Objektive Sony

Sony stellt neues 135mm f/1.8 GM Objektiv vor

Eine herausragende Bildqualität, ein extrem schneller Autofokus und ein tolles Bokeh – das verspricht Sony beim neu vorgestellten 135mm f/1.8 GM.

Neues 135mm f/1.8 GM für Sony A7 & Co.

Es hat sich in den letzten Tagen bereits mehrfach angedeutet, nun ist es offiziell: Sony stellt ein neues Objektiv für seine spiegellosen Vollformatkameras vor. Es handelt sich hier um das 135mm f/1.8 GM, welches ab Ende April 2019 zum Preis von 2.000 Euro im Handel erhältlich sein wird. Hier könnt ihr das neue Objektiv schon jetzt in Deutschland vorbestellen.

Wenn ein Objektiv zu Sonys G-Master-Serie gehört (kurz: GM), dann darf man sich auf eine herausragende Bildqualität freuen. Im Falle des neuen 135mm f/1.8 sorgen dafür 13 Linsen in 10 Gruppen, darunter befinden sich auch ein ED-Element, ein Super-ED-Element sowie ein asphärisches XA-Element. Zudem verfügt die Festbrennweite über eine Nanovergütung zur Minimierung von Reflexionen sowie über ein gegen Staub und Spritzwasser abgedichtetes Gehäuse.

Vier Autofokus-Linearmotoren sorgen für Tempo

Lichtstarke Festbrennweiten haben manchmal das Problem, dass der Autofokus relativ langsamer ist, da jede Menge Glas bewegt werden muss. Sony wirkt dem mit gleich vier Autofokus-Linearmotoren entgegen, sodass das 135mm f/1.8 extrem schnell und zuverlässig scharfstellen soll. Dank der Möglichkeit, die Click-Funktion des Blendenrings zu deaktivieren, ist es darüber hinaus möglich, die Blende ganz gleichmäßig zu verändern.

Die Naheinstellgrenze des 135mm f/1.8 beträgt 700mm, das Gewicht des neuen Objektivs beläuft sich derweil auf 950 Gramm bei Abmessungen von 90 x 127mm (Durchmesser x Länge).

Erhältlich sein soll das neue Glas wie schon erwähnt ab April 2019, den Preis setzt Sony bei 1.999 Euro an. Damit ist es gut 700 Euro teurer als das Sigma 135mm f/1.8, welches ja auch in einer Version für die spiegellosen Vollformatkameras von Sony erhältlich ist.

Werdet ihr euch das Sony 135mm f/1.8 GM mal genauer anschauen?

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 2.500 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

42 Kommentare

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  • 700 Euro mehr für ein paar Gramm weniger und etwas schnelleren AF (verglichen mit dem Sigma). Und noch feineres Bokeh gibt es bei dem Sigma 105/1.4 Klumpen auch für weniger Geld. Bin mir nicht so sicher, ob das ein Renner wird. Also ich hätte das Teil schon gerne, aber nicht zu dem Preis. für 1600 würde ich direkt auf „vorbestellen“ klicken.

  • Die technischen Daten beeindrucken zunächst, vor allem ein möglicher Abbildungsmassstab von 1:4 aus 70cm sucht, abgesehen von Tele-Makro-Objektiven, seinesgleichen.
    Das können weder Canon noch Nikon, denen diese Brennweite ohnehin schon lange nicht mehr wichtig ist.
    Sigma, Olympus, Zeiss Batis und Leica auch nicht. Zeiss hat 2006 mit dem Sonnar für Minolta-Sony Alpha Bajonett den Grundstein gelegt und schon damals ähnliche Werte erreicht und auch 1:4 geschafft. Sigma hat dann mit dem 1.8/135 mm ART klasse nachgelegt und bietet immerhin auch 1:5.
    Doch Fujifilm hat die leichtere, excellence Konkurrenz zum halben Preis und beinahe halbiertem Gewicht (540g) bis 1:5 (bezogen auf VF also sogar 1:3,3!).
    Bei Fuji gäbe es bei dem Preis dann sogar eine X-T2 dazu.
    Am Halbformat kann das 1.8/135 mm zum „1.8/200 mm“ mutieren und ein schweres, dickes 2.0/200 mm entbehrlicher machen.

    Die fehlende Bildstabilisierung ist an neueren Sony Kameras, dank IBIS, sicher verzichtbar.
    Schmerzlich finde ich trotzdem, das es keine Möglichkeit gibt, die beiden leistungsstarken Sony-Konverter zu verwenden!

    In Sachen Bokeh „KANN“ das 1.8/135 mm durch seine längere Brennweite, Objektive wie 1.2/85 mm und sogar 1.4/105 mm in den Schatten stellen, nur am 2.0/200 mm findet es seinen Meister. Allerdings ist ein 200 mm mehr als doppelt so schwer und teuer.

    Der Preis von 2000€ war zu erwarten, aber ohne die Konverternutzung ist mir das Objektiv zu limitiert auf den Porträtbereich, wo ich am liebsten mit Nikon 1.4/105 mm oder Fuji 2.0/90 mm unterwegs bin.

    Hoffentlich bringen bald auch Canon und Nikon diese hochlichtstarke Brennweite, am liebsten mit Bokeh-control DS / DC.

