Pentax Marktgeschehen

Ricoh: Großer Umbruch im Unternehmen & neue Strategie [Update]

Ricoh hat einen großen Umbruch im Unternehmen angekündigt. Es geht um die Produktion von Kameras und die Vertriebsstrategie in Japan.

Ricoh plant große Veränderungen

Ricohs Präsident und CEO Noboru Akahane hat in einer offiziellen Pressemitteilung angekündigt, dass ab dem 1. April 2022 sowohl die Produktions- als auch die Vertriebsstruktur in Japan erneuert und angepasst werden. Davon betroffen sind die Produkte der Marken Pentax und Ricoh GR.

Die Umstrukturierung soll zwei große Veränderungen mit sich bringen:

  1. Stärkere Kundennähe, direkter Verkauf von Produkten an die Endkunden, Ende des „Massenverkaufs“ (in Japan).
  2. Umstellung der Produktion, diese soll in Zukunft in einem „Studio-Stil“ und einer „werkstattähnlichen“ Umgebung stattfinden.

Wir wollen im Folgenden die wichtigsten Passagen der Pressemitteilung durchgehen.

1. Stärkere Kundennähe

Ricoh hat sich als Hersteller ganz bewusst – ähnlich wie zum Beispiel auch Leica – dafür entschieden, die eigenen Produkte auf eine vergleichsweise kleine Zielgruppe zuzuschneiden. Die Verbindung zu dieser Zielgruppe soll in Zukunft durch einen intensiveren persönlichen Kontakt gestärkt werden, man möchte sich mit jedem Kunden verbinden und auf eine gegenseitige Kommunikation setzen.

Anscheinend möchte man die Kunden (zumindest teilweise) auch in den Prozess der Produktplanung einbeziehen:

„Wir werden auch ein System aufbauen, das es uns ermöglicht, mit unseren Kunden von der Produktplanung an durch Online-Treffen und andere Formen der Kommunikation zusammenzuarbeiten.“

PetaPixel interpretiert diese Aussage – unter anderem auch, weil an anderer Stelle von einer „Co-Creation-Community“ die Rede ist – so, dass es in Zukunft mehr Anpassungsmöglichkeiten bei Pentax Kameras geben wird und vielleicht sogar individuelle Kundenwünsche erfüllt werden könnten.

2. Ende des „Massenverkaufs“

Ende des Massenverkaufs, das klingt im ersten Moment dramatisch, hier muss man allerdings zwei Aspekte bedenken. Zum einen – das haben die Kollegen von Digitalkamera.de sehr schön herausgearbeitet – sind die Vertriebsstrukturen in Japan nicht mit denen in Europa oder Deutschland zu vergleichen. Während bei uns viele Kameras über vergleichsweise kleine Händler verkauft werden, dominieren in Japan einige wenige wirklich große Elektronik-Kaufhäuser. Dieses Vertriebssystem funktioniert bei den kleinen Stückzahlen, die Ricoh inzwischen nur noch verkauft, nicht mehr optimal. Deshalb möchte das Unternehmen in Japan auf einen direkten Vertrieb über das Internet und einige ausgewählte Shops vor Ort setzen. Wir in Deutschland sind von den Umstellungen des Vertriebs nicht betroffen, da der Kundenkontakt hierzulande bereits wesentlich direkter ist als in Japan. Das hat auch Ricoh Imaging Europa gegenüber Digitalkamera.de bestätigt.

3. Optimierte Produktion im „Studio-Stil“

Der direkte Vertrieb soll laut Ricoh dabei helfen, die Produktion zu optimieren. Dazu schreibt das Unternehmen:

„Darüber hinaus können wir durch den Einsatz digitaler Verkaufsmethoden die Marktnachfrage besser verstehen und eine optimale Produktion erreichen, die sich von dem traditionellen Modell der Massenproduktion und des Massenverkaufs unterscheidet. […] Die neue Geschäftsstruktur wird den Wert der Marken PENTAX und GR steigern, den direkten Kontakt zu den Kunden mit „digitalen“ Methoden herstellen und die Anziehungskraft beider Marken durch eine Produktion im „Studio-Stil“ verstärken und vertiefen.“

Was genau Ricoh mit einer „werkstattähnlichen“ Produktion im „Studio-Stil“ meint, ist zum aktuellen Zeitpunkt unklar. Ein genaues Konzept für die Umstellung der Produktion fehlt noch bzw. wurde nicht veröffentlicht.

Persönliche Anmerkung: Es wirkt nachvollziehbar, dass Ricoh mit einer deutlich direkten Vertriebsstruktur und einem engeren Kundenkontakt auch gezielter produzieren kann. Gewissermaßen „auf Nachfrage“ also, vielleicht nicht im wörtlichen Sinne, aber irgendwie in diese Richtung. Allerdings sollen die Änderungen in der Vertriebsstruktur ja nur den asiatischen und im speziellen den japanischen Markt betreffen. In Europa und USA ist der Vertrieb vielleicht direkter als in Asien, so wirklich direkt aber nun auch wieder nicht. Mir ist noch nicht ganz klar, wie Ricoh das unter einen Hut bekommen will. Denn so charmant die Beschreibung einer werkstattähnlichen Kamera-Manufaktur auch klingt, produziert werden soll in Asien ja sicherlich weiterhin für den globalen Markt – und dort ist die Vertriebsstruktur nicht überall so direkt wie zukünftig in Japan. Soll es vielleicht doch auch in anderen Ländern zumindest kleinere Anpassungen in der Vertriebsstruktur geben?

Update, 23. Januar 2022: Inzwischen hat sich auch Ricoh Imaging America nochmal zu der japanischen Pressemitteilung geäußert und – ähnlich wie Ricoh Europa auch – bestätigt, dass die Änderungen ausschließlich für den japanischen Markt gelten. Zudem soll die Massenproduktion für den amerikanischen (und sicherlich auch den europäischen) Markt fortgesetzt werden. Das liest sich so, als sollten die Produktionsstätten im „Studio-Stil“ eher eine Ergänzung darstellen. (Quelle: Ricoh USA)

Wie beurteilt ihr die Ankündigung von Ricoh?

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Ingo

Mark, ich finde, das hast du sehr gut erklärt.

Robin

Anfang vom Ende?

