Tamron präsentiert das 12-20mm f/2.8 für Sony E und Nikon Z. Das kompakte Vollformat-Zoom setzt auf ein frisches Design und soll bei Astrofotografie glänzen.
Tamron hat heute offiziell das 12-20mm f/2.8 (Modell A084) vorgestellt, ein lichtstarkes Ultraweitwinkelzoom für Vollformat-Kameras mit Sony E- und Nikon Z-Bajonett. Das Objektiv hebt sich optisch deutlich von früheren Tamron Objektiven ab und dürfte generell den Startschuss für eine Art Markenrelaunch markieren.
Schluss mit “Di III VXD”
Auffälligste Änderung neben der Optik selbst ist das Branding. Tamron streicht die bisher üblichen Namenszusätze wie “Di III VXD” komplett und benennt das Objektiv schlicht “Tamron 12-20mm f/2.8”. Auch das äußere Erscheinungsbild ist neu. Die Oberflächen sind dunkler und matter, die Strukturen der Einstellringe wurden überarbeitet, die Verpackungen sind schlichter. Tamron nennt das neue Designkonzept “Toned Profile Next”, mehr Informationen dazu findet ihr hier bei Tamron.

Vollgepackt mit Bedienelementen
Das 12-20mm f/2.8 bietet für Tamron eine ungewöhnlich hohe Dichte an Schaltern und Ringen. Neben dem Fokus- und Zoomring gibt es einen dritten Ring, der bei der Sony-Version als Blendenring und bei der Nikon-Version als frei belegbarer Steuerring fungiert. Per Schalter lässt er sich auf stufenlosen Betrieb umstellen.
Zwei programmierbare Tasten sind über einen Dreiwege-Wahlschalter mit unterschiedlichen Funktionen belegbar. Hinzu kommen ein AF/MF-Schalter, ein Zoom-Lock und ein Fokussperre-Schalter, der verhindert, dass die manuell eingestellte Fokusebene versehentlich verstellt wird. Über einen USB-C-Anschluss lässt sich das Objektiv mit der Tamron Lens Utility App konfigurieren.

Optischer Aufbau und Astro-Ambitionen
17 Linsen in 12 Gruppen, darunter ein XGM-Element und drei asphärische GM-Elemente, sollen für hohe Schärfe bis in die Bildecken sorgen. Tamron betont besonders die Korrektur von sagittaler Koma, was das Objektiv zu einem ernstzunehmenden Kandidaten für Astrofotografie machen soll. Tamron spricht sogar von “G Master-Level” bei der Bildqualität.
Die Blende besteht aus zwölf Lamellen und erzeugt markante Sonnensterne. Abgeblendet werden kann bis f/16.
Kompakt und wetterfest trotz f/2.8
Mit 119,3 mm Länge und 570 Gramm (Sony E) bzw. 585 Gramm (Nikon Z) bleibt das Objektiv deutlich kompakter als etwa Sonys 12-24mm f/2.8 GM, das rund 847 Gramm auf die Waage bringt. Dafür verzichtet Tamron auf die vier zusätzlichen Millimeter am Teleende. Das Gehäuse ist an mehreren Stellen abgedichtet, zusätzlich schützt eine Fluorbeschichtung auf der Frontlinse vor Schmutz und Feuchtigkeit. Ein Frontfiltergewinde gibt es nicht, die fest verbaute Streulichtblende lässt sich nicht abnehmen. Stattdessen nimmt die Rückseite des Objektivs Gel-Filter auf.

Der VXD-Linearmotor fokussiert schnell und leise. Die Naheinstellgrenze liegt bei 0,18 Metern am kurzen Ende, was für ein solches Ultraweitwinkel bemerkenswert nah ist und einen maximalen Abbildungsmaßstab von 1:5,8 ermöglicht.
Preis und Verfügbarkeit
Das Tamron 12-20mm f/2.8 wird in der Sony E-Version ab dem 30. Juli für 1.699 Euro erhältlich sein. Die Nikon Z-Version soll am 27. August für 1.799 Euro folgen. Damit positioniert sich Tamron preislich deutlich unter Sonys 12-24mm f/2.8 GM, das aktuell knapp unter 3.000 Euro liegt.


