Kameras Nikon

Nikon in der Krise

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Bei Nikon läuft derzeit einiges schief. Wir beleuchten die aktuellen Probleme und wagen einen Blick in die düstere Zukunft.

Was ist da aktuell eigentlich bei Nikon los? Diese Frage habe ich mir kurz nach der offiziellen Präsentation der Nikon D5600 gestellt, denn die neue Spiegelreflexkamera kann man in vielerlei Hinsicht nur als enttäuschend bezeichnen. Doch die Nikon D5600 ist nicht das einzige Problem, das es bei Nikon derzeit gibt. Bei weitem nicht. In diesem Artikel möchte ich einen Blick auf Nikons Baustellen und Probleme werfen.

Nikon D5600 & D3400: Enttäuschende Neuheiten

Die Nikon D5600 hat im Vergleich zur knapp zwei Jahre alten Vorgängerin, der Nikon D5500, kaum nennenswerte Neuerungen zu bieten. Okay, Snapbridge ist in jedem Fall eine sinnvolle Ergänzung – doch dann hört es im Grunde schon auf. Denn es fällt schwer, etwas wie einen verbesserten Bildlauf im Wiedergabemodus als „Neuerung“ zu bezeichnen. So etwas liefert Fujifilm mit einem kleinen Firmwareupdate.

Die Nikon D5600 ist also eine schwache Neuheit, das kann man nicht anders sagen. Gehen wir ein paar Wochen zurück, genauer gesagt zur photokina 2016. Hier hat Nikon den mit Abstand enttäuschendsten Auftritt hingelegt. Alle anderen Hersteller hatten eine oder mehrere interessante Neuheiten im Gepäck, Nikon konnte lediglich die Nikon D3400 präsentieren. Und diese D3400 ist im Grunde eine noch schwächere Neuheit als die D5600. Nikon hat es hier nämlich nicht nur versäumt, größere Neueuerungen zu implementieren – die Kamera ist teilweise sogar schlechter als ihre Vorgängerin:

  • Anschluss für ein externes Mikrofon fällt weg
  • Der integrierte Blitz ist etwa ein Drittel schwächer als bei der D3300
  • Automatische Sensorreinigung wurde gestrichen

Sowohl die Nikon D5600 als auch die Nikon D3400 sind also absolut enttäuschende Neuzugänge in der Nikon Familie. Natürlich müssen vor allem Einsteiger-Kameras nicht immer mit irgendwelchen bahnbrechenden Neuerungen daherkommen, im Gegenteil. Aber etwas mehr darf es dann doch sein.

Wo bleiben die Nikon DL Kameras?

Blättern wir im Kalender noch ein paar Monate zurück und schauen, was Nikon denn vor der D5600 und der D3400 vorgestellt hat. Wir landen im Februar 2016 und stoßen auf die drei Nikon DL Kameras. Hier hat Nikon eine neue Serie von Premium-Kompaktkameras eingeführt, die auf dem Papier durchaus einen guten Eindruck hinterlassen. Prinzipiell sind das also überzeugende Neuheiten.

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Mit der DL-Serie möchte Nikon im Bereich der High-End-Kompaktkameras mitmischen.

Doch leider gibt es auch heute, rund neun Monate nach der offiziellen Präsentation, keine Spur von den Nikon DL Kameras. Kein Händler hat sie im Angebot und Nikon hat die Einführung der Premium-Kompakten „auf unbestimmte Zeit verschoben“. Das hängt laut Nikon mit dem Erdbeben von Kumamoto zusammen, außerdem gibt es noch Probleme mit der Hardware, an denen die Ingenieure noch arbeiten müssen. Das berichten Chip.de und Nikonrumors. Neun Monate nach der offiziellen Präsentation sind die Kameras also noch nicht einmal fertig entwickelt? Bitter.