Mirko

ich vermute weitere werden folgen, Fotografie ist kein Massenmarkt mehr im klassischen Sinne

Alfred Proksch

Mirko, ich fürchte dem wird so sein. Wen interessieren schon Fotos an der Wand, in Magazinen wenn er auf dem Smartphone Videos und Informationen haben kann.

Mirko

ich persönlich finde es aber auch nicht wirklich schlimm, vieles was die neuen Kameras alles so drauf haben interessiert mich eh nicht und wenn man zukünftig halt eine neue braucht muss man wohl etwas tiefer in die Tasche greifen

joe

Das ist verständlich, denn was die wenigsten wissen, dass die Hersteller die Ausstellungsfläche bezahlen müssen und bei den geringen Stückzahlen von Ricoh ist das ein Zuschußgeschäft. Internet und Direktverkauf sind da die bessere Lösung.

Rolf Carl

Was ich mich schon längst frage; wieso kommen eigentlich praktisch alle Kameras aus Japan? Zumindest Deutschland sollte doch in der Lage sein, gute und wettbewerbsfähige Kameras zu produzieren. Und damit meine ich explizit nicht Kameras à la Leica, nämlich mittelmässige Qualität zu massiv überhöhten Preisen.

Aber vermutlich liegt die letzte Hoffnung in China, um wenigstens noch einen kleinen Wettbewerb offenzuhalten. Ist mir zwar auch nicht so sympathisch, aber immerhin noch besser als komplett von den Japanern abhängig zu sein. Und wirklich schade, dass Samsung den Stecker gezogen hat, so etwas hätte es gebraucht.

Mirko

warum nicht China, bei Uhren halten sie ja auch schon 25% am Weltmark

bodo schulz

Meine Vorstellung zu Grundwerten deckt sich mehr mit Japan als mit China. China will bald stärkste Wirtschaftmacht werden. Wo es geht sollte Wettbewerb bestehen bleiben. Und es könnte sich sehr krass und schnell umkehren. Ich kann den letzten 40 Jahren Kameraproduktion in Japan nur ein sehr gutes Zeugnis geben. Also ich wünsche Ricoh hier eine glückliche Hand. Die Pentax K1000 war mein Belichtungsmesser für meine Hasselblad und die zuverlässigste Rückfallebene und Kamera für Aufgaben wo 6×6 Fehl am Platz war.

Mirko

Bodo, mir geht es hier nicht um Grundrechte sondern das wir (der Westen) jede kleine Technologie darunter geschleppt haben und China davon profitiert.
Persönlich besitze ich vier China Uhren wobei in drei Uhren die Werke von SEIKO stammen und in einer kommt ein chinesisches GMT Kaliber zum Einsatz. Das chinesische Werk läuft aber sowas von genau und zuverlässig da sage ich Hut ab. Ich gehe mal davon aus das dieses Uhrwerk eine Kopie von ETA sein wird bzw. die Chinesen sich in die schweizerische Uhrenromantik mit eingekauft haben.
Von daher traue ich den Chinesen auch den Bereich Fotografie zu…haben doch bald ein leergeräumtes Betriebsgelände von Canon 😉

Bodo Schulz

Hallo Mirko,
meine Grundwerte sind soziale Marktwirtschaft (gibt es wohl nicht mehr…) und Grundwerte wie Freiheit usw. – will mich da aber nicht in Richtung nur einer Weltanschauung festlegen. Christliche Werte sind heute sicher keine schlechte Orientierung. Man muss es ja nicht gerade so sagen, wie ein gerader zurückgetretener Vizeadmiral. Zumal auch seine Ausrichtung sehr fraglich ist. Vielleicht wollte er auch nur seine Pension schon früher als geplant haben.

Also mir ist funktionierende Technik auch wichtig. Und guter Service. Und trotzdem mag ich es, wenn dazu noch Werte wie Wertschätzung und Menschenrechte mit im Paket sind.

Gruß
Bodo

Rolf Carl

Auch die Stative von Sirui sind vom Feinsten. Allerbeste Mechanik, und die Kugelköpfe laufen butterweich.

Mirko

stimmt Rolf und mittlerweile auch kein Geheimtipp mehr

K. Waldow

Wer denn? Es ist doch niemand mehr da und ein Staat produziert nicht. Die deutschen Kamerahersteller haben vor Jahrzehnten den Zug verpasst. Die Japaner sind aufgesprungen und sind weitergefahren. Die Investitionen wären viel zu hoch um die nötigen Strukturen und Produktionen aufzubauen für einen Markt der immer kleiner wird. Außerdem, Deutschland leidet an Bedenkenträgern, Mutlosigkeit, Schnachnasendauerrednern, Bequemlichkeit und nicht zuletzt auch an der Gier nach möglichst einfach und schnell Geldverdienen. Lieber Patente verkaufen Produktionen ins Ausland verlagern und hier nur noch Büros unterhalten.

Rolf Carl

Eine sehr interessante Frage und ein guter Kommentar, so gut, dass ich mich als neutraler Schweizer gar nicht getraue, darauf weiter einzugehen.

K. Waldow

Ich kenne die Schweiz zwar nicht persönlich, noch nicht aber dort scheinen ähnliche Probleme zu herrschen. Die wirkliche Arbeit also das auf Papier festgehaltene in wirklich fassbares zu wandeln wollen auch immer weniger. Und die Erziehung der Kinder durch die Eltern fördert dieses. Schade. Nur wer wirklich Stein auf Stein setzt baut ein Haus. Alle anderen hätten es gerne so wie auf dem Papier.

Ach verdammt, ich werde wohl nie wirklich neutral werden. Es reicht scheinbar höchstens zur Mirdochegalhaltung.

Rolf Carl

Ja, in der Schweiz herrschen ähnliche Probleme. Beispiel: Die Schweiz beheimatet 2 der grössten Pharma-Konzerne der Welt, diese haben aber die Produktion von Medikamenten nach China ausgelagert. Seit Corona stockt aber die Auslieferung von auch teilweise wichtigen Medikamenten, die die Spitäler dringend benötigen. Verrückt, oder?

Aber Corona hat auch zu einem Umdenken bei den Unternehmen geführt, die nun wieder vermehrt in heimischen Gefilden zu produzieren gedenken, um sich der Abhängigkeit von China zu entziehen.

