GoPro Marktgeschehen

GoPro baut fast ein Viertel der Belegschaft ab

GoPro trennt sich von rund einem Viertel seiner Mitarbeiter. Die Restrukturierung fällt mitten in die Vorbereitungen für eine neue Kamerageneration.

Ich hätte selbst nicht gedacht, dass ich in so kurzer Zeit so oft über GoPro schreiben muss, aber bei dem Unternehmen überschlagen sich gerade die Ereignisse. Nur wenige Wochen vor dem geplanten Kamera-Launch auf der NAB Show hat GoPro eine umfassende Restrukturierung angekündigt. Rund 145 Mitarbeiter sollen gehen, das entspricht etwa 23 Prozent der Belegschaft. Das geht aus einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hervor.

Die Entlassungen sollen im zweiten Quartal 2026 beginnen und bis Jahresende weitgehend abgeschlossen sein. GoPro rechnet mit Kosten zwischen 11,5 und 15 Millionen US-Dollar für Abfindungen und Gesundheitsleistungen. Ziel sei es, die Betriebskosten zu senken und die operative Effizienz zu steigern. Aktuell beschäftigt GoPro rund 631 Mitarbeiter, nach dem Abbau wären es weniger als 500. Bereits 2024 hatte das Unternehmen in zwei Runden Stellen gestrichen.

Schafft GoPro das noch? Neue Cam in den Startlöchern

Der Hintergrund ist bekannt: Im Geschäftsjahr 2025 meldete GoPro einen Nettoverlust von 93,5 Millionen US-Dollar bei rückläufigen Verkaufszahlen. CEO Nicholas Woodman verzichtete zuletzt auf sein Gehalt. Im Actioncam-Markt hat DJI dem einstigen Platzhirsch längst den Rang abgelaufen, und Insta360 gibt es ja auch noch.

Gleichzeitig bereitet GoPro den wohl wichtigsten Produktlaunch seit Jahren vor. Auf der NAB Show vom 19. bis 22. April sollen neue Kameras mit dem GP3-Prozessor vorgestellt werden, darunter erstmals auch Vlogging- und kompakte Kinokameras mit größeren Sensoren. Ob der Strategiewechsel aufgeht, hängt maßgeblich davon ab, ob GoPro mit den