Nikon Objektive

Das Nikon 58mm f/0.95 ist RIESIG – und überflüssig?

Gewicht des Nikon 58mm f/0.95: 2.000 Gramm. Gewicht des Leica 50mm f/0.95: 700 Gramm. Ein gewaltiger Unterschied.

Nikon 58mm f/0.95 offiziell vorgestellt

Okay, dass das neu vorgestellte Nikon Noct 58mm f/0.95 ein verdammt großes und verdammt teures Objektiv ist, das sollten inzwischen die meisten mitbekommen haben. 9.000 Euro kostet die neue Premium-Linse aus dem Hause Nikon, auf die Waage bringt sie ein Gewicht von 2.000 Gramm. Damit schraubt man nicht mehr das Objektiv an die Kamera, sondern die Kamera an das Objektiv.

Vergleich mit dem Leica Noctilux 50mm f/0.95

Ich habe mich gefragt, ob sich dieses Nikon Noct 58mm f/0.95 nicht hätte kompakter bauen lassen. Nun bin ich natürlich kein Ingenieur und kenne mich mit der Entwicklung von neuen Objektiven nicht so wirklich aus. Was ich aber wie jeder andere auch kann, ist vergleichen. Und wenn man das Nikon Noct 58mm f/0.95 vergleichen möchte, dann drängt sich natürlich eine Gegenüberstellung mit dem Leica Noctilux 50mm f/0.95 auf.

Wenn man die beiden Objektive in Bezug auf die Größe miteinander vergleicht, dann sieht das so aus:

Was für ein gewaltiger Unterschied! Das Nikon wiegt unglaubliche 2.000 Gramm, während das Leica Pendant „nur“ 700 Gramm auf die Waage bringt. Da muss das Nikon Noct schon eine erheblich bessere Bildqualität zu bieten haben, um diesen enormen Größenunterschied zu rechtfertigen.

Einige erste Beispielbilder des Objektivs könnt ihr euch hier bei Flickr anschauen.

Preislich liegen die beiden Gläser im Übrigen relativ nah beieinander. Für das Nikon werden 9.000 Euro fällig, für das Leica 10.200 Euro. Das sind zwar nochmal 1.200 Euro mehr, aber das ist in diesem Preisbereich ja fast schon zu vernachlässigen. Über einen Autofokus verfügen im Übrigen beide Linsen nicht.

Funktioniert f/0.95 in der Praxis?

Ich muss zugeben, ich habe noch nie mit einem manuellen f/0.95 Objektiv fotografiert. Was mich da interessieren würde: Schafft man es denn bei einem Portrait-Shooting mit einem manuellen f/0.95 Objektiv, zuverlässig auf die Augen scharfzustellen? Wenn Model und Fotograf sich bewegen? Und ich meine wirklich die Augen, nicht die Nasenspitze, die Wimpern oder die Stirn. Vielleicht kann mir da jemand von euch weiterhelfen?

So oder so sehe ich aber nicht, dass Nikon wahnsinnig viele Exemplare des Nikon Noct 58mm f/0.95 verkaufen wird. Was die Frage aufwirft, ob es aus der Sicht von Nikon nicht vielleicht sinnvoller gewesen wäre, die Ressourcen in die Entwicklung anderer Objektive zu stecken.

Quelle Vergleichsbild: Camerasize

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

53 Kommentare

Hier klicken zum kommentieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

  • Überflüssig?
    Eher nicht, es muss auch immer Höchstleistungen geben.
    Aber heute noch ohne Autofokus anzubieten ist bei dieser Brennweite besonders bitter. Schon das 1.4/58 mm Nikkor lässt sich kaum schnell fokussieren.
    Ich kenne die Problematik auch vom 0,95/25 mm Voigtländer, mit dem ich sehr gerne Nahimpressionen ganz offen festhalte. Schärfe ist ein Glücksspiel, da hilft auch ein Stativ selten.

    Ich frage mich nur warum sollte man dieses 58 mm in der Praxis wirklich einsetzen? Canon kann tolle Objektive mit AF bieten, 1.2/50 mm und 1.2/85 mm und Sigma auch ein 1.2/35 mm und wenn ich besondere Fotos will gibt es auch noch 1.8/135 mm und 2.0/200 mm – die besondere Wirkung eines 58 mm würde ich kaum erkennen oder nutzen können. Und für das 2 Kilo Objektiv gibt es bisher keine perfekt passende Z-Kamera. Die sind alle zu leicht und zu klein.
    Das ist irgendwie ein Einzelobjektiv, das wohl zu einer D850 im Jubiläumsjahr gepasst hätte – aber bei Z noch etwas hilflos anmutet.

