Inspiration & Praxis

20-jähriger Berliner gewinnt erneut renommierten Naturfoto-Wettbewerb

Mit langer Belichtungszeit setzte ein 20-jähriger Berliner einen kaum sichtbaren Alpenschneehasen in Szene. Damit holt er den nächsten großen Titel.

Der 20-jährige Berliner Wildtierfotograf Luca Lorenz ist GDT Naturfotograf des Jahres 2026. Sein Bild “Weiß auf Weiß” zeigt einen fast unsichtbaren Alpenschneehasen vor einer Felshöhle in den Schweizer Alpen. Damit setzte er sich gegen 546 Mitglieder der Gesellschaft für Naturfotografie aus 15 Ländern und knapp 9.000 eingereichte Bilder durch.

Lange Belichtung statt klassischer Schärfe

Bei der Aufnahme arbeitete Lorenz mit langen Verschlusszeiten und gezielten Kamerabewegungen. Ziel war es, das Verschmelzen des Tieres mit seiner Umgebung sichtbar zu machen, ohne die Tarnung im weißen Winterfell aufzubrechen. Der Hase saß rund 30 Meter unterhalb des Fotografen am Eingang einer Felshöhle und blickte lange regungslos in die Ferne.

Das Bild trägt zugleich eine ökologische Botschaft. Der Alpenschneehase wechselt sein Fell jahreszeitlich von Braun zu Weiß. Wenn der Schnee wegen des Klimawandels später einsetzt oder ganz ausbleibt, werden die Tiere im weißen Winterfell auf braunem Untergrund zur leichten Beute für Steinadler und Füchse. Fachleute sprechen vom “Colour Mismatch”.

“Es berührt mich, dass dieses Bild einer so unauffälligen Tierart Aufmerksamkeit bekommt”, wird Lorenz in der GDT-Mitteilung zitiert. Aufklärung und Forschung zum Alpenschneehasen seien angesichts der Bedrohung des Tieres besonders wichtig.

Für Lorenz ist es bereits der zweite große Erfolg in kurzer Zeit. Im Oktober 2025 wurde er zum Europäischen Naturfotograf des Jahres 2025 gekürt und war damit der jüngste Gesamtsieger in der Geschichte des Wettbewerbs. Lorenz fotografiert seit seinem elften Lebensjahr und hat sich das Handwerk autodidaktisch beigebracht.

Der jetzige GDT-Titel ist allerdings nicht mit dem europäischen zu verwechseln. Beide Wettbewerbe werden von der Gesellschaft für Naturfotografie ausgerichtet, unterscheiden sich aber im Teilnehmerkreis. Beim GDT Naturfotograf des Jahres dürfen ausschließlich Vereinsmitglieder einreichen, beim europäischen Pendant zusätzlich auch alle Fotografen mit Wohnsitz in Europa.

Sieger der weiteren Kategorien

In der Kategorie Vögel überzeugte Radomir Jakubowski mit einer Lachmöwe, die im Gegenlicht der Camargue zur Landung ansetzt. Jens Cullmann setzte sich bei den Anderen Tieren mit einem jungen Afrikanischen Ochsenfrosch durch, der seine Beute verpasst.

Tobias Richter holte mit “Grüne Linien” den ersten Platz bei den Pflanzen und Pilzen, einer Frühlingsaufnahme aus den moos- und farnbewachsenen Schluchten des Elbsandsteingebirges. Eike Christian Wolff gewann die Landschaftskategorie mit “Eiswald”, einem überfluteten Waldstück, in dem das gefrorene Wasser später in Schollen zerbrach. In Atelier Natur zeigt Beate Oswalds Siegerbild “Lichtfragmente” Schilf und tanzende Sonnenpunkte auf dem Starnberger See.

Die in Kooperation mit der Heinz Sielmann Stiftung ausgelobte Sonderkategorie Biodiversität entschied Dieter Damschen mit “Strukturreich” für sich, einer Aufnahme aufbrechender Kraniche aus dem Nationalpark Unteres Odertal. Den Preis der Jury bekam Roy Müller für eine Drohnenaufnahme von Wasservögeln, die sich um ein Eisloch in einer Kiesgrube versammelt haben.

Sachpreise gibt es für die Erst- und Zweitplatzierten sowie den Gesamtsieger vom langjährigen GDT-Partner AC-Foto. Alle prämierten Bilder findet ihr auf der Webseite der GDT.

Beitragsbild: Luca Lorenz/GDT Naturfotograf des Jahres 2026

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Ollika

Alpenschneehase? Ich sehe hier mindestens 15. 😂😅🤣

Dafür sind die Fotos der anderen Probanden aber exzellent. 👍🏻

Mirko

…es ist ein schönes Suchbild 😉

Jürgen K.

gefunden

Mirko

…er hoppelt ja einen förmlich ins Auge 👁️😉

Alfred Proksch

Das Such-Bild erinnert mich an den Film (Triller) Blow Up aus dem Jahre 1966 wo ein junger Fotograf aus Zufall beim vergrößern von Negativen einen Toten und seinen Mörder abgelichtet hat. Der Film gewann im Jahr darauf die Goldene Palme in Cannes. Nur war damals viel Laub statt viel Schnee plus einem Hase zu sehen.

