Auch das Bokeh sieht bei 75 mm in Kombination mit Blende f/2.8 überraschend weich und ruhig aus, so dass selbst hübsche Porträt-Fotos von Mensch und Tier mit dieser Linse möglich sind. Diese Katze hat in Montezuma für mich gemodelt. Eine Gage gab es in Form von Streicheleinheiten.
Selbst Sonnensterne lassen sich ab f/11 mit diesem Objektiv verwirklichen. Dank der relativ geringen Naheinstellgrenze von 18 cm im Weitwinkel-Bereich und 38 cm im Telebereich lassen sich zudem moderate Makro-Aufnahmen mit der Linse realisieren. Dies ermöglichte es mir, die spannende Flora und Fauna Costa Ricas aus der Nähe in Szene zu setzen. Apropos Makroaufnahmen, auf einen Bildstabilisator hat Tamron bei diesem Objektiv – vermutlich zugunsten der Kompaktheit und des Preises – verzichtet. Da die meisten Sony Kameras mittlerweile einen internen Bildstabilisator besitzen, ist dies aber halb so wild.



Etwas Vignettierung ist beim Tamron 28-75mm f/2.8 G2 zwar vorhanden, dank internem Korrektur-Profil in der Kamera, bei Adobe Lightroom und Co. dürfte dies für die meisten Fotografen aber nicht negativ ins Gewicht fallen. Insgesamt bietet das Tamron 28-75mm f/2.8 G2 insbesondere in Anbetracht des flexiblen Brennweitenbereichs meiner Meinung nach eine tolle Bildqualität und muss sich nicht hinter deutlich teureren G-Master Objektiven von Sony verstecken.
Verarbeitung, Haptik und Design
Dank des geringen Gewichts von 540 g und des gut verarbeiteten Kunststoffgehäuses fühlt sich das Objektiv angenehm in der Handhabung an. Das Filtergewinde beträgt 67 Millimeter. An der dicksten Stelle liegt der der Durchmesser des Objektivs bei ca. 7,6 cm, das Bajonett ist aus Metall gefertigt. Es ist gummiert und somit weitestgehend gegen Staub und Spritzwasser geschützt.
Insgesamt fühlt sich das Tamron 28-75mm f/2.8 G2 in Kombination mit der Sony A7R V ziemlich leicht und kompakt an, auch wenn es natürlich noch schlankere Setups gibt. Praktisch ist auch der USB-C Anschluss am Gehäuse, um das Objektiv mit Softwareupdates zu versorgen und die Funktionsweise der Taste am Objektiv und des Fokusrings nach euren Vorlieben einzustellen. Dazu gibt es passende Software von Tamron für Windows-PCs und Macs. Zudem ist das Programm auch als App für Android erhältlich. Mit der Software lässt sich beispielsweise auch die Schärfe direkt auf eine bestimmte Entfernung einstellen oder die Geschwindigkeit der manuellen Fokussierung bestimmen. Zudem könnt ihr einstellen, ob der Fokusring linear oder nicht-linear arbeiten soll.


Schneller Autofokus
Der VXD-Linearmotor im Tamron 28-75mm f/2.8 G2 sorgt für einen sehr zügigen und zuverlässigen Autofokus. Während der gesamten Testphase des Objektivs hatte ich nie das Gefühl, der Autofokus würde hinterher hinken oder wäre nicht treffsicher. Darüber hinaus fokussiert das Objektiv lautlos und eignet sich auch hervorragend zum Filmen. So werden Motive während der Videoaufnahme einwandfrei ohne sichtbare Verzögerung nachgeführt.
Okay, Hand aufs Herz: Zum Fotografieren und Filmen dieser Schildkröte hätte es auch ein Objektiv mit einem langsamen Fokus getan, aber besser “haben” als “brauchen”, oder?

Preis und Verfügbarkeit
Das Tamron 28-75mm f/2.8 G2 kostet derzeit ca. 850 Euro. Findet gerade eine entsprechende Rabatt-Aktion statt, könnt ihr das Objektiv unter Umständen auch rund 100 Euro günstiger ergattern.
Spezifikationen (Tabelle)
Hier seht ihr die wesentlichen Spezifikationen des Tamron 28-75mm f/2.8 Di III VXD G2 im Detail.
| Brennweite | 28-75 mm |
| Lichtstärke | f/2.8 |
| kürzeste Einstellentfernung | 0,18m (Weitwinkel), 0,38m (Tele) |
| Max. Abbildungsmaßstab | 1:2,7 (Weitwinkel), 1:4,1 (Tele) |
| Filtergröße | 67 mm |
| Gewicht | 540 g |
| Gruppen-Elemente | 15-17 |
| Bildwinkel | 75°23′-32°11′ |
| Anzahl Blendenlamellen | 9 |
| kleinste Blende | f/22 |
| Größter Durchmesser | 78.8 mm |
| Baulänge | 117.6 mm |
| Markteinführung | Oktober 2021 |
| Preis | ca. 850 Euro |

