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DJI Osmo Pocket 4 vorgestellt: 4K mit 240 fps, interner Speicher und verbessertes Tracking

DJI bringt die neue Osmo Pocket 4 an den Start und dreht gezielt an einigen Stellschrauben: bessere Zeitlupen, interner Speicher und ein helleres Display.

Nach monatelangen Leaks und Teasern hat DJI heute die Osmo Pocket 4 offiziell vorgestellt. Die vierte Generation der beliebten Gimbal-Kamera baut auf dem erfolgreichen Konzept der Osmo Pocket 3 auf und setzt auf gezielte Verbesserungen statt auf eine radikale Neuerfindung. Ob das reicht, um Besitzer der Vorgängerin zum Upgrade zu bewegen?

Gleicher Sensor, aber mehr Leistung

Herzstück der Osmo Pocket 4 bleibt ein 1-Zoll-CMOS-Sensor mit f/2.0-Blende und 20mm Brennweite (äquivalent). Wer auf einen größeren Sensor gehofft hat, wird also enttäuscht. Die eigentlichen Verbesserungen stecken tiefer im Inneren. DJI verspricht bis zu 14 Blendenstufen Dynamikumfang und liefert jetzt einen echten 10-Bit D-Log, der sich deutlich vom D-Log-M der Pocket 3 unterscheidet. Für alle, die ihre Aufnahmen in der Postproduktion ordentlich korrigieren wollen, ist das ein spürbares Upgrade.

Der native ISO-Bereich reicht nun von ISO 50 bis 12.800, die Pocket 3 war bei ISO 6.400 am Limit. Dazu kommt ein dedizierter Nachtmodus mit ISO 25.600, der allerdings auf UHD bei 30 fps beschränkt ist.

Eine weitere wichtige Neuerung gibt es bei den Zeitlupen. Die Osmo Pocket 4 nimmt 4K-Video mit bis zu 240 fps auf, während die Pocket 3 bei 4K/120 ihr Maximum erreichte. Auch bei Fotos hat sich etwas getan. Statt 9,4 Megapixel liefert die neue Generation satte 37 Megapixel. Damit wird die Pocket erstmals auch als Fotokamera etwas interessanter.

Neues Bedienkonzept mit Joystick und Preset-Taste

DJI hat bei der Bedienung der neuen Osmo Pocket 4 auf die Community gehört. Das etwas schwammige Schiebepad der Pocket 3 wurde durch einen präzisen 5D-Joystick ersetzt, über den sich die Kamera schwenken, der Gimbal zentrieren und die Perspektive drehen lässt. Unterhalb des drehbaren 2-Zoll-OLED-Displays sitzen jetzt zwei neue Tasten: eine dedizierte Zoomtaste, die zwischen 1×, 2× und 4× Zoom wechselt, sowie eine frei belegbare Preset-Taste. Aufnahmen lassen sich auch einfach durch Drehen des Displays starten.

Das Display selbst wurde ebenfalls aufgewertet. Statt 700 Nits wie bei der Pocket 3 liefert es jetzt bis zu 1.000 Nits und soll damit auch bei hellem Sonnenlicht deutlich besser ablesbar sein.

Statt einer Schutzkappe setzt DJI nun auf eine Magnetklemme, die den Gimbal in der Tasche fixiert und ein versehentliches Einschalten verhindert. An der Oberseite des Gimbalarms befinden sich neue Kontakte, über die sich magnetisch ein Fülllicht anschließen lässt, das in der Creator Combo enthalten ist. CHIP spekuliert, dass über diese Schnittstelle künftig weiteres Zubehör folgen könnte, etwa ein Lidar-Sensor für noch präziseres Tracking.

107 GB interner Speicher und deutlich mehr Akkulaufzeit

Eine der willkommensten Neuerungen dürfte der interne Speicher sein. 107 GB hat die Pocket 4 an Bord, die Pocket 3 kam ohne internen Speicher daher. Die Datenübertragung zum Rechner erfolgt mit bis zu 800 MB/s, wenn keine microSD-Karte eingesetzt ist. Ein microSD-Slot ist selbstverständlich weiterhin vorhanden.

Beim Akku hat DJI die Kapazität von 1.300 mAh auf 1.545 mAh erhöht. Die Herstellerangabe von bis zu 240 Minuten Aufnahmezeit bei Full-HD/24p klingt vielversprechend, und auch im Test von CHIP wurden beeindruckende 217 Minuten in UHD gemessen. In 18 Minuten soll der Akku laut DJI von 0 auf 80 Prozent laden, CHIP ermittelte eine vollständige Ladedauer von 44 Minuten. Überhitzungsprobleme wurden nicht festgestellt.