Sehr schön. Sieht nicht mehr so billig aus wie andere Tamrons. Ist leicht und die Bildqualität ist gemäss ersten Tests auch sehr gut.
Gefällt mir, das neue Tamron. Vor allem, wenn Tamrons Aussagen stimmen und das Objektiv optisch mit dem Sony 12-24mm F/2.8 GM mithalten kann, wäre es für mich eine Alternative, mit einem deutlich besseren Preis-/ Leistungsverhältnis.
Für die Astrofotografie bevorzuge ich zwar eigentlich Festbrennweiten, die noch etwas lichtstärker sind, aber mit 12mm Brennweite gibt es bisher eh kein Objektiv, das lichtstärker als F/2.8 und vollformattauglich ist. Von daher definitiv ein sehr interessantes Objektiv.
Ich vermute, dass du bereits ein 14 mm F1.8 hast. Das würde ich behalten, anstatt auf das Tamron wegen 12 mm F2.8 zu wechseln. Gerade bei Astro ist die Lichtstärke – mit oder ohne Nachführung – meiner Meinung nach wichtiger als die zusätzlichen 2 mm Brennweite.
Das gesparte Geld würde ich eher in einen Benro Polaris Astro-Tracker investieren. Der kann auch ohne sichtbaren Polarstern arbeiten, kalibriert sich weitgehend selbstständig und ermöglicht vollautomatisch aufgenommene Mosaike und Panoramen. Das reicht von nur zwei Aufnahmen für etwas mehr Bildwinkel bis hin zu riesigen Panoramen, die deutlich über 180 Grad abdecken können.
Zumindest würde ich es so machen – beziehungsweise habe es bereits so gemacht 🙂
Aber natürlich hat jeder andere Vorstellungen und Prioritäten. Manchmal können aber neue Gedanken und Alternativen trotzdem hilfreich sein. Wie auch immer… nur so ein paar Gedanken…
Ein 14mm F/1.8 habe ich nicht, ich nutze aktuell verschiedene Viltrox Festbrennweiten (für Astro-Landscapes hauptsächlich das 16mm F/1.8 und 24mm F/1.8), mit denen ich auch sehr zufrieden bin, da sie ein hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis bieten (beide Objektive sind schon bei Offenblende scharf bis an die Ränder, zeigen nur geringes Koma und selbst das 16mm bildet ohne sichtbare Verzeichnung ab, vergleichbar mit den Laowa “Zero-D” Objektiven). Ich nutze die Objektive auch nicht nur für Astro-, sondern auch allgemein für Landschaftsfotografie (falls Du mal reinschauen möchtest, mein Portfolio müsste jetzt wieder mit meinem Namen verlinkt sein, bei dem vorigen Kommentar war es komischerweise nicht so, weil ich den vom Handy geschrieben hatte, normalerweise war der Link sonst immer automatisch drin). Das 14mm F/1.8 werde ich mir wohl nicht kaufen, da ich darin keinen großen Mehrwert, für meine Zwecke, zum 16mm 1.8 sehe. Mit 14mm habe ich aktuell nur das günstige Viltrox 14mm F/4, welches auch sehr scharf abbildet. Wenn ich die Verzeichnung korrigiere, bleibt allerdings auch nicht mehr vom Bildausschnitt übrig, als ich mit dem 16mm 1.8 habe (hab irgendwo auch mal gelesen, dass der Bildwinkel bei dem Viltrox 16mm 1.8 eher 15mm, als 16mm entspricht). Das Tamron 12-20mm 2.8 finde ich vor… Weiterlesen »
Vielen Dank für deine wirklich ausführliche Antwort. So etwas hat heute leider schon fast Seltenheitswert. Oft bleiben nur halbe Sätze oder pauschale Aussagen wie: „Wer ernsthaft fotografiert, benutzt nur Festbrennweiten – alles andere sind Knipser.“ Umso mehr habe ich mich über deine nachvollziehbaren Gedanken und Erfahrungen gefreut. Drei Kameras und mehrere Objektive auf Touren von bis zu 200 Kilometern sind allerdings schon eine sportliche Kombination. 🙂 Dagegen wirkt mein meist etwa 10 Kilogramm schwerer Fotorucksack fast wie leichtes Handgepäck. Mit einem guten Tracker lässt sich die Bildqualität noch einmal deutlich steigern, weil man je nach Wind, Stativ und Ausrichtung etwa drei bis sechs Minuten bei relativ niedriger ISO belichten kann, ohne dass die Sterne sichtbar driften. Ich richte das Stativ deshalb mit einer digitalen Wasserwaage aus, da mir eine normale Libelle dafür zu ungenau wäre. Der Nachteil ist natürlich der zusätzliche Aufwand: Die Landschaft muss separat aufgenommen und später mit dem Himmel zusammengefügt werden. Bei Bergen oder klaren Steinkanten ist das meist recht einfach, bei Bäumen und vielen feinen Ästen kann es dagegen ziemlich mühsam werden. Dazu kommen mehr Gewicht, mehr Aufbauzeit und mehr Nachbearbeitung. Es hat also alles seine Vor- und Nachteile. Für eine gezielt geplante Tour zu einer… Weiterlesen »
Danke Dir, für Deine ausführliche Antwort.