K. Waldow

Ja, wirklich. Nur allzu oft steht leider die Gier vor Humanismus und Loyalität.

Es gibt halt nichts Gutes außer man tut es.

Ralle Art

Naja, am Ende wird Nikon übrig bleiben. Was abzusehen. 😜

Peter Braczko

Nikon: Die Besten bleiben immer übrig…..

Carsten Klatt

Natürlich, die Untoten schlucken Canon und dann Sony. Neue Innovationen kommen dann nur noch von Leica und Apple.

Peter Braczko

Innovationen von Leica? Wie soll das ohne die Unterstützung vom Panasonic funktionieren?

Chris T Himmelfarth

Mit Hilfe von Huawei, hahahaha

Peter Braczko

Der war gut!

Red and Gold

Pentax fand ich immer schon interessant. Hab sogar eine alte 6×7. Eine Kamera nach Kundenwunsch wäre sowieso klasse.

Übrigens kann mir mal einer von den Canon Freunden die Geschichte vom 50mm L erzählen. Wieso gab es ein 50mm 1.0 L und ein 50mm 1.2 L ? War eins davon einfach nur der Vorgänger oder wurden beide zeitgleich gebaut?

Cat

Es gab im FD Bajonett zwei 1.2/50 mm mit und ohne L. Dann erschien 1989 das EF 1.0/50 mm L – damit habe ich eine Weile gearbeitet, die Lichtstärke super, aber 1 Kilo Gewicht und dieser sehr zögerliche Autofokus oder eben manuell den Motor bedienen (frühes USM – nicht mehr mechanisch) war meins auf dauer nicht.
2007 wurde es vom 1.2/50 mm L abgelöst. Das habe ich bis heute und seinen „schlechten Ruf“ kann ich bis heute nicht nachvollziehen, es liefert traumhafte Fotos und abgeblendet eben auch die gewollte Schärfe. Das heutige RF 1.2/50 mm L wäre mir viel zu klobig und auch zu scharf und der Zauber ist etwas verflogen.
Was fehlt ist zum ersten Mal ein richtig gutes 1.4/50 mm von Canon. Also die Phantasiepreise die heute für 1.0/50 mm gefordert werden, kann man sicher nur als Sammler verstehen – als Fotograf eher nicht.

joe

Cat, ich hatte vor ein paar Jahren die Möglichkeit das EF 50/1.2L für gerade mal 700.-CHF zu kaufen. Ich habe es ausprobiert und mit den Bildern des 50/1.4L (das übrigens auch nicht der Hammer war) verglichen. ich muss sagen ich fand das 1.4 besser, denn offenblendig waren die Bilder des 1.2 – meiner Meinung nach – miserabel, nicht mal in der mitte 100% scharf. Und wozu kauft man hohe Lichtstärken, wenn man nicht offenblendig fotografieren kann? Ich habe es nicht verkauft und später auch das 1.4 verkauft. Das RF 50/1.2 habe ich – zusammen mit dem RF 85/1.2 – ausprobiert, toll, aber viel zu schwer.

Cat

Ich sprach ja von Zauber, nicht von Schärfe. Ich verwende das 1.2/50 mm EF in der Tat lieber an der R5 – weil dann eben die leidigen unscharf geschätzten Fotos der Canon DSLRs wegfallen. Ich denke das Objektiv litt extrem am Fehlfocus. Ich hatte einige davon zum ausprobieren u kam auch nur mit meinem klar – die anderen waren wie von dir beschrieben. Also perfekt fokussiert wollen diese Objektive schon werden, sonst sieht es grausam aus.
Mich störte mehr die CA, wie auch beim EF 1.2/85 mm L II. Ich hoffe Canon bringt noch ein scharfes 1.4/50 mm RF zum vernünftigen Preis, das optisch sogar besser sein kann als das 1.2.

Red and Gold

Vielen Dank für die Beratung.

Genau das suche ich. Ein Portrait Objektiv mit „Zauber“ und halbwegs brauchbaren AF. Ich mag es auch, wenn der Look etwas analog aussieht. Bei den neuen Modellen fällt mir da nichts ein. Canon 50mm 1.2 und 1.0 wären da so Kandidaten. Die Frage für mich ist, ob sich der große Preisunterschied zwischen den beiden lohnt.

Cat

Aus meiner Sicht nein. Allerdings vertrete ich auch die Meinung, dass ein 50 mm kein Portraitobjektiv ist. Ja es wird seit 20 Jahren, nicht selten aus Geldnot o Unkenntnis o um andere Wege zu gehen so verwendet. Und ja man kann damit aus kürzeren Abstand mehr Mensch ins Bild bekommen. Das ist aber oft dann nicht unproblematisch, wenn man Gesicht u Schultern formatfüllend ablichten will, weil den Vergleich zum 85 mm aus 80-100 cm Entfernung sehen Kenner sofort.
Heute sind wir ja die zumeist grässlichen Selfies mit vergleichbar 25-40 mm gewöhnt – leider.
Als um gezielt Menschen wohlproportioniert zu Portraitieren würde ich immer 85 mm und dazu 35 mm oder bei langen Beinen auch 24 mm verwenden. Aber vielleicht bin ich auch nur altmodisch und verzeichnete Gesichter sind heute schön.
Zum extremen Freistellen würde ich auch immer 85 mm oder 1.8/135 mm verwenden. Wenn 50 – überzeugen mich bis heute 1.2/50 mm Canon – 1.4/50 mm Nikon bei DSLR am meisten und sonst 1.2/50 mm Sony GM.

Red and Gold

Sehr interessant. Was wäre deine Wahl bei einem 85er für DSLR herstellerübergreifend?

Cat

Das ist einfach: Canon 1.4/85 mm L IS oder wer auf Retro steht, das alte Nikon 1.4/85 mm, auch das Pentax war stark.

Cat

fast vergessen, ein „Geheimtipp“ – Nikon AF-S 1.4/105 mm – weit unterschätzt und sehr zauberhaft.
Wichtig ist aus meiner Sicht, das System zu wählen mit dem die besten Blitzergebnisse zustande kommen, denn Porträts ohne leichten Aufhellblitz (oder Aufheller) sind für mich fast immer mist, es sei denn die Persohn sitzt mit Gesicht am Fenster oder guter Lichtquelle. Und ich mag die modischen Alien-Bilder gar nicht mit Ringblitz – das wird für mich immer unnatürlich aussehen udn lenkt den Blick von der Tiefer/ den Farben der Pupille ab. Fuji ist mit Blitzanlage perfekt, mobil ist mir aber Canon am liebsten.