Guter Start ins Jahr 2016

Wenn man einen Blick auf den Januar 2016 wirft, dann findet man dort endlich neue Nikon Kameras, die zu begeistern wissen (und auch im Handel erhältlich sind). Die Rede ist von der Nikon D5 und der Nikon D500. Hier hat Nikon wirklich tolle Neuheiten vorgestellt und von der Nikon D500 bin ich persönlich immer noch hellauf begeistert. Was sicherlich auch damit zusammenhängt, dass mich die Gerüchte zu dieser mysteriösen „Nikon D400“ hier auf Photografix von Anfang an begleitet haben und ich bis zur offiziellen Präsentation nicht damit gerechnet hatte, dass diese D400 bzw. D500 jemals erscheinen würde.

Blick auf Nikons aktuellen Halbjahresbericht

Nikon ist also gut ins Jahr 2016 gestartet, sehr gut sogar. Doch danach ging es deutlich bergab, was sich auch im aktuellen Halbjahresbericht wiederspiegelt. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Umsätze im Bereich Imaging Products um 32 Prozent eingebrochen. Insgesamt sind die Umsätze um 14 Prozent auf 344 Milliarden Yen (das entspricht etwa 3 Milliarden Euro) gesunken. Gut sieht es lediglich im Bereich der Lithografie-Anlagen aus, dabei geht es um kleine und mittelgroße Displays, die beispielsweise für Smartphones gebraucht werden. Doch auch hier rechnet Nikon demnächst mit sinkenden Zahlen. Außerdem ist das ein Bereich, der Nikon vielleicht Geld bringt – doch das eigentliche Kerngeschäft, die Kamera-Branche, bringt er nicht voran.

nikon-halbjahresbericht-2016

Nikon bleibt also weit hinter den eigenen Erwartungen zurück. Die Gründe, die das Unternehmen für die schlechten Zahlen anführt, haben wir in der Vergangenheit bereits mehrfach gehört: starker Yen und Erbeben von Kumamoto. Außerdem natürlich die sinkenden Verkaufszahlen von günstigen Kompaktkameras.

Ja, das sind Probleme für Nikon. Doch es sind nicht die einzigen Probleme. Es sind die greifbaren, die oberflächlichen Probleme. Doch würde es ohne den starken Yen und ohne das Erdbeben jetzt viel besser aussehen für Nikon? Vermutlich nicht. Was das Unternehmen wirklich braucht, sind Ideen und Innovationen. Doch die fehlen aktuell weitestgehend.

So reagiert Nikon auf die aktuellen Probleme

Wie geht Nikon nun mit diesem schwachen Halbjahresbericht um? Versucht man die Kunden wieder mit neuen Produkten zu begeistern? Möglicherweise – falls ja, wissen wir aber noch nichts davon. Primär reagiert Nikon auf die Krise mit Einsparungen. Dafür legt das Unternehmen einen Restrukturierungsplan vor, in dem die Rede von Optimierungen in den Bereichen Herstellung und Marketing ist, außerdem soll der Fokus nicht mehr auf Umsatzwachstum, sondern auf Gewinnen und Renditen liegen.

Klingt alles ganz nett – auf gut deutsch heißt das einfach: Nikon schlägt einen Sparkurs ein. Und wenn man sich Neuheiten wie die Nikon D3400 und die Nikon D5600 anschaut, dann wird schnell klar, wie sich dieser Sparkurs auf neue Kameras auswirken kann.

Nikon streicht 1.000 Stellen – oder doch nicht?

Die Einsparungen sehen es wohl unter anderem vor, dass Nikon in Japan rund 1.000 Stellen streichen möchte. Das entspricht rund 10 Prozent der dortigen Belegschaft. Das hat vor einigen Wochen die stets gut informierte japanische Webseite Nikkei vermeldet. Nikon hat diese Meldung kurze Zeit später offiziell dementiert:

Although Nikon is constantly studying various management options including headcount rationalization for strengthening company’s profitability mainly of Semiconductor Lithography and Imaging Products Businesses, nothing has been decided at this time.

Man behält also alle Optionen im Blick, aber offiziell entschieden sei noch nichts.

Interessant. Denn nur wenige Stunden später taucht in einem offiziellen Nikon Dokument der folgende Abschnitt auf:

Based on the above initiatives to rationalize headcount, Nikon will be announcing a voluntary retirement program of approximately 1,000 employees.

