Kameras Fujifilm

Fujifilm erklärt die fünfte Autofokus‑Generation: Tiefer Einblick in AF‑C Custom Settings

Fujifilm veröffentlicht neue FAQDokumente zur AFC Custom Settings Funktion. Sie liefern detaillierte Hilfestellung beim Feintuning des kontinuierlichen Autofokus. 

Wenn ein Skateboarder durchs Bild schießt, ein Fußballspieler kurz verschwindet oder ein Vogel durch Äste flattert, stellt sich eine alte Frage neu: Wie bleibt das Motiv scharf, wenn alles in Bewegung ist? Fujifilm gibt mit seinen neuen FAQ-Dokumenten zur fünften Autofokus-Generation eine Antwort.

Was steckt hinter den AF‑C Custom Settings?

Im Zentrum stehen die AF-C Custom Settings. Statt Automatismen zu vertrauen, könnt ihr hier selbst festlegen, wie die Kamera “denkt”. Fünf Szenarien bieten unterschiedliche Fokusstrategien: für plötzlich beschleunigende Motive, kurz verdeckte Objekte oder unregelmäßige Bewegungen. Wer will, kann eigene Einstellungen speichern.

Drei Parameter formen das Verhalten: Tracking Sensitivity (im Menü: Verfolgungs-Empfindlichk.; wie lang wird verfolgt), Speed Tracking Sensitivity (im Menü: Geschw.Verfolg.-Empfindl.K; wie stark wird auf Tempoänderungen reagiert) und Zone Area Switching (im Menü: Zonenbereichsumschaltung; wo im Bild liegt der Fokus). Klingt technisch, ist aber ein feines Spiel zwischen Kontrolle und Reaktion.

In der FAQ steht beispielsweise, dass die Werte 0, 1, 2, 3, 4 für die Tracking-Sensitivität 0, 0,4, 0,7, 1,0 bzw. 1,3 Sekunden stehen. Diese Zeiten waren mir bisher auch noch nicht bekannt und sind sehr hilfreich, wenn ihr da selbst Hand anlegen wollt.

Einsatzempfehlungen & Modelle im Blick

Fujifilm gibt Praxisbeispiele: Neben dem Allzweckmodus mit SET 1 passt für Sport mit Hindernissen wie Fußball SET 2 oder 3. Skater oder Skifahrer, die rasant ins Bild schießen, lassen sich mit SET 4 besser einfangen. Für unregelmäßig bewegte Objekte wie etwa bei Feldsportarten empfiehlt Fujifilm SET 5. Und wer Kinder oder Vögel fotografiert, ist mit einem personalisierten Modus gut beraten.

Diese Optionen stehen allerdings nur bestimmten Kameras offen: Modelle mit X-Processor 5 wie die X-T5, X-H2 oder der neuen X-E5 unterstützen das volle Programm. Andere bleiben auf Standardfunktionen beschränkt. Auch hierzu gibt es eine eine Übersichtstabelle bei der FAQ.

So erweist sich Fujifilms AF-System nicht als technisches Wunderding, sondern als Werkzeug für alle Fuji Besitzer unter euch, die bereit sind, sich einzuarbeiten. Es erfordert Wissen, Beobachtungsgabe und die Bereitschaft, Entscheidungen zu treffen. In Zeiten, in denen alles “intelligent” ist und irgendwie mit KI arbeitet, sind diese Einstellungen von Fujifilm fast schon wieder “old school”.

Wie sieht es bei euch aus? Verwendet ihr lediglich die Standardeinstellung oder habt ihr auch schon selber an den Einstellungen vom AF-C feingetunt? Falls ja, wie war eure Erfahrung damit bisher?

via: dpreview

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Alfred Proksch

Sehr schön wenn der Fotograf selbst entscheiden darf was ihm wichtig ist. Bilde ich z.B. mit der GFX100 II (Augenerkennung, Fahrzeugerkennung, Gesichtserkennung, Tiererkennung, Vogelerkennung) Personen ab so muss ich keinen einzigen Gedanken an den AF verschwenden und kann mich auf die Posen konzentrieren um den passenden Moment zu treffen. Der Rest wird zuverlässig vom AF System erledigt wobei Bewegungen keine Rolle spielen.