Rolf Carl

Wenn du 15 siehst, hast du das berüchtigte Alpenlichtflimmern (Vorstufe zu Schneeblindheit), wenn du gar keinen siehst, hast du ein generelles Augenproblem oder keinen elektronischen, KI-unterstützten Sucher.

Peter Braczko

Die Jury hat es sich bei der Preisvergabe nicht leicht gemacht, ich finde die Auswahl interessant, bestimmt besser, als einen langweiligen Tümpel im Wald als Fotomotiv (???) abzulichten….

Rolf Carl

Ganz bestimmt, zwei Tümpel sollten es schon sein. Gewusst: Viele Leute finden auch Fussball total langweilig.

Mirko

Viele Leute finden auch Fussball total langweilig.”
Ich zum Beispiel 😎

Peter Braczko

Fußball als Zuschauer finde ich nicht so prickelnd, hab` mir noch nie eine Karte für ein Fußballspiel gekauft – aber mit der Nikon zum Sport – egal, ob Frauenfußball, Leichtathletik, Radrennen, Kanu, Pferderennen, Tanzsport, Wasserball, Skateboard, Taek-won-do, Fechten,.Handball oder Rugby – und dabei den richtigen Moment erwischen, das ist schon fotografisch sehr spannend – übrigens für mich ideal mit der Nikon Zf, Nikon D4s, Nikon D800E oder Nikon Z-fc.
Einen Tümpel im Wald hatte ich noch nicht auf der Fotografier-Liste, das ist bestimmt eine besondere Herausforderung? (kleiner Scherz).

Rolf Carl

Fussball fotografieren finde ich noch langweiliger als Fussball schauen. Da fotografiere ich noch lieber Tiere, da muss man auch den richtigen Moment erwischen. Du hast übrigens noch vergessen, die Objektive aufzuzählen, die du brauchst, aber bitte lass einfach mal die Niete 5.6/200-500 weg, das ist echt peinlich für einen Profi deines Schlages. Gut, die Kameras sind auch schon ziemlich ins Alter gekommen. Amateure haben schon längst Z8/9.

Ja, Tümpel im Wald fotografieren ist eine sehr grosse Herausforderung, man muss zuerst mal einen finden, bei zwei Tümpeln ist es noch schwieriger. Dann muss man auch noch den richtigen Moment erwischen, sonst gibts Pizza-Bilder.

Rolf Carl

Ich beobachte schon eine Weile, dass der Trend in Richtung des Siegerfotos geht, aber ehrlich gesagt habe ich etwas Mühe mit dieser Art von Fotografie. Erstens mal dieses übertriebene Highkey, bei dem die Lichter total ausgefressen sind, dann, dass die Tiere derart versteckt sind, dass man schon darauf aufmerksam machen muss, dass ein Tier auf dem Foto ist. Das erinnert mich dann eher an eine Situation, in der mir eine Dame gesagt hat, dass sie ein Tier fotografiert und mir das Smartphone hingehalten hat. Ich sagte dann, um freundlich zu sein, schönes Foto, aber ich sehe kein Tier, worauf sie dann hineinzoomte und sagte, da hinten ist es.

Auf jeden Fall finde ich die Bilder der anderen Gewinner einiges spannender als das des Gesamtsiegers.

Turmfalke

Erinnert mich auch eher an moderne Kunst in der Malerei oder wie man das nennt. Reine eigene Interpretation soll dann die Kunst dahinter sein. Kann nichts damit anfangen. Hat nichts mehr mit Fotografie zu tun.

Rolf Carl

Ja, genau das wollen sie auch erreichen, Fotos mit künstlerischen Flair. Ich finde nur, dass das bei den meisten Kategorien nicht so richtig passt. Am ehesten noch bei der Pflanzenfotografie und bei Nature as Art. Bei den anderen Kategorien ist es eher kontraproduktiv, vor allem wenn man es so übertreibt wie beim Siegerfoto.

Thomas Müller

Also mich erinnert das Foto an meine verunglückten Versuche, wenn ich mal bei Voreinstellung von ISO und Blende nicht auf die Verschlusszeit geachtet habe. Vielleicht sollte ich in Zukunft diese Fotos nicht mehr löschen sondern bei solchen Wettbewerben einsenden ….. Die Argumentation, weshalb dieses Foto gewonnen hat, erinnert mich irgendwie an des Kaisers neue Kleider …..

