 300 Euro günstiger als die GH5, wenn man die unverbindlichen Preisempfehlungen vergleicht. Erhältlich sein soll die G9 ab Januar 2018.

Schon jetzt könnt ihr die Panasonic G9 bei unserem Partner Fotokoch vorbestellen. Jeder Vorbesteller erhält dort den passenden Akkugriff für die G9 im Wert von 349 Euro gratis dazu! Es werden folgende Kombinationen angeboten:

Neues Objektiv vorgestellt

Zusätzlich zur G9 hat Panasonic auch ein neues Objektiv präsentiert, das Leica DG Elmarit 200mm f/2.8 Power O.I.S. (400mm KB). Es soll ab Dezember 2017 erhältlich sein, ein Preis steht noch nicht fest.

Was haltet ihr von der neuen Panasonic G9?

Quelle: Panasonic | via: Digitalkamera

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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