Bildbearbeitung

Darktable 4.0: Kostenloser RAW-Konverter mit großem Update

Das neue Grau, in dem Darktable 4.0 erstrahlt, ist die offensichtlichste Änderung des Updates. Doch die Entwickler haben noch viel mehr in petto.

Darktable 4.0 zum 10-jährigen Jubiläum

Wer auf der Suche nach einer kostenfreien Alternative zu Workflow-Software bzw. RAW-Bearbeitern wie Lightroom, Luminar und Co. ist, hat nur eine kleine Auswahl. Eine bekannte Option stellt seit nunmehr zehn Jahren die quelloffene und für Windows, Mac und Linux verfügbare Software Darktable dar. Etwa ein Jahr nach dem letzten großen Update auf Version 3.6 folgt jetzt Darktable 4.0 mit einigen großen Neuerungen.

Die Änderungen werden teils auf den ersten Blick ersichtlich wie etwa an der Benutzeroberfläche, manche sind in Details wie dem Weißabgleich oder der Farb- oder Belichtungskorrektur zu finden. Wie gewohnt könnt ihr die Software sowohl unter Windows, macOS als auch Linux herunterladen. Die vollständigen Release Notes sind hier auf Englisch zu finden, ein umfangreicher deutscher Beitrag über die neuen Inhalte hier. Natürlich wollen wir euch aber auch an dieser Stelle einen kleinen Überblick verschaffen, was sich die Entwicklercommunity so überlegt hat.

Darktable 4: Die wichtigsten Neuerungen

  • Neue Oberfläche: Die UI wurde zum wiederholten Male hinsichtlich Design und Konsistenz komplett überarbeitet, inklusive Rändern, Farbe und Symbole. Unter anderem wurden einklappbare Abschnitte für den RGB-Mixer, Belichtung und Farbkalibrierung eingefügt, überflüssige Abschnitte beim Zuschneiden und Weißabgleich hingegen entfernt. Standardmäßig wurde das Theme schließlich auf ein „Elegantes Grau“ geändert.

Die ausklappbaren Abschnitte innerhalb der Module wurden ebenfalls neu gestaltet, so dass ihre Funktionalität deutlicher wird und besser aussieht. In den folgenden Modulen wurden neue ausklappbare Abschnitte hinzugefügt, um die Benutzeroberfläche nicht zu überfrachten:

  • Farb- und Belichtungszuordnung: Ihr könnt nun eine Zielfarbe/Belichtung für die Farbwähler definieren und speichern, um ein beliebiges Quellobjekt im Bild mit einer beliebigen Zielfarbe abzugleichen. Das soll helfen, einen Weißabgleich mit nicht-grauen Objekten bekannter Farbe durchzuführen oder die Farbkonsistenz eines Objekts sicherzustellen.
  • Filmic v6: Die Funktion in der neuen Version „führt eine neue Farbwissenschaft ein“. Mit dieser Änderung werde die obligatorische Entsättigung in der Nähe von mittlerem Weiß und Schwarz entfernt und durch eine echte Gamut-Zuordnung zum Ausgabe- (oder Export-) Farbraum ersetzt. Das verspricht vor allem bei blauem Himmel gesättigtere Farben.

Völlig ohne Vorbereitung solltet ihr das Update allerdings auch nicht einspielen. Solltet ihr euch auf einen bestimmten Workflow verlassen wollen, müsst ihr euch erst einmal auf die Änderungen einstellen. Es sind bereits erste Nutzerberichte aufgetaucht, die nach dem Update am liebsten eine Version zurückspringen wollen.

Habt ihr schon mit Darktable Erfahrungen gesammelt oder habt ihr eine andere Software im Einsatz?

via: Photoscala

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Alfred Proksch

Neben etlichen anderen RAW Konvertern ist die bisher aktuelle Version 3.6 auf dem Rechner. Wenn ich ehrlich bin ist mangels öfteren Einsatz mein persönliches Arbeitstempo mit Darktable zu langsam. Er funktioniert ohne Probleme.

Auf PhaseOne bin ich „eingeschossen“ – daher schnell und meines Erachtens bekomme ich damit genau die Ergebnisse die ich möchte. Was natürlich bedeutet das andere Anbieter ihre eigenen Vorteile bieten.

Wie bei jeder Software ist es angebracht sich mit Schulungsvideos vertraut zu machen.

Leider verwechseln Anwender RAW Konverter mit Bildbearbeitungsprogrammen, erwarten Ebenen Technologie, Masken und anderes Zeugs.

Es ist wie immer schon: Der Fotograf sollte sich schon vor dem ersten Bild Gedanken über dessen Verwendung machen und das dazu passende Dateiformat auswählen – spart viel Arbeitszeit.