Kameras

Ex-DJI-Ingenieure stellen Wildlife-Kamera mit 1.750 mm Brennweite vor

Ihr glaubt, ihr braucht Tele-Gläser für mehrere Tausend Euro, um Tiere von Nahem zu sehen? Dieses Start-up will den Einstieg weitaus günstiger gestalten.

Das Start-up Farseer, gegründet von ehemaligen DJI-Ingenieuren, hat mit der RocX ein ungewöhnliches Kamerasystem vorgestellt. Die als “weltweit erste KI-gestützte Fernbeobachtungskamera” beworbene Kompaktkamera richtet sich gezielt an Wildlife- und Vogelfotografen und soll im Dezember auf Kickstarter starten.

Expertise aus DJI-Produkten wie Mavic Pro und Osmo Pocket

Hinter Farseer stehen laut Unternehmenswebsite Senior-Ingenieure, die an der Entwicklung und Massenproduktion von DJI-Produkten wie Mavic Pro, Inspire, Osmo Pocket, Osmo Action, Ronin 4D und Focus Pro LiDAR beteiligt waren. Diese Produkte haben ihre jeweiligen Kategorien maßgeblich geprägt, vom Consumer-Drohnenmarkt bis zur professionellen Kamerastabilisierung.

Die RocX-Kamera verfügt über einen 1/2,8-Zoll-Sensor mit ISO 100 bis 12.800 und kombiniert optische mit elektronischer Bildstabilisierung. Der 50-fache Zoom deckt einen Brennweitenbereich von 35 bis 1.750 mm (Kleinbildäquivalent) bei Blende f/2 bis f/3.2 ab.

Ob dabei aber tatsächlich ein optischer Zoom zum Einsatz kommt oder der Zoom rein digital arbeitet, ist nicht ganz klar. Ich gehe eher von letzterem aus, ein Bild mit herausgefahrenem Objektiv habe ich bislang nämlich nicht gesehen. Außerdem fürchte ich, dass der Sensor mit einer Fläche kleiner als in vielen Smartphones keine wirklich überzeugenden Ergebnisse produzieren wird.

Auf der Rückseite befindet sich ein 5-Zoll-Touchscreen, über den die Kamera größtenteils bedient wird. Videos nimmt sie in 4K mit 30 fps oder in Full HD mit 120 fps für Zeitlupenaufnahmen auf. Die Akkulaufzeit des Gesamtsystems beträgt laut Hersteller sechs Stunden.

KI-Tracking mit 200 FPS Erkennungsrate

Die KI-gesteuerte Motivverfolgung unterscheidet das System von herkömmlichen Superzoom-Kameras. Farseer verspricht eine Erkennungsrate von 200 Bildern pro Sekunde mit 0,01 Sekunden Reaktionszeit. Das Auto-Tracking-System in Kombination mit dem optionalen Handle schwenkt die Kamera physisch, um Personen, Tiere oder Vögel zu verfolgen, selbst bei Geschwindigkeiten von 10 bis 20 Metern pro Sekunde.

Montiert auf dem optionalen RocX Gimbal kann das System auch eine herkömmliche Systemkamera steuern, die über dem Hotshoe befestigt wird. So wird praktisch jede Kamera KI-trackingfähig.

Drei Konfigurationen ab 199 Dollar

Für die bevorstehende Kickstarter-Kampagne im Dezember kündigt Farseer Frühbucherrabatte von bis zu 65 Prozent an. Die RocX-Kamera allein kostet dann 199 Dollar. Mit dem RocX Handle, einer joystickgesteuerten Halterung mit Zweiachsen-Stabilisierung (500 Gramm), liegt ihr bei 299 Dollar. Das Paket mit RocX Gimbal (1 Kilogramm, ebenfalls zweiachsig stabilisiert) schlägt rabattiert mit 699 Dollar zu Buche. Die Preise könnt ihr euch sichern, indem ihr auf der offiziellen Webseite eure E-Mail-Adresse eintragt.

Eine Präsentation auf der CES 2026 in Las Vegas deutet darauf hin, dass Farseer bis Januar produktionsreife Einheiten vorweisen will. Ob das Start-up die Versprechen einlösen kann, bleibt abzuwarten. Kickstarter-Projekte bergen bekanntermaßen Risiken, und die Massenproduktion von Consumer-Elektronik ist selbst für erfahrene Teams eine Herausforderung. Bis jetzt könnt ihr

via: DroneXL | Digital Camera World

guest
12 Kommentare
älteste
neueste
Feedback
Zeige alle Kommentare
Alfred Proksch

Das Ding bietet jede Menge AUFREGER !!!

