Kameras

So schlecht sieht es für die Kameraindustrie aus

Neue Statistiken zeigen, wie schlecht es für die Kameraindustrie aussieht. Auch die aktuellen Zahlen von Fuji und Canon können nicht überzeugen.

Einbruch der Verkaufszahlen

Dass es für die Kameraindustrie schlecht aussieht, das dürfte inzwischen bei den allermeisten angekommen sein. Seit rund fünf Jahren sinken die Verkaufszahlen dramatisch, vor allem im Bereich der Kompaktkameras sieht es extrem schlecht aus. Verantwortlich dafür sind zu großen Teilen die Smartphones, die inzwischen über exzellente Kameras verfügen und somit die günstigen Kompaktkameras obsolet erscheinen lassen.

Wie schlecht es für die Kameraindustrie wirklich aussieht, das veranschaulicht diese Grafik:

Infographic: Are Smartphones Killing Digital Cameras? | Statista
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Seit 2010 ist ein kontinuierlicher Rückgang der Verkaufszahlen erkennbar. Damals haben die Hersteller noch 121,5 Millionen Kameras verkauft, im Jahr 2015 waren es nur noch 35,4 Millionen. Im Jahr 2016 werden die Zahlen voraussichtlich weiter sinken. Wir reden hier also nicht von einem Rückgang von 121,5 auf sagen wir 100 Millionen – sondern von einem kompletten Einbruch der Verkaufszahlen.

Interessant zu sehen ist dabei, wie wichtig die Kompaktkameras (blaue Balken) für die Hersteller waren. Die Verkaufszahlen von DSLRs und DSLMs (rote Balken) sind da im Gegensatz noch relativ stabil.

Hersteller erhöhen die Preise oder steigen aus

Wenn man sich diese Zahlen anschaut, dann verwundert es im Grunde nicht weiter, dass sich inzwischen schon Hersteller wie zum Beispiel Samsung aus dem Kamerageschäft zurückgezogen haben. Und es verwundert ebenfalls nicht, dass die aktuellen Quartalszahlen von Canon und Fujifilm (erneut) nicht gut aussehen. Die Umsätze und Gewinne sind weiter zurück gegangen, wofür die Unternehmen unter anderem den starken YEN verantwortlich machen.

Viele Hersteller erhöhen aktuell die Preise ihrer Kameras und auch die auf der photokina 2016 vorgestellten Neuheiten sind alles andere als günstig. Selbst Micro-Four-Thirds-Kameras kratzen inzwischen an der Grenze von 2.000 Euro. Doch wenn man sich die Statistiken und den Einbruch der Verkaufszahlen anschaut, dann kann man die Preispolitik der Hersteller zumindest teilweise nachvollziehen.

Mehr zu diesem Thema gibt es in unserem ausführlichen Artikel “Der Absturz der Kameraindustrie und wie man ihn verhindern könnte”.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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