Canon Marktgeschehen

Canon von gigantischem Hackerangriff betroffen, 10 TB Daten gestohlen

Canon ist von einem gigantischen Hackerangriff betroffen. Canons System wurde teilweise lahmgelegt, 10 TB an Daten wurden gestohlen.

Ransomware-Angriff auf Canon

Canon wurde gestern, am 5. August 2020, Ziel einer großen Ransomware-Attacke. Was genau “Ransomware” ist, werden die meisten von euch wahrscheinlich nicht wissen, deshalb starten wir gleich mit der Definition von Wikipedia:

Ransomware (von englisch ransom für „Lösegeld“), auch Erpressungstrojaner, Erpressungssoftware, Kryptotrojaner oder Verschlüsselungstrojaner, sind Schadprogramme, mit deren Hilfe ein Eindringling den Zugriff des Computerinhabers auf Daten, deren Nutzung oder auf das ganze Computersystem verhindern kann. Dabei werden private Daten auf dem fremden Computer verschlüsselt oder der Zugriff auf sie verhindert, um für die Entschlüsselung oder Freigabe ein Lösegeld zu fordern.

Einfach ausgedrückt bedeutet das, dass Hacker ins System von Canon eingedrungen sind, Daten verschlüsselt und gestohlen haben und zudem Canons System zu großen Teilen lahmgelegt haben. Bei den Angreifern handelt es sich um die Ransomware-Gruppe “Maze”, die sich öffentlich zu dem Angriff bekannt hat.

Was haben die Angreifer gestohlen?

Durch den Angriff sind mehr als 20 Domains von Canon nicht mehr erreichbar, darunter zum Beispiel usa.canon.com:

Außerdem wurde das System von Canon USA zu weiten Teilen lahmgelegt, das betrifft verschiedenste Anwendungen, E-Mails und Teams. Des Weiteren wurden insgesamt 10 TB an Daten gestohlen, die Hacker sprechen von “privaten Datenbanken”, die unter Umständen also auch sensible Daten enthalten können.

Auch wenn es noch keine Details zu den Forderungen der Hacker gibt, dann ist doch klar, dass es hier um eine Millionen-Summe geht. Wenn Canon nicht zahlt, werden die gestohlenen Daten veröffentlicht und Canon verliert den Zugriff auf Teile des eigenen Systems.

Zahlreiche ähnliche Attacken in den letzten Tagen

Der Smartwatch-Hersteller Garmin war in den letzten Tagen ebenfalls von einer Ransomware-Attacke betroffen und vor wenigen Stunden ist durchgesickert, dass Garmin ein millionenschweres Lösegeld gezahlt haben soll. Auch das US-Reiseunternehmen CWT hat vor einigen Tagen 4,5 Millionen Dollar an Ransomeware-Angreifer gezahlt.

Canon selbst hat nur bekanntgegeben, dass sie “die Situation derzeit untersuchen”. Wir halten euch über die weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

Mit dem Datenverlust von Canons Cloud-Service image.canon hat Maze im Übrigen nichts zu tun, das haben die Angreifer selbst bestätigt.

via: PetaPixel

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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