Ja, jetzt scheint die Verlinkung nicht mehr vorhanden zu sein. Nachdem ich die Kommentare geschrieben hatte, hat es komischerweise noch geklappt, aber wenn ich jetzt auf meinen Namen klicke, passiert nichts. Dann füge ich den Link mal hier ein:
Maik Richter
Mal schauen, vielleicht schaffe ich mir mal einen Tracker an. Hier in der Region (im Wendland, in der Niedersächsischen Elbtalaue), hält sich die Lichtverschmutzung sich noch einigermaßen in Grenzen (größtenteils Bortle 3 Regionen, es gibt hier aber auch ein paar, wenige Ecken, wo ganz knapp Bortle 2 erreicht wird).
Hier in der Region (das Wendland, in der Niedersächsischen Elbtalaue), hält sich die Lichtverschmutzung noch einigermaßen in Grenzen (größtenteils Bortle 3 Regionen, es gibt hier aber auch ein paar, wenige Ecken, wo ganz knapp Bortle 2 erreicht wird). Mein Wohnort Dannenberg liegt ca. 5-10km von der Elbe entfernt (je nachdem, welche Strecke man nimmt) und entlang der Elbe gibt es hier einige Gebiete, mit geringer Lichtverschmutzung. Umso weiter man Richtung Westen fährt, desto mehr nimmt die Lichtverschmutzung allerdings zu, denn dort liegt Hamburg (in ca. 100km Entfernung von meinem Wohnort). Hier im näheren Umkreis gibt es zum Glück nur ein paar Kleinstädte und Dörfer (die Region hier besteht aus den drei dünnbesiedeltsten Landkreisen in Deutschland, auf Platz 1 liegt Prignitz, auf der gegenüberliegenden Elbseite, unser Landkreis Lüchow-Dannenberg liegt auf Platz 3 und auf Platz 2 Landkreis Salzwedel, der im Süden an unseren Landkreis anschließt).
Dafür haben wir hier viel Natur (Wälder und Auenlandschaften), mit vielen Wildtieren, Vögeln und Pflanzen, also tolle Voraussetzungen zum Fotografieren und für ausgedehnte Radtouren (vor allem der Elberadweg hat es mir angetan).
F2,8 sind meiner Meinung nach zu lichtschwach wenn man Astrofotografie ernsthaft betreiben möchte.
Natürlich würde ich ein 12mm F/1.8 vorziehen, aber sowas gibt es ja aktuell leider nicht. Was ansonsten meine Gründe angeht, warum das Objektiv für mich interessant wäre, habe ich in meinem letzten Kommentar (an Stefan Zimmermann) ausführlicher erklärt. Und meine lichtstarken Festbrennweiten (Viltrox 16mm F/1.8 und 24mm F/1.8) würde ich ja sowieso behalten.
Anfrage: es gibt laut der Reklame Zoomkameras. Wozu bitte, braucht man dann noch Zoomobjektive?
Manchmal blicke ich bei den seltsamen Erfindungen aus westlichen Ländern nicht so richtig durch, und bin davon überzeugt, dass bei manchen Schöpfungen nicht einmal der Schöpfer weiß, was das eigentlich sein soll.
Reinhard, ich würde dir wirklich gerne folgen – aber egal, wie sehr ich mich anstrenge, ich kann deinen Gedankengang nicht nachvollziehen.