    • Hatte Canon nicht lange Zeit auch mal ein 50mm 1.0 im Programm und war damit lange alleine auf weiter Flur? Noch heute bin ich mit meinem, bestimmt 20 Jahre alten, 200mm 1.8 glücklich, es ist zwar schon lange aus der Revision von Canon raus macht aber immer noch gute Bilder. Irgendwo sah ich mal ein Canon Objektiv an der Ziellinie einer Pferderennbahn mit einer Lichtstärke 1,4 laut Canon eine Spezialanfertigung als Tele. Es ist immer gut zu sehen, wenn Grenzbereiche machbar werden, ob sie nun Gewinn bringen, oder nicht.

  • Ich versuche es mal für mich logisch zu erklären.

    Nikon hatte eine Idee ein 58mm f0.95 zu bauen. So wie früher zu analogen Zeiten als viele im Portfolio ein 50mm f1.0/1.2 etc. hatten.
    Jetzt hat Nikon in der Planung und in Ingeneure bereits Geld investiert. So ist es üblich üblich bei neuen Produkten.
    Sagen wir mal, Nikon hat eine Million investiert. Jetzt merkt Nikon aber dass es nicht möglich ist ein solches Objektiv zu bauen, welches klein, offen scharf, mit Autofokus und leicht wird.

    Jetzt kann Nikon folgendes tun. Den Bau der Linse abbrechen oder aber Kompromisse eingehen. Wenn man allerdings bereist viel Geld investiert hat, dann fällt die investition von weiterem Geld leichter. Der Kompromiss ist,, dass es so ein Onjektiv geben wird, aber eben nicht als kleines und leichtes Objektiv, sondern als eines, welchen (vermutlich) optisch voll überzeugt.
    Fuji ist übrigens auch einen Kompromis eingegangen mmit ihrem 33mm f1.0. Nur auf einen anderen Weg. Jetzt wird es eben ein 50mm f1.

    Und mal zum Preis. regen sich viele über den Preis auf. Für 95% der Leute die sich aufregen wäre dieses Objektiv auch nichts, wenn es nur die Hälfte kosten würde. Selbst wenn es halb so schwer oder halt so groß wäre, würde viele auch keine 4500€ investieren. Und für die 5% die das Geld bezahlen würden für eine solche Linse, lohnt es sich wiederum auch für Nikon nicht.
    Ich denke Nikon wird das noch ein wenig besser gerechnet haben als ich. Die werden sich schon was gedacht haben. Letztlich ist es einfache Betriebswirtschaft.

    Grüße Tony

    • @Maratony

      „Fuji ist übrigens auch einen Kompromis eingegangen mmit ihrem 33mm f1.0. Nur auf einen anderen Weg. Jetzt wird es eben ein 50mm f1.“

      Du weißt aber schon das f1.0 auf einem Sensor mit Crop 2.0 überhaupt gar nicht zu vergleichen ist mit f1.0 auf Vollformat, geschweige denn mit f0.95 auf VF?

      • was hat das jetzt mit dem Objektiv zu tun, auch wenn ich das Noct an einer Fuji verwende bleibt es ein 58/0.95 Objektiv

      • @Rene
        Ist mir bewusst. Ein 58mm f0. 95 ist kein 50mm f1. Allerdings ist es da auch egal welchen Sensor man hat. Denn ein 50mm f1 ist und bleibt auch ein 50mm f1, egal an welchem Sensor man es anschließt.

        Aber abgesehen davon war das hier auch nicht als technischer Vergleich gemeint, sondern ein wirtschaftlicher.

      • naklar bleibt es das objektiv aber an ner fuji hast du halt dann nen 1.4er von der freistellung her was ein riesenunterschied ist. ich weis es da ich zwei 0.95er für fuji benutze. da ist mir der cropsensor ein vorteil.

    • @Tony
      In der Wirtschaft ist eines klar, man wirft gutes Geld Schlechtem nicht hinterher, auch wenn ich schon eine Million (das wird bei weitem nicht reichen) investiert habe. Es ist besser und sinnvoller, etwas zu stoppen oder zu ändern, bevor man noch mehr Geld nachschiessen muss. Wie viele Objektive werden sie davon verkaufen, 100, 200, 500? Ich kann mir nicht vorstellen dass sich das rechnet. Wenn schon ein unnötiges Objektiv mit dem man einen „Milestone“ setzten will und das 2kg wiegt, dann sollte es etwas einmaliges, noch nie dagewesenes sein, aber diese Blende gib und gab es schon – und dazu noch kleiner und leichter.
      Dennoch, nur weil ich es nicht brauche und für überflüssig halte, gibt es sicherlich wenige, einzelne Anwendungen bei denen diese Offenblende sinnvoll nutzbar ist.