  • das ist also bei dem groß angekündigten Event heraus gekommen?
    Ein einziges Objektiv und das war es …

    Spannend finde ich auch, das einige hier jetzt schon die genaue Abbildleistung beurteilen können.
    Ich müsste da erst mal einige Fotos unter kontrollierten Bedingungen aufnehmen, um dann danach die Leistung des Objektivs beurteilen zu können.

    Geht raus und macht Fotos.

  • Die Optik dürfte über jeden Zweifel erhaben sein. Auch der Preis geht in Ordnung. Leider sind derartige Optiken schwere Trümmerteile und damit obsolet. Habe genug Fototechnik im Leben rumgeschleppt.

  • 135mm sind ja derzeit schwer angesagt; wobei sich zwischen „schwer angesagt“ und „das braucht man wirklich“ hier wohl eine der wirklich richtig großen Lücken auftut.

  • Das Sigma 1,8/135 mm Art nutze ich sehr gern an meiner Vollformat-Kamera. Es ist tatsächlich so unglaublich scharf, dass es selbst in den Bildecken bei Blende 1,8 feine Details sehr gut auflöst. Das kenne ich von keinem anderen Objektiv, selbst von dem Sigma 1,4/50 mm Art nicht.

    Wo beim Sigma 1,8/135 mm Art überhaupt noch Bedarf zur Verbesserung besteht, ist in seltenen Fällen das Bokeh. Denn zwischen Blende 1,8 und Blende 2,5 werden unscharfe Lichtkreise in den Ecken nicht kreisrund wiedergegeben. Da ist das Sigma 1,4/50 mm Art schon bei Blende 2 besser.

    Bei der Vorstellung des Sony 135mm f/1.8 GM glaubte ich zunächst, dass es mit seinen 11 Blendenlamellen beim Bokeh generell besser sei als das Sigma 1,8/135 mm Art. Aber der Blick auf ein Beispielfoto, das auf dpreview.com veröffentlicht wurde, belehrte mich eines Besseren. Sony kann mit dem neuen 135mm f/1.8 GM auch nicht zaubern, vielmehr werden mit diesem Objektiv unscharfe Lichtkreise selbst bei Blende 2,8 in den Ecken noch mit deutlich sichtbaren Stauchungen wiedergegeben (Katzenaugen-Effekt). Das ist für mich ein Ausschluss-Kriterium, von der aktuellen Ingenieurskunst beim Objektivbau darf man wirklich mehr erwarten. Leider ist das Sony sogar bei Blende 2,8 schlechter als das Sigma, letzteres ermöglicht bei Blende 2,8 schon nahezu kreisrunde Lichtreflexe in den Ecken.

    Sony erscheint mir wieder einmal als der übliche Prahlhans, 11 Lamellen für die Blende, aber eine der offensichtlichsten Schwächen bei der Abbildung von Lichtreflexionen bzw. direkten Lichtquellen wurde nicht gelöst. Kommt mir vor wie bei den Sony-Kameras, wo ja selbst die Sony Alpha III modernste Technikfeatures aufweist, aber doch einen geradezu lächerlichen Monitor mit gerade mal etwas über 1 Million Pixel an Auflösung besitzt. Auf so einem Altglas kann ich die Schärfe von Fotos nur sehr eingeschränkt beurteilen. Da hat Sony wohl an Kunden mit besseren Augen als mich gedacht, meine sind allerdings auch für deren sonstiges Blendwerk altersbedingt zu schwach.

    • Nun ja, keiner konnte das Objektiv testen, aber anhand von irgendwelchen Bildern im Netz weiß man natürlich schon, das in bestimmten Kategorien schlecht ist. Die a7III hat übrigens mit Sicherheit keinen Sucher, der nur mit 1 Mio. Pixeln auflöst, das nur so am Rande.

      Ich würde mal warten, bis die Optik auf den Markt kommt. Trotzdem spricht es mich wegen seiner Größe und seinem Gewicht nicht mehr an.

      • @Carsten, Sony hat das Objektiv im Vorfeld einer Auswahl an Leuten zum Testen zur Verfügung gestellt. Auf YouTube gibt es auch schon einige Testberichte (auch aus Shootings).

      • ,,geradezu lächerlichen >Monitor< mit gerade mal etwas über 1 Million Pixel an Auflösung"

        Monitor nicht Sucher und der hat nach angaben 921.600 Bildpunkte also liegt der sogar darunter.

      • @ Carsten: Gehe einfach mal hin und überprüfe solche Aussagen, die authentisch erscheinen. dpreview.com hat nun mal diese Fotos präsentiert und gibt dazu auch genaue Aufnahmedaten bekannt. Um dagegen zu halten, reicht eine nicht nachprüfbare Behauptung wie deine nicht.

        Außerdem habe ich in meinem Kommentar nicht „Sucher“ geschrieben, sondern einwandfrei „Monitor“.

        Man braucht übrigens bei Fotos, wie denen auf dpreview.com, nicht auf den letzten Beweis zur Überzeugung seines Bauchgefühls zu warten. Gute Kenntnisse aus der eigenen Fotopraxis reichen, um eigene Fotos (Sigma 1,8/135 mm Art) mit denen des Sony 135ers zu vergleichen. Schade, dass klar ersichtliche Eigenschaften da noch anders interpretiert werden können. Wie aber und warum machst du so was nur?

    • @ Rainer Kulartz

      vielen Dank für Ihre gute Einschätzung, es hilft bestimmt etlichen Hobbyisten bei derer Entscheidungsfindung.
      Ich würde bei dem hohen Standart des Sigma`s niemals die ca. 700 Euronen Mehrpreis für die Sony-Aktionäre ausgeben.

