Bildbearbeitung • Smartphones & Apps

Affinity für iPad: Canva bringt die All-in-One-App kostenlos aufs Tablet

Nach einiger Wartezeit hat Canva die iPad-Version von Affinity veröffentlicht. Nicht alles aus der Desktop-App kommt direkt mit.

Das neue Affinity gibt es jetzt auch fürs iPad. Canva bietet die All-in-One-App ein Jahr nach dem Start auf Mac und Windows kostenlos im App Store an. Sie vereint Fotobearbeitung, Vektordesign, Seitenlayout und Skizzieren in einer Datei.

RAW-Entwicklung und Retusche auf dem Tablet

Laut Canva arbeitet die Fotobearbeitung auf dem iPad auf dem gleichen Niveau wie am Desktop. Ihr entwickelt RAW-Dateien, erstellt Composings und retuschiert nicht-destruktiv. Bearbeitungen sollen auch offline möglich sein. Das Studio Skizzen bringt mehr als 350 editierbare Pinsel mit, die auf Druck und Neigung des Apple Pencil reagieren. Die Rotation setzt den Apple Pencil Pro voraus.

PSD-Dateien öffnet die App samt Ebenen, Gruppen, Anpassungsebenen und Smartobjekten. Einige erweiterte Photoshop-Funktionen werden dabei allerdings vereinfacht oder gerastert. Dazu kommen Formate wie AI, INDD, IDML, PDF und SVG. Eigene .af-Dateien lassen sich geräteübergreifend weiterbearbeiten.

Stapelverarbeitung und Astro-Bereich fehlen zum Start

Ganz auf Desktop-Stand ist die iPad-App noch nicht. Canva nennt als fehlende Funktionen die Stapelverarbeitung, die Bücher-Funktion, die Datenzusammenführung, die QuickAnpassungen, die Panels Infos und Bandbreite sowie das Aufzeichnen von Makros. Auch der erst mit Affinity 3.3 eingeführte Astrofotografie-Bereich fehlt. Weitere Funktionen sollen per Update folgen.

Die bisherigen Apps der Versionen 1 und 2 können keine .af-Dateien öffnen. Neue Funktionen sind für Version 2 derzeit nicht geplant.

Kostenlos mit Canva-Konto, KI nur im Abo

Für Einzelpersonen ist die App kostenlos, ihr braucht aber ein Canva-Konto. Das Studio Canva AI mit Werkzeugen gegen Bildrauschen und Unschärfe sowie zum Freistellen setzt ein Premium-Abo voraus. Canva Pro kostet im App Store 12 Euro im Monat oder 109,99 Euro im Jahr. Eure Inhalte in Affinity nutzt Canva nach eigener Aussage nicht zum Training von KI-Funktionen, für Uploads zu Canva gelten eure Einstellungen dort.

Das Gratis-Modell ist Teil von Canvas Strategie. “Es ist kommerziell viel klüger für uns, wenn dies einfach zum neuen Standard wird”, sagte EMEA-Chef Duncan Clark im November 2025 im Interview mit Photografix. Affinity solle dauerhaft kostenlos bleiben, um Vertrauen zu schaffen.

Die App (hier im App Store) benötigt iPadOS 18 oder neuer und belegt rund 1,9 GB. Wie flüssig sie mit großen RAW-Dateien arbeitet, wird sich erst in der Praxis zeigen. Falls ihr die App ausprobiert, schreibt eure Erfahrungen gerne mit Angabe des verwendeten Modells in die Kommentare.

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