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Warum die EOS M3 für Canon nicht die Wende bringen wird

Perspektive 1: Warum die EOS M3 für einige die perfekte Kamera sein könnte

Eines kann man ohne Zweifel sagen: Die EOS M3 ist die beste spiegellose Systemkamera, die Canon je gebaut hat. Der Autofokus soll rund sechs Mal schneller als der der EOS M sein, man hat der Kamera einen neuen 24-Megapixel-Sensor spendiert, der im Normalfall eine tolle Bildqualität liefern sollte, zudem hat man das Gehäuse überarbeitet und professioneller gestaltet, man hat der Kamera einen Griff spendiert und auch sonst werden sich viele über Details freuen – wie zum Beispiel die Möglichkeit, ein externes Mikrofon anschließen zu können.

Wer schon Besitzer der EOS M war, vielleicht eines der vier vorhandenen Objektive besitzt oder ganz generell im Canon Universum zuhause ist und eine ganze Reihe andere Objektive besitzt, die in Kombination mit einem Adapter verwendet werden können – der könnte mit der EOS M3 wirklich glücklich werden. Ein kompakter und spiegelloser Begleiter für unterwegs, der sich im Vergleich zu seinen Vorgängern wirklich deutlich verbessert hat.

Das Display der EOS M3 kann man um 180 Grad nach oben klappen.
Das Display der EOS M3 kann man um 180 Grad nach oben klappen.

Perspektive 2: Warum die EOS M3 viele Nutzer einfach nicht überzeugen wird

Betrachten wir es mal nicht aus der Perspektive eines Canon Nutzers, der sich freut, dass er jetzt auf einen deutlich verbesserten Body „upgraden“ kann. Betrachten wir es aus der Perspektive eines neutralen Nutzers, der sich noch keinem Hersteller verbunden fühlt, oder gar eines Nutzers, der mit einer Sony, einer Olympus oder einer Fuji fotografiert und zufrieden ist. Welche Argumente liefert Canon diesen Nutzern nun, sich für das EOS M System zu entscheiden bzw. auf das EOS M System umzusteigen?

Sony Kameras (und vor allem die A7 Reihe) werden häufiger dafür kritisiert, dass die Auswahl an Objektiven zu gering ist. Doch was soll man denn dann bei Canon sagen? Für das EOS-M System bietet Canon nur vier echte Objektive, wer mehr Auswahl will, muss wie schon gesagt mit einem Adapter arbeiten. Das wird für viele kein Problem darstellen, aber es ist eben auch nicht so, dass Canon im Vergleich zu anderen Herstellern ein unglaubliches Angebot an nativen Objektiven hat – ganz im Gegenteil.

Wer sich eine EOS M3 zusammen mit dem externer elektronischen Sucher kaufen möchte, zahlt grob 1.000 Euro. Für aktuell rund 1.100 Euro bekomme ich schon die Sony A7 mit Vollformatsensor (Link zum Angebot). Für 1.200 Euro die Fuji X-T1. Für 530 Euro – sprich fast die Hälfte! –  bekomme ich die Sony A6000 (Link um Angebot), für 750 Euro die neue Samsung NX500. Und wie unser Vergleich gezeigt hat: Samsung NX500 und Sony A6000 hinken hinter der EOS M3 nicht hinterher, eher im Gegenteil.

Welche Argumente hat die EOS M3 also, mit denen sie neutrale Nutzer, Einsteiger oder Kunden von anderen Herstellern überzeugen könnte? Und das will Canon ja angeblich erreichen, denn wie gesagt, bis Ende 2017 will man Marktführer sein und das ist noch ein langer Weg für Canon, wenn man sich die Anteile im Bereich der DSLMs für die letzten zwölf Monate in Japan anschaut:

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Quelle Bild: Dicahub

Canon liegt hier im aktuell Mittelfeld, aber bis man an Olympus und Sony vorbeiziehen kann, wird es noch so einige Zeit dauern.

Fazit

Die EOS M3 wird für Canon nicht die Große Wende bringen. Denn auch wenn Canon Nutzer oder Nutzer der EOS M mit gutem Grund begeistert von der EOS M3 sein können, dann reicht es einfach nicht was Canon liefert, um Nutzer von Sony, Olympus oder Fuji zu überzeugen. Mit den 50-Megapixel-Monstern 5DS und 5DS R hat das Unternehmen doch gerade gezeigt, dass man durchaus noch Vorreiter sein kann – und genau so etwas braucht es auch auf dem Gebiet der spiegellosen Systemkameras. Und selbst wenn man „nur“ mit der Sony A7 Reihe gleichziehen würde und eine gute Alternative zur A7, A7r usw. bietet, dann könnte man damit immernoch eine ganz Reihe von Nutzern überzeugen.

