Adobes Kreativ-Connector kommt zu einem weiteren KI-Assistenten. Damit lassen sich Bilder und Videos per Texteingabe erstellen.
Adobe erweitert seine Partnerschaft mit Google und bringt den Adobe-for-creativity-Connector in den kommenden Wochen zu Gemini. Das gab das Unternehmen diese Woche anlässlich der Google I/O bekannt. Damit sollen Gemini-Nutzer künftig in Worten beschreiben können, was sie erstellen wollen, während Adobes Werkzeuge aus den Bereichen Bild, Design und Video die Umsetzung im Hintergrund übernehmen.
So funktioniert der Creative Agent
Hinter dem Angebot steckt der sogenannte Creative Agent, der auch den Firefly AI Assistant antreibt. Ihr beschreibt das gewünschte Ergebnis, der Agent verbindet dafür die passenden Werkzeuge in der richtigen Reihenfolge und fragt zwischendurch nach Freigaben. Die kreative Richtung soll bei euch bleiben, die Ausführung übernimmt die Software.
Laut Adobe lassen sich Projekte fließend zwischen den Oberflächen weiterführen. Ein in Gemini begonnener Entwurf kann in Firefly Boards weiterwachsen und anschließend in Creative-Cloud-Programmen wie Photoshop, Illustrator, Premiere oder Express landen.
Schon in Claude und Firefly verfügbar
Gemini ist nicht der erste Andockpunkt. In Firefly AI Assistant stehen über 60 Profi-Werkzeuge bereit, der Connector in Anthropics Claude umfasst mehr als 50. Schon im Dezember hatte Adobe außerdem Photoshop, Express und Acrobat in ChatGPT integriert, dort allerdings als einzelne Apps statt als orchestrierender Agent. Der Konzern verfolgt also schon länger das Ziel, seine Werkzeuge dorthin zu bringen, wo gearbeitet wird, statt nur in die eigenen Apps.
Statt die Schritte selbst zwischen Photoshop und Lightroom zu koordinieren, beschrieb er nur das gewünschte Ergebnis. Der Assistant arbeitete sich Schritt für Schritt durch, holte zwischendurch Rückmeldung ein und machte erst weiter, wenn der Fotograf zustimmte. “Die Kontrolle bleibt bei mir, aber der Prozess ist viel schneller und sauberer”, wird er von Adobe zitiert.
Einen konkreten Starttermin für Gemini nennt Adobe noch nicht, die Rede ist von den kommenden Wochen. Auch zu Preisen und möglichen Plan-Voraussetzungen auf Gemini-Seite gibt es bislang keine Angaben. Der Schritt passt aber zu dem Kurs, den Adobe seit Monaten fährt. Schon das Photoshop- und Lightroom-Update im April baute Firefly Boards direkt in beide Programme ein.
Google Pics als neues KI-Werkzeug
Auf derselben Google I/O zeigte Google noch ein eigenes Bildwerkzeug namens Google Pics, das in Workspace einzieht. Die App setzt auf die neueste Version des Nano-Banana-Modells und soll die KI-Bilderzeugung berechenbarer machen, statt euch bei jedem Versuch aufs Neue “prompten und beten” zu lassen.
Praktisch für die Bildbearbeitung klingt vor allem die Objekt-Segmentierung. Damit lassen sich einzelne Elemente in einem generierten Bild gezielt auswählen, verschieben, skalieren oder umfärben, etwa die Farbe eines Kleidungsstücks ändern. Dazu kommen Textwerkzeuge, die Schriftart und Optik beim Bearbeiten und Übersetzen erhalten sollen. Als Teil von Workspace bringt Pics außerdem gemeinsame Canvas-Flächen, gleichzeitiges Bearbeiten und eine Anbindung an Slides und Drive mit.

Verfügbar ist Pics zunächst nur für eine begrenzte Gruppe von Testern. Im Sommer soll es weltweit für Abonnenten von Google AI Pro und Ultra sowie als Vorschau für Workspace-Geschäftskunden folgen. Vorerst handelt es sich um eine Web-App, die Funktionen sollen aber später auch direkt in den Workspace-Apps landen.



