Sigma hat das neue 200mm f/2 DG OS Sports enthüllt. Die Gerüchte zum Preis haben sich bewahrheitet, das Objektiv kostet 3.499 Euro.
Bei dem neuen Objektiv handelt es sich um das weltweit erste 200mm f/2, das für spiegellose Vollformatkameras entwickelt wurde. In der DSLR-Ära gab es bereits 200mm Festbrennweiten mit einer Lichtstärke von f/2, diese werden teilweise auch immer noch zu vergleichsweise hohen Preisen gehandelt. Umso erfreulicher, dass es jetzt mit dem neuen Sigma 200mm f/2 DG OS Sports eine aktuelle Version für E-Mount und L-Mount gibt, die technisch auf dem neusten Stand ist.
Die wichtigsten technischen Daten
Ein Leichtgewicht ist ein 200mm f/2 natürlich nie, trotzdem ist das neue Objektiv mit einem Gewicht von 1.800 Gramm (Sony E-Mount) leicht genug, um auch ohne Stativ fotografieren zu können. Die Abmessungen gibt Sigma mit 118.9 mm x 201.0 mm an, der Filterdurchmesser beträgt 105 mm.
Bei der optischen Konstruktion vertraut der Hersteller auf 19 Elemente in 14 Gruppen, darunter befinden sich wenig überraschend zahlreiche Speziallinsen. Die Anzahl der Blendenlamellen beläuft sich auf elf, die Naheinstellgrenze liegt bei 170 cm.

Auf der Produktseite des neuen Objektivs stellt Sigma nicht nur das Bokeh und die exzellente optische Leistung in den Vordergrund, sondern auch den HLA-Motor, der für einen schnellen und präzisen Autofokus sorgen soll. Auch der optische Bildstabilisator, der bis zu 6,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten ermöglichen soll, ist ein wichtiges Merkmal.
Ein Blick auf das (wetterfeste) Gehäuse und die Bedienelemente zeigt, dass das neue 200mm f/2 für Profis entwickelt wurde. Es verfügt unter anderem über drei AF-L-Buttons, einen Fokusmodus-Umschalter und einen Fokusbereichs-Schalter, zudem besitzt es einen Arca-Swiss-kompatiblen Fuß. Die Stativschelle rastet jeweils in 90- Grad-Schritten ein.
Die Kollegen von PetaPixel berichten, dass das Sigma 200mm f/2 DG OS Sports mit den Telekonvertern für L-Mount kompatibel ist, nicht aber mit denen für Sony E-Mount. Auf der offiziellen Produktseite und in der englischsprachigen Pressemitteilung macht Sigma hingegen keine Angaben zur Kompatibilität mit Konvertern, auch nicht für L-Mount.
Preis und Verfügbarkeit
Gewissheit gibt es dafür aber schon beimPreis: Das Sigma 200mm f/2 DG OS Sports wird am September 2025 zum Preis von 3.499 Euro im Handel erhältlich sein. Vorbestellungen werden bereits von zahlreichen Fachhändlern entgegengenommen.
Zusätzlich zum 200mm f/2 hat Sigma heute im Übrigen auch ein neues Objektiv für spiegellose APS-C-Kameras vorgestellt, das 12mm f/1.4 DC Contemporary.


Der Preis ist gut, aber ich kann mit dieser BW nicht viel anfangen.
Schade, dass ich es nicht brauche – das f/1,4 135mm wird dann meins, da hoffe ich auf vergleichbare Spezifikation, aber mit dem “Formfaktor 0,7” – macht dann 1,2kg inkl. Stativschelle. Der OS mit 5,0-6,5 Stufen wäre natürlich genial (Pflicht) und € 2500,– sicher noch in Ordnung, auch Extenderkompatibel wichtig und gut. Ein großer Wurf für Sigma und den L-Mount. Man darf weiter gespannt sein …
Ich bin kein Portaitexperte – aus meiner Sicht sind 135 mm jedoch großartig, um Distanz zu halten. 200 mm wären mir zu viel Brennweite (Abflachung der Gesichter) – bezogen auf Portait. Wie ich schon einmal schrieb, setzte ich diese Brennweite auf einer neonatologischen Intensiv für eine Reportage ein… es galt, intime Momente einzufangen, ohne die Eltern zu bedrängen. Dafür ist es wirklich nutzbar… Du kannst dich ruhig im Hintergrund halten und bist doch fotografisch mitten drin. Und die Nase bleibt Nase… mein Objektiv war damals das 135/2 ZF2 von Zeiss.