Ein „voluntary retirement program“ also. Heißt auf Deutsch soviel wie ein „freiwilliges Rücktrittsprogramm“. Eine nette Formulierung, doch letztendlich bedeutet es genau das, was Nikon kurze Zeit zuvor noch dementiert hat – es werden 1.000 Arbeitsplätze gestrichen.

Schlechte Kommunikation, wenige Lichtblicke

Nikon hat in den letzten Jahren immer wieder schlechtes Kommunikationsverhalten, auch und vor allem den Kunden gegenüber, an den Tag gelegt. Darüber hatte ich mich bereits vor ein paar Jahren im Artikel „Der Fall Nikon(s)“ ausgelassen.

Ich weiß nicht ob Nikon hier bewusst lügt oder ob die interne Kommunikation einfach nicht stimmt. Doch für mich wirft diese kleine Geschichte ein schlechtes Licht auf das Unternehmen. Denn die Dementierung wird durch das „freiweillige Rücktrittsprogramm“ (in dem exakt 1.000 Menschen freiwillig zurücktreten werden) unglaubwürdig. Infolgedessen müssen auch andere Aussagen von Nikon angezweifelt werden. So hat das Unternehmen beispielsweise vor einigen Wochen dementiert, dass die Serie der Nikon 1 Kameras fallen gelassen wird. Das hatte kurze Zeit zuvor DPReview vermeldet. Stimmt das nun? Oder wird Nikon irgendwann doch still und heimlich die Produktion von neuen Nikon 1 Kameras einstellen, so wie man nun doch die 1.000 Arbeitsplätze streichen möchte?

Insgesamt passen die Nikon 1 Modelle nicht so richtig in das neue Konzept von Nikon, denn dieses neue Konzept lautet „mehr Gewinn“ – und mehr Gewinn erreicht man in erster Linie im teuren High-End-Bereich. Doch mit spiegellosen APS-C- oder gar Vollformatkameras sollte man von Nikon in den nächsten Monaten (und Jahren) eher nicht rechnen, das hat das Unternehmen selbst durchblicken lassen. Der spiegellose Bereich ist bei Nikon also so tot wie bei kaum einem anderen Hersteller. Dementsprechend fehlen den Kunden echte Lichtblicke, auch wenn man natürlich hoffen muss, dass Nikon im Jahr 2017 zum 100jährigen Jubiläum das eine oder andere Highlight vorstellen wird.

Im Jahr 2017 möchte Nikon Gerüchten zufolge eine Kamera im Stile der Nikon Df auf den Markt bringen
Im Jahr 2017 möchte Nikon Gerüchten zufolge eine Kamera im Stile der Nikon Df auf den Markt bringen.

Zusammenfassung & Fazit

Fassen wir zusammen: Nikons Neuheiten in den letzten Monaten (die D5600 und die D3400) sind im Vergleich zu ihren Vorgängern große Enttäuschungen. Nikon spart hier wo es nur geht, verzichtet zu großen Teilen auf Neuerungen und macht die Kameras teilweise sogar noch schlechter als ihre Vorgänger.

Bei den Nikon DL Kameras gibt es auch viele Monate nach der offiziellen Präsentation noch Probleme. Für eine verzögerte Verfügbarkeit wegen des Erdbebens von Kumamoto hätte sicherlich jeder Kunde Verständnis. Doch dass Nikon immer noch an den Kameras arbeitet, weil sie nicht ausgereift sind, etwas in Sachen Qualität nicht stimmt oder was auch immer –  das ist irgendwie beunruhigend.

Beunruhigend ist auch der aktuelle Halbjahresbericht. Nikon will auf die schweren Zeiten mit Einsparungen reagieren, Gewinne müssen optimiert werden, Arbeitsplätze werden gestrichen. Dadurch werden die nächsten Quartalsberichte vielleicht nicht ganz so übel aussehen – doch ein Weg aus der Krise ist das für Nikon nicht. Ganz im Gegenteil. Denn so wird es für Nikon noch schwerer, wirklich überzeugende und innovative Produkte auf den Markt zu bringen. Und so würde es mich nicht wundern, wenn es in den nächsten Jahren für Nikon weiter bergab geht.