Cat

Ja Pentax, lange und ausgiebig damit fotografiert, von der MESuper, SuperA, LX, 645,67. Aber mit Autofokus hat es Pentax irgendwie aus der Spur geworfen, PowerZoom kam zu früh, 1.4x Konverter viel zu spät, Pentax Q war Unsinn und bald passte nichts mehr richtig zusammen, bis dann die K1 und 645Z erschienen. Aber ich weiß von denen, die noch mit dem System arbeiten, dass es auch Servicemängel und technische Mängel gibt, mit dem Bajonett und Kontakten vor allem. Sie waren damals fast die letzten, die mit K-Bajonett auf den Markt kamen und sind heute wieder die letzten, die ihr Bajonett und System nicht modernisieren. Und jetzt wollen sie „Japans Leica“ werden – nichts anders lese ich aus dieser Pressemitteilung. Pentax ist in Japan bei den gestandenen Fotografen sehr beliebt, vielleicht nicht weniger beliebt als Nikon – also eine Manufakturfertigung wird dort sicher einige Menschen begeistern. Aber in Europa hat Pentax immer stärker abgebaut und ist ja beinahe nur noch in Frankreich gut präsent. In den USA hatten früher „alle“ Fotografen eine Pentax 67 zusätzlich zur Nikon dabei – aber auch das ist lange her und heute füllt Fujifilm die Lücke viel geschickter. Ich bin gespannt ob sie weiter 645 anbieten und… Weiterlesen »

Martin Berding

Warum ständige Nachfolger? Die Kameras aller Hersteller sind ausentwickelt, im Prinzip braucht man nur noch Kleinigkeiten zu ändern. Ich denke Pentax oder eben Ricoh weiß das. Auch das festhalten an Reflex ist auch positiv, denn in absehbarer Zeit wird es das von Canon und Nikon nicht mehr geben. Die Interessenten wissen dann auch, wo die Reflex zu haben ist. Die Pentax Q war Unsinn, völlig richtig. Darum wurde sie auch aufgegeben.

Thorsten

Volle Zustimmung, so habe ich auch mal angefangen, hatte die gleichen Kameras, ausser die MF. Aber mit der Z1 begann der Abstieg. Bin dann zu Nikon gewechselt, die waren zu der Zeit ganz klar deutlich voraus, bis auch Nikon abbaute, besonders in Qualität und Service.
Zu Pentax und Nikon Zeiten habe ich noch zusätzlich die Contax RTS3 genutzt, fuer mich die beste analoge KB Kamera, die je gebaut wurde, auch die Zeiss Objektive waren eine Wucht, leider boten die fuer Naturfotografen nicht alles. Inzwischen mit Lumix L- Mount bin ich wunschlos glücklich.
Pentax wird es meiner Meinung nach in 10 Jahren nicht mehr geben, jedenfalls keine Spiegelreflex mehr, dazu haben Spiegellose zu viele Vorteile.

mathias

Jeder Kamerafunktion erfordert einen Entwicklungsaufwand.
Das kritische ist aber nicht die Einzelfunktion sondern die Integration der vielen Einzelfunktionen in ein stimmiges Gesamtsystem – das ist ein deutlich schwierigeres Thema.
Zudem überlasten diese Funktionen oft den Anwender.

Allerdings nehme ich an vielen Stellen schon wahr, dass nach technischen Möglichkeiten auf dem Datenblatt gekauft wird und nicht nach den wirklichen persönlichen Bedarfen.
Ein echtes Risiko für Pentax.

Wenn man wie Pentax und auch Ricoh sich schon auf ein deutlich engere Anwendungsfeld und damit Kundengruppe spezialisiert hat, macht es doch nur umso mehr Sinn, genau dieser Gruppe zuzuhören und dann so zu bedienen, dass man sich als Kunde auch ernst genommen fühlt.

In Deutschland ist man als Pentaxian übrigens schon sehr direkt eingebunden in die Kommunikation mit den deutschen Firmenvertretern. Und der Austausch ist sehr gut.
In Richtung Japan ist noch etwas Luft nach oben – also ich hoffe mal.

Mit den Kameras, der Philosophie, den erziehlbaren Ergebnissen und dem, was ich bei Pentax und Ricoh bekommen kann bin ich aktuell sehr zufrieden.

Ich wiederhole es gern – ein Stück Exklusivität, dass man nicht preiswerter bekommt.

Und das was rauskommt passt für mich eben auch.

100carat

Cat hat es schon ganz richtig beschrieben: Die Aussagen von Pentax kann man nur so verstehen, dass man das Unternehmen zum „Leica des Ostens“ umbauen möchte (besser: muss), um wirtschaftlich zumindest eine gewisse Chance hat zu überleben. Der geplante Studio-Charakter spricht Bände, ebenso dass sie Kameras im Dialog mit Kunden entwickeln und konfigurieren wollen. Der „Maßschuhmacher“ für Fotografen. Immerhin gehen sie mit diesem Konzept deutlich weiter als Leica, wo Sonderanfertigungen die Ausnahme waren.

Martin Berding

Es ist das gleiche wie der TV von Metz oder Loewe, den es nur im Fachhandel gibt. Den Service gibt es gleich dazu. Das ist der Unterschied zum großen Elektrofachmarkt.

Thorsten

Die sind doch beide pleite

N1USER

Wohl weil es deutsche Firmen waren 😉

100carat

Nein, weil im Falle von Loewe das Management beratungsresistent sowie nicht visionär war, entscheidende technologische Entwicklungen viel zu spät erkannt und über ein Jahrzehnt ignoriert wurden und selbst bei den Verhandlungen mit interessierten Investoren unbegreifliche Fehler gemacht wurden.

100carat

Nicht ganz, Thorsten. Loewe ist nach zwei Insolvenzen wieder am Markt. Schauen wir mal, wie lange.