Fazit
Insgesamt bietet Tamron mit dem 28-75mm f/2.8 Di III VXD G2 ein erstklassiges Standard-Zoom-Objektiv, das mich hinsichtlich Bildqualität und Alltagstauglichkeit auf ganzer Linie überzeugt hat. Dank des geringen Gewichts von 540 g ist es ideal zum Mitnehmen auf Wanderungen und Reisen geeignet und dank des flexiblen Brennweitenbereichs lassen sich viele unterschiedliche Foto-Genres und Situationen abdecken. Der eine oder andere wird die fehlenden 4 mm Brennweite am kurzen Ende vermissen, ich persönlich verzichte aber gerne auf selbige, wenn ich dafür ein derart kompaktes Objektiv samt hervorragender Bildqualität erhalte.
Lobenswert ist auch die hohe Abbildungsqualität des Tamron 28-75mm f/2.8 G2, das selbst die 61 MP der Sony A7R V sehr gut auflöst und gestochen scharfe, detailreiche Fotos ermöglicht. Diese Linse ist für mich aufgrund des sehr guten Preis-Leistungs-Verhältnis und der tollen Performance herstellerübergreifend eines der empfehlenswertesten Standard-Zoom-Objektive auf dem Markt. Das heiß ersehnte Objektiv meiner Begierde – das Sony 28-70mm f/2.0 – wird in naher Zukunft zwar trotzdem in meinem Warenkorb wandern, allerdings wird das Tamron 28-75mm f/2.8 G2 weiterhin einen Platz in meinem Herzen und Objektivtäschchen behalten. Angesichts des geringen Gewichts und der Kompaktheit besitzt das Tamron Objektiv schlicht eine deutlich größere Alltagstauglichkeit. Und die beste Kameraausrüstung ist schließlich immer die, die man gerade dabei hat.