    • Ein 50/1,2 AF wäre für viele interessanter und ich denke auch deutlich besser nutzbar, gerade mit Augen-AF bei Spiegellosen. Aber für Nikon ging es darum, das große Bajonett zu rechtfertigen.

    • @joe
      Das ist unwirtschaftlich was du sagst und daher nicht korrekt. Messen lässt sich alles an einer vermutenden Rendite. Diese lässt sich auf der einen Seite durch das Produkt erkaufen, aber auch durch Nebenprodukte.
      Nikon stellt sich gerade auf. Und wenn ich nach einem 58mm f0. 95 suche, dann gibt es nicht viele Alternativen.

      Das kann ich mir als Grund vorstellen warum Nikon das durchgezogen hat.
      Aber mich würde diese Linse und eine Z7 nicht ansprechen.

      Ein AF mit f1.2 ist definitiv sinnvoller.

      • …das ist unwirtschaftlich was Du sagst…
        Ist es nicht, das ist wie das festhalten an Aktien die gefallen sind, aber dazu müsste ich Dir jetzt eine Vorlesung halten und das wollen wir beide nicht! Das ist einer der vielen Irrtümer die bei Nichtökonomen nicht auszurotten sind. Denn es bleibt ja nicht bei der von Dir genannten Million, man merkt ja nicht erst am Ende, dass das Ding zu gross, zu schwer und zu „flüssig“ (also überflüssig) ist. In der Wirtschaft gilt ein Grundsatz den ich oben schon erwähnt habe: Wirf niemals gutes Geld Schlechtem hinterher!
        Das ist auch wie Leute glauben, dass wenn jetzt im Casino 15 mal hintereinander rot gekommen ist, dass dann die Wahrscheinlichkeit für schwarz jetzt viel höher ist – ist sie nicht, die Chance für rot oder schwarz bleibt immer bei 50% (bei Vernachlässigung der grünen Null).

      • Joe.
        Bitte, du kannst mir gerne etwas über Wirtschaft erklären, ich höre gerne hin. Allerdings bin ich der Meinung schon ne Menge über BWL zu wissen.

        Ein todes Pferd braucht man nicht zu satteln, das ist klar. Aber ob das Pferd tod ist oder nicht, das ist nicht abhängib von deiner Meinung, sondern von Tatsachen bzw. von Prognosen. Und wenn ich der Meinung bin, dass sich eine Investition auch dann lohnt, auch wenn ich mehr investiere als gedacht, dann investiere ich das dennoch.
        DDas Objektiv ist klar kein 24-70mm f2.8. Das ist hier schon eine andere Nummer. Aber wenn es klein und leicht wäre, dann würden vermutlich dennoch nicht viele 9000€ ausgeben.
        Du scheinst deine probleme mit der Linse zu haben, das kann ich verstehen und auch überall nachlesen. Aber weder du noch ich sind das Zünglein an der Waage.

    • Letztendlich ist das alles nicht mehr als ein Marketing Statement. Wir können 0.95 und sonst keiner! Solange Canon, Sony, Fuji oder andere es nicht nachbauen und ggf. kleiner und billiger machen, können sie es sich immer auf die Fahne schreiben „Das lichtstärkste System aller Zeiten“. Ob das Objektiv praxistauglich ist, ist doch Nikon egal. Für welchen Bereich soll das denn geeignet sein? Amateure – Nein (Preis). Sport- und Tierfotografie – Nein (Manueller Fokus), Architektur und Landschafts Fotografie – Nein (Brennweite), Reise- und Streetfotografie (Gewicht) also bleiben nur Portraits bei wenig Licht im Studio? Dafür gibt es bessere Lösungen (Bildstabilisator und Stativ) also geht’s nur ums Bokeh und dafür muss man den Stundenpreis schon um einiges erhöhen, damit man den Preis wieder erwirtschaftet. Ich glaube kaum, dass Kunden den Unterschied sehen und vor allem zu diesem Aufpreis wollen. Ergo reines Marketing um ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber der Konkurrenz zu haben.

      • Mario,
        da gab es mal einen Bericht wo das Leica Noct gegen einen chinesischen Vertreter verglichen wurde. Dann machte er „offen“ eine weitläufige Aufnahme damit, Fazit war das er den chinesischen Vertreter bis f4.0 abblenden musste um überhaupt an die Randschärfe des Leica Objektives (wohlgemerkt „offen“) ranzukommen. Das schöne am Artikel war das die China Variante dabei nicht schlecht geredet wurde da sie auch keine 10.000€ kostet. Ich glaube schon das man mit solchen Objektiven einiges anfangen kann aber natürlich ist so etwas auch ein Aushängeschild einer Firma 📸

      • mario, es ist ja nichtmal das lichtstärkste system aller zeiten. wie man schon oben im artikel sehen kann, hat es leica vorgemacht. und das lichtstärkste objektiv das ich kenne kommt von zeiss. ich glaube das ist noch immer ungeschlagen.

