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Samsung NX1 vorgestellt: Samsung bläst zum Angriff

Vor wenigen Minuten hat Samsung in Köln auf der photokina die neue NX1 vorgestellt. Die Kamera ist eine Kampfansage an die Konkurrenz.

Da ist sie also, die erste „echte“ Kamera-Neuheit der photokina 2014! Samsung gehört ja nicht gerade zu den großen Herstellern auf dem Kamera-Markt, doch spätestens nach der Präsentation der neuen NX1 werden einige Kunden das Unternehmen wohl auf dem Schirm haben – denn die technischen Daten wissen insgesamt in jedem Fall zu beeindrucken.

28-MP-Sensor und beeindruckender Autofokus

Der APS-C CMOS-Sensor der NX1 löst mit 28,2 Megapixeln auf und entgegen vorheriger Gerüchte handelt es sich nicht um einen ISOCELL-, sondern um einen BSI-Sensor. Wir sind gespannt, was dieser in Kombination mit dem ISO-Bereich von 100 bis 51.200 zu leisten im Stande ist. Extrem beeindruckend (zumindest auf dem Papier) ist der verbesserte Hybrid-Autofokus mit sage und schreibe 205 Phasen- bzw. 209 Kontrast-AF-Punkten. 153 der Phasen-AF-Punkte sind zudem als Kreuzsensoren ausgelegt. Wenn das ganze System einigermaßen schnell arbeitet (und das soll es, von 55 Millisekunden ist die Rede), sollte dieser Autofokus in jedem Fall zu den besten auf dem Markt gehören.

Schneller elektronischer Sucher & AMOLED-Display

Überhaupt kann die Samsung NX1 mit Geschwindigkeit überzeugen, denn die Serienbildgeschwindigkeit liegt bei tollen 15 Bildern pro Sekunde. Ermöglicht wird das unter anderem durch den neuen DRIMe V Prozessor, der rund 30 Prozent schneller als sein Vorgänger sein soll. Die minimale Verschlusszeit gibt Samsung mit 1/8.000 Sekunde an. Für die Anzeige verschiedener Darstellungen stehen ein großer und extrem schneller XGA-OLED-EVF mit 2,36 Megapixeln sowie ein kippbares 3-Zoll-AMOLED-Display mit rund 1 Millionen Bildpunkten zur Verfügung. Zusätzlich gibt es – und das kennt man eigentlich in erster Linie von Profi-DSLRs – auf der Oberseite der Kamera auch einen zweiten kleinen Bildschirm.

4K-Videoaufnahmen möglich

Kommen wir zu den Video-Funktionen: Hier kann die NX1 in jedem Fall punkten, denn sie gehört zu den wenigen High-End-Kameras, die Videos in 4K aufzeichnen kann. Konkret kann 4K (4.096 x 2.160) mit 24 fps aufgezeichnet werden, UHD (3.840 x 2.160) mit 30 fps und Full HD mit 60 fps. Damit die ganzen Datenmengen auch schnell auf die Speicherkarte wandern, unterstützt die Kamera UHS-I und UHS-II-Seicherkarten. Kodiert wird mit dem leistungsfähigen H.265-Codec. USB 3.0, NFC, WiFi und Bluetooth 3.0 runden das Gesamtpaket der Samsung NX1 ab.

Preis und Verfügbarkeit

Das Gehäuse der NX1 – hierbei handelt es sich im Übrigen um ein gegen Staub- und Spritzwasser geschützes Magnesium-Gehäuse – wird 1.499 Euro kosten. Zusammen mit der NX1 hat Samsung auch ein neues 50-150mm f/2.8 ED OIS S Objektiv zum Preis von 1.599 Euro vorgestellt.

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

2 Kommentare

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  • Es ist logisch (=ökonomisch nachvollziehbar), dass nicht gerade die alten Platzhirsche von Nikon&Co. das Feld der spiegellosen Systemkameras für sich neu besetzen. Innovation meets Nostalgy. Auch wenn sich z.B. SONY in den Miniaturisierungsdrang mit seinen kleinen Vollformat-Kameras fanatisch verrennt bzw. verläuft… (ein 2.8er mit ordentlicher mittlerer Brennweite geht eben nicht leichter bzw. kleiner)…

    Ein professionelles Bildaufnahmegerät muss auch danach aussehen (voluminös und schwer). Sonst erkennt kein Fotokunde mehr den Unterschied zwischen einem Hobbyknipser und dem echten Lichtbildner. Mein lichtstarkes 85er erzeugt rein optisch wenig Ehrfurcht vor fotografischer Kompetenz, erst ein Paparazzo-Rohr mit den zugehörigen Ausmaßen hebt den Fotografen aus der knipsenden Hobbyfotografen heraus. Marketing….

    Die arrivierten Marken setzen nach wie vor auf diesen Effekt. Das Volumen, Gewicht und Auslösegeräusch einer DSLR vermittelt den Retrocharme materialintensiver mechanischer Säge-/Trennwerkzeuge. Die fotografische Steinzeit ist vorbei – das haben die jungen Ingenieure in Südkorea nicht nur verstanden, sondern befinden sich bereits in einer Umsetzungsphase.
    Bei Canon&Co. (jetzt andersrum) sind es noch die alten Hirsche, die in den späten 70ern, dann in den 80er die letzten europäischen Kamerahersteller aus dem Markt gedrückt haben. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit…..

    Die Zeit der DSLR ist längst abgelaufen. Rein funktional ist ein fotografischer Aufnahmeapparat nur noch die optimerte Synthese von Optik und einem guten Sensor samt perfekter jpg-engine. Entscheidend ist, was hinten raus kommt – das ist das Zitat eines deutschen Politikers der Wendezeit.

    Aber entscheidend ist auch, was mit dem, das da hinten heraus kommt bezweckt bzw. beabsichtigt ist. Wenn ich als Fotograf mit 36 Mio. Pixel an der Quelle nur das Smartphone meiner Kundin füttere, dann ist Nachdenken angesagt. Auch im Web…

    Hasselblad war das Zeitalter in den Spätfünfzigern – spätestens wenn die letzten Druckereien den Massenoutput in Ermangelung von Rohstoffressourcen reduzieren, wird sich die Erkenntnis breit machen, dass nicht nicht nur ein gedrucktes Bild ein Bild ist.

    Manches von dem was wir schätzen ist „yesterday“. Je länger wir daran festhalten, um so mehr blockieren wir den Weg in ein Morgen, das gnadenlos alles auf den Prüfstand stellt. Bilder wird es immer geben – statisch oder bewegt als Clip. Und immer weniger, die als ausbelichtetete Großformate an der Wand hängen.

    Mach‘ Dir ein Bild und nutze den Augenblick. Morgen ist anders…

  • Der Kommentar von Michael Kurz ist so gut wie der eigentliche Artikel – beiden Authoren vielen Dank!

    Ich habe heute die NX1 auf der Photokina im „Hands On“ gehabt – und war beeindruckt! Wenn die BQ nur annähernd so gut wie alles andere an dieser Kamera ist, dann „Gute Nacht, Klapperspiegel-Kamera“…