Danke Gino für die Vorstellung der 2.Generation des Tamron 28-75mm. Die Bilder sind wirklich knackscharf, selbst wenn sie gecroppt wurden.
Mir persönlich würden allerdings die 4mm nach unten fehlen, aber da dieses Objektiv nur für den FE-Mount und den Z-Mount angeboten werden, ich aber mit Micro Four Thirds unterwegs bin, eh kein Objektiv für meinen Bedarf.
Guter Bericht,
das Objektiv ist wohl das Pondon zum schon länger erhältlichen Sigma 2.8/28-70, auch die Nahgrenzen sind gleich. Ich besitze es für L- Mount.
Es ist auch eine sehr scharfe Optik schon bei Offenblende, mit sehr weichem Bokeh, diese Eigenschaften zusammen mit der guten Nahgrenze und der Kompaktheit bei rel. geringem Gewicht, machen es für mich aus. Der Preis ist auch sehr ähnlich.
Sony- Besitzer haben die Wahl, das Sigma gibt es für E- und L- Mount.
Die Brennweite ab 28mm ist für mich manchmal ein Nachteil, aber ich besitze auch das optisch exzellente Lumix 4/24-105 und das 3.5-5.6/20-60. Diese drei Normalzooms ergänzen sich hervorragend, jede mit Vor- und Nachteilen, das schönste Bokel hat zweifellos das Sigma bei f 2.8.
Ein schöner Artikel 👍 Besonders gefällt mir “Der Pool”, lädt zum träumen ein 📷 Habe das Bild mal ins 1:1 Format umgewandelt, gefällt mir persönlich besser aber das ist Geschmacksache und Danke für das zeigen 🫵
https://ibb.co/LdwGNMtL
👍👍 – einen Daumen für Gino hinsichtlich des wirklich guten Praxistests – interessante Optik – zumal 28-75(80)mm bei f:2,8 mein Ding ist/wäre. Und natürlich einen Daumen für den künstlerischen Formatierer 😉 lg
Meine Erfahrungen decken sich hier auch weitgehend mit dem Fazit in diesem Test. Ursprünglich sollte es mehr eine Art Übergangslösung sein, bis ich mir das GM Zoom oder entsprechende Festbrennweiten leiste. Als ich dann das 24-70 GM II für ein paar Wochen nutzen könnte, war für mich der Qualitätsunterschied noch der etwas breitere Zoombereich überzeugend genug, als dass ich dafür die Zusatzkosten oder das mehr an Gewicht in Kauf hätte nehmen wollen. Liegt auch sicherlich daran, dass ich im Zweifel eher mit Festbrennweiten unterwegs bin, auch wenn dann manchmal das eine oder andere Motiv sich nicht einfangen lässt. Oft ist Tamron als Backup jedoch dann noch in der Tasche – es ist gut und leicht.
Ein ausgewogener Bericht über ein wichtiges Objektiv. Mit so einem „Teil“ und den gezeigten Ergebnissen kann man gut leben. Klar – dem einen oder anderen fehlen oben oder unten einige Millimeter an Brennweite – je nach dem wo die persönlichen Vorlieben liegen.
Insgesamt ein stimmiges Fazit – Danke Gino.
schöner bericht, aber ich verstehe nicht, warum du dir trotzdem das sonyteil holen möchtest, wenn das tamron dir so gefällt? liegt es nur an der lichtstärke, oder gibt es da noch andere faktoren?
Ich bin einfach ein Bokeh-Liebhaber und zudem fotografiere ich oft in dunklen Locations, in denen mir die Lichtstärke entgegenkommen würde. 🙂
Ich besitze es für den Z-Mount und kann die Eindrücke nur bestätigen. Mit dem Objektiv macht man nichts falsch.
“Letztendlich zählt für uns, was beim Fotografieren und Filmen mit dem Objektiv rauskommt und nicht, ob ein bestimmter Messwert übertroffen oder unterboten wird. Stattdessen wollen wir euch unsere persönlichen praktischen Erfahrungen schildern – unvoreingenommen, ehrlich und authentisch aus dem Alltag eines Fotografen”
Geht man mit diesen Kriterien an den Test eines Objektivs heran, kommt man meiner Erfahrung nach sehr häufig zum Ergebnis, dass Drittherstellerobjektive mehr als ausreichende Qualität abliefern und kaum bis keine Unterschiede zu Originalherstellerobjektive erkennbar sind. Die paar Prozentpunkte Unterschied kann man höchstens im direkten Vergleich und bei Pixelpeeping erkennen. Eventuell existieren noch Unterschiede bei den verbauten Motoren, aber das war es dann auch schon. Deshalb lohnen sich für viele von uns die teilweise exorbitanten Mehrkosten für Originalobjektive oftmals nicht. Um das zu erkennen muss man aber auch bereit sein unvoreingenommen an die Sache heranzugehen.
Lieber Thomas, das sehe ich genauso. Der Autofokus mag bei Originalobjektiven teilweise noch etwas schneller und zuverlässiger arbeiten, bezüglich der Bildqualität lohnt sich der große Aufpreis aber – wenn wir ehrlich sind – eher nicht.
Volle Zustimmung
Der Testbericht spricht mir aus dem Herzen. Ich sehe es 1:1 genauso. Habe dieses Objektiv seit April 2024 an meiner A7R III und viele Linsen sind einfach nicht in der Lage, diese hochauflösenden 7R-Sensoren so richtig auszureizen – dieses schon. Ich gebe jedem den Punkt, der die fehlenden 24mm beklagt; man kann immer rein-, aber nie rauscroppen. Das ist wahr und kann auch nicht weggeredet werden. Trotzdem muss man unabhängig davon auch mal sehen, was man hier geboten bekommt: Zu einem Ladenpreis von mittlerweile oft unter 700€ erhält man ein kompaktes, optisch tolles Standardzoom, das einen wirklich nie enttäuscht. Es ist super zuverlässig und auch bei extremen Bedingungen bestens aufgestellt (s.u.). Im Gegensatz zu den ‘dicken Kloppern’ von Sigma oder den sehr teuren Sonys ist dieses Objektiv für alle, die die Kamera v.a. unterwegs beim Wandern oder in ähnlichen Szenarien nutzen, eine gute Wahl. Was man bei Tamron besonders hervorheben sollte und was leider oft gar nicht erwähnt wird, ist der Wetterschutz der Objektive: Die Gummilippe ist viel massiver als alles, was die anderen Hersteller so im Angebot haben, einschließlich der GM-Reihe. Ich habe ein 50/1.4 GM und 2 G-Linsen (24-50, 24-105) und bei allen ist diese Bajonett-Abdichtung mehr Marketing… Weiterlesen »
Wenn ich in einem Testbericht ein Foto des Objektives mit umgedrehter Gegenlichtblende sehe, lese ich nicht weiter …