Farben und Kontraste in der Makrofotografie optimieren
Makrofotos leben von Details, Farben und feinen Strukturen. Damit eure Aufnahmen echt wirken, lohnt sich die gezielte Optimierung von Farben und Kontrasten in der Nachbearbeitung.
Weißabgleich korrigieren
Gerade bei RAW-Bildern habt ihr die volle Kontrolle über den Weißabgleich. In der Makrofotografie ist das entscheidend, weil selbst kleine Farbstiche die Stimmung verändern können. Ein neutraler Weißabgleich sorgt für realistische Farben, während ein wärmerer oder kühlerer Look gezielt Akzente setzt.


Sättigung und Kontraste anpassen
Leichte Anpassungen von Farbsättigung und Kontrast lassen Details stärker hervortreten. Achtet darauf, es nicht zu übertreiben – zu grelle Farben wirken schnell unnatürlich. Stattdessen hebt ihr mit moderaten Korrekturen Strukturen hervor und bringt Tiefe in eure Bilder.
Selektive Farbanpassung nutzen
Besonders spannend ist die selektive Farbkorrektur. Damit könnt ihr einzelne Farbtöne betonen oder abschwächen, ohne das gesamte Bild zu verändern. So lenkt ihr die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche – etwa auf eine Blüte, während der Hintergrund dezent bleibt.

Belichtung und Lichtstimmung in der Makrofotografie anpassen
In der Makrofotografie entscheidet die richtige Belichtung über Stimmung und Bildwirkung. Mit gezielten Anpassungen könnt ihr mehr Tiefe, Plastizität und Spannung erzeugen.
Schatten und Lichter ausgleichen
Häufig entstehen bei Makros harte Kontraste: kleine Details liegen im Schatten, während helle Flächen überstrahlen. Durch das Aufhellen von Schatten und das Reduzieren von Lichtern bringt ihr mehr Balance ins Bild und bewahrt die feinen Strukturen.

Helligkeit und Belichtung optimieren
Eine leichte Anpassung der Gesamthelligkeit kann die Bildwirkung enorm verändern. Achtet darauf, dass das Hauptmotiv nicht zu dunkel wirkt, aber auch nicht im grellen Licht untergeht. Ein ausgewogener Belichtungsausgleich sorgt dafür, dass euer Motiv im Mittelpunkt bleibt.

Dodge & Burn einsetzen
Mit der Dodge-&-Burn-Technik könnt ihr gezielt Bereiche aufhellen oder abdunkeln. In der Makrofotografie lassen sich so Strukturen betonen, Formen plastischer herausarbeiten und der Blick gezielt lenken. Schon kleine Anpassungen machen oft den Unterschied zwischen einem guten und einem richtig starken Bild.

Verehrter Jürgen,
Danke für den Artikel – ich bin in der Makrofotografie nicht zu Hause. Deshalb formuliere ich es bewusst als Frage: du verwendest den Begriff Mikrokontraste… hatten wir nicht hier im Forum eine engagierte Diskussion um diesen Begriff? Wurde nicht von Experten der Impuls gesetzt, dass es keine Mikrokontraste gibt? Vielleicht hilft jemand weiter?
Also eine ehrliche Frage meinerseits…
Hallo Thomas, danke dir für deinen Kommentar.
Ich verwende den Begriff sehr gerne für sehr kleine Bildstrukturen, also für die Bereiche zwischen benachbarten Pixeln, sowie für sehr feine Details, wie beispielsweise Blätter, Insektenaugen oder andere Texturen. Es ist sozusagen eine Art „lokales Feingefühl” für Licht und Schatten, für die kleinsten Helligkeitsabstufungen. Zugegeben, der Begriff stammt nicht aus der Physik, aber in der Fotografie finde ich ihn sehr sinnvoll, da ich damit das beschreiben kann, was ich als „plastische Schärfe” wahrnehme. In der technischen Optik wird dies anders bezeichnet. Auch Testlabore oder Hersteller von Objektiven verwenden den Begriff gerne. Ich finde daher persönlich, dass dies ein etablierter und legitimer Begriff in der fotografischen Praxis ist. Wer diesen Begriff ablehnt, hat aus der Sicht der reinen Physik natürlich auch recht.