Stefan Komarek

Wir denken bei Ricoh vor allem an die Marke Pentax. Ich zweifle, dass die Ricoh-Geschäftsleitung das genauso sieht. In den Geschäftsberichten der letzten Jahr wurden die Ricoh GR und die Ricoh Theta 360 (eine 360° Kamera), erwähnt, aber nie das Wort Pentax. Auch wird für Pentax keine Reklame gemacht, wohl aber für die Ricoh GR.

Bei Manufaktur und Maßscheidern entsteht bei mir die Gedankenverbindung: schrecklich teuer. Vielleicht denkt die Ricoh- Geschäftsleitung eher an professionelle Kunden. Die Theta 360 – so hieß es in einem Geschäftsbericht – wird erfolgreich an Immobilienmakler verkauft, die damit, eingebunden in eine Software-Lösung, ihren Kunden Rundumansichten von Wohnobjekten zeigen können. Da würde auch der Direktvertrieb passen.

Wenn hier im Forum von Pentax gesprochen wir sind das immer nur Erinnerungen an vergangene Zeiten – je, wie war das schön! Keiner berichtet über seine „aktuelle Pentax“. Wer hat denn so etwas noch, eine aktuelle Pentax?

In den Fachgeschäften ist Pentax schon weitgehend verschwunden. In den Schaufenstern und Vitrinen sehe ich nichts mehr.

mathias

Ein guter Beitrag.
In Bezug auf Pentax – also ich berichte noch öfters über meine aktuellen Pentaxe und in anderen Foren gibt es noch seht aktive Nutzer.
Und die Verkaufszahlen der K3 III scheinen doch nicht schlecht zu sein.

Entsprechend der geringen Marktanteile natürlich gegenüber anderen Marken leider dann doch in der Breite nur wenig wahrnehmbar.

Stefan Komarek

Dann bist du der Leuchtturm.

Ich habe den Eindruck, dass Pentax weitgehend vom Markt verschwunden ist. Vor 15 Jahren war das novh anders. Da gab es sogar Pentax-Promotoren bei Media-Markt und Saturn.

Übrigens hat Ricoh USA schon wieder zurückgerudert: Statement from Ricoh Imaging Americas Regarding Jan. 20, 2022 Announcement from Ricoh Imaging Co., Ltd. – Ricoh (ricoh-imaging.com)

Ricoh USA betont, dass Kameras auch weiterhin über die Händler verkauft werden. Es bleibe auch bei der Massenproduktion. Die Änderungen gälten nur für Japan.

Dirk

Nur damit mathias weiß, dass er nicht alleine hier ist 😉… Ich fotografiere derzeit immer noch am liebsten mit meiner KP und K-1, auch wenn ich immer mal wieder über den Tellerrand schaue, und mir ein zweites spiegelloses System leiste (Fujifilm). Aber ja, Pentax ist schon schwer auf den Rückzug bzw hinein in die Nische. Allein der Gebrauchtmarkt wie bspw im Dslr Forum spricht Bände. Dennoch hege ich weiter die Hoffnung, dass Ricoh die Marke am Leben lässt,zumindest in Japan haben sie noch Sichtbarkeit.

Alois

Und noch einer, der mit aktueller Pentaxtechnik fotografiert. Mein Umstieg von analog Canon hat mich 2008 zu DSLR Pentax gebracht: Kameras, die in meine Hand gebaut waren und sind mit einem hohen Grad an Individualisierbarkeit. Ja, die Entwicklung einer spiegellosen hat man verpasst, vielleicht ein Fehler. Die aktuellen DSLR, insbesondere die K3III sind hervorragende Kameras.

Alfred Proksch

Als armer Lehrling habe ich mit einer Pentax Spotmatic und vier Festbrennweiten (M42 Gewinde) fotografiert, 6×6 war eine Yashica Mat 124G mit Tele und Weitwinkel Konverter. Etwas anderes war finanziell nicht möglich. Schöne Erinnerungen daran sind geblieben. Zur aktuellen Situation muss ich anmerken das sie über kurz oder etwas länger wirklich ALLE Hersteller von aufwendigen Systemkameras unabhängig von der besten Technik betreffen wird. Wer glaubt das sich Aktienunternehmen nach Fotografen Wünschen richten der irrt gewaltig. Erträge sind das Zauberwort denn diese ermöglichen Gewinne. Stimmen diese nicht sind die Aktionäre schneller weg wie man blinzeln kann. Wir hier im Forum sind unabhängig unserer jeweiligen Meinungen der Fotografie zugewandt. Häme, Schadenfreude sind nicht angebracht wenn ein Hersteller andere Wege gehen muss. Wenn ich etwas kritisieren soll dann sind es die „Zukunftsplaner“ in den einzelnen Konzernen. Deren allgemeine Weitsicht was das Verhalten bezüglich Bilder/Video Nutzung angeht ist fehlerhaft. Sofortige Verfügbarkeit rund um den Globus ist angesagt, ob der Augen AF einer Systemkamera Millisekunden schneller als der der Mitbewerber ist interessiert den Endverbraucher/Anwender/Smartphone-Kunden höchstens an fünfter Stelle wenn überhaupt. Wer so wie ich Foto verrückt ist muss zukünftig mit einem knappen und teureren Angebot seitens der „verbliebenen“ Hersteller rechnen. Die wenigen beruflichen Anwender können… Weiterlesen »

Robin

Fakt ist auch, der durchschnittliche Privatanwender, will nicht mehr als 500$ für eine Fotoausrüstung und 150$ für ein Smart Phone ausgeben. Ebenso, wie Bugatti keine Massen Ware ist. Vielleicht auch interessant, wenn von manchem brandneuem Smart Phone in den ersten Sekunden 100 000+ verkauft werden.

Alfred Proksch

Robin

es ist meine vielleicht unmaßgebliche Meinung und sie ist nicht unbedingt richtig.

Technik interessiert mich nicht solange sie mir keinen deutlich ersichtlichen Mehrwert bringt. Selbst dann stellt sich die Frage ob diese Technik für meine Art Bilder zu machen einen Vorteil darstellt. Wenn sie den zeitlichen Ablauf verkürzt oder den Vorgang an sich verbessert und angenehmer macht wird sie angeschafft.