    • @Hans
      Genau den Aspekt eines Luxusproduktes finde ich hier angebracht, nur von Leica ist das Nikon Noct noch weit entfernt! Was sind denn schon lächerliche 4500€/kg bei Nikon gegen Leicas 14570€/kg!? 😅

  • ich habe meins zu den beiden objektiven ja schon in anderen einträgen hier hinterlassen. daher kann ich diesmal auch nichts anderes sagen, als: wenn ich die lichtstärke bei der brennweite haben wollte, würde es die leica. ich glaube nicht, daß nikon so viel mehr raus reißt, daß sich das gewicht und ausmaß lohnt. mal ohne witz, die bauen jetzt spiegellos um kompakt zu werden und dann hauen die so einen klopper raus…

      • mimas, welche denn? wenn man nicht kompakter werden wollte, warum hat man dann das auflagemaß verändert und somit alle dslr-nutzer verärgert? es hätte sonst ja auch gericht einfach nur den spiegel zu entfernen und einen bildschirm in den sucher einzubauen. es geht bei dem neuen bajonett ausschließlich darum kompakter zu werden.

      • naja, neben den Gründen, die Nikon selbst genannt hat (bessere Randschärfe, lichtstärkere Objektive und natürlich auch Kompaktheit) erlauben spiegellose Systeme eine direkte Bildauswertung durch die CPU, was u.a. den Eye-Autofokus ermöglicht und alles andere, was KI so zu bieten hat.
        Nikon riskiert bestimmt nicht alle Altkunden zu verkraulen und vielleicht kaum neue zu finden (falls die Z nicht angekommen wäre) nur um kompakter bauen zu können. Der Bajonettdurchmesser der Z-Modelle hat von Anfang an gegen all zu kompakte Kameras gesprochen.

      • mimas, die argumente machen keinen sinn.
        – bessere randschärfe: leica m hat einen bajonettdurchmesser von 44mm. ich habe bisher nirgends lesen können, daß leica ein problem mit randschärfe hätte.
        – lichtstärkere objektive: was hat das bajonett mit der lichtstärke eines objektivs zu tun? wieder können wir an leica m sehen, daß es mit eiem 44mm bajonett mit f0,95 klappt.
        – und natürlich kompaktheit: na das hat nikon hier ja bewiesen, daß sie es nicht sind.
        – im übrigen geht es auch spiegellos mit dem gleichen auflagemaß wie mit spiegel. also das hatte ich ja auch schon oben erwähnt. eye-autofokus also nach wie vor möglich.

        wie gesagt. der einzige grund für die neuen spiegellosen ist die kompakte bauweise. ansonsten hätte man beim alten auflagemaß bleiben können. auch dies kann man ausschließlich auf kurze brennweiten beziehen. hat man eine größere menge objektive mit längeren brennweiten, ist das gepäck mit einer spiegelreflex kleiner (objektive werden kürzer).

        also macht spiegellos mit kürzerem auflagemaß nur sinn, wenn man kurze brennweiten verwendet und diese dann kompakt ausführt. so hervorragend zu sehen bei fuji und bei mft.

      • Hallo daniel,
        ein weiterer klarer Vorteil der Spiegellosen ist die Möglichkeit, die AF-Messung direkt auf dem Sensor vorzunehmen, da der Spiegel hierfür nicht im Weg ist. Die DSLRs weisen deshalb einen zusätzlichen AF-Sensor auf, der aber genau das Problem mit sich bringt, dass die Schärfeebene nicht mit der Bildebene exakt zusammenfallen kann. was dann zu einem Back- oder Frontfokus führt. Dieser Fehler aufgrund einer Messung des AF-Signals mit einem ausserhalb des Bildsensors liegenden separaten AF-Sensors kann bei Spiegellosen nicht auftreten. Damit ist eine Fehlerquelle eliminiert, was ein grosser Vorteil ist.

      • thomas, das erklärt aber noch immer nicht das kürzere auflagemaß, was zu dem bajonettwechsel geführt hat und somit zu all den neuen objektiven. wie oben gesagt, spiegel weg lassen, monitor einbauen und schwups ist es eine spiegellose.

        ich wiederhole mich.

      • Hallo daniel,

        meine Antwort ist auf die von Mimas genannten Gründe sowie auf Deine Frage „welche denn“ bezogen. Er/sie deutet an, dass ausser der möglichen kompakteren Bauweise weitere Vorteile bestehen. Ich habe dazu einen von mehreren angeführt, beispielsweise auch Fokus peaking, elektronischer Sucher, Gesichtserkennung, Augen-AF, Anzeige der hyperfokalen Distanz etc.