  • Spannend worauf sich die Fotofans heute so fokussieren, Katzenaugen Blendenflecken am Bildrand…
    Ja es gibt Objektive die da unschöne Charaktaristika zeigen.
    Nur wenn ich Bokeh will, nutze ich die volle Lichtstärke und dann ist es mir egal welche und wie viele Blendenlamellen verwendet werden.
    Und Bildränder müssen ja nicht im fertigen Foto/Bildausdruck bleiben.
    Da zählt für mich nur der eigene Versuch, die Tage bei Sony.
    Für mich bleiben NIkon 2.0/200 und 1.4/105 mm die AF-Referenz.
    Das Sigma 1.8/135 mm mag ich optisch auch, finde ich aber wenig handlich.
    Und ja eine Sony Alpha 73 käme wie die Vorgänger wegen dem schwachen Sucher nie in Frage und die Monitore haben auch Luft für mehr Auflösung. Sony ist erst richtig gut bei RX oder 7R3 o 9.

    • In meinem Fundus habe ich ein Weltblick Auto 1,8/135mm für M42 (35Jahre alt) welches ich für Porträts verwende. Am Halbformat ergibt sich fast schon eine eigene Bildsprache.

      In der Bucht kann man so etwas für 200 Euro haben. Für Experimente bestens geeignet.

  • Schade, dass bokeh nicht bouquet ist, dann könnte man es trinken.
    Dachte immer, es geht um das Motiv und nicht um die Unschärfekringel.
    Einstmals, als noch der Mensch hinter der Kamera das Bild bestimmte, war Schärfentiefe alles, je mehr desto besser.
    Heute scheint es nur noch um scharfe Nasenspitzen zu gehen.
    Und wer die schönsten Kringel hinbekommt erhält den Auftrag, aber nur, wenn er zwei Speicherkartenslots vorweisen kann.
    Da hol ich doch glatt meine FM3A und träume ein wenig.

      • Kann eigentlich nur der Rolf alles richtig fotografieren und alle anderen auf diesem Forum sind Nichtskönner? Ich, sowas kann er nicht hören, aber vielleicht zählen auch andere etwas

      • Ich kann auch nicht alles gleich gut. Aber es geht mir auf den Keks, wenn Leute einfach behaupten, es müsse alles von vorne bis hinten scharf sein und der Unschärfebereich sei Nonsense. Wenn er das nicht braucht, bitte schön. Aber es gibt eben noch Fotografen, die anders arbeiten, und das soll auch respektiert werden.

    • Na gestauchte Katzenaugen – mit Blendenflecken am Tellerrand – dazu mit ein paar unscharfen Kringeln garniert und natürlich dieses unscharfe Menü serviert vom Prahlhans – das ist doch mal was Neues …
      Und sowas lässt man sich dann bei ein paar schwachen kreisrunden Lichtquellen und möglichst kreisrunden Lichtkreisen vom zitierten Prahlhans vorsetzen …
      Falls nun die altersbedingte Brille nicht hoch genug auflöst – etwa sogar auch Altglas ist , passiert es sogar das man dieses Blendwerk – Mahl verblendet probiert …
      Leider kommt das Prahlhans – Gericht nicht an das scharfe – oh – unglaublich scharfe Gericht von Klopper – Sigmar heran – der kann auf die Blendung des Gastes verzichten, da nur in seltenen Fällen es einer Verbesserung bedarf – höchstens könnten die Lichtkreise von Klopper – Sigmar´s Lichtquellen etwas kreisrunder sein ….
      Wichtig ist nur genug Auflösung der Brille das man die runden Bokeh – Kringel auch genießen kann – geschmacklich ist es nicht unscharf – und natürlich ist die Nase um etwaiges Bouquet ausfindig zu machen und natürlich sollte ein schönes Bukett auch auf dem Tisch stehen …

      • Fotografie ist zuallererst Technik, dann Können. Genau wie in der Malerei. Erst die Farbe, dann der Pinselstrich. Mehr braucht es nicht. Weshalb mokieren sich dann aber immer wieder Leute über Technik mit Worten, die weder Technik zum Inhalt haben, noch etwas zur künstlerischen Ausdrucksfähigkeit beinhalten?

        Die gestauchten Kringel sind unschön, das weiß jeder und billigt sich jeder zu, der mit einem Pinsel auf einer Leinwand arbeitet und echte Kreise malen will. – Warum also soll man seine persönlichen Ansprüche an die fotografische Kunst herunterschrauben, nur weil Sony eben nicht mehr drauf hat? So gut wie jeder Objektiv-Hersteller wirbt mit der kreisförmigen Wiedergabe von Lichtpunkten. Es ist also ohne Zweifel ein sehr gewichtiges Kriterium. Leider ist die Werbung zu den Lichtpunkten indes anders gemeint. Denn solche in der Werbung als kreisrund angepriesenen Lichtpunkte haben nicht direkt etwas mit dem Bokeh zu tun, sondern mit der Güte der Korrektur des Coma, das sich bei schlechter Korrektur als bläulicher Schweif um die deformierten Lichtpunkte zeigt. – Den Cat-eye-effect (Katzenaugen-Effekt) lassen die Objektivhersteller in der Werbung lieber außen vor, weil dieser durch Vignettierung zustande kommende Effekt sehr schlecht korrigiert werden kann. – Dann müssen die Hersteller eben besser werden. Ich selbst möchte Motive so manches Mal einfach zauberhaft weich abbilden, ohne Verzeichnung und allzu augenfällige Stauchungen im Bild. Und wenn das eine liebenswerte Objektivtröte aus dem Jahr 1990 schafft, dann sollte man mit seinen heutigen Ansprüchen nicht dahinter zurückgehen. Sigma kann das mit den schönen, unscharfen Lichtkreisen in der Ecke bei Blende 2,8 – andere Hersteller erst später bei Blende 3,5 oder 4. Das fällt dann bei Portraits aber schon auf, weil der Hintergrund bei den kleineren Blenden unruhiger wird.