Ich bezweifel stark, dass dieses Objektiv hauptsächlich im Portraibereich eingesetzt wird.Obwohl es wirklich passend dafür ist. Gehe mal davon aus, dass es bei Sport und Natur seine Zielgruppe findet. Gerade im Hallensport keine schlechte Wahl
👍 – Nun, ihr zwei Friesen, die 2.0 200 bedeuten einfach niedrige ISO bei bester Freistellung – wer es für was braucht ist bei solchen Teilen sekundär, der/diejenige weiß für was er/sie es braucht. Sicher.
Da ich Reportage draußen und Reportage drinnen im Sinne Menschenfotografie mache passt es bei mir nicht, da zu schwer und unflexible, ein 2,0 135mm hatte ich immer, siehe ja auch meine Verlinkung in einem der letzten Stränge, nun wird es eine 1,4er 135mm Granate, perfekt, ich freue mich drauf.
Wie gesagt: solche Teile kauft man, weil man weiß für was man sie braucht und deshalb will.
Zitat J.Friedrich “solche Teile kauft man, weil man weiß für was man sie braucht und deshalb will.” Genau der springende Punkt. Wer sich die Frage stellt wofür man es benutzen könnte, für den ist es nix.
Genau so ist es, für Portrait gibt es besseres und lichtstärkeres, die wollen in der Regel f1.2 oder 1.4.
“Genau so ist es, für Portrait gibt es besseres und lichtstärkeres, die wollen in der Regel f1.2 oder 1.4.”
Ich stimme dir zwar zu, dass 200mm nicht die beste Brennweite für Portraits ist, da man relativ viel Abstand benötigt, aber deine Erklärung, dass es “lichtstärkeres” gibt und man eher “f1.2 oder f1.4” möchte, ist nicht ganz schlüssig.
Die Stärke der Hintergrundunschärfe hängt maßgeblich von der Größe der Eintrittspupille des Objektivs ab und diese ist beim 200/2.0 deutlich größer als bei einem 135/1.8, 85/1.4, 85/1.2 etc.
Das darf man allerdings nicht mit der Größe der Schärfentiefe (DoF) verwechseln. Diese ist bei gleichem Abbildungsmaßstab tatsächlich bei einem 85/1.4 oder 85/1.2 geringer.
Daraus ergeben sich aber prinzipiell gleich zwei Vorteile für die längere Brennweite, also 200/2:
1) Man hat mehr Schärfentiefe um das Model scharf abzubilden. Bei 85/1.2 ist die Schärfentiefe so gering, sodass bei einem Headshot oft nur noch ein Auge scharf ist, wenn die Person nicht komplett parallel zur Sensorebene steht.
2) Man hat dennoch einen stärker verschwommenen Hintergund.
Mag ja alles sein, was du schreibst, dennoch glaube ich nicht, dass sich jetzt die Portrait-Profis auf das Sigma stürzen. Zu schwer, zu unhandlich, zu gut für den Zweck und deshalb sowieso zu teuer. Man kann mit allem Portrait schiessen, habe ich auch schon mit 300 mm gemacht, weil ich das gerade dabei hatte. Allenfalls wäre das Tele noch gut für Tierfotografen, z.B. im Dschungel, wenn jede Blende zählt. Sonst ist es in der Regel zu kurz und man muss sowieso noch ein längeres Tele dabeihaben. Aber zwei schwere Teles schleppt man kaum rum, ausser vielleicht in einem Wägelchen zum nahen Ansitz.
Theorie und Praxis ist eben ein Unterschied.
„Mag ja alles sein, was du schreibst, dennoch glaube ich nicht, dass sich jetzt die Portrait-Profis auf das Sigma stürzen.“
Denke ich – wie bereits geschrieben – auch.
„Theorie und Praxis ist eben ein Unterschied.“
Kommt drauf an. Die Theorie/Physik gilt auch für die Praxis 😅
Bei letzterem meinte ich nicht deine Ausführungen, sondern ob das Supertele für Portrait Sinn macht oder nicht: Theoretisch ja, praktisch nein. Aber da sind wir ja der gleichen Meinung. Bei deiner Analyse der verschiedenen Brennweiten in Bezug zu Schärfentiefe und Freistellung hast du natürlich recht.
👍🏼👍🏼
Hi Rolf Carl, die Stärke eines 2/200 liegt eigentlich im Hallensport. Bei Portraits werden die Gesichter frontal dann doch etwas flach und bei Wildlife ist es häufig dann doch zu kurz, denke ich. Aber wie gesagt, der Hallensport könnte davon stark profitieren.
Hi Ingo, ja, habe ich so schon oft geschrieben. Hallensport sehe ich auch als hauptsächlichste Anwendung dieses Teles
„ …das f/1,4 135mm wird dann meins, da hoffe ich auf vergleichbare Spezifikation, aber mit dem “Formfaktor 0,7” – macht dann 1,2kg inkl. Stativschelle.“
Das sollte in etwa hinkommen, wenn man sich die technischen Daten von aktuellen 135/1.8 anschaut.