Vielleicht können die KeyMission Kameras für einen minimalen Aufschwung sorgen, doch das bezweifele ich ehrlich gesagt. Auch wenn ich es immer richtig und gut fand, dass Nikon versucht, sich neue Bereiche zu erschließen. Doch wenn man sieht, dass selbst GoPro – das Unternehmen, das in den letzten Jahren der ganz große Name im Bereich der Action-Kameras war – aktuell Probleme hat, da es inzwischen jede Menge gute und günstige Konkurrenz gibt und der Markt gesättigt ist, dann fällt es mir schwer daran zu glauben, dass Nikon sich hier wirklich etablieren und ein zusätzliches Standbein aufbauen kann.

Es sind also düstere Zeiten für Nikon und die dunklen Wolken werden sich vermutlich auch nicht so schnell verziehen.

Was ist eure Meinung? Wie sollte Nikon den Weg aus der Krise angehen?

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Student, freiberuflicher Redakteur und Gründer von Photografix, der seit einigen Jahren im Netz unterwegs ist und sich für beinahe alles begeistern kann, was irgendwie mit Technik zu tun hat.

16 Kommentare

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  • Nikon sollte endlich mal einheitliche Serien rausbringen und nicht immer Features mal weg lassen und dann wieder hineinmogeln wie z.B. mal sind Anschlüsse für Mikrofon, Fernauslöser oder Blitzsyncro mal da und dann wieder nicht. Genau das gleiche trifft auf Funktionen zu mal sind se da und dann wieder weg… Da sind Mitbewerber echt zuverlässiger 😉

  • Sehr gute Analyse. Danke.
    Das was für Kameras beschrieben wurde trifft ja auch auf neue und teurere Objektive zu.
    Es bleibt die Frage offen, inwieweit weitere Investitionen in das System sinnvoll sind, oder ob ein Systemwechsel geplant werden sollte, solange es für die Nikonprodukte auf dem Gebrauchtmarkt noch Geld gibt.
    Diese Politik wird wirtschaftlich keine Früchte tragen.
    Zumindest habe ich das Gefühl – bedingt durch deren letzten Taten und Kommunikation – ,dass Nikon meint die Kunden für dumm verkaufen zu können.

  • Was Innovation angeht steckt Nikon echt in der Steinzeit fest. Allerdings muss man schon sagen, dass Nikon mit den Kameras D810, D750, D500 und auch der D610 und der D7200 beliebte und sicherlich auch erfolgreiche Kameras im Sortiment hat. Ist nur die Frage, wie gut sich diese auch 2017 bei all der großartigen Konkurrenz noch verkaufen.
    Die DL Kameras wären sicherlich nicht zu verachten, wenn sie denn mal endlich auf den Markt kämen.

  • Tod gesagte leben länger..

    Pentax ist ein gutes Beispiel dafür. Jetzt haben die (bis auf Spiegellose) drei sehr gute, preiswerte Kameras im Sortiment, die K70, die K1 und die 645D.

    Nikon hatte über Jahrzehnte wirklich geniale Kameras produziert. Warum plötzlich der Faden gerissen ist kann ich von außen nicht beurteilen. Was mich aber immer schon gestört hat ist die Ignoranz von Nikon gegenüber der Kundschaft.

    Wie heute Kameras gebaut werden müssen haben Panasonic, Olympus, Fuji und Sony vorgemacht.

    Der nächste auf tönernen Füßen stehende Gigant ist Canon. Da ist es nicht ganz so schlimm weil Canon selbst Bildsensoren baut. Die sind zwar sehr spät aber immerhin noch rechtzeitig auf den Spiegellosen Zug aufgesprungen. Neuheiten werden in akzeptablem Zeiträumen vorgestellt und wichtig, auch ausgeliefert.