        Für mein Empfinden fehlt es eben vielen Sony-Produkten (habe selbst welche) an dem letzten Quäntchen Liebe zum Detail, Sony ist dafür ganz vorn im Mainstream der Technikfreaks. Das hat durchaus seine Berechtigung – Mitbewerber sorgen nun mal dafür, dass wir Konsumenten aus einem großen Angebot zu annehmbaren Preisen wählen können.

      • Und noch was Gustav,

        auch wenn du es ins Lächerliche ziehst … der Unschärfebereich ist nicht nur in der Portraitfotografie äusserst wichtig, sondern auch in der Makrofotografie. Aber eben, woher sollst du das auch wissen? Wenn du schon keine Ahnung hast, könntest du allerdings auch mal schweigen.

      • Es war künstlerisch anspruchsvoll ausgedrückt – Rolf …
        Das kann nicht jeder – nur Einer der Ahnung davon hat …

        Aber die Sigmar – Klopper sind real – schau Dir den Vergleich Sony – Sigma an ….

        PS …
        Fängste auch schon bei mir an mit den Belehrungen?
        Na dann „Gute Nacht“ ….

      • Upps ….
        Ist mir gerade noch eingefallen – Rolf …
        „Schweigen“ tun nur die ängstlichen Lämmer wenn der böse Rolf …Ähh Wolf … vor ihnen steht und sie verspeisen will …
        Siehe Buch und Film SCHWEIGEN DER LÄMMER …

        Aber ich habe doch keine Angst vorm bösen ? …..
        Jetzt aber Gute Nacht ….
        Gustav ….

    • Na, ist mal wieder Vollmond bei unseren Foren-Narzissen, bei unseren Profis, Virtuosen und Weinkennern, was Robin & Gustav? 😉 Hier geht es schließlich mal um Gläser, wo nicht gleich jeder mit um kann oder Bescheid weiß und deswegen auch nicht mitreden sollte! Da lassen die sich die Butter nicht vom Brot nehmen.

      Hören wir uns wieder Geschichten aus 1000 und einer Berufslaufbahn an und dass für die echte Fotografie eh nur ein OVF in Frage kommt und dabei als haptische Rückmeldung sowieso ein Spiegel wie eine .416er Rigby austreten muss, bei der Großwildjagd nach dem besten, professionellsten und stilsichersten aller denkbaren Fotos. Wer einen Sonny-Body oder was vergleichbar gruseliges im Cropformat von Fuji – oder noch schlimmer – im CropCrop von Oly/Pana und eben nicht den obligatorischen Canikon Backstein verwendet, der ist eh ein kulturloser Wilder, der auch seine Kinder frisst. Was für ein geltungsbedürftiger, profilneurotischer, Pfauenräder schlagender und frustierter oder gelangweilter Haufen das hier manchmal ist, nicht wahr? Da muss man manchmal einfach spötteln und frotzeln oder je nach Temperament einfach mal die Keule rausholen.

      Ich hatte an anderer Stelle mal geschrieben:

      „Vielleicht ist der Trend zum Bokeh, das bisweilen inflationär eingesetzt wird, mit der unterstellten Wertigkeit der dazu notwendigen, lichtstarken Optiken vergesellschaftet? So wie in Zeiten der Armut und des Hungers, in denen sich das einfache Volk in der prallen Sonne auf dem Felde schinden musste, gerade die käsigen und fülligen Frauen als attraktiv galten. Heute, in Zeiten der Großraumbüros und der Überversorgung steht der Massengeschmack auf schlankere und dunklere Teints. Vielleicht gibt es auch hier wieder eine Verschiebung, genau wie in der Fotografie?“

      Was habe ich damit gemeint?

      Bei Bei Mode, Portrait-, Makro- und Produktfotografie hat das Bokeh seine Daseinsberechtigung, als !dezent! einzusetzendes Stilmittel und es ist eben nicht (nur) als unvermeidbarer Abbildungsfehler zu betrachten, aber dieser affige Trend zu immer papierdünneren Schärfeebenen ist in letzter Zeit arg lästig geworden. Warum darf bei scharfen Augen die Nasenspitze nicht auch noch scharf sein? Niveau ist, wenn man kann, aber nicht zwingend muss, um mit seiner superschnellen Edeloptik anzugeben!

      Wenn einer bei geringen Drehzahlen und noch weniger Last im 911er mit seinem, heiseren 6-Zylinder Boxersound am Eiscafe vorbeiröchelt, dann ist er damit für manche Frauen möglicherweise attraktiv. Wenn Horst-Kevin aber nun schon zum fünften Mal mit dem peinlich getunten M3 und der offenen Prolo-Auspuffanlage (die bei Lastwechseln zu allem Ärger auch noch bellt und knallt) mit viel zu hohen Drehzahlen vorbeisägt und -dröhnt, dann wird das eher irritieren und lästig sein, auch wenn das Auto tatsächlich nürburgringtauglich gemacht ist, mit Semislicks, Käfig und Brembo Bremsanlage. Der Auftritt ist trotzdem unterirdisch. Man spricht in diesem Kontext auch von Understatement!