Kann es sein, dass dir zusätzlich eine Werbung für eine sogenannte „Zoomkamera“ angezeigt wurde? Im Artikel selbst kommt dieser Begriff nämlich überhaupt nicht vor.
Ich filtere Werbung seit über 26 Jahren, angefangen damals mit WebWasher. Auch heute wird bei mir auf allen Geräten gefiltert – im Browser, in Apps und auf YouTube. Deshalb sehe ich solche Einblendungen grundsätzlich nicht.
Ich sehe auch nicht ein, warum ich mir extrem penetrante und oft erschreckend primitive Werbung ansehen soll, die zusätzlich Akku, Strom und Datenvolumen verbraucht. Wer seine Inhalte ausschließlich über Werbung finanzieren möchte, kann sie gern hinter eine Paywall stellen. Dann entscheide ich, ob sie mir das Geld wert sind.
Mein Rechner, meine Geräte, meine Internetleitung, meine Augen und mein Gehirn – also gelten dort auch meine Regeln. Zumal viele Seitenbetreiber keine Verantwortung übernehmen, wenn über dubiose Werbenetzwerke Schadsoftware oder betrügerische Anzeigen ausgeliefert werden.
Daher habe ich beim Filtern keinerlei schlechtes Gewissen.
Aber zurück zu deinem Kommentar: Ich kann mir nur erklären, was du meinst, wenn du zusätzlich eine Werbung gesehen hast, die bei mir herausgefiltert wurde. 🙂
Sag mal Reinhard, stellst Du Dich nur blöd oder bist Du es wirklich? Ich denke, Du willst hier nur herumtrollen.
Das Traurige daran ist leider, dass der Typ das Klischee vom “dummen Ossi” auch noch gnadenlos befeuert.
Ich kenne die persönlichen Hintergründe nicht, aber bei Beleidigungen möchte ich mich nicht beteiligen. Deshalb bin ich an dieser Stelle raus und werde das Thema nicht weiterverfolgen.
Moin Stefan,
Ich glaube der Radioreinhard ist,nach meiner Meinung, eine KI, die gerade auf dem Modus “Lernen” ist. Anders kann ich mir so einige Äußerungen nicht mehr erklären.
Wieso traurig? Das ist einfach die Realität. Wenn einem jahrzehnte lang vorgekaut wird, was man machen und denken soll, wobei denken eher passiv gemeint ist, dann stellt das Hirn irgendwann mal ab und weigert sich überhaupt nachzudenken. Und wenn sie dann wie der arme Radioreinhard losgelassen werden, dann kommt genau das heraus: Schräge, sinnlose Kommentare, die an Blödheit kaum zu übertreffen sind. Kommt dazu, dass im Osten die Klapsmühlen eh schon überlastet sind, also kann ihnen auch nicht geholfen werden.
Traurig deshalb, weil es auch viele ganz normale, tolle Menschen gibt, denen diese Voreingenommenheit dann entgegenschlägt.
Er hat bestimmt viel Tagesfreizeit 😉
Das muss ein Satireaccount sein. Vermutlich von der DDR Mondbasis.
Aber von der dunklen Seite des Mondes 😉
Leider hat das Objektiv bei PetaPixel gezeigt das es bei 20mm (haben leider nur 12 und 20mm getestet) starkes field curvature hat.
Selbst bei f5.6 ist der Rand nicht schwarf wenn man in die Mitte fokussiert.
Das hat es bei 12mm nicht, scheint also das man es abseits der 12mm eher schlecht einsetzen kann wenn man ein Bild haben will das bis in die Ecken scharf ist.
Mal schauen wie es sich in den Händen dann anfühlt – eine deutliche andere Designsprache als sonst bei den Tamron Objektiven. Aber es ist preislich einer der teuersten von Tamron, auch wenn die Pendants von Sony und co noch einmal ein gutes Stück darüber liegen. Der Service von Tamron ist echt super (hatte mal einen Reparaturfall, der sehr unkompliziert gelöst wurde) und in sofern haben die einen großen Bonus bei mir mittlerweile, auch wenn die Haptik nie mochte. Ich muss dann aber, wenn ich sie doch mal benutzte, immer wieder anerkennen wie gut die sind für einen wirklich guten Preis. So selten ich mein 12-24 f4 von Sony nutze, wird das nur vermutlich nicht in meinem Fotorucksack landen.