    Was für alle Hersteller gleichermaßen zutrifft ist die Abwanderung der Massenfotografie zum Mobiltelefon. Daraus folgt das kaum noch jemand haptische Bilder fertigen lässt wo man doch jedes Video/Bild sofort und einfach weltweit „teilen“ kann. Selbst auf Produktmessen liegen keine Prospekte aus. Auf jeder „Neuheit“ befindet sich ein QR-Code fürs Handy und das große gedruckte Messebild wurde durch einen Großbildschirm mit Bewegtbildern ersetzt. Da reicht ein 4k Video, wozu dieses Auflösungsrennen?

    Jetzt die Rendite mit überhöhten Preisen anpassen wird nicht funktionieren weil der Nachbar China bereits in den Startlöchern steht. Uns Fotografen kann das nur recht sein.

  • Bei dxomark.com wird der Sensor der brandneuen Nikon D3400 als der beste aller APS-C-Kameras gewertet. Also hat Nikon allein 2016 drei Top-DSLR in ihrem jeweiligen Segment herausgebracht. Da gab es in den vergangenen zehn, selbst „fetten“ Jahren einige, in denen Nikon weitaus weniger neue DSLR herausgebracht hat.

    Auch mehrere neue DSLR-Objektive brachte Nikon dieses Jahr heraus. So auch ein enorm aufwändig konstruiertes, vielseitig nutzbares Shift-Objektiv.

    Was fehlt, ist eher etwas für Technik-Freaks. Der Nutzen für Fotografen ist dabei eher unerheblich. Mit dem, was fehlt, ließen sich bei derzeitigem Technikstand aller Anbieter wohl kaum bessere Bilder machen. Maßstab für Bildqualität ist noch immer die Nikon D810 unter den Kameras bis Kleinbild-Vollformat. Solange die Mitbewerber das nicht mit sichtbar besserer Bildqualität überbieten, geht Nikon selbst hier den richtigen Weg.

    • Der Sensor ist aber von Sony und die überlegen ihre Sensoren nicht mehr an direkte Mitbewerber zu verkaufen…. Das macht die Lage nicht besser…

  • Ich muss ehrlich sagen, dass ich heutzutage wohl eher mit Fujifilm- oder Sony-DSLM-Kameras in die ernsthafte Fotografie einsteigen würde als mit Nikon DSLR-Kameras. Nur der Umstand, dass ich bereits eine komplette Nikon-Ausrüstung mein Eigen nenne, verhindert dies.
    Nikon wird wohl die nächsten 10 Jahre als Kamerahersteller nicht überleben.

  • Dass Nikon seinen Gewinn steigern will, ist wohl auch der Grund für die Überzogenen Preise bei Neuerscheinungen. Das neue 24-70 mit VR oder 70-200 mit Funktionstasten liegen preislich sehr deutlich über den Vorgängern wenn man die UVPs vergleicht. Die neuen Features rechtfertigen aus meiner Sicht nicht den geforderten Preisaufschlag.

    Seit der D700 hat Nikon auch gelernt, sich nicht mehr selbst zu kanibalisieren. Ich hatte immer auf eine D800 mit dem Chip der D4 gehofft.
    Die D750 ist für die D700 kein Ersatz, hat sie doch nur ein Consumergehäuse bekommen, damit auch schön der Abstand zur D800 gewahrt bleibt.

    Die D500 ist eine mehr als würdige Nachfolgerin der D300 und seit Jahren mal wieder ein richtiger Ansatz von Nikon. Und der Strassenpreis pendelt sich bei der D500 auch noch auf ein realistisches Niveau ein.

    Jetzt noch eine D900 mit dem Chip der D5 rausbringen und wir Kunden sind glücklich.

    Aber dafür hat Nikon jetzt „endlich“ einen Blitz mit Funkempfänger rausgebracht… nachdem wir uns inzwischen alle günstig mit TTL-Funkempfängern aus China ausgestattet haben.

    Die inflationären „Neuerscheinungen“ bei der 3000er und 5000er Reihe finde ich nur noch albern und wer braucht teure Action-Cams von Nikon, wenn es vom Platzhirsch GoPro ständig Sonderangebote gibt. Die Entwicklungskosten hätte Nikon sich sparen und dafür eine spiegellose DSL entwickeln sollen.