Auf den Punkt gebracht: Hersteller versuchen immer noch pure Technik zu verkaufen! Richtig wäre Vorteile beim Nutzen in den Vordergrund zu stellen. Emotionen wecken!

Wenn ich mir vorstelle das Pentax/Ricoh einen digitalen Laden hätte wo man sich eine K3-lll oder eine 645Z gegen eine beim Kauf anrechenbare Gebühr leihen könnte? Da muss niemand in die nächste Hauptstadt fahren und kann in Ruhe zu Hause probieren ob das System das hält was man sich vorgestellt hat.

Ich bin der Überzeugung es funktioniert wenn es professionell gemacht wird!

Robin

War auch keine Kritik, nur ein paar Gedanken.

Robin

Wohl doch eher, der Anfang vom Ende. DSLR reicht eben nicht und man hat halt nicht 36×24 erfunden, wie Leica.
Die japanische Leica als SLR war, lange ist es her, die OM1.
Sollte auch M1 heißen, was natürlich an Leica scheiterte.
Außerdem gibt es genügend Kameras außerhalb Japans etwa, GoPro USA, DJI China, Arri Deutschland, Videokameras eben.
Oder eben Spezialisten, Astrokameras für 45 000$ oder Kameras in Defender und Bronco.
Warum in China keine, so richtige
Hybridkameramarke entstanden ist? Vielleicht zu sehr mit Überwachungskameras beschäftigt.
Aus Russeland gibt es doch auch einen überteuerten Leica Klon Versuch.

Peter Braczko

Kleine geschichtliche Korrektur: Leitz in Wetzlar baute NICHT die erste Kleinbildkamera für das Format 24×36 mm, also für den sogenannten Kinefilm und ist damit keinesfalls der Erfinder. Da waren andere Hersteller Jahre voraus, aber richtig ist: Leica fertigte die erste ERFOLGREICHE Kleinbildkamera, das ist ja auch anerkennenswert!

Cheryll

Wenn die ein Vertriebsweg weglassen, in diesem Fall den klassischen Einzelhandel, würde ich das gleich setzen mit einem Werksverkauf. Welcher günstiger sein soll, als der Verkaufspreis im Einzelhandel. Dann sollten die Preise bei Pentax hoffentlich sinken.

Das Theoretische Modell, das Kunden bei einer Firma etwas mitbestimmen können, habe ich in der Praktischen Umsetzung bei einer sehr großen Firma bereits miterlebt. Das Online-Forum dazu war prall gefüllt mit Vorschlägen. Die überwiegende Mehrzahl der Vorschläge passten aber anscheinend der Geschäftsleitung nicht ins Konzept. Eine Umsetzung wurde überwiegend nicht durchgeführt. Die anfängliche Euphorie der Kunden an der Entwicklung bzw . Weiterentwicklung von Produkten und Dienstleistungen teilhaben zu können, schlug nach einigen Monaten in Frust um.

Frank

Ich denke, die Sache mit dem Betriebsweg möchte man ändern, um die Preise zu stabilisieren. Ein Unternehmen mit vergleichsweise kleinen Umsätzen im Fotobereich ist auf kurzfristige Gewinne angewiesen, um seine Kosten zu decken, und darüber hinaus auch den Aktionären etwas abzugeben. Einen kleineren Preis würde ich hier nicht erwarten, im Gegenteil. Das Modell läuft vermutlich darauf hinaus, daß bei bestimmten Modellen Wunschoptionen
geordert werden können, die dann gegen ein Aufgeld in der Werkstatt realisiert werden können. Das Ganze wird aber seinen Preis haben. Da kann nicht jedermann mitbestimmen, wie seine Kamera aussehen soll.
Ich kenne so etwas aus dem Kundendienstbereich. Werden die Kunden befragt, was sie am Service für verbesserungswürdig halten, dann kommen tausend Vorschläge, wie beispielsweise Abendservice bis 22 Uhr,
beim Kunden vor Ort wohl gemerkt. Wenn dafür jedoch eine Kostenpauschale von 30 Euro erhoben wird, dann wird es ganz schnell still. Nur die Gutbetuchten haben dann noch Interesse an diesem Service. Und genau die
vermute ich will der Hersteller im geschilderten Fall ansprechen.

Martin Berding

Neue Strategien sind eigentlich nichts besonderes, die Zeiten ändern sich. Im Fall der Fotografie sind seit den letzten 10 Jahren immer weniger Interessenten, die kaufwillig sind. Die Käufer von Kompaktkameras sind zum SP abgewandert, auch das Interesse an Kameras für Wechselobjektive ist gesunken. Einerseits blöde Entwicklung, andererseits sehr gut, wie Pentax an diese Themen rangeht. So kann man ziemlich sicher sein, dass die Marke bestehen bleibt, obwohl die künftige Entwicklung im allgemeinen kaum absehbar ist. Pentax war und ist auf Qualität gepolt, die beste Voraussetzung für Weiterbestand. Gut gemacht war das Angebot an den K1 Bestandskunden, das Gerät auf die K1/2 umzurüsten. Anderswo gibt es nur ein Update und nach 3 Jahren auch das nicht mehr. Mit Leica sollte man Pentax nicht vergleichen, die Leica sollte für lange lange Zeit sein, die Pentax für lange Zeit.

Chris T Himmelfarth

Also ich hätte gern eine / mehrere wirklich schöne, aber bezahlbare Kamera(s), da dürfte dann auch gern Ricoh oder Pentax draufstehen, aber dere Produkte finde ich zu langweilig, besonders die Ricoh GR-Serie.

Was ist mit solchen Sachen wie etwa der Sony RX1(R) … sowas kann doch für eine Firma wie Pentax-Ricoh nicht unmöglich sein. Eine kleine, kompakte Vollformatkamera, die dann statt 1.000 EUR (wie die GR) 1.800 bis 2.000 EUR oder so kostet. Ohne Schnickschnack.

Oder eben doch eine Spiegellose, sowas gab’s doch schonmal, und da passten die Objektive mit K-Mount ohne Adapter dran. Wieso nicht nochmal sowas? Die Entwicklung kann doch nicht so teuer sein, denn sie hatten ja schonmal eine … und 8K Video braucht ein Pentaxianer sicher nicht, 4K wohl auch nicht.