Ja, richtig ist, das in den 60er Jahren Zeiss diesen Begriff zum ersten Mal verwendete. Phyikalisch war von Anbeginn klar, das es den “Microkontrast” nicht gibt. Es war im Zuge einer Werbemaßname eingeführt worden. Man sollte insb. in Fachkreisen bei sehr feinen Strukturen und derren Wiedergabe auch von Feinststrukturen schreiben oder sprechen. Auch wenn einige sog. Testlabore diesen Begriff gerne nutzen, ändert dies nichts an der Tatsache einer Falschaussage. Etabliert – ja, legitim eindeutig Nein.
@Jürgen@Rolf K.: Danke für eure Erklärungen… ich kenne nur die wichtigsten Details der Kameras und der Optiken… insofern ist ein eher emotionsloser Austausch auch über solche Randthemen für mich viel wert. Horizonterweiterung… gern genommen!
Bei DxO PL ist der Regler sogar so genannt: Es gibt Regler für den Kontrast und den Mikrokontrast. Letzterer passt nicht zu jedem Bild, aber wie oben schon geschrieben, lassen sich damit feinste Details noch hervorheben. Flächen (Bokeh) sollte man dabei aber aussparen, denn da verstärkt sich das Rauschen. Der normale Kontrast verstärkt hingegen die Wirkung von hellen und dunklen Bildteilen, vergrössert also auch den Dynamikumfang.
Ich bin gerade zu Hause am verhandeln… mein Silberlöckchen plädiert für DxO… ????
Es ist ja bald die Cyber Week, Wenn der Preis stimmt, kaufe ich die neuste Version.
Gut. Dann habe ich keine Ausrede mehr… Ich werde dann wohl umsteigen…
Moin Thomas, mit was “entwickelst” Du momentan deine Bilder? Du kannst dir ja DXO zum testen runterladen, falls es dir gefällt dann kaufst Du dir die Lizenz.
Lightroom. Aber ich habe DxO schon ausprobiert… und was soll ich sagen, lieber Mirko: es gefällt. Ich bin nur so „anhänglich“. Aber Schluss jetzt mit dem Abomodell von Adobe.
Dann drücke ich Dir die Daumen auf ein schönes Angebot 👍
Danke euch für den spannenden Austausch! Ich lerne immer gern dazu und finde es super, wenn man solche Dinge gemeinsam diskutieren kann. Ihr habt völlig recht, der Begriff „Feinststrukturen“ passt hier deutlich besser. Ich habe den Text entsprechend angepasst und werde das auch künftig in meinen Arbeiten so übernehmen. Vielen Dank dafür!
Insgesamt sehr guter Artikel um die Möglichkeiten der Bildbearbeitung aufzuzeigen. Aber – Mich stört die Aufmunterung zum Gebrauch von KI und sonst unlauteren Mitteln, die für mich klare Bildmanipulationen sind. Störende Bildelemente zu entfernen gehört für mich in diese Kategorie. Sensorflecken sind kein Problem, für private Fotos vielleicht noch den schwarzen Fleck einer Fliege, aber ein ganzes Blatt wie im Beispiel zu entfernen ist ein Nogo, wenn man einen Funken Fotografenehre hat. Leute, lernt fotografieren! Vor allem bei ruhigen Motiven hat man doch Zeit, auch auf den Hintergrund zu achten und vielleicht etwas den Standort zu verschieben, wenn ein Blatt stört. Bei Naturfotografie-Wettbewerben ist nur das Entfernen von Sensorflecken erlaubt, alles andere ist Manipulation und wird disqualifiziert. Dann das nachträgliche Unscharfstellen mit der Software, wozu? Man kann doch schon bei der Aufnahme etwas experimentieren und auch mal etwas unscharf stellen, wie ich es im folgenden Foto gemacht habe. Ist einfach mal etwas anderes: https://www.rolfcarlnaturfotografie.ch/flora-und-pilze?pgid=kseglqjw-4a9b48aa-ecf3-4c2c-ab72-4519cc55656e Früher hat man auch noch Vaseline auf das Objektivglas geschmiert und einen ähnlichen Effekt erreicht. Aber alles, was direkt als RAW aus der Kamera kommt, ist massiv wertvoller als KI-generierte Reparaturen. Das lässt einfach mein Stolz nicht zu. Aber jedem das Seine: Guter Fotograf oder guter… Weiterlesen »