        Ich verstehe Deine jetztige Frage nicht ganz. Natürlich könnte man an einem DSLR-Gehäuse einfach den Spiegel weglassen und so eine Spiegellose bauen. Macht man ja im Prinzip auch, nämlich durch den LiveView Modus der DSLRs. Bei DSLRs war das Auflagemass durch den Platz für den Klappspiegel mitbestimmt. Nun fehlt aber der Spiegel und das Auflagemass kann ohne diese Beschränkung gewählt, also insbesondere kompakter gewählt, werden. Hier im Forum wurde auch mal darüber diskutiert, dass kürzere Auflagemasse optische Vorteile mit sich bringen sollen. Es geht also nicht nur darum, einfach nur ein kompakteres Gehäuse zu erhalten.

      • Danke @Thomas Müller für die Ergänzungen.
        @Daniel: als DSLR Nutzer (D5300; D500; D750) wäre es mir auch deutlich lieber gewesen, wenn Nikon andere Möglichkeiten gefunden hätte, den Trent der Spiegellosen bedienen zu können und das F-Bajonett nicht sterben zu lassen. Nur wollten die Entwickler bei Nikon schon lange vom F-Bajonett weg, wegen der ganzen oben genannten „Vorteile“ (wem es gefällt…). Wenn man sich zu so einem Schritt entschließt, muss man auch konsequent sein.
        Die neue Z-50 z.B. käme locker mit einem F-Bajonett aus, was aber nicht heißt, dass man dann trotzdem noch die alten Linsen ohne Einschränkungen weiter verwenden könnte.

      • ok, mimas und thomas,
        ich weiß um die bauweise einer slr. ich will mich auch nicht weiter wiederholen, fasse nur nochmal kurz zusammen.
        1. leica macht das in klein was nikon nicht schafft.
        2. ich kenne noch immer keinen grund eine spiegellose zu bauen, außer um kompakter zu werden als slr. gerüchte erkenne ich nicht an.

      • daniel, hast Du überhaupt gelesen, was ich geschrieben habe? Ich habe nun einige technische Vorteile genannt, die man mit der spiegellosen Bauweise im Gegensatz zur DSLR unstrittig erreichen kann. Ob Du das nun „anerkennst“ oder nicht ist mir eigentlich gleich, denn diese Vorteile existieren auch ohne Dein „Anerkenntnis“. Gleiches gilt auch für das geringere Auflagemass, mit einer kurzen Recherche im Internet hättest Du das auch selbst herausfinden können, falls Du überhaupt ein Interesse daran hast, was ich aufgrund Deines seltsamen „Vogel-Strauss“ Diskussionsstils (andere nennen faktisch existierende Vorteile, daniel ignoriert das einfach) hier zu diesem Thema bezweifle. Die optischen Vorteile durch ein geringes Auflagemass kannst Du ua hier nachlesen:
        https://de.wikipedia.org/wiki/Z-Bajonett

      • thomas,
        kein grund überheblich zu werden.
        wie schon gesagt, deine genannten argumente beziehen sich auf spiegellos, aber nicht auf einen grund warum das auflagemaß gekürzt wurde.

        nun, betrachte ich den retrofokus, als argument im von dir genannten link, sehen wir da natürlich gewisse vorteile. der retrofukus wurde aber bisher nicht einmal benannt in dieser diskussion. mal nebenbei bemerkt. nun, objektive bei denen ich den retrofokus nicht einarbeiten muss, so wie ich diesen verstehe, habe ich den vorteil kompakter bauen zu können. wo wir wieder bei der kompakteren bauweise wären. einen optischen vorteil oder vorteil in der funktion des systems kann ich aber noch immer nicht wirklich erkennen. außer die kompaktere bauweise.

        des weitern lassen sich sensor-shift-mechanismen integrieren ohne, daß das kameragehäuse übermäßig dick wird. da wären wir wieder bei kompakt. ok, so langsam wird klar was wir hier erreichen. das gehäuse wird kompakter mit spiegellos, neben den kompakteren kurzen brennweiten.

        die konsequenz wäre aber, daß man dann jetzt auch die sensoren shiften sollte. bisher wurden sie ja für spiegelreflexsysteme geshiftet. nun können sie dies auch für spiegellose. damit könnten sie wieder kompaktere normalbrennweiten bauen.

        wie ich es auch drehe, es läuft darauf hinaus, daß die normalen und kurzen brennweiten von dem spiegellosen system profitieren, indem sie kompakter sein können.

        wie dem auch sei. leica hat das objektiv viel kleiner mit einem viel kleineren bajonett und wesentlich geringerem gewicht gebaut. wie schonmal gesagt, jetzt muss nikon gewaltig einen reißen um das mit bildleistung rausholen zu können.

