Das ArtCraft-Team arbeitet an kostenlosen Open-Source-Programmen für die Bildbearbeitung, darunter PhotoCraft als Photoshop-Alternative und LightCraft als Lightroom-Alternative.
PhotoCraft: Ebenen, Masken und echte PSD-Dateien
PhotoCraft orientiert sich bewusst an Photoshop: Menüs, Tastenkürzel und Werkzeuge liegen dort, wo man sie erwartet. Das Programm bringt Ebenen, Masken, 16 Einstellungsebenen, Ebenenstile, Text- und Vektorebenen sowie 34 Werkzeuge mit. PSD- und PSB-Dateien lassen sich öffnen, bearbeiten und speichern, laut Entwicklern werden 134 von 135 Testdateien identisch zurückgeschrieben. Die Auswahl von Motiven und Objekten läuft lokal auf dem Rechner, ohne Cloud und ohne Konto.
Die Software ist komplett in Rust geschrieben, nutzt die Grafikkarte zum Rendern und läuft unter macOS, Windows, Linux und im Browser. Sie steht unter MIT- oder Apache-2.0-Lizenz, PhotoCraft könnt ihr hier herunterladen. Wer sich einen Überblick über Alternativen verschaffen will, findet ihn in unserer Übersicht zu Photoshop-Alternativen.

LightCraft: Raw-Entwicklung ohne Konto und Abo
LightCraft ergänzt das Ganze um eine Fotoverwaltung mit nicht-destruktivem Raw-Entwickler. Die Bildverarbeitung läuft in einer 32-Bit-Float-Pipeline, Originale bleiben unangetastet. Es gibt Regler für Licht und Farbe, Tonwertkurve, einen Farbmixer mit acht Bändern, Color-Grading-Räder und 18 Presets.
Masken lassen sich per Pinsel, Verlauf oder Farb- und Luminanzbereich anlegen, dazu kommen Masken für Himmel, Motiv und Hintergrund, die allerdings noch nicht so gut funktionieren. Raw-Dateien liest das Programm von DNG, CR2, ARW, NEF, RAF (auch X-Trans), RW2, PEF und ORF. Eine Bibliothek mit Alben, Bewertungen und Suchfunktion gehört ebenfalls dazu.
LightCraft gibt es hier zum Download. Mehr zur Auswahl an Raw-Konvertern steht in unserem Beitrag zu Lightroom-Alternativen.

Fünf weitere Programme aus der Familie
PhotoCraft und LightCraft gehören zu den sogenannten Crafting Apps, die alle ebenfalls kostenlos und quelloffen in Rust entstehen. Dazu zählen VectorCraft für Vektorillustration, vergleichbar mit Adobe Illustrator, FilmCraft für Videoschnitt, Farbkorrektur und Ton, das sich an Programmen wie Premiere Pro oder DaVinci Resolve messen lassen will, und PrintCraft zum Lesen, Organisieren und Schützen von PDFs, also eine Alternative zu Acrobat. EffectCraft deckt Motion Graphics und visuelle Effekte ab, ähnlich wie After Effects, und DesignCraft übernimmt Seitenlayout und Publishing, vergleichbar mit InDesign.
Die Vergleiche sind unsere Einordnung, die Entwickler nennen auf ihren Seiten nur die jeweiligen Einsatzgebiete.
Noch kein Ersatz für den Alltag
PhotoCraft ist laut Entwicklern in einer frühen Alpha-Phase, das Ziel ist der volle Funktionsumfang von Photoshop, Schritt für Schritt. Mit Ecken und Kanten müsst ihr also rechnen. Ich habe die Programme selbst ein wenig getestet. Wenn ihr Photoshop oder Lightroom nutzt, findet ihr euch schnell zurecht. Im produktiven Einsatz würde ich die Software trotzdem noch nicht verwenden, dafür ist sie in einem zu frühen Status.
Das Projekt wirkt vielversprechend und ist interessant für alle unter euch, die Open Source und lokale Verarbeitung ohne Konto bevorzugen und die Entwicklung beobachten wollen. Alle Projekte samt Quellcode findet ihr auf der GitHub-Seite von ArtCraft. Es wird spannend zu beobachten sein, wie und ob Adobe auf die bewusst nah an Photoshop und Lightroom angelehnten Programme reagiert – und ob das Unternehmen vielleicht versuchen wird, dagegen vorzugehen.
Würdet ihr einer Open-Source-Alternative zu Photoshop oder Lightroom eine Chance geben, oder bleibt ihr bei bewährter Software?


Da es eine ganze “Familie” ist, werde ich mir das als Portfolio definitiv mal anschauen – beruflich ist man leider auf die “Standards” festgelegt und es dürfen “exakt Zero” Schnittstellenproblematiken auftreten – deshalb bleiben die Open-Source Varianten oft auf der Strecke, obwohl diese sich absolut nicht verstecken müssen…
Endlich – tun sich Entwickler zusammen um der Abo-Fallen-Abzocke Maffia ein klein wenig die Stirn zu bieten. Nur wird das leider nicht lange gut gehen weil die sehr viel Geld verdienenden Mitbewerber einfach mit einer Armader von Rechtsverdrehern dem ArtCraft-Team den Saft abdrehen werden. Entschuldigt bitte meine etwas deftigere Ausdrucksweise.
Eine über drei Betriebssysteme verwendbare Bildbearbeitungssoftware !!! Wie geil ist das denn? Sowie die Open-Source-Alternative einigermaßen stabil läuft ist sie auf meinen beiden Rechnern installiert. Selbstverständlich wird ab diesem Moment ArtCraft von mir alimentiert. Und zwar einmalig genau mit dem Abo-Jahresbetrag den der große Mitbewerber für sein Produkt zwangsweise von seinen Nutzern einzieht. Symbolik muss sein!
Ob BESSER oder weniger GUT sind die sofortigen Reaktionen von den Benutzern die jeden Monat bezahlen und/oder für zusätzliche Funktionen ihren Obolus entrichten müssen. Verständlich – wenn der Nutzer nachrechnet wie hoch die bereits entrichteten Entgelte tatsächlich sind – UND es wird weiterhin fleißig abgezogen, sonst ist Ende Gelände mit der Bildbearbeitung.