Nun – unlauter, also nicht legitim, nicht fair, Falsch – muss etwas genauer Betrachtet werden. In Bezug auf Wettbewerbfotografien, bei der der Ausschluss von manupulierten Fotos Vorgabe ist stimmt dies. Desweiteren, und dies halte ich für entscheidender – Pressefotografien. Ansonsten bei einer rein persönlichen Bearbeitung besteht kein Unlauterer Vorgang. Man sollte beachten, das selbst die sog. RAW´s schon “Änderungen” also einer Manupulation unterliegen. Das kann im Extremfall dazu führen, bei Nachtaufnahmen der Sternenhimmel ohne Stern erscheint. Seit den ersten Fotografien wurden Fehler retuschiert. Dazu konnte auch ein Blatt gehören. Diese wirklich schwierige Arbeit einer Retusche, die kaum bis nicht mehr sichbar waren, sind waren die hohe Schule innerhalb einer Fotografen/inen Ausbildung. Natürlich kann, wie bei dem dargestellten Foto durch defokussieren eine Änderung vorgenommen werden. Nur – dies geht eben nur global. Wenn sich eine Bildidee bei der ersten Sichtung ergibt, diese per Software umsetzen läßt – was spricht ( ausserhalb der benannten Bereiche) dagegen. warum sollte man sich selber beschränken? Vaseline – einen ähnlichen Effekt – ist eben unter Umständen nicht der Effekt der angestebt wurde. Insb. im privaten Bereich ist / kann Fotografie eine persönliche Umsetzung des Empfinden sein. Mehr Werkzeuge die der Fotograf/in zur Verfügung hat bedeutet eben… Weiterlesen »
Gut, in den heutigen Zeiten von Fake-Fotos und KI ist Manipulieren ja schon längst in der breiten Masse angekommen, das lässt sich vermutlich nicht mehr änderen. Und ja, auch früher wurde schon retuschiert, davon waren ja auch berühmte Pressefotos betroffen, und bei einigen zweifelte man an der Echtheit. So einfach wie heute mit der KI war es aber noch nie, und dann wird natürlich beschissen, was das Zeug hält. Auch bei Pressebildern bin ich unterdessen sehr kritisch, wenn sie zu interessant oder perfekt sind, um wahr zu sein. Interessant, was man alles macht, um besser dazustehen als die anderen, und verboten ist es ja nicht. Ich frage mich einfach, wie befriedigend es persönlich für einen ist, wenn man sich auf diese Art Vorteile verschaffen muss, um auch mal Anerkennung zu erhalten. Für mich besteht ganz klar ein beträchtlicher Unterschied zwischen einer Bearbeitung im normalen Rahmen, also ohne die Aussage des Fotos zu verändern, und z.B. dem Zufügen oder Entfernen von ganzen Elementen, wie das störende Blatt im Beispiel, oder dem Auswechseln das Himmels. Wenn das an Wettbewerben erlaubt wäre, würde ich ganz sicher nicht mehr teilnehmen. Ein Foto ist einiges mehr Wert, wenn man einen Ort mehrere Male besucht und… Weiterlesen »
Übrigens passend zum Thema kommt heute Abend auf Arte eine Doku: “KI: Der Tod des Internets”. Es geht um gefälschte Bücher auf Amazon, Automaten-Musik auf Spotify, nichtssagende Ratgeber auf Google und synthetisch erzeugte Bilder. Viel Spass!
das passt eben nicht zu dem hier diskutiertem Thema der Fotografie. Mit KI zu arbeiten bedeutet noch lange nicht zu fälschen.
