Nikon Objektive

Das Nikon 58mm f/0.95 ist RIESIG – und überflüssig?

Gewicht des Nikon 58mm f/0.95: 2.000 Gramm. Gewicht des Leica 50mm f/0.95: 700 Gramm. Ein gewaltiger Unterschied.

Nikon 58mm f/0.95 offiziell vorgestellt

Okay, dass das neu vorgestellte Nikon Noct 58mm f/0.95 ein verdammt großes und verdammt teures Objektiv ist, das sollten inzwischen die meisten mitbekommen haben. 9.000 Euro kostet die neue Premium-Linse aus dem Hause Nikon, auf die Waage bringt sie ein Gewicht von 2.000 Gramm. Damit schraubt man nicht mehr das Objektiv an die Kamera, sondern die Kamera an das Objektiv.

Vergleich mit dem Leica Noctilux 50mm f/0.95

Ich habe mich gefragt, ob sich dieses Nikon Noct 58mm f/0.95 nicht hätte kompakter bauen lassen. Nun bin ich natürlich kein Ingenieur und kenne mich mit der Entwicklung von neuen Objektiven nicht so wirklich aus. Was ich aber wie jeder andere auch kann, ist vergleichen. Und wenn man das Nikon Noct 58mm f/0.95 vergleichen möchte, dann drängt sich natürlich eine Gegenüberstellung mit dem Leica Noctilux 50mm f/0.95 auf.

Wenn man die beiden Objektive in Bezug auf die Größe miteinander vergleicht, dann sieht das so aus:

Was für ein gewaltiger Unterschied! Das Nikon wiegt unglaubliche 2.000 Gramm, während das Leica Pendant “nur” 700 Gramm auf die Waage bringt. Da muss das Nikon Noct schon eine erheblich bessere Bildqualität zu bieten haben, um diesen enormen Größenunterschied zu rechtfertigen.

Einige erste Beispielbilder des Objektivs könnt ihr euch hier bei Flickr anschauen.

Preislich liegen die beiden Gläser im Übrigen relativ nah beieinander. Für das Nikon werden 9.000 Euro fällig, für das Leica 10.200 Euro. Das sind zwar nochmal 1.200 Euro mehr, aber das ist in diesem Preisbereich ja fast schon zu vernachlässigen. Über einen Autofokus verfügen im Übrigen beide Linsen nicht.

Funktioniert f/0.95 in der Praxis?

Ich muss zugeben, ich habe noch nie mit einem manuellen f/0.95 Objektiv fotografiert. Was mich da interessieren würde: Schafft man es denn bei einem Portrait-Shooting mit einem manuellen f/0.95 Objektiv, zuverlässig auf die Augen scharfzustellen? Wenn Model und Fotograf sich bewegen? Und ich meine wirklich die Augen, nicht die Nasenspitze, die Wimpern oder die Stirn. Vielleicht kann mir da jemand von euch weiterhelfen?

So oder so sehe ich aber nicht, dass Nikon wahnsinnig viele Exemplare des Nikon Noct 58mm f/0.95 verkaufen wird. Was die Frage aufwirft, ob es aus der Sicht von Nikon nicht vielleicht sinnvoller gewesen wäre, die Ressourcen in die Entwicklung anderer Objektive zu stecken.

Quelle Vergleichsbild: Camerasize

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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