Martin Berding

Warum nur noch spiegellos? Auch der optische Sucher bietet jede Menge Vorteile. Etliche Kunden wollen die Reflex, werden nur in absehbarer Zeit bei Canon und Nikon nicht mehr fündig, dafür aber bei Pentax. Dazu gibt es noch eine hochwertige Kamera und sehr gute Objektive. Warum hält Leica am Messsucher fest? Das ist die Visitenkarte der Firma, Leica ist die M, alles andere von Leica steht im Schatten der M. Natürlich könnten sie den Messsucher durch einen elektronischen auswechseln. Nur dann ist die Identität der M weg. Pentax könnte auch statt des Spiegels einen elektronischen Sucher einbauen, dann wäre auch deren Identität weg. Denkbar wäre auch die Einblendung eines elektronischen Sucherbildes in den Sucher. Das als zuschaltbare Funktion.

Nikole

Also, erstmal ist es eine Art Bankrotterklärung seitens Pentax an den Markt.
Das Umfeld hat sich geändert, Pentax hat sich nicht bewegt. Jetzt kommt die Quittung.

Die Antwort darauf ist aber wieder ein fortsetzen des Blindfluges.

Wenn man nun, die Produkte, die bisher immer weniger überzeugt hat nun mit Gravuren, Lederfarben größerem Eyefinder individualisiert und viel teurer selbst direkt verkauft, spricht man betuchte Sammler an aber keinen neuen Markt. Der Markt verkleinert sich dadurch nur automatisch von selbst.

Denn, wer möchte auf einen aussterbendes und immer teurer werdendes System setzen?

Zusammenfassend kann man sagen:

Ohne eine Massenproduktion wird es Pentax Systeme definitiv, nicht mehr so günstig geben wie heute.
Ob sie das Leica Niveau erreichen kann ich nicht sagen, aber warum nicht.

Anscheinend betrefft die Schrumpfaktion nicht Ricoh.
Das ist eigentlich die einzig gute Nachricht.

Martin Berding

Warum Bankrotterklärung? Ein Produkt braucht nur etwas Gewinn abwerfen, alles gut. Märkte bewegen sich, Kundenwünsche ändern sich. Ein Wegwerfprodukt ist schon in wenigen Jahren unverkäuflich, die Kamera für lange Zeit dann Realität. Ständige Wechsel der Ausrüstung wird sich auch künftig kaum jemand leisten können, andere Kosten wie Energie und Kraftstoffe stehen im Vordergrund. Ich kenne noch das Konsumverhalten der 70er Jahre, wo ein Gerät, eine Kamera, oder sonstiges als Wertgegenstand angesehen wurde. Dieser wurde lange behalten und gepflegt. Es gab auch nicht diese immensen Müllberge und nicht die gewaltige Verschwendung von Rohstoffen. Massenproduktion wird aussterben, Wertgegenstände zurück kommen. Das sind wir unseren Nachkommen schuldig.

Nikole

*es gab ein Update des Artikels. Daher relativieren sich meine Aussagen entsprechend.
Wenn sich Pentax für eine Beständigkeit seiner Produkte entscheidet, umso besser.

Nikole

Dieser Vorgang ist aber nicht nur auf Pentax beschränkt.
Nahezu alle folgen dieser Tage eine Art versteckter Preistreiberei bzw. Inflation.
Es ist ziemlich klar, dass wegen der allgemein schwierigen Lage (Chipmangel, erhöhte Transport, Energie und Rohstoffpreise) niemand sein Produktsortiment ohne weiteres so weiter aufrecht erhalten kann.

Die Antwort der Hersteller ist immer die gleiche:
Einstellen der günstigeren Einsteiger-Produkte mit niedrigen Margen die ohnehin hätten verteuert werden müssen, aber die dann niemand gekauft hätte.

Also fallen diese zugunsten der höherpreisigen Produkte weg.

Ein positiver Nebeneffekt:
„Schrott“ zu verkaufen, wie es viele Chinesen bisher taten, wird kaum noch möglich sein.
Dafür sind die Rohstoffe zu schade und zu teuer.

Im Prinzip zwingt die allgemeine Verteuerung die Menschheit automatisch dazu nachhaltiger zu agieren.
Was ökologisch gesehen zunächst positiv zu werten ist.

Nikole

Diese negative Entwicklung werden wir leider noch weiter so verfolgen, bis die Smartphonekameras mit den MetaMaterial-Linsen kommen. Dann ist mehr oder weniger Ende Gelände für alle angesagt, wenn sie sich die Technik nicht vorher lizensieren oder mit einsteigen. Das dürfte spätestens so in 5 Jahren der Fall sein. Ganz aussterben werden sie nicht, denn ein Bild im Sensor zu generieren ist ja nur die halbe Arbeit. Die restliche Elektronik nach dem Bildprozessor und die Kamera-Kontrollmechanismen für die Bedienung sind ja nicht umsonst noch da. Was ich kommen sehe, ist nur der Umstand, dass alles was man im Profibereich an Objektiven benötigt wegen der extremen Kompaktheit der Linsen/Sensor-Einheit nun direkt in die Kamera wandert. Die Kameras bleiben ähnlich teuer dafür aber dann „komplett“ und würden einen weiten Bereich abdecken die bisher nicht möglich war: Makro ab 1mm (Abstand) bis zu Brennweiten über 1000mm Teleskopen. Die Blende müsste sich zentral einstellen lassen. Die Brennweiten würden über fixe MetaMaterial-Linsen über einen Wählrad auswechseln. Wie das mit dem Fokus funktioniert habe ich jedoch noch nicht verstanden. Wenn man es flach bauen würde, wäre man bei den Kassettenähnlichen Ferngläsern angelangt die man in vielen Science-Fiction Filmen beobachtet. Bei der Astronomie würde die Technik auch zu… Weiterlesen »

Joachim R.