Klar passen synthetisch erzeugte Bilder zum Thema, sehr genau sogar. Die werden ja auch in Online-Medien nicht deklariert, somit weiss man als Leser und Betrachter nicht, ob das jetzt Fake ist oder nicht. Für mich ist etwas vorgeben was nicht ist eine Fälschung.
richtig ist, das mit einer KI es deutlich schneller und zuverlässige ( im Sinne der Logik ) Änderungen geben kann. In wie fern es im Verhälnis der Anzahl der Fotografien zu unzulässige Manupulationen kommt weiss niemand. Auch Sie nicht. Das man bei Bild Veröffentlichungen kritsch sein sollte steht ausser Frage. Es gibt jedoch auch noch die sog. seriösen Medien. In Anbetracht der heutigen Kontrollmöglichkeiten darf man hier jedoch von durchweg den Tatsachen entsprechenden Abbilder sprechen. Das ” besser dazustehn ” halte ich für Unhaltbar in der Quantität. In Anbetracht der Milllionen von Bildern die jede Sekunde dem Netz übergeben werden, dürften die ” Besser zu Stehenden ” in der Minderheit sein. Die Ihrerseits genannten ” Super Fotografen “, also die in der deutlich in Öffentlichkeit stehenden, werden heute schon genau analysiert. Sofern – … wie das heute oft getan wird ” entbehrt jeder Grundlage. Den privaten Fotografen/in eine Charakterschwäche vorzuwerfen ist mehr als fragwürdig. Einen fotogenen Ort mehrfach aufzusuchen ( Adam Amsel ) um die besten Gegebenheiten vorzufinden ist eine positve Arbeitsweise. Nur – das bedeutet noch lange nicht, das das ” Erstbeste ” als negativ zu bezeichnen. Auch dann nicht, wenn der Fotograf/in mit einer KI arbeitet. Auch hier… Weiterlesen »
Auch sogenannte seriöse Medien fallen trotz “Prüfung” der Fotos immer wieder auf Fakebilder herein. Erst kürzlich war wieder so ein Fall. Eine interne Prüfung der Dateien ist nicht zuverlässig, nur der RAW-Abgleich mit den eingereichten Fotos in einem spezialisierten Labor kann einwandfrei bestätigen, dass ein Foto echt ist. Das betrifft aber nur die technische Seite, denn manipulieren lässt sich auch durch gestellte Bilder, was aber sehr viel schwieriger nachzuweisen ist. Hier geht es um die Makrofotografie, also im erweiterten Sinne um die Naturfotografie, da die grosse Mehrheit der Makrofotos wohl in der Natur angefertigt werden. Dass es in anderen Genres wie der Street-, Portraitfotografie oder anderen etwas lockerer zu und her geht, kann ja sein und wird vermutlich auch eher toleriert, kann aber keinesfalls mit der Naturfotografie verglichen werden, die wohl authentischste Fotografie überhaupt. Nochmals zum Blatt: Da bin ich komplett anderer Meinung. Ein guter Fotograf gestaltet das Foto schon, bevor er auslöst. Er hat also einen Plan oder eine Vorstellung davon, wie er das Motiv ablichten möchte und setzt diesen Plan dann um. Nachträglich zu entscheiden, ob ein Blatt vor das Motiv passt oder nicht, geht für mich nicht unter Vielheit, sondern unter Stümperei. Genau gleich sehen es die… Weiterlesen »
ich mache mir jetzt nicht mehr die Mühe im Detail, fundiert zu wiedersprechen. Nur eins – auch RAW Dateien können maupuliert werden. Es gibt kein Labor bzw. It Stelle oder Institut die eine “fachgerechte” Maupulation nachweisen kann. Die aufgefallenen Dateien haben in der Regel Logikfehler. Noch eins zum Abschluß – die meisten Nah und Macroaufnahmen werden in der Industrie und unserer Wissenschaft verarbeitet. Die persönlichen Angriffe auf einige Arbeitsweisen von Fotografen/innen sind inakzeptabel.
Doch, ein Fachlabor kann Manipulationen der RAW-Datei nachweisen. Denn auch wenn sie bearbeitet wurde, kann sie immer auf Null zurückgesetzt werden. Die zurückgesetzten Dateien können dann mit dem bearbeiteten Foto abgeglichen werden.
Die Industrie und Wissenschaft wird wohl kaum Makroaufnahmen manipulieren, deshalb irrelevant.
Ich habe sachlich argumentiert, wieso ich es nicht so toll finde, dass man ein Blatt vor dem Motiv mit KI entfernt. Von persönlichen Angriffen kann also keine Rede sein.