Viel wichtiger sind mir andere integrierte Funktionen wie: Dynamikumfangs-Aufnahmereihe, Multi-Shift-Pixel-Aufnahme oder Fokus Belichtunsgreihe 1-10 Stufen.

Bei Architektur, Landschafts oder Sachaufnahmen bleibt der AF ausgeschaltet.

Bevor ich mich in eventuell nützliche AF Einstellungen eines Kamera Untermenüs vertiefe sind Entspannungsübungen meine Wahl, weil wenn der Fotograf „gut drauf“ ist dann sind meistens auch die Bildergebnisse besser.

Wer andere Prioritäten hat dem sind sie gegönnt, jedem das seine!

OlliKa

Ich war viele Jahre mit Fuji unterwegs. Zuletzt mit einer X-H2. Der Autofokus war zum Schluss wirklich sehr brauchbar. Allerdings waren mir die möglichen AF-Feintunig-Einstellungen viel zu komplex und in Untermenüs versteckt. Ich habe sie deshalb nur sehr selten genutzt.

Marc

Vielen Dank für den Bericht. Die Einstellmöglichkeiten bei der XH2 sind Umfangreich und ich war nach einer Reparatur froh diese auf der X App gesichert zu haben. Als Armatur bin ich über Tipps einer besseren AF-C Einstellungen dankbar.

OlliKa

Da Du eine Armatur bist, hab ich noch einen Tipp: links warmes Wasser, rechts kaltes.
Sorry, habe heute früh einen Kasper gefrühstückt. Der musste einfach raus. Ich hoffe, du kannst mir verzeihen. 😜

Thomas Bauer

Meine ältere X H1 hat diese Funktionen doch auch schon. Das ist doch also nichts neues. Oder hab ich da was falsch verstanden?

christian

Nein nicht neues. Zudem findet sich die Erklärung im entsprechenden Kamerahandbuch wenn auch nicht sehr gut beschrieben. Aber Fujifilm will vielleicht einfach auf diese Funktion hinweisen da sie oft vergessen oder nicht genutzt wird.

christian

Ich verwende für Fussballfotografie an meiner X-T5 Gesichtserkennung und die Einstellung 5 da dort ja plötzliche Richtungs- und Tempowechsel passieren. Bei Canon sieht das Menü ja sehr ähnlich aus und auch dort benutze ich die Einstellung für plötzliche Wechsel. Trotzdem sind meine Canon R7 und R6II der Fujifilm X-T5 deutlich überlegen. Die Canons “beissen” sich viel besser am Objekt fest während die Fujifilm schneller zu einem anderen Gesicht springt oder gar den Fokus verliert. Ich habe da schon etliche Einstellung probiert. Ich hoffe das Fujifilm da noch besser wird. Es ist nicht schlecht aber nicht auf dem tollen Niveau von Canon. Schade, denn ich nehme lieber die Fujifilm da ich ein Fan der NegativClassic Filmsimulation bin. Lobenswert wäre wenn diese Feineinstellungen gar nicht nötig wären weil sie schnell überfordern und die Kamera das ohne Feineinstellung schafft. Ich meinte das die Canon R1 diesbezüglich vereinfacht wurde.

Berthold Biehler

Die Gesichtserkennung kommt an ihre Grenzen, wenn nicht das ideale AF‑C Custom Setting eingestellt ist. Meiner Erfahrung nach ist ausserdem eine kleine Zone von 3×3 oder 5×5 hilfreich, um zu verhindern, dass der Kameraautofocus nach allen Gesichtern im Sucher sucht und dann auf das nähere fokussiert. Eine meines Erachtens sehr gute und vollständige Empfehlung für ist die folgende englischsprachige “Morris’s X-H2s Birds In Flight Setup – Updated 9/20/2024″, die ich auch bei Handball- und Volleyballturnieren verwende:https://www.fredmiranda.com/forum/topic/1838817/

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