    • denken kann man auch:
      Nikon entwickelt und produziert nicht für Deutsche alleine, sondern für alle Märkte weltweit, was wir langweilig finden ist anderswo vielleicht gefragt
      – um Preisverfall aufzuhalten, kommen in kurzer Abfolge scheinbar neue Kameras, bei denen aber tatsächlich nicht viel geändert wurde

      richtig seltsam finde ich, das Nikon auf der Photokina weder D3400, noch D5600, noch 2.8/70-200 mm gezeigt oder auch nur erwähnt hat

      Nikon hat den großen Fehler begangen, sich von Sony abhängig zu machen, selbst wenn die Canon-Sensoren etwas weniger Dynamik und etwas mehr Bildrauschen zeigen, Canon verdient Geld mit seinen Sensoren, Nikon muss sie kaufen.

      Sony taugt zwar aus meiner Sicht für meine Fotografie gar nichts und hat für mich kaum ein richtig überlegenes, oder auch nur gleich gutes Objektiv – aber viele sehen das anders und spielen gerne mit Sony und Sony ist aggressiv und extrem teuer am Markt

      Nikon hätte wirklich die Technik bei Samsung kaufen sollen – denn die waren ihrer Zeit voraus

      Nikon braucht 2017 keine DF-Oldie-Sammler-Kamera sondern
      eine D820 (D900) mit überzeugend neuem Sensor im 50MP Bereich
      Nikon braucht ein neues 2.8/300 mm
      Nikon braucht mehr PF-Objektive in Leichtbauweise – denn daneben wirken Sony-Olympus-Zeiss-Objektive noch überflüssiger und peinlicher. (Beispiel Nikon PF 4/300 mm gegen Olympus 4/300 mm)
      Nikon sollte an der Serie 1 festhalten, denn die ist innovativ und schnell – nur bisher zu teuer

  • In die hier erhoben Kritiken an Nikon möchte ich auch einstimmen: und zwar ist die allgemeine Kritik an der letzten Änderung am Nikon-Bajonett kaum zu hören/lesen gewesen. Hiermit meine ich die neuen Objektive mit dem E hinter der Lichtstärkenangabe. Laut Nikon und anderen Publizisten sollen Kameras ab 2007 kompatibel sein. Aber ich habe meine Nikon D90 erst 2010 gekauft, trotzdem fällt sie durch das neue Aussortierraster und ist dadurch noch weniger wert.
    Die neuen Preisaufrufe von Nikon sind zwar hoch, aber das aufwendige Innenleben der Reflexen ist erheblich aufwendiger als bei den spiegellosen Kameras. So müsste eine D500 eher 3000€ kosten, wenn die Spitzen-Kameras (nur Geh.) von Olympus, Panasonic u. Fujifilm 2000€ kosten.
    Zudem habe ich bisher von Nikon und Canon noch nicht von einem Objektiv-Update gehört. Jedoch bei der spiegellosen Konkurrenz kommt das jetzt laufend vor, wobei dann ältere Objektive auch schon wieder hinten runterfallen.

  • Ich hab so das Gefühl, der ganze Kameramarkt dreht sich gerade um. Die Riesen Nikon & Canon scheinen an Bedeutung zu verlieren, während Sony & ? an Bedeutung gewinnt.
    Gespannt bin ich, wie das noch in Zukunft weitergeht. Hoffentlich schafft es Canon und auch Nikon wieder auf einen grüneren Zweig, es wäre schade, wenn die beiden wegfallen würden.

  • Was dreht sich gerade um? Der Kameramarkt? Kann nicht sein. Der Absatz geht generell gerade stärker zurück. Es werden kaum noch Kompaktkameras nachgefragt, da die meisten Menschen das Smartphone vorziehen. Was soll hier eine spiegellose Canon oder Nikon retten wenn die Verbraucher kaum Interesse an dezidierten Kameras und Objektiven haben? Die Preise sind überall angehoben worden, eine FUJI X-T2, Olympus OM-D kostet genauso viel wie eine Nikon D500 – eine Canon 5D Mark IV das doppelte einer derzeitigen Nikon D810. Die Objektive von Sigma und Co. werden teurer – also damit versuchen alle Hersteller den Abwärtstrend entgegenzuwirken.