„… und € 2500,– sicher noch in Ordnung“
Ja wäre vermutlich noch vertretbar, aber damit wird es zumindest im E-Mount sehr schwierig, wenn es ein Sony 135/1.8 GM für ca. 1500€ gibt und gute Alternativen wie das Samyang 135/1.8 bereits für ca. 800€.
Aber f/1.8 ist eben nicht f/1.4 und schon gar nicht bei 135mm. Der Unterschied ist tatsächlich relativ groß, wenn man mal ausrechnet, dass für ein 135/1.8 ein 75mm Frontelement reichen würde und es bei 135/1.4 mindestens 96mm braucht. 21mm im Durchmesser(!) ist wirklich viel.
Ja, kann ich für den universeller orientierten (Sony)-User absolut nachvollziehen, dass man das hinsichtlich Stabi, Preis, BQ, Gewicht und Größe, sowie mögliche Extenderfähigkeit und -Kompatibilität abwägen würde. Wie Du aber völlig richtig schreibst, ist eine halbe Blende schon eine sehr ordentliche Steigerung in diesem Brennweiten-Bereich …
Ich finde es echt interessant, dass Sigma, sofern die Gerüchte stimmen, so kurz hintereinander ein 2,0/200 und ein 1,4/135 rausbringt.
Zwei Speziallinsen, sehr ähnlich, aber doch sooo anders. 😉
Auf jeden Fall ergeben sich tolle Möglichkeiten dadurch. Dazu zähle ich auch die 1,8/135er und das Sony 2,0/50-150mm. 2025 wird das Jahr der tollen Objektive.
👍 – Auf den Punkt. Punkt.
Zum Glück hast Du nochmal einen Punkt hinter den Punkt gemacht.
Sonst müsste man ja auch noch erwähnen was die beiden Klassiker Canon und Nikon so vorhaben. Canon arbeitet den Gerüchten nach an einem neuen Vollformat Kit-Zoom. Im Gespräch ist ein 24/28-70mm mit einer Lichtstärke 4,0-6,3/7,1 oder so. Und Nikon überarbeitet das 2,8/24-70mm. 🤦♂️ Langweilig…
Tolles Objektiv und super Preis. Ich brauche es allerdings nicht.
👍 – Und damit triffst Du mit wenigen Worten den Kern. Hier wird ja von Eingen, sehr markant und exakt andersherum argumentiert, sprich: “weil ich es nicht brauche, ist es (zwangsläufig) ein schlechtes Objektiv, das dann (logischerweise) auch zu teuer ist.” – So wie Du es siehst, sehe ich es auch!
In der USA kostet das Objektiv $ 3.299.
Verglichen mit dem EU-Preis zeigt sich eine ähnliche Differenz wie in der Vergangenheit und man erkennt nicht, dass Japan dort inzwischen mit einem 15% Zollaufschlag belegt ist.
Entweder schluckt Sigma in den USA den Zollaufschlag oder es ruft in Europa einen entsprechend höheren Preis auf.
Sigma hat aufgrund der Zölle bei einigen Produkten in den USA den Preis angehoben. So kostet das Sigma 300-600/4.0 inzwischen $6599 und nicht mehr $5999 (Preis bei Ankündigung).
Bei neuen Produkten scheinen sie ihre „alte Formel“ beizubehalten, was bedeuten würde, dass wir den Zollaufschlag mitbezahlen.
Ich glaube bei den US Preisen fehlt die “Mehrwertsteuer”/ dort sales tax, da diese je Bundesstaat unterschiedlich hoch sind. Es gibt dann zusätzlich unter Umständen noch eine Sales tax für die Gemeinde. Wäre mal einen Artikel wert um den Unterschied zu den Preisen hier zu erklären.
Das ist richtig und wird auch von vielen vergessen, es ging aber im Ausgangspost eher darum, dass die Differenz zwischen US-Preis und deutschem Preis unverändert ist, obwohl in den USA in der Zwischenzeit höhere Zölle für Produkte aus Japan gelten.
Also unter Berücksichtigung des Wechselkurses und der 19% MWSt müsste der deutsche Preis bei 3’379.- € liegen.
Objektiv gesehen ist der Preis für ein solches Objektiv sehr fair, finde ich. Kann es sein, daß die zusätzlichen Steuern noch auf den US-Preis draufkommen?
„Kann es sein, daß die zusätzlichen Steuern noch auf den US-Preis draufkommen?“
JA!!
Das ist aber NICHT der Punkt.
Interessantes Objektiv, aber ich glaube es wäre mir mit 200mm auch zu lang, wobei es für Wildlife durchaus nützlich sein könnte.