      • daniel, genau das gleiche hatte ich auch gedacht, als ich Deine Zusammenfassung las. Etwas überheblich, wie Du die Argumente anderer einfach übergehst und Deine These ohne eigene Gegenargumente wiederholst, dachte ich mir. Anscheinend habe ich dann ungewollt selbst etwas überheblich geantwortet, sorry, sollte gerade Dir gegenüber wirklich nicht sein.

        Also nochmal und vielleicht etwas deutlicher von mir erklärt, was ich oben argumentierte. Meine Antwort war nicht nur auf das geringere Auflagenmass bezogen sondern generell auf die kompaktere Bauweise UND die Vorteile, die man durch das spiegellose Konzept erhält. Letzteres ist ja bei weitem nicht nur das geringere Auflagemass. Meine Argumentation geht auch davon aus, dass der entscheidende Unterschied zwischen DSLR und DSLM der Wegfall des Spiegels ist und was daraus an Vorteilen und neuen konstruktiven Möglichkeiten resultiert. Ich will sie jetzt nicht wiederholen, auch wenn Du sie bisher mehr oder weniger übergangen hast. Was ist beispielsweise mit einem EVF, welche DSLR hat einen EVF? Gleiches gilt für den Augen-AF, welche DSLR hat einen solchen?? Ich habe dabei auch auf Eure Eingangsdiskussion geantwortet, in der Mimas ganz andere Vorteile von spiegellos sieht als nur kompakt und Du dann „welche denn“ gefragt hast. Es geht also in der Diskussion nicht nur um das Auflagemass, Du hast sie im weiteren Verlauf der Diskussion dann lediglich darauf eingeengt.

        Das geringere Auflagemass ist auch bei weitem nicht nur aus Gründen der Kompaktheit gewählt worden, in dem von mir beispielhaft verlinkten Beitrag aus wikipedia zum Z-Bajonett werden ja gleiche mehrere optische Vorteile angeführt ua die Verringerung von Vignettierungen und einschliesslich der Möglichkeit, neben neuen Objektivkonstruktionen auch einen Adapter verwenden zu können, um DSLR-Objektive weiter verwenden zu können.

        Ich sehe also wirklich nicht, dass DSLMs und ihre Objektive nur deshalb gebaut werden, weil man kompaktere Konstruktionen erreichen will.

      • thomas, du wirfst mir vor nicht zu lesen was du geschrieben hast, tust es aber selbst nicht bei anderen. es geht nicht darum was der autofokus der spiegelreflex und was der autofokus der spiegellosen kamera kann. es geht um das auflagemaß. dann wiederhole ich mich also nochmal. wenn ich aus einer spiegelreflexkamera den spiegel entferne und in den sucher einen monitor einbaue, was habe ich dann? richtig eine spiegellose systemkamera. mit all seinen vor und nachteilen, nur mit einem größeren abstand zwischen sensor und bajonett. und genau dieses haben sie gekürzt. aus welchem zweck hauptsächlich? richtig, um kompakter zu werden. aber wie ich oben auch schonmal schrieb, betrifft dies ausschließlich kurze brennweiten. etwas anderes habe ich nicht geschrieben oder behauptet. auch die vignette wird nicht durch ein geringeres auflagemaß verhindert. man benötigt nur bei einem geringeren auflagemaß einen größeren bajonettdurchmesser und größere austretende linsen um die vignette zu verhindern. bei einem größeren auflagemaß richen kleinere bajonette, da der lichtkegel nicht so steil ist. aber trotzdem schafft es leica mit einem auflagemaß von 27,8mm und einem bajonettdurchmesser von 44mm ein vernünftiges bild zu erzeugen. nikon hat sich für ein auflagemaß von 16mm entschieden wodurch sie scheinbar einen durchmesser von 55mm benötigen. wie man sieht bringt das nichts, da das objektiv dreimal so viel wiegt wie das leica und die unterschiede der ausmaße sind ja auch inzwischen hinreichend bekannt.

        bitte schreib jetzt nicht wieder ich wäre nicht auf deine argumente eingegangen. sie sind nicht relevant. so leid es mir tut.

      • Doch daniel, es geht ganz genau auch darum was der AF aufgrund der spiegellosen Bauweise kann und was sonst noch an Vorteilen aufgrund dieser Bauweise möglich sind. Genau dieses Thema und nicht nur das Auflagemass als Thema hat Mimas hier eröffnet und genau auf dieses Thema habe ich geantwortet, Du kannst es gerne oben nachlesen. Das Auflagemass ist dabei nur einer von mehreren Punkten und Du bist nicht in der Position hier zu bestimmen, was relevant und was nicht relevant ist oder was als Argument zugelassen oder nicht zugelassen wird. Zeige mir doch bitte einmal eine DSLR, die beispielsweise einen EFV, einen Augen-AF und die bauartbedingt die Möglichkeit hat, einen Back- oder Frontfokus zu verhindern. Eben, gibt es nicht, hat auch nichts mit kompakter Bauweise oder geringem Auflagenmass zu tun und ist klar ein Vorteil des DSLM-Konzepts.