  • Ich bedanke mich ebenfalls für diese definitiv plausible und sehr sehr gute Analyse.

    Ein guter Weg aus der Krise für Nikon wäre die Herstellung von besseren Objektiven und Kameras. Also die Produkte sind ja nach wie vor meiner Meinung nach nicht allzu schlecht, aber für den Preis kann und darf man sich einfach mehr erwarten.

  • Nikon DL -Vertrauen ist nicht mehr da . Wenn Sie ang. Ende Januar kommt muß man ein paar Monate abwarten ob alle Funktioniert.
    Dann fehlt ein eingebauter EVF .Bilder im Raum mit I-Phone –
    Hochauflösendes Display tolle Bilder und das komplett mit allem Telefon usw .

    Eine Kompaktkamera wie die DL-Serie oder GX7 II ist ohne Sucher für uns Rentner nicht zumutbar .
    Am Morgen um 7 Uhr eine Blende von ca. 1,8 -ist noch im dunkeln in Ordnung .Aber dann Tagsüber
    —– Sonnenschein—– kein EVL ( was ist denn mit Epson 4 M SGA Sensor sollte im Dez 2015 in Massenproduktion gehen z.B. Leica SL. Die neue DL mit dem EVL würde ich mir noch kaufen.Es geht nicht immer Billiger sondern immer besser.
    Die Video – Sache 4 k 8 k usw ist nicht das was wir wollen ,da gibt es günstige Videokameras die das alle können
    und vieles mehr.
    Immer wieder neue Kameras für 7000-10000 € (Spiegelreflex) was bringt das .

    Wir wünschen uns eine Kompaktkamera – benutzbar für unterwegs (Hochauflösender EVL) ,sollte noch in die Jackentasche passen ,kleine Blende mid. 1,8 -2,8 ,und eine Bereich von 18- 100mm. Wasserdicht sollte Sie auch noch sein.
    Mit einer solchen Kamera hätte auch Nikon wieder eine Möglichkeit aus dem Tief herauszukommen.

    Wir würden gerne dafür mehr Geld auf den Tisch legen.

    Mit freundlichen Grüßen
    Axel Fischer und die anderen Rentner.
    Wenn Nikon oder sonstige

  • Nikon hat dieses Jahr zwei tolle Kameras herausgebracht (D5 / D500). Das diese mittlerweile eher im Ausland auf anderen Messen vorgestellt werden ist zwar schade, zeigt aber eher, dass die Photokina nicht mehr die „Leit-Messe“ ist wie früher. Ich selbst warte und hoffe auf eine D850, die das Autofokussystem der D500 in ein bezahlbares Vollformat bringt. Und ja, ich war auch enttäuscht, dass dieses nicht auf der Photokina gezeigt wurde.
    Aber sind unsere Erwartungen hier nicht einfach zu hoch? Das wären drei hochpreisige neue Kameras in nur 8 Monaten… Und am liebsten wollen wir dann im kommenden Jahr noch mehr neue Modelle und Innovationen haben.

    Ich denke wir sollten da mal auf dem Teppich bleiben.

    Und wer die Fuji XT2 so hoch lobt, hätte auf der Photokina mal die Kamera auf die Decke richten sollen. Die Scheinwerfer dort haben auf dem Monitor und dem elektorinischen Sucher ein Flackern und Flimmern erzeugt, dass selbst die Mitarbeiter nicht erklären konnten, wie dass denn möglich ist (wir haben das dort mit vier Kameras ausprobiert!) Da ist also auch nicht alles Gold was glänzt.

    Das Nikon besser werden muß um den sich wandelnden Märkten anzupassen sehe ich auch so. Das hierzu auch die Anpassung der Mitarbeiterkapazitäten gehört ist leider traurige Wahrheit und es wäre falsch wenn sie das nicht tun würden. Ob sich daraus aber ein „allgemeiner“ Vertrauensverlust ableiten läßt weiß ich nicht wirklich. Das halte ich für ziemlich naiv.