Jeder der sich ernsthaft mit Fotografie/Video beschäftigt möchte unwissende Mitmenschen vor Schaden bewahren. Der finanzielle Schaden ist verkraftbar. Die Ergebnisse die mit solchen Gerätschaften gefertigt wurden können eventuell vielleicht zu Depressionen führen.

Andererseits finden sich immer glückliche Anwender die nicht besseres kennen – dann ist alles gut.

Jörg

Ich finde das kann weg.🤔

Henry333

Wer sich für Astronomie, Wildlife, Vogelfotografie und Panoramen in einem Gerät interessiert der kann auch mal im Netz nach “DWARF 3 Smart Teleskop” suchen. Ich selbst besitze es nicht war aber von diversen Youtube Videos dazu sehr beeindruckt.

chris XX

Wer sich für Astronmie, Wildlife, (…) interessiert (…), der, sollte das stimmen was der Autor schreibt (nur Digitalzoom, schöner euphemismus für Verkleinerung der Sensorfläche), die Finger von diesem Ding lassen.
Aus dem Artikel geht leider nicht hervor wieviel MP der Sensor hat; aber wenn die Fläche und damit auch die MP beschnitten werden, kann man sich vorstellen, wie exorbitant )(;:-ohscheiße)) gut die Ergebnisse ausfallen.

Henry333

Klar kann man so sehen…
Aber ich finde es erstmal absolut faszinierend was man aus diesem kleinen Handgepäck tauglichem und gerade mal 500€ teurem Gerät herausholen kann.
In der Astrofotografie geht es auch nicht um Sensorgrößen und MP wie es hier verstanden wird sondern um Pixelgrösse, Empfindlichkeit und Stacking, der Sensor hat tatsächlich wohl auch nur 8 MP, bin da aber auch kein Fachmann.

Das Dwarf 3 ist in erster Linie ein Astro Smart Teleskop. Das hat mit DSLR/DLSM Fotografie nicht viel zu tun.

Mir ging es aber um die anderen Möglichkeiten die es sonst noch bietet und diese zusätzlichen Möglichkeiten sind mit traditioneller Fotografie wahrscheinlich besser zu erreichen. Aber dann auch mit mehr Geld und Material Einsatz.
Der Link zu einem von sehr vielen Videos.
https://www.youtube.com/watch?v=GiOS3O8JxBI

Zu der angekündigten RocX-Kamera, was soll man dazu sagen, erstmal abwarten bis sie tatsächlich erscheint oder auch nicht.

A.B.84

Smells like scam spirit!

Peter Vlutters

🙈🤣

Mirko

Jetzt können die typischen Vertreter der “Wildlife Fotografie” einpacken, vermutlich werden deren Objektive zum nächsten BF 2026 sogar verschenkt 😎😂

chris XX

… das wäre sehr schööönnnn …
… würde jede menge Kastanien sparen …
… )(;:-))

Testfree

Das ist doch Blödsinn!
Ich vermute einfach mal kleinste Blende bei f=1750mm mit f/3.2.
Rechnet man den Cropfaktor von 5 zum Kleinbild raus ergibt das eine Öffnung/Größe des ersten Elements von knapp 11cm.
Das ist ja wohl offensichtlich gelogen. Wenn es digitaler Zoom ist, ist es erst recht keine 1750mm bei f/3.2. Das schafft selbst ein 30k€ Objektiv nicht.

A.B.84

Das Frontelement sieht geschätzt nach ca. 3cm aus. Das hätte man in etwa bei 100mm echter Brennweite und Blende f3.2. Mit Crop 5 ist man äquivalent bei 500mm. Dann noch 3,5facher “Hybrid”-Zoom (also digital) wäre man bei Blickwinkel von äquivalent 1750mm… alles etwas unglaubwürdig…

Gabi

Gottseidank ist das einzige Tier, welches ich fotografiere meine Katze. Da reicht schon ein Rolleinar 1 für die passende Naheinstellung.

Photografix Newsletter

In unserem kuratierten Newsletter informieren wir dich regelmäßig über die wichtigsten News und Gerüchte aus der Welt der Fotografie.

Wir senden keinen Spam und teilen niemals deine E-Mail-Adresse.
Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.