ActiveTrack 7.0 und verbesserter Autofokus

Beim Tracking setzt DJI auf ActiveTrack 7.0, das Motive jetzt auch im Zoom bis 4× verfolgen kann. Die Gesichtserkennung arbeitet laut Hersteller spürbar zuverlässiger und priorisiert auf Wunsch automatisch bekannte Gesichter. Auch die Verfolgung von Objekten und Haustieren soll deutlich besser funktionieren als bei der Pocket 3. Modi wie Spotlight Follow und Dynamic Framing für automatische Bildkomposition sind weiterhin an Bord, ebenso die Gestensteuerung per Handzeichen.

Den wichtigsten Fortschritt sieht CHIP im Praxistest interessanterweise beim überarbeiteten Autofokus, der deutlich schneller und treffsicherer arbeiten soll, besonders auf kurze Distanzen und bei schwachem Licht. Allerdings berichtet CHIP auch, dass die Kamerabewegungen beim Tracking etwas ruckeliger wirken als beim Vorgänger, was aber per Software-Update behebbar sein sollte.

Film Tones, Beauty-Modus und mehr

Kreativ hat DJI ebenfalls nachgelegt. Sechs neue Film Tones stehen zur Auswahl: CC Film, NC Film, Pastel, Warm Tone, Movie und Retro. Dazu kommen ein Low-Shutter-Effekt für Langzeitbelichtungen sowie ein Beauty-Modus für Selfies und Gruppen. Das 3K-Videoformat im Seitenverhältnis 1:1 gibt es allerdings nicht mehr, außerdem bleiben Hochformataufnahmen auf 3K bei 60 fps limitiert.

Beim Ton setzt DJI auf einen Verbund aus mehreren internen Mikrofonen und die direkte Unterstützung des Osmo Audio Systems. Die Pocket 4 kann mit dem DJI Mic 2, Mic 3 und Mic Mini umgehen, inklusive 4-Kanal-Aufnahme.

Preise und Verfügbarkeit

Die Osmo Pocket 4 lässt sich ab sofort vorbestellen, der reguläre Verkauf startet am 22. April. Drei Combos stehen zur Wahl:

  • Essential Combo für 479 Euro mit Kamera, USB-C-Kabel, Griff mit 1/4-Zoll-Gewinde und Tragebeutel
  • Standard Combo für 499 Euro, die zusätzlich eine Gimbal-Klemme, ein Armband und einen anderen Griff bietet
  • Creator Combo für 619 Euro mit Mic 3, Fülllicht, Mini-Stativ, Weitwinkellinse und Tragetasche

Die Preise liegen damit sogar etwas unter dem damaligen Einstiegspreis der Pocket 3.

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Das sagen die ersten Tests

Die ersten Testberichte zeichnen ein recht einheitliches Bild. CHIP vergibt die Note “Gut” (1,6) und lobt vor allem die hervorragende Videoqualität (Note 1,2), die phänomenale Akkulaufzeit (Note 1,0) und die gute Ausstattung. Als einzigen echten Nachteil sehen die Tester den fehlenden Wetterschutz. Im direkten Vergleich zur Pocket 3 seien die Unterschiede in der Videoqualität aber minimal, messtechnisch stehe die Vorgängerin sogar minimal besser da. Das Fazit fällt dennoch klar aus: “Keine andere Kamera bietet ein so rundes Gesamtpaket” für Content Creator, ein Pflicht-Upgrade für Pocket-3-Besitzer sei die Pocket 4 aber nicht.

Golem.de titelt “DJIs Edel-Gimbal wird erwachsen und teuer” und sieht in der Pocket 4 eine konsequente Professionalisierung des Mini-Gimbals. Tester Nils Matthiesen lobt vor allem die Lowlight-Performance: Schatten blieben deutlich sauberer, die Kamera helle nicht aggressiv auf, sondern bewahre die Atmosphäre der Szene. In Kombination mit dem echten 10-Bit D-Log biete die Pocket 4 “Reserven, die man sonst eher von spiegellosen Systemkameras kennt”.

Auch den 5D-Joystick, den internen Speicher und die 4-Kanal-Audioaufnahme hebt Golem positiv hervor. Kritik gibt es am fummeligen neuen Gimbal-Schutz, am fest verbauten Akku und am eingeschränkten Bildwinkel, der den optionalen Weitwinkelaufsatz fast zur Pflicht mache. Das Fazit fällt differenziert aus: Wer eine Pocket 3 besitze und meist bei gutem Licht filme, könne das Update aussitzen. Für alle mit hohen Ansprüchen an Lowlight und Audio-Flexibilität sei die Pocket 4 jedoch ein klarer Fortschritt.

Besitzt ihr eine DJI Osmo Pocket und interessiert ihr euch für die neue Pocket 4?

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Thomas S.

Ohne Wetterschutz ( IP 68 ) für mich unbrauchbar.

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