Smartphones sind auch nur eine Zwischenlösung, die ganze Technik wird irgendwann komplett im Miniformat in unsere Köpfe reinoperiert und unsere Augen als perfekte Dual-Kameras an die Internettransfereinheit angeschlossen. Per GPS, natürlich auch im Kopf eingebaut findet man uns dann überall. Urlaubseindrücke werden automatisch an alle Verwandten geschickt, usw. Das wird echt klasse. Ich denke, dass ich das hoffentlich nicht mehr erleben muss und sowas wird auch nie kommen. Bleiben wir alle mal auf dem Boden, ein Smartphone ist nur ein kleiner dummer Computer, der uns nur durch Marketing immer wieder neu verkauft wird. Zum Leben braucht man das Ding wirklich nicht! Und eine vernünftige Optik die braucht grundsätzlich ganz viel hochentwickeltes Glas!!!! Da geht kein Mini-Gläschen, ganz abgesehen von den Mini-Sensoren.

joe

Hallo Joachim, ich habe ein paar Jahre bei American Optical in Frankfurt als Marketingleiter gearbeitet und ich muss dir leider sagen, dass – egal wie gross das Glas ist, ein perfekter Schliff das Wichtigste ist, dieser gelingt übrigens bei kleinen Gläsern besser als bei grossen wegen der Krümmung der Gläser. Über die Dicke der Gläser entscheidet der Brechungsindex, aber ein gut geschliffenes dickes Glas ist nicht schlechter als ein gut geschliffenes dünnes Glas, es ist halt nur schwerer. Grosse Gläser können zwar mehr Licht einfangen, aber um eine gute Randschärfe zu erhalten müssen die Krümmung und der Schliff perfekt sein. In der Mitte ist jedes Glas scharf (korrekter Schliff vorausgesetzt).

Alfred Proksch

Meine Einlassung dazu

Schon vor der Herstellung von den unterschiedlichen Glassorten für die optische Industrie sind chemische Analysen der verwendeten Mineralien ein Muss! Rezepturen sind ein Betriebsgeheimnis. Alleine der kontrollierte Abkühlungsprozess dauert seine Zeit und führt nicht immer zum gewünschten Ergebnis. Da ist von einer Linse noch lange keine Rede. Ich hatte die Gelegenheit zwei Rohglasproben vergleichend unter dem Mikroskop zu betrachten. Transmissionsverhalten ist das Stichwort dafür, es lagen Welten zwischen den beiden Proben. Beide wurden aber für die Weiterverarbeitung (unterschiedliche Zwecke) freigegeben und gekennzeichnet.

Es ärgert mich immer wieder wenn unsachgemäße Objektiv Vergleiche veröffentlicht werden die ohne Messung auf der optischen Bank entstanden sind. Weil je besser diese Werte sind um so weniger muss die Kamera interne Objektiv-Korrektur einschreiten. Wer weiß wo er hinsehen muss kann den Unterschied erkennen, es lassen sich nämlich nicht alle Fehler digital korrigieren.

Wenn ich besondere „Effekte“ möchte verwende ich adaptiertes Altglas. Ein Rodenstock Imagon an der Fuji GFX100 liefert eindrucksvolle Ergebnisse OHNE nachträgliche Bearbeitung.

Rolf Carl

Alfred, sich ärgern ist schlecht für den Blutdruck.

joe

Alfred, eines habe ich noch vergessen, die Beschichtungen der Gläser spielen noch eine sehr wichtige Rolle bei der optischen Qualität.

Nikole

Joachim, über Tesla hat man sich bis zum Fremdschämeffekt auch lustig gemacht.
Bei dieser Technik der Metamaterial-Linsen stehen nun alle plötzlich auf dem gleichen Startpunkt. Wenn man mit den Chinesen zusammen gemeinsam am Start ist, kannst Du Dir den Verlauf der Entwicklung entsprechend ausmalen.
Hast Du mal die Ergebnisse der MiniLinse gesehen?
Wer sagt denn, dass sie mini sein müssen? Vergrößere doch mal einfach die Linse auf eine Größe wo Du es inkl. Sensor noch vertreten kannst. Wieviel mehr Licht bekommst Du?
Wie man ließt, sind diese Linsentypen sehr einfach herzustellen. Gerne darfst Du jetzt den Impact auf den Objektivmarkt der herkömmlichen Hersteller ausrechnen.

Alfred Proksch

Danke Nikole

Du hast eigentlich alle an der Misere beteiligten Umstände aufgeführt. Jeder von uns nutzt ob er das möchte oder nicht digitale Techniken. Das bedeutet wir sind absolut abhängig! Sogenannte Systemrelevante Grundversorgung (Wasser, Energie usw.) funktionieren ohne digitalisierte Steuerbefehle nicht.

Neue Möglichkeiten der Bildaufzeichnung stehen in den Startlöchern, mich freut das besonders weil ich nicht mehr Kilogramm sondern nur noch Gramm mitnehmen muss. Schade ist nur das meinen Fingern ohne Drehknöpfe und Schaltern bestimmt langweilig wird.

Sinn übergreifend gesagt: Eine vom Baum gepflückte Orange zwischen den Fingern gedreht, geschält und genossen. Etwas später eine gelblich-orange Flüssigkeit mit künstlichen Aromen getrunken, sollte angeblich Orangensaft sein! So geht es mir wenn ich mit dem Smartphone Bilder mache!

Ingo

Also, ich interpretiere das so, daß es in Zukunft pinkfarbene K1 und K3 III im Hello Kitty-Stil geben wird.
Wenn wir Glück haben, auch für den internationalen Markt. Ansonsten fleißig importieren.

Alfred Proksch

Schade das alles beim Alten bleibt. Meine Hoffnung war das sich durch einen „digitalen Laden“ mit entsprechendem Test Angebot die Verfügbarkeit der Produkte für Interessenten verbessert.

Bei mir ist es immer noch so das eine Kamera erst nach einer persönlichen „Handhabung“ gekauft wird. Tolle Technik und Fremdtests sind das Eine wie sie zu mir passt ist das Andere. Momentan ist es schwierig ein Pentax Produkt real in die Finger zu bekommen.

joe

Alfred, da wird und kann nicht mehr viel investiert werden. Ricoh/Pentax ist auf dem Kameramarkt zu klein und hat irgendwann den Anschluss verpasst. Man wird kein Geld mehr in ein schrumpfendes Marktsegment stecken. Die Kosten werden mit dem Direktvertrieb minimiert und die Kuh wird solange gemolken wie sie noch Milch gibt. Mal schauen wie lange noch.

Alfred Proksch

Ist auch möglich. Zum melken bräuchte es eine reale Kuh zum anfassen, sonst ist auch der dazu gehörige Stall überflüssig.