      Die Fotografie im Netz geht durch bestimmte Moden, über die man streiten kann und die man auch als lästig erleben darf, das hat gar nix mit fehlender Expertise zu tun. Als Adobe den Klarheitsregler erfand, da war das keine Einladung, dass man das Ding – je nach Mode und Zeitgeist – bis auf Anschlag und weit über jede Schmerzgrenze mal in die eine oder mal die andere Richtung auslenken sollte. Exakt so verhält es sich mit diesen schnellen Linsen, resp. der Schärfeebene per se. Eine sehr dünne Schärfeebene ist nicht kategorisch unbedingt wie gewollt und nicht gekonnt, aber raffiniert ist halt meistens trotzdem was ganz anderes. Mit dem inflationären Einsatz von Blendensternen war es das selbe, halt am anderen Ende der Blenden-Skala. Selbes gilt für HDR(-Look), wobei der eh eng verwandt war mit dem Mikrokontrastregler, also entweder Wischi-Waschi-Traumsequenz-Nebel-Look oder gleich so heftige Halos um jede noch so kleine Kontrastkante, dass man ins Essen brechen wollte.

      Vielleicht klären uns die Virtuosen von früher ja noch mal auf? Die 135mm Brennweite war doch nur solange in der Fototasche, bis die ersten anständigen 70-200er rauskamen, nicht wahr? Dann bliebt das Ding bei den allermeisten Leuten im Schrank und jeder konnte auf einmal mit der f4er Anfangsblende leben und hat ab dann sehr dankbar die ausreichende Schärfe und Vielseitigkeit der (Standard)Telezooms vorgezogen. Jetzt sollen lächerliche schwere Primes im unteren Telebereich aus lauter Langeweile und Dekadenz eine sigma-art-eske Renaissance erleben, weil wir schon alles haben? Echt jetzt? Wenn’s schee macht!

      Ein paar reiche Enkel und Rotarier/Lionskinder werden sich hierzulande schon noch mit Sigma Art und vergleichbaren Linsen eindecken können und auch werden, ein paar ganz wenige Könner werden wirklich virtuos mit diesen Gläsern die sehr kleine Nische, die sie jeweils schaffen, stilsicher bedienen können, aber beim großen Rest geht es wie immer ums Haben und Zeigen, statt ums Machen und Sein. Es geht um das ‚Vulgar Display of Bokeh‘, dem auch mal energisch widersprochen werden darf und auch hier muss man sich den Schuh der fehlenden Expertise nicht anziehen, kann entspr. Killerphrasen blocken.

      Mich erinnert das an den Fahrradmarkt, einfach um ein Bild für Nichtvirtuosen zu finden. Irgendwann gab es da einfach alles, auch schon elektrisch und in jeder Federungs- und Geländeklasse von Feldweg bis Hochgebirge, von Rennrad bis Dirtbike! Die Kalifornier hatten uns nämlich mit dem 26″ Mountainbike ein führiges, ein wendiges und vor allem ein stabiles Rad geschenkt gehabt, das anders als das kleine BMX wirklich auch von Erwachsenen vernünftig im Alltag einzusetzen war und das die Nachteile des 28″ Rades, wie Wackeligkeit, Schlagloch-/Rinnstein- und Achteranfälligkeit, als auch gelegentliche bockharte Schläge vom Pflaster/Wurzeln/etc. ausgemerzt hatte. Dann haben sie – weil jeder schon alles hatte – mit Gewalt das 29er in den Markt gepresst, welches doch nur die jeweiligen Nachteile eines 28″ Trekkingrades (es ist nicht mehr gerade wendig oder stabil und braucht ob der großen und schweren Felgen (welche aber zu allem Übel trotzdem nicht die Festigkeit einer Mountainbikefelge mitbringt) ein hohes Antrittsmoment) und des führigeren Mountainbikes (es hat für die Straße oft zu dicke und grobe Ballonreifen, die unnötig viel Schwungmasse mitbringen und unnötigen Abrollwiderstand verursachen und es ist ob seiner Festigkeit verhältnismäßig schwer für die doch eher kleine Größe) vereint hatte.

      Die frustrierten, infantilisierten und gelangweilten Konsumdeppen haben – als vielleicht beste Analogie zum superschnellen 135iger – die sog. Fatbikes (die überhaupt nur im Tiefschnee oder auf losem Sand irgendeinen Sinn machen) und eben die 29er trotzdem gekauft, als Surrogat für Sinn und Identität und um die innere Leere zu substituieren, aber halt auch um Schwanz zu vergleichen und anzugeben. Irgendwann werden sie gemerkt haben, dass das Antrittsmoment und die zu investierende Kraft bei so einem Rad auf Dauer sehr lästig sind und haben es in der Garage liegen gelassen und sich dann doch ein 27,5″ gekauft. Bin gespannt was den Marktingingenieuren und Psychokybernetikern als nächstes einfällt.