        Q.E.D., für mich ist die Sache klar und zu diesem Thema alles gesagt.

      • thomas, ich habe keine lust mehr, daher ist das hier zu dem thema mein letzter eintrag. dem autofokus ist es egal welches auflagemaß die kamera hat. und nochmal, wenn ich eine spiegelreflexkamera umbaue, daß der spiegel verschwindet, bildschirm im sucher,… dann ist der eizige unterschied das auflagemaß und das hat nikon geändert. warum? um kompakter zu werden. die vor und nachteile für spiegellose sind so oder so gegeben, wenn der spiegel verschwindet. egal ob 16mm auflagemaß oder 45mm. ich weiß nicht wie ich es dir sonst erklären soll. ich gebe es jetzt offiziell auf.

  • Daß ein Marktführer wie Nikon ab und an mal zeigen muß, was er am oberen Ende leisten kann, ist natürlich.
    Nur, dass Nikon bei einem Objektiv für eine Spiegellose Kamera, welche alles andere als Retro ist, auf den Autofokus verzichtet, ist mir ein Rätsel. Ich würde da eher einen Autofokus erwarten, welcher ebenfalls die aktuellen technischen Möglichkeiten ausreizt.

  • Das macht LEICA-M eben aus. Darum geht es bei der Linsenkonstruktion, klein, leicht und beste Bildqualität. Deshalb sind die Linsen im „Normalbereich“ auch sehr teuer. Ich hatte einmal eine LEICA-M und damit zu fotografieren hat mich geprägt. Low-light und available-light sind hier keine Worthülsen.

  • Wer bitteschön kauft sich diesen Klopper? Und dann noch ohne Autofokus? WTF, wozu, warum, nur zum Angeben?

    Da lob ich mir doch mein Panaleica NOCTICRON 42,5 mm/F1.2, mit Autofokus und ca. nur 1/10 so teuer. Die Bilder sind aber bestimmt 95% so gut wie mit dem Monster hier und das mit definitiv weniger Ausschluß.

  • Nikon simply clever.
    58mm;0,95;3,00m; Schärfentiefe 14,4 cm
    200mm;2,0;3,00m; Schärfentiefe ca. 2,5 cm
    Größe: Warum nicht. Nikon hat sich auch ein Monstermittelformatbajonett gegönnt.
    Gewicht: Klar. Sollen auch einige Sonderlinsen verbaut sein.
    Preis: Sicher so kalkuliert, dass noch verdient wird.
    Zielgruppe: Astro. Sind mit einem Red Cat 51 APO 250mm f/4 (soll das schärfste 250er sein) sicher besser bedient.
    Portrait: Na ja.
    Die ultimative Zielgruppe: Leute, die bei Vollmond fotografieren.
    (Ansel Adams, Moonrise over Hernandez.
    Sinnhaftigkeit: Wünschenswert wäre es gewesen, wenn Nikon bei seinem DSLM Z-Mount Launch, ein Objektivportfolio geboten hätte, in dem für jeden etwas dabei gewesen wäre.
    Aber in zwei Jahren sind sie sicher soweit.

    • Wenn dann ist es ein Monster-Vollformat-Bajonett und vllt. ein Mini-Mittelformat-Bajonett. Der Umkreisradius des 44×33 MF Sensors beträgt exakt die 55mm. Also ne knappe Kiste. Alle Bajonette die den kleinen MF-Sensor verbauen haben über 60mm im Durchmesser. Außerdem bräuchten Sie dann wieder neue Objektive.

    • Ein 58er bei Blende 1 und einem Abbildungsmassstab von 1:14, wie das 200er bei 3m, entspricht einer Gegenstandsweite von 87cm und einer Schärfentiefe von 1,26cm.
      Abgesehen davon, scheint das Nikon Noct aufgrund des Gewichts für den Einsatz eines Stativs bestimmt zu sein, und für die Nacht.
      Was fotografiert man nachts von einem Stativ aus?
      Den Nachthimmel? Spärlich beleuchtete Straßen und Gassen? Landschaften bei Vollmond?
      Ich meine, dass das 58er Noct im Moment genug Aufmerksamkeit erhalten hat.
      Warten wir doch auf die ersten Erfahrungsberichte.