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Die EOS M3 kann einfach noch nicht alles gewesen sein. Deshalb hoffen wir, dass Canon in den nächsten Monaten weitere DSLMs auf den Markt bringen wird – dann gerne auch in Form einer neuen Reihe (mit Vollformatsensor), die neben der EOS M existieren kann.

Quelle Statistik: Dicahub

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r.mau

der Bericht über diEOS M3 3 ist so etwas von voreingenommen. schrecklich was zahlt ihnen Sony und. um solch ein machwerk zu veröffentlichen? , WENN ICH EINEN Casettenrecorder kaufen will nehme ich einen S ony aber wen es um k ameras geht blebe ich be Canon.

Joe

Ah ja, der letzte Satz war jetzt auch gar voreingenommen 😉 oder sollte das irgendwie sarkastisch gemeint sein?

CeKl

Ihr letzter Satz zeigt, wieviel Ahnung sie von den Wettbewerben von Canon haben.
Und nur weil Sony ein Mischkonzern ist, können Sie keine Kamera bauen, mit denen man gute Fotos macht?
Nikon ist wohl auch nur Schrott, oder?

Friedrich Kelm

Canon hat den Sektor der Spiegellosen-Kameras sträflich vernachlässigt, aber ich traue Canon zu, das Versäumte innerhalb der nächsten fünf Jahre zufriedenstellend aufzuholen und wer sich eine Canon kauft, kann nach wie vor darauf vertrauen, dass die Qualität und die Haltbarkeit stimmt. Ich habe lange überlegt mir eine spiegellose Fuji zu kaufen, mich dann aber doch für eine EOS 6D entschieden, weil auch die ein kleines Gehäuse bietet, aber mit ihren übrigen Daten kaum punkten kann. Trotzdem habe ich sie gekauft, weil noch immer der Fotograf die Bilder macht und ich darauf vertrauen kann, dass dieser Apparat mindestens 7 bis 10 Jahre halten wird. Meine beiden analogen Canon T-90 konnte ich sechzehn, respektive 18 Jahre verwenden, bevor deren Spiegel versagten.

Sabrina

Das ist eine echt tolle Kamera. Und von dem Unternehmen bin ich schon seit Jahren ein Fan.

Joe

Danke für den Bericht. Fasst das zusammen, was ich auch so denke. Ich die M3 echt gelungen, würde sie mir aber nie kaufen. Für das gebotene einfach zu teuer und zu wenige Objektive (auch nichts für die Zukunft angekündigt). Echte Ambitionen sehen irgendwie anders aus.
Mir irgendwie schleierhaft, dass Canon die Marke hier nicht konsequenter ausnutzt. Wenn ich mir den Marktanteil in Japan ansehe den Canon mit nur einer DSLM und den paar Objektiven hat, kann man sich denke gut ausmalen was passieren würde wenn Canon mal ernsthaft etwas tun würde. Aber vielleicht unterschätzen ich einfach den Entwicklungsaufwand und den Rückstand den Canon hat.

Lothar de Decker

Sollte die EOS M3 das halten, was Canon verspricht, wird man mit der neuen Kamera sicherlich sehr gute und brauchbare Fotos machen können. Den fehlenden elektronischen Sucher kann man nachrüsten, wenn gewünscht. Integriert werden wir ihn wohl erst in einer M4 bekommen. Was zählt, jedenfalls für viele Canon Kamerabesitzer, ist die Tatsache, dass alte Objektive verwendet werden können. Ob die jeweilige Kombination passt, wird man sehen, denn das kann man vorher testen. Für Vollformate gerechnete Objektive nutzen zudem die höhere Auflösung, die auf Grund des kleineren APS-C Sensors realisiert werden kann. Selbst wenn durch den Adapter der Autofokus möglicherweise nicht so schnell reagiert, ist es dennoch von unschätzbarem Vorteil, wertvolles Equipment weiterhin nutzen zu können. Canon wird die Gunst der Stunde sicherlich nuztzen, zumal sich ein Trend abzeichnet, dass in nicht allzu ferner Zukunft Spiegelrefelxkameras durch Spiegel lose ersetzt werden – auch im Profibereich. Mein Gefühl sagt mir: Die Zeit arbeitet für Canon. Im Übrigen „rumort“ es immer noch in der Gerüchteküche, dass Canon bereits jetzt schon an einer Spiegel losen Kamera mit Vollformat-Sensor arbeitet. Ich gehe auch hier davon aus, dass diese Information sich als wahr erweisen wird. In absehbarer Zeit werden wir mehr wissen. Canon war immer schon… Weiterlesen »