      Bei den Smartphones und Tabletts war es das selbe. Das irgendwann grotesk kleine Handy musste ja irgendwann wieder größer werden, bald schon wieder zu groß, um im sog. Tablett seine eigene Karikatur gefunden zu haben. Dieses vereint exakt die Nachteile eines solchen Smartphones (zu wenig Konnektivität zu vorhandener IT-Infrastruktur wie Laufwerke, Eingabegeräte etc) und eines Laptops/Notebooks (das Ding ist nun mal viel zu sperrig, es immer dabei zu haben, period). Aber es ging bei den Infantilisierten Homo Konsumerismus um die Lust beim Kaufen und Zeigen.

      Hier wird es auch so sein! Ich denke, dass die meisten mit einer 2.8er Blende bei 135mm wunschlos glücklich wären, weil alles was an Schärfeebene noch dünner wäre, ein Overkill ist. Jetzt können die Virtuosen, die Experten unter dem Foreninventar, aber auch die Tablettkäufer und Fatbikefahrer ihren Shitstorm über mir abladen, wie die Amerikaner ihre Bomben über den Köpfen der Zivilisten im Irak, in Nam, in Libyen und sonstwo auf der Welt.

      Ich finde es nur witzig dass man beim großen Diktator so beiläufig drüber weggehen kann, dass er seit gefühlten Ewigkeiten keine wettbewerbsfähigen Sensoren mehr baut, man dort also gerne auf den einen Stopp Vorsprung des Wettbewerbs verzichten mag, aber bei der Optik, da scheißt man dann rum, wie etwa dem 2.0/28-70 oder eben diesen superschnellen 135iger und 1.2/50iger Linsen, die doch kein vernünftiger Mensch kaufen würde, nicht wenn er auch noch aufs Geld und/oder das Gewicht schauen muss.

      So, jetzt hab ich mir wieder Freunde gemacht, aber ich hab Spaß wie Bolle! Mir tut nur der Mark leid, der das immer alles lesen muss. Möge ich manchmal zumindest, ein feixendes Grinsen in sein Gesicht malen.

      „Bokeh ist nur die esoterische Überhöhung eines Abbildungsfehlers, den der Volksmund Unschärfe nennt!“
      Karl-Theodor von und zu G. (Denker und Philanthrop)

      • @Tobi B – Deine Konsumkritik ist vom Inhalt her sicherlich berechtigt.

        Solltest du dich, wie andere, aber ernsthaft fragen, wofür man mehr Lichtstärke als Blende 2,8 braucht, dann gebe ich hier mal ein Praxisbeispiel:

        In Deutschland wie auch vielen anderen Ländern ist es verboten, Fotos von Personen ohne deren Zustimmung zu veröffentlichen. Dennoch möchte man Menschen häufig gern im Bild haben, es drückt Leben aus. Mit größeren Sensoren (wie beim Kleinbild-Format) und Blende 2,0 bei Telebrennweiten lassen sich sogar kleine Gruppen unscharf im Vordergrund wiedergeben, während das eigentliche Motiv im Hintergrund scharf wiedergegeben wird. So konnte ich auf einer Hamburger Elbfähre die etwa 10 Menschen am Bug wunderbar weich unscharf aufnehmen, während sie auf das Heck eines Kreuzfahrtschiffes schauten, auf das die Fähre langsam zufuhr. Das attraktive, 32 Meter breite Heck des Kreuzfahrtschiffes konnte ich bei der gewählten Blende 2,5 mit dem 135er indes knackig scharf abbilden. – Das heißt, aus der Not, keine Personen ungefragt abbilden zu dürfen, habe ich mit Kreativität ein schönes Bild gemacht. Letzten Endes war es so schöner, als wenn alle Objekte im Bild gleichmäßig scharf abgebildet worden wären.

        Auf die Blende 2 oder noch größer (wie Blende 1,4 bei kürzeren Brennweiten oder kleineren Sensoren) sollte jeder Fotograf in seinem Schaffen zurückgreifen können. Es kommt dabei nicht auf den Millimeter Schärfentiefe an, sondern diese lichtstarken Objektive lassen einem viel mehr Freiheit bei der Kreativität, damit Unschärfen im Bild auch wirklich gewollt erscheinen und nicht wie ein hingenommenes Übel, weil man nicht anders fotografieren konnte. Nicht jeder braucht Objektive mit hohen Lichtstärken, aber sie zu nutzen, heißt eben, seiner Kreativität gewollt eine ganz bestimmte Ausdrucksform zu verleihen.

      • Sehr schön geschrieben @ Tobi …
        An die Zeit der Armut und des Hungers kann ich mich noch gut erinnern … (Denke ich – kann aber auch etwas übertrieben sein) …
        Und auch an die Frauen – wenn sie auf unseren Feldern die Rüben hackten – mit den riesigen breitkrempigen leichten Hüten auf dem Kopf – sie wurden „Wolkenschieber“ genannt – damit auch nur kein Sonnenstrahl die schöne weiße Haut traf ….
        Auch mich juckts öfter hier – dann muss ich aus mich raus – leider endet meine 10jährige Vorstandszeit bei der Flurbereinigung auch in nächster Zeit – dann kann ich mir da keinen mehr der denkt er wäre schlauer wie ich zur Brust nehmen….
        Werde mich dann hier wohl etwas mehr austoben ….
        Es grüßt Gustav ….