Ich warte aber eher auf das 135/1.4 und dann entscheide ich zwischen Sony 135/1.8 GM, Sigma 135/1.4 Art und Sony 50-150/2.0 GM.
Ich habe mich entschieden und ein RF 135mm f/1,8L im Portfolio. Lindbergh hatte ja auch gern mit dem 180er porträtiert. Also wie immer alles Geschmacksache 😉
Gute Wahl aus meiner Sicht! ✌️
“Lindbergh hatte ja auch gern mit dem 180er porträtiert.”
An Kleinbild oder Mittelformat 😉 Ein 180/2.8 für Mittelformat besitze ich auch nur schleppe ich das nicht gerne mit 😁
Ich habe jetzt mehrere Videos mit Tests zu dem Sigma 2,0 200er gesehen – schon beeindruckend, hinsichtlich Schärfe vom Center bis in die Ecken, Abblenden absolut nicht notwendig und die Freistellung bei 15-20m – ein krasses Teil.
C.F. empfiehlt er schon ein abblenden von 2.0 auf 2.8. Das ist auch für ein Objektiv dieser Art „normal“.
Ich denke es bleibt ein Nischenprodukt.
Für Sony und Leica Nutzer nicht vollumfänglich in der Funktion, für den gedachten Einsatzzweck, nutzbar.
Keine überzeugende Naheinstellgrenze.
Ist wie das Sigma 300-600 ein Nischenprodukt. Für den Profi weniger interessant.
Der Preis ist für das Gebotene zu hoch und ich habe von YouTubern nichts anderes erwartet, als das das Objektiv in den höchsten Tönen gelobt wird – gehört vermutlich zum Job.
… Du machst Deinen Job sicher auch sehr gut – jedenfalls interessante Ableitungen die Du da so bildest … 😉
Freut mich das dieses Mal etwas für Dich dabei ist😉. Allzeit gutes Licht für Dich👍
Nikon-KB. Wohl eines der besten Objektive überhaupt. Und darüber hinaus ein erschwingliches Vergnügen 😉
Ich glaube es gibt bestimmt Szenarien in denen ein solches Objektiv perfekt sein kann, wie bei manchen Sportarten. Ansonsten macht der notwendige Abstand zum Modell so seine Probleme… In Studios oder Innenräumen kann es dann stark die Möglichkeiten auch einschränken und die starke Kompression hat schon einen sehr eigenen Look. Und wenn man draußen Bilder macht … Eine geringere Brennweite bedeutet auch, dass man sein Modell näher zu sich holen kann und damit steigt der Abstand vom Modell zum Hintergrund, was potentiell zu mehr Unschärfe im Hintergrund führen kann. Ein angenehmeres Arbeiten gibt es obendrein, was ggf bei der Arbeit mit Menschen zu besseren Ergebnissen führt, da die Personen ja interessanter sind, als nun bisschen weicheres Bokeh. Die 135mm Objektive haben zudem in der Regel einen besseren Abbildungsmaßstab, was in der Naturfotografie diese auch flexibler macht. Kurz: das ist schon ein sehr spezielles Objektiv.
Damit will ich nicht das Objektiv schlecht machen .. es ist preislich deutlich attraktiver als ich es vermutet hätte, aber die Käufer sollten schon ganz sicher sein und mit dem vermutlich vorhandenen 70-200er dies im voraus testen.
Ich vermag deine differenzierte Sichtweise zum Objektiv gut nachvollziehen…
Genau meins! Für Pferde- und Hundefotografie ein Traum!
Genau das hatte ich in dem anderen Strang schon geschrieben. Für Hunde- und Haustierfotografie (wo ich die Pferde in diesem Fall dazu zähle) genau das Richtige.
Hier im Forum ist ein Spezialist für Hundefotografie unterwegs (ich glaube Azzaro?) – er fotografiert im Canonsystem. Ich denke, dass er einiges beitragen könnte… die Vierbeiner sind ja wohl fotografisch anspruchsvoll.
Warum ist z.B. ein 200/2 eine seltene Erscheinung und ein 35/1.2/1.4/1.8 etwas, was man häufig sieht? Weil es wenige Anwendungen gibt, wo man es wirklich brauchen könnte. Trotz des im Vergleich relativ günstigen Preises, wird es in daher in einer kleinen Nische verharren müssen.
Am 09.09.2025 wird der neue Bokeh-King gekrönt – das f/1,4 135mm wird präsentiert 105mm Filter und jeder mm Brennweite wiegt exakt 10g – schwarzes Finish mit !abnehmbarer! Stativschelle – den 09.09.25 werden sich einige Bokehschisten, so wie ich, vormerken! 1/2 bis 2/3 Blende besser als die 1,8/2,0er Varianten – mein RF 135 war klasse – das Sigma wird die Krönung!