Arne Lößl

Ich bin sehr zwiegespalten, wie viel künstlerische Interpretation Naturfotografie verträgt.
Der Trend, das Habitat verstärkt gestaltend mitzunehmen ist durchaus sinnvoll und nachvollziehbar, wo ja gerade das Verschwinden eben dieser Habitate ein großes Problem darstellt.
Wenn aber so wie beim Siegerbild dann auch noch massive Überbelichtung und Unschärfe dazukommen, ist es mir fast schon ein bisserl too much von allem.

Benjamin

Kürzlich den “Bohnensack”-Podcast von Radomir Jakubowski gehört (das Bild prämiert in Kategorie Atelier Natur, nicht die Lachmöwe), dass er selbst eigentlich sein Foto nicht mag, aber wusste, dass die Jury so etwas gut bewerten wird. Das finde ich dann schon sehr schwierig, wenn der Wettbewerb dafür sorgt, dass die Künstler für die Jury und nicht für sich selbst arbeiten – ein bisschen wie beim ESC. Ansonsten sind einige sehr gute Aufnahmen dabei, andere finde ich ehrlich gesagt nichts “besonderes”. Bei Kategorie “Landschaften” stehen mir zu oft Pflanzen/Bäume im Mittelpunkt und nicht die Landschaft als solche, obwohl es für Pflanzen eine eigene Kategorie gibt, die Fledermaus war sicher schwer zu fotografieren aber es ist m. M. n. deswegen kein besonders gutes Bild.

Rolf Carl

Sehr schönes Beispiel von Radomir Jakubowski, der unbestritten zu den Könnern der Naturfotografie gehört. Es gibt tatsächlich sehr viele Fotografen, die ausschliesslich für Wettbewerbe fotografieren und auch entsprechend bearbeiten. Jakubowski hat aber immerhin mit seinen neuen Ideen die Naturfotografie weitergebracht, aber jetzt ruht er sich anscheinend auf den Lorbeeren aus und produziert nur noch nach Plan, schade. Bei den Landschaftsbildern ist es so, dass Pflanzen und Bäume fast immer im Foto vorhanden sind, weil es sie ganz einfach überall gibt. Ob man das Foto bei Pflanzen oder Landschaft einreicht, ist oft Geschmacksache, es geht meistens beides. Es kommt darauf an, wie man es selber sieht. Eine Landschaft ist nicht immer einfach die Weite, sondern es können auch Ausschnitte mit dem Tele sein. Und wenn es nun nur Bäume sind, ist das Kategorie Pflanzen oder Landschaft? Ich würde sagen Landschaft. Wenn man aber gezielt einen Nebelwald fotografiert, würde ich das eher bei Pflanzen einreichen. Eine Jury würde wohl aber beides akzeptieren. Zudem könnte man eher abstrakte Pflanzenbilder auch noch bei Nature as Art einreichen. Es ist also oft die Qual der Wahl. Oft kann es aber auch ganz einfach praktische Gründe haben: Angenommen, man hat das Kontingent von Landschaftsbildern schon erreicht,… Weiterlesen »

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Selten ein derart schlechtes Siegerbild gesehen… diese Notwendigkeit zu etwas “abstrakten, weil anders und neu” führt teils zu absolut absurden Bildern. Alle anderen (Sieger)Bilder sind deutlich, deutlich besser mMn.

Naja, einer der Gründe und mal wieder eine Bestätigung warum ich viele Fotowettbewerbe und ähnliches für völligen Murks halte…

Rolf Carl

Sehe es genau gleich.

N1USER

Da ist auf jeden Fall jedes Drive-by-Shooting (David Bradford, 3A45) mit Abstand aussagekräftiger 😉

Leonhard

Von Siegern lernen heißt siegen lernen!

Bei diesem Meisterwerk kam meinereiner gleich die Idee, sich nun bei internationalen Video-Wettbewerben zu versuchen, denn anscheinend versaut man sich mit geringsten Grundkenntnissen von irgendeiner Technik jede Sieg-Chance, also besser von nix ne Ahnung, aber davon reichlich, dann den Preis abholen und keine Ahnung, wieso man überhaupt gewonnen hat.

In mancher Juri scheint das Problem vorhanden zu sein, dass Genie und Wahnsinn ja bekannter Weise eng beieinander liegen, allerdings wurde da eventuell der eine oder andere Juror aus versehen in die falsche Ecke eingeordnet.

Meinereiner sollte es mit dem Gewinnen doch besser lassen, nicht dass man hinterher Ahnung von Video hat und sich irgendwann für seine Meisterwerke noch schämt.

Nichts gegen solche Gewinnerfotos, aber man sollte dann vielleicht das Wort “Fotografie” hierbei nicht bemühen!

Gabi

Und ich hatte mich zeitlebens auf eine gute Schärfenebene und ausgeglichenen Kontrast konzentriert. Naja, dann werf ich eben meine Rolleiflex mit Selbstauslöser einfach nur noch durch die Luft und nenne das dann “Fluchtreflex”.

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