  • Nur eine Messucher Leica, ein 50er dran, von vorn bis hinten scharf und den genialen Blick für den entscheidenden Moment.
    Henri Cartier-Bresson, Magier des Lichts und des Augenblicks. Sein Genie war Generationen von Lichtbildnern Inspiration, Anleitung und Vorbild.
    Der Rest befasst sich mit unscharfen Kringeln im Hintergrund.

    • Das Genie ist nicht gefragt, sondern der persönliche Geschmack.

      Oder ist es dir egal, wenn ein Objektiv um 10 % verzeichnet? Guter Geschmack muss sich nun wirklich nicht an der verminderten Leistungsfähigkeit von Sony-Ingenieuren orientieren. Wenn die keine unscharfen Lichtkreise bei Blende 2,8 in den Bildecken hinbekommen, heißt das ja nicht, dass die das gut finden. Wenn der Konsument es wünscht, wird Sony es bald bringen. Oder sollen wir wegen Sony unsere Ansprüche herunterschrauben?

      Die von dir genannten Foto-Genies hätten nie das machen können, was der jeweils andere gemacht hat. Jeder hatte seine Ausdrucksweise, seinen Geschmack. Ich bin mir sicher, hätten die die Wahl bei der heutigen Fototechnik gehabt, dann hätte keiner von denen mit seiner damaligen Kamera-Objektiv-Kombination weiterhin fotografiert. Die Technik bestimmt nicht, wer zum Meister wird, wohl wahr. Aber der Meister muss eben seine Ansprüche auch nicht an den Hersteller anpassen. Dem hätte sicherlich jedes Foto-Genie zugestimmt.

      Im Übrigen: So sehr die unscharfen Lichtkreise auch wünschenswert sind, das neue Sony 1,8/135 mm dürfte dennoch ein klasse Bokeh aufweisen. Man will ja nicht bei jedem Bild unscharfe, saubere Lichtkreise haben. Deshalb habe ich auch nur ein Objektiv, dass das kann. Die anderen dürfen da gerne schwächeln.

    • Weisst du was, Robin?

      Ich schlage vor, du besuchst einmal einen Anfängerkurs für Fotografie an der VHS, übst dann mal 10 Jahre und dann meldest du dich wieder hier. Vielleicht hast du bis dann den Durchblick.

      • Warum schießt ihr eure Streitigkeiten nicht aus oder regelt es von Mann zu Mann mit den Fäusten. Ist ja langsam nicht mehr aus zuhalten, was das so von sich gegeben wird.

        Einen schönen Tag wünsche ich allen

      • @ Hubert F. – Streit kann für Menschen, die anderen mit Respekt begegnen wollen, sehr fruchtbar fürs eigene Denken und sogar fürs gemeinsame Zusammenleben sein 🙂

        Wer den Streit scheut, weil er etwas Zerstörerisches darin sieht, sollte sich besser nicht mit einem Fotoapparat auseinandersetzen. Mein Knipsgerät will nämlich nicht immer, wie ich so will. Aber dennoch weiß ich das Teil sehr zu schätzen – wie eben auch mein Gegenüber im hoffentlich für beide Seiten fruchtbaren „Streit“.

      • @ Rainer Kulartz ..
        Sie sind nach meinem Geschmack …
        Ich hätte nicht auf ihrem sachlich auch richtigen Artikel geantwortet wenn mir nicht der „Prahlhans“ ins Auge gestochen hätte …
        Sowas erweckt in mir als altem Minolta – Mann immer irgendeine Antwort die mich dann ausschweifen lässt …
        Mein erstes Makro kaufte ich 1981 – ein 90er Tamron 52b -Ganzmetall, richtig schwer- welches ich an meiner Leitz Minolta mit dem Adaptall nutzte ..
        Ich habe jetzt noch das vorletzte 90er – das 2,0/60 und das 180er Tamron in Gebrauch – das alte ist leider mit meiner alten A7 im Fischteich im Ruhestand …
        Dies nur auch mal für Rolf, der ja denkt ich habe keine Ahnung und sollte besser „schweigen“ – ich glaube ich habe schon länger „gemakrotet“ wie er !!!!
        Aber Sie sehen es wie ich auch rel locker hier und das freut mich …
        Es grüßt Gustav ….

  • Es freut mich

    wenn so viel über Festbrennweiten geschrieben wird. Zooms gibt es mittlerweile vom extremen Weitwinkel bis zum Super Tele.

    Womit ich persönlich am liebsten Bilder mache sind Festbrennweiten weil sie mich zwingen mir schon VOR der Aufnahme Gedanken über meine Bildidee zu machen. Der Vorgang entschleunigt die Fotografie, es entstehen weniger aber dafür bessere Bilder.

    Leider kommt man um die lichtstarken Zoom Klötze manchmal nicht herum (Reportage, Hochzeiten, Sport). Gott sei Dank bieten die Hersteller die Festbrennweiten noch in genügender Auswahl und in moderner AF Ausführung an.

