Marktgeschehen

Neuer Rekord für das teuerste Foto bei einer Auktion?

Wie viel ist ein Foto wert? Das wird bei einer Auktion nicht unbedingt bestimmt. Wohl aber, wie viel Menschen bereit sind, dafür zu bezahlen.

Teuerstes Foto liegt aktuell bei 12,4 Millionen US-Dollar

Erst im Mai dieses Jahr wurde bei einer Auktion ein neuer Rekord für das teuerste versteigerte Foto aufgestellt, nämlich durch das Bild „Le Violon d’Ingres“ von Man Ray, das für 12,4 Millionen US-Dollar den Besitzer wechselte. Doch dieser Rekord könnte bald gebrochen werden, wie Experten beim Auktionshaus Christie’s mutmaßen. Am 9. und 10. November soll dort eine Sammlung von mehr als 150 Werken von Microsofts Mitgründer Paul Allen versteigert werden.

Und darunter befindet sich unter anderem das seltene Foto „The Flatiron“ von Edward Steichen, das er 1904 aufgenommen und 1905 hat drucken lassen. Insgesamt existieren nur drei Drucke, von denen sich zwei im Besitz des Metropolitan Museums befinden. Weil Steichen Gummibichromat über dem Platindruck verwendet hat, hat jeder Abzug seinen ganz eigenen Farbton.

The Flatiron von Edward Steichen

Beste Voraussetzungen für neuen Rekord

Das Foto wird zwar eigentlich „nur“ auf zwei bis drei Millionen Dollar geschätzt – eine Menge Holz, aber weit davon entfernt, einen neuen Rekord aufzustellen. Im Vergleich dazu lagen die Schätzungen für Man Ray immerhin bei rund sieben Millionen Dollar. Laut The Art Newspaper seien „die Erwartungen angesichts der Seltenheit des Bildes und seiner Bedeutung in der Fotografie als Vorbote der künstlerischen Möglichkeiten des Mediums jedoch hoch“. Jedenfalls hätte das Werk von Steichen beste Voraussetzungen, um das teuerste, jemals verkaufte Foto zu werden, zumindest bis zum nächsten.

Das Flatiron Building wurde nur zwei Jahre vor der Aufnahme fertiggestellt und ist daher ein Zeichen für die blühende Modernisierung der Stadt. Steichen wollte damit wohl außerdem an seinen Mentor Alfred Stieglitz erinnern, der das Gebäude im Jahr zuvor abgelichtet hatte. Der 1879 in Luxemburg geborene Steichen verstarb übrigens im Jahr 1973 und gilt als eine der einflussreichsten Personen auf die Entwicklung der Fotografie.

via: PetaPixel | Beitragsbild: Sora Shimazaki

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Alfred Proksch

Jeder von uns Foto Verrückten besitzt unbezahlbare Bilder. Bei mir sind es 2 Polaroids aus dem vorigen Jahrtausend. Es ist die dazu gehörige Geschichte die sie so wertvoll für mich machen. Nach mir werden sie im Müll landen.

Es gibt Bilder von allgemeinem Interesse – oft sind es Pressebilder- die in einer Aufnahme eine ganze Epoche erzählen.

Was das Auktionshaus Christie’s und eine pervertierte Kunst/Sammlerszene daraus machen ist ein anderes Thema.

Die bezahlten Summen regen mich nicht auf – sondern das die Käufer mit dem Erwerb von Kunst an ihre persönliche Aufwertung glauben.

Funktioniert aber immer noch recht gut solange es Neider gibt die sich wegen gezeigtem Luxus tierisch aufregen.

N1USER

Gerade am Flatiron kann man sich schon mit einfachen fotografischen Mitteln hervorragend „abarbeiten“, da es nicht besonders hoch und relativ freistehend ist. Da lassen sich ohne viel Aufwand schnell ein paar Millionen einsparen 😉

Alfred Proksch

Hallo N1USER

Wer kennt das Gebäude nicht? Leider hatte ich kaum Zeit mich um das Motiv zu kümmern weil andere Termine warteten. Ist halt die übliche Touristen Aufnahme aus dem vorbeifahrenden Taxi geworden. Geschäftlich hat sich der Aufenthalt gelohnt.

joe

Wer, der in New York war, hat das Bügeleisen nicht fotografiert? War das erste Mal 1986 dort und habe es danach immer wieder fotografiert. Mal sehen ob das erste Bild von 1986 im Jahr 2086 wenigstens eine Million bringt. Ganz ehrlich, die Leute sind bescheuert, aber wenn man halt schon alles hat….

N1USER

Bekannter Weise bin ich bei den hier häufiger vorgestellten Ergebnissen von Wettbewerben selten der Meinung der Fachkollegen. Ein Wettbewerb um das beste und schönste Flatiron-Foto wäre mal eine schöne Abwechslung, zumal man über die Qualität des Motivs nicht mehr streiten muss und wirklich alle die gleichen Chancen haben. Darüber hinaus kommt es aufs fotografische Equipment dabei so gut wie gar nicht an.