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Warum die EOS M3 für Canon nicht die Wende bringen wird

Mit der EOS M3 hat Canon nach längerer Zeit wieder eine spiegellose Systemkamera auf den Markt gebracht. Warum diese für das Unternehmen aber nicht die große Wende in Sachen DSLMs bringen wird, klären wir in diesem Artikel.

Canon: Bisherige DSLMs und das Problem mit den Erwartungen

Mit der EOS M hatte Canon Ende 2012 als letzter großer Hersteller die Welt der spiegellosen Systemkameras betreten. So richtig gut angekommen war Canons DSLM bei Kunden und Presse eigentlich nie, natürlich fand sie ihre Abnehmer, aber in den Augen vieler gab es einfach bessere Alternativen. Der ganz große Erfolg blieb aus und infolgedessen kam die EOS M2, die Ende 2013 vorgestellt wurde, in den USA und Europa gar nicht auf den Markt. Wenn man es aus europäischer Sicht streng nimmt, gab es also bisher genau eine spiegellose Systemkamera aus dem Hause Canon – und die hat inzwischen schon deutlich mehr als zwei Jahre auf dem Buckel.

Wenn man Marktführer ist, dann muss man damit rechnen, dass die Erwartungen der Nutzer ziemlich hoch sind. Und in den letzten zwei Jahren ist der Druck auf Canon in Bezug auf spiegellose Systemkameras weiter gewachsen, woran das Unternehmen aber nicht ganz unschuldig ist. Vor allem Ende letzten Jahres hatte man immer wieder beteuert, dass man den spiegellosen Markt durchaus sehr ernst nimmt und dass man intensiv an neuen DSLMs arbeitet. Zudem hat Canon erst kürzlich in einem Interview angegeben, dass man bis Ende 2017 Marktführer auf dem Gebiet der spiegellosen Systemkameras sein möchte. (Quelle: BCN | via: Mirrorlessrumors) Das ist durchaus ambitioniert wenn man bedenkt, dass Unternehmen wie Sony Canon schon meilenweit voraus sind – schließlich hat Sony insgesamt schon vier spiegellose Vollformatkameras herausgebracht, die APS-C-Kameras mal gar nicht mitgerechnet. Und Canon hatte bisher wie gesagt lediglich eine (!) Spiegellose auf dem Markt (bzw. zwei in Asien).

Die alte EOS M aus dem Jahr 2012.
Die alte EOS M aus dem Jahr 2012.

Die Erwartungen an Canon sind also ziemlich hoch. Und auch wenn das Unternehmen selbst nie von einer spiegellosen Vollformatkamera gesprochen hat: Wenn man bis Ende 2017 Marktführer auf dem Gebiet der DSLMs sein möchte, dann wird das ohne eine Vollformatkamera verdammt schwierig. Es ist also mehr als verständlich, dass Canon in den letzten Monaten immer wieder mit einer spiegellosen Vollformatkamera in Verbindung gebracht wurde. Auch wir hatten das in unserem Artikel “Canon & Nikon: Mögliche Wege aus der Krise” angesprochen.

Nun hat Canon die EOS M3 vorgestellt (die ganzen technischen Daten können hier noch einmal nachgelesen werden). Und es gibt im Prinzip zwei mögliche Perspektiven, aus der man diese neue Kamera betrachten kann. Keine der beiden Seiten ist dabei richtig oder falsch, jeder muss für sich selbst entscheiden, welchen Standpunkt er vertritt. Wir wollen im Folgenden beide Seiten beleuchten und dann zu einem abschließenden Fazit kommen.

Auf der nächsten Seite:

  • Perspektive 1: Warum die EOS M3 für einige die perfekte Kamera sein könnte
  • Perspektive 2: Warum die EOS M3 viele Nutzer einfach nicht überzeugen wird
  • Fazit

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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