  • Da habe ich ganz scharf, ins unscharfe Schwarze getroffen.
    Mein lieber Rolf Carl, es freut mich für dich, dass du nach 10 Jahren VHS, endlich alles über Fotografie gelernt hast. Nur viele Wege führen ins Paradies.
    Lustig, finde ich es, dass die Erwähnung der Grundtugenden – Motiv und der entscheidende Augenblick, so viel Verunsicherung auslösen.
    Jeder, wie er kann, der eine im Hintergrund unscharf, der andere das Motiv im Vordergrund scharf.
    Nicht nur die Schärfe eines Objektivs zu bewerben, sondern auch seine Unschärfe ist eine merkantile Meisteleistung. Einen Nahmen brauchte das Kind natürlich auch – bokeh – eben Unschärfe. Wer hätte gedacht, dass so viele darauf abfahren. Vielleicht, weil es irgendwie an einen guten Tropfen erinnert. Die Marketingabteilungen waren hier mal in Höchstform.
    Dem Einen gefällt dies, für den Anderen, ist was anderes wichtig.
    Verstehe nicht die Absolutheit, mit der die jeweiligen Hersteller ins Kraut geritten werden und diejenigen, die ihre eigene Meinung vertreten, gleich mit.
    Die scheinbare Schärfe vor der Schärfenebene und die dahinter, eben die Schärfentiefe ist das O und A der Makrophotographie. Es soll nicht die Einzelne Ocelle, sondern das ganze Komplexauge von Musca domestica scharf werden. Der Hintergrund darf gern einheitlich unscharf sein. Andererseits der Laubfrosch auf seiner Frühjahrswanderung durch den Eichen- Haselwald, soll komplett scharf sein. Am besten ist auch noch sein Habitat voll knackiger Schärfe. Da hilft nur abblenden, abblenden, abblenden und heutzutage kleine Sensorformate.
    So das soll es gewesen sein, für heute und jeder, der es für notwendig hält, darf gern persönlich werden, wenn es ihm oder ihr denn hilft. Weil, wenn die Argumente fehlen …

    • Tja, lieber Robin,

      Motiv und der entscheidende Augenblick – Wieso soll das Unsicherheit auslösen? Ich denke du hast da etwas grundlegend missverstanden, denn dies sind Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Fotografie. Und man kann die Fähigkeit des Sehens auch nur bedingt schulen, es gehört auch noch etwas Talent dazu.

      Scharf – Unscharf. Das Einzige, was mich an deiner Aussage stört ist, dass du die Schärfe von hinten bis vorne als der heilige Gral darstellst, und Fotografen, die mit der Unschärfeebene oder eben mit dem Bokeh arbeiten, sozusagen als Anfängerrest bezeichnest. Wenn du immer alles scharf willst, bitte schön, spricht nichts dagegen. Aber es wäre schön, wenn du auch respektieren würdest, dass andere eben anders arbeiten. Wie wichtig das Bokeh sein kann, zeigt schon die Tatsache, dass Wettbewerbe zu diesem Thema durchgeführt werden.

      Zum Schluss noch dies: Wer sagt denn, dass Makroaufnahmen im Hintergrund einheitlich unscharf sein sollen? Das sagst nur du, andere sind da flexibler …
      Wer sagt denn, dass der Laubfrosch auf seiner Wanderung inklusive Hintergrund komplett scharf sein soll? Das sagst nur du. Eventuell könnte der Hintergrund dezent unscharf sein oder vielleicht gewinnt das Bild auch noch dadurch, dass man noch 2 Blenden weiter öffnet.

      Manchmal kann ein Bild auch gewinnen, wenn man den eigenen Horizont erweitert und bewusst Regeln bricht …

  • Bei uns steht VH dran, ich war aber nur einmal vor langer, langer, langer Zeit da drin und da war so ein süßlicher Rauch.
    Wie wer, was aufnimmt, ist mir prinzipiell egal.
    Ich bevorzuge halt scharfe Aufnahmen von vorn bis hinten.
    Das kommt davon, weil meine Aufnahmen eine gewisse biologische Information rüber bringen sollen und müssen. Für künstlerische Unschärfeorgien, ist da kein Platz.
    Was mich stört, aber letztendlich egal ist, wenn mit einer Innbrunst, die ihresgleichen sucht, irgendeinen Hersteller verissen wird.
    Und was ich nicht verstehe und auch nie akzeptieren werde, sind persönliche Angriffe. Also, wie hieß es früher, zu meiner Zeit, so schön – PEACE

    • Wenn du für deine dokumentarische Fotografie von vorne bis hinten alles scharf haben willst, dann ist das okay. Bei Landschaftsaufnahmen will ich auch alles von vorne bis hinten scharf. Aber eben nicht bei der Makro- und Tierfotografie, da geht es nämlich um Freistellung und einen angenehmen Hintergrund. Es ist ein Gestaltungsmittel! Und das einfach zu verteufeln finde ich schon etwas krass. Es ist schlussendlich eine Stilfrage; die einen sind dokumentarisch tätig, die anderen kreativ. Dies sollte jedem selbst überlassen sein, ohne sich gleich rechtfertigen zu müssen.

      Wer sich mit seiner Aussage so weit aus dem Fenster lehnt, muss halt mit Reaktionen rechnen.

  • Tja lieber Rolf Carl,
    wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an und reagiert dann persönlich.
    Von mir aus darf jeder so arbeiten, wie er will. Ist doch selbstverständlich.
    Und wenn hochlichtstarke Objektive der Renner sind, hervorragend.
    Alles was die Hersteller ein wenig vom Abgrund weg bringt, ist gut.
    Nur ich brauch es nicht. Wer noch?
    Und das Sony Objektiv wegen ein paar Unschärfekringel zu verreißen ist, ja was ist es denn? Mit Sony hab ich übrigens überhaupt nichts zu tun, da ich seit Jahren gut bei Panasonic aufgehoben bin, obwohl, was da jetzt gemacht wird, nicht meins ist.