  • appel and oranges

    Als ich das Foto der beiden Objektive sah, viel mir sofort die letzte Seite der aktuellen DOCMA ein. Da geht es genau darum. Müssen Objektive so groß und so schwer sein. Fazit in dem Beitrag, je präziser die Linsen umso weniger werden gebraucht umso kleiner werden die Objektive und auch teuer. Ob das jetzt bei dem Nikon auch zutrifft kann ich nicht beurteilen. Aber bei 17! Linsen bei Nikon, 8 Linsen bei Leica sagt meiner Meinung nach schon etwas aus.

    Das 0.95 von Leica hatte ich während eines Fotokurses an einer M-Monochrom. Portraitaufnahmen kann man vergessen, zumindest ich. Zu mindestens freihändig. Mit dem Messsucher erst recht nicht. Der Schärfebereich liegt im Millimeterbereich. Spaßeshalber hatte ich mir schon vorher das 50 mm 1.1 von 7artisans gekauft. Scharfstellen ist eine Herausforderung und mit Messsucher auf kurzer Distanz unmöglich.

    Aber bei Nachtaufnahmen auf größere Distanzen kann man mit kurzen Verschlusszeiten noch freihändig fotografieren.

    • Das bedeutet mal vereinfacht, dass Sigma nach dem Prinzip „viel hilft viel“ sehr gute, aber auch große und schwere Objektive produziert, diese aber relativ preiswert verkaufen kann, hingegen Leica ans Eingemachte geht und entsprechend einen höheren Aufwand betreibt, was zu schönen kompakten Objektiven führt, die aber halt relativ teuer sind. Gut zu wissen.

  • Die Physik lässt grüßen!

    Stärker als das vorhandene Licht gibt es nicht. Der Optiker versucht nun mit allen Tricks die er kennt etwas mehr vom spärlichen Licht auf seinem Medium zu sammeln.

    Er betreibt dabei einen irren Aufwand weil er die verstärkt auftretenden optischen Fehler berücksichtigen und ausgleichen muss.

    Sehe ich mir die bisher gezeigten Bilder an ist das sehr gut gelungen. Ich würde sagen das das Objektiv zu den Sahne Stücken gehört und das es eine „Meisterleistung“ ist.

    Dabei über Sinn oder Unsinn nachzudenken?

    Auf dem Weg in mein nur noch privat genutztes Studio komme ich an einer Grundschule vorbei. Wenn ich dann einen „Knirps“ aus einem 600 PS SUV aussteigen sehe würde ich sagen „das ist ÜBERFLÜSSIG“.

    Nikon verlangt für ein außergewöhnlich gutes Objektiv genau die Summe die sein muss! Für mich persönlich sind Objektive dieser Art überflüssig weil ich sie nicht nutze, das heißt aber nicht das ich keinen großen Respekt vor deren Leistung habe.

    Der angenehme Effekt für Nikon, es wird ausgiebig diskutiert, Nikon bleibt für längere Zeit im Gespräch!

    • Ein Objektiv ohne Rücksicht auf Baugröße und Gewicht zu konstruieren ist keine Meisterleistung. Da sehe ich das Leica eher als Meisterleistung, da es beispielsweise mit 8 anstatt 17 Linsen auskommt. Gewicht und Größe wurde schon oft genug erwähnt. Das Nikon mag zwar optisch besser sein, aber bei diesen Ausmaßen wäre es schlimm wenn nicht.
      Das Nikon erinnert äußerlich an das Sigma 105mm 1.4. Sigma könnte das auch, aber das wird es wohl aufgrund der erwartungsgemäß geringen Kundschaft nicht geben. Aber wer weiß, am Ende kommt sowas doch für 4000€ von Sigma um die Ecke 😉 (sofern sie für Z Mount produzieren werden, da Nikon die Protokolle ja nicht freigibt)

  • Gemäss Nikon gibt es noch einen Koffer dazu, aber Pol- und Graufilter muss man tatsächlich noch extra bezahlen.
    50cm Naheinstellgrenze bedeuten unter 2,9mm Schärfentiefe.
    Einsatzbereich Nachtfotografie, Filmen und Porträts.
    Ehrlich, für Porträts sehe ich da eher ein 85er 1.4.

    • @S.B.
      habe mir den Link angeschaut und wurde in meiner Meinung betsätigt, was will man mit solchen Fotos? So sehen meine Bilder aus wenn etwas schief läuft beim Fotografieren. Wer schaut sich diese Bilder ein zweites mal an? Es zeigt mal wieder Freistellung alleine macht kein gutes Foto und Bilder bei Nacht – Mann von hinten (scharf) vor total unscharfer Stadtlandschaft – müssen schon sehr gut komponiert sein um gut zu werden. Diese Objektive sind wirklich nur etwas für echte Könner und die sind eher selten.