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Canon EOS R5: Auslieferung verzögert sich, Rückruf wegen Überhitzungen?

Die Auslieferung der Canon EOS R5 könnte sich um Monate verzögern. Grund sollen die Überhitzungen sein, einige rechnen sogar mit einem Rückruf.

Canon EOS R5: Kaum Kameras ausgeliefert

In den letzten Tagen haben verschiedene Quellen berichtet, dass Canon aktuell nur extrem wenige Modelle der Canon EOS R5 ausliefert. Ursprünglich hatte Canon angekündigt, dass die neue DSLM ab Ende Juli 2020 im Handel erhältlich sein wird, in den letzten Tagen sollten also diverse Händler ihre Lieferungen erhalten haben – dem war Gerüchten zufolge aber nur teilweise so.

Andrew Reid von EOSHD will beispielsweise von einem der größten deutschen Fotohändler erfahren haben, dass dieser für seinen Store in Berlin lediglich 5 Einheiten der Canon EOS R5 erhalten habe. Für ganz Deutschland sollen lediglich 70 Einheiten zur Verfügung stehen.

Nächste Lieferung erst im November?

Auch Canonrumors hat Informationen von verschiedensten Quellen erhalten, denen zufolge aktuell zwar erste Modelle der Canon EOS R5 ausgeliefert worden sein, die zweite Ladung von Canon aber bewusst einige Monate zurückgehalten wird. Diese Zeit will Canon angeblich nutzen, um in Sachen Überhitzung nachzubessern. Konkret wird berichtet, dass die nächsten Modelle der Canon EOS R5 erst im November 2020 ausgeliefert werden sollen. Das will auch ein Nutzer per E-Mail von Canon erfahren haben:

Auch Adorama berichtet von einer großen Verzögerung bei der Auslieferung der Canon EOS R5.

Es könnte sich eine Rückrufaktion andeuten

Die Canon EOS R5 wurde am 9. Juli 2020 offiziell vorgestellt und in den Tagen danach schlugen die Berichte zur Überhitzungsproblematik der Kamera große Wellen. Canon selbst hat sich rund eine Woche später zu der Thematik geäußert und inzwischen auch sehr transparent dargestellt, wann mit Überhitzungen bei der Kamera zu rechnen ist.

Dass es bei der Canon EOS R5 – schon alleine wegen der Coronakrise – Lieferschwierigkeiten geben würde, war quasi vorprogrammiert. Doch bei den aktuellen Verzögerungen scheint es sich nicht um “normale” Lieferschwierigkeiten zu halten. Craig von Canonrumors, der normalerweise sehr nüchtern und objektiv berichtet und gute Kontakte in der Szene hat, teilt diesen Eindruck.

“Es wird [wegen der Überhitzungen] definitiv eine neue Firmware für die Canon EOS R5 kommen, aber wird es auch eine Verbesserung bei der Hardware oder sogar einen Rückruf geben? Langsam fühlt es sich so an.” [CR]

Gegenüber PetaPixel äußert er die Vermutung, dass Canon bewusst weitere Einheiten der Canon EOS R5 zurückhalten könnte, um die Ausmaße der Rückrufaktion schon im Vorfeld zu beschränken. Wenn es nur ein Firmwareupdate geben würde, müssten die Auslieferungen ja nicht weiter verzögert werden. Er rechnet deshalb mit einer kleinen Veränderung bzw. Anpassung bei der Hardware der Kamera. Gleichzeitig betont er aber auch, dass man weitere Informationen von Canon abwarten sollte, bevor man zu voreilige Schlüsse zieht.

Weitere Quellen bestätigen, dass Canon derzeit an “verschiedenen Lösungen” für die Überhitzungen arbeitet und dass es in den nächsten Wochen ein offizielles Statement und einen genauen Plan geben wird.

Canon dementiert die Gerüchte

Canon selbst dementiert die Gerüchte im Übrigen. Gegenüber Newsshooter hat Canon Australia betont, dass die “Spekulationen nicht wahr sind” und dass es keinen Recall geben wird. Auch soll es keine größeren Verzögerungen bei der Auslieferung der Kamera geben. Lediglich zu Verzögerungen wegen extrem hoher Nachfrage soll es kommen, das hatte Canon bereits kurz nach der Präsentation der EOS R5 kommuniziert.

Meine persönliche Meinung

Ich kann euch nicht sagen, ob an diesen Informationen etwas dran ist oder nicht. Aber Canonrumors ist normalerweise sehr gut informiert und es würde der Seite überhaupt nicht ähnlich sehen, so eine Geschichte künstlich aufzublasen.

Canon hat sicherlich nicht mit einem so großen Shitstorm wegen der Überhitzungen gerechnet. Aber ob hier eine Rückrufaktion und eine Veränderung der Hardware wirklich notwendig ist, das würde ich mal vorsichtig anzweifeln. Video-Profis würden längere Video-Aufnahmezeiten zwar sicherlich begrüßen, gleichzeitig würde eine Verzögerung der Auslieferung um viele Monate aber bei zahlreichen Fotografen für Unmut sorgen. Auch würde eine große Rückrufaktion bei Kunden, die sich nicht genauer mit dieser ganzen Geschichte befasst haben, natürlich einen äußerst negativen Eindruck hinterlassen.

Die ganze Geschichte bleibt in jedem Fall weiter spannend.


Update: Inzwischen hat sich auch Canon USA nochmal zu dem Thema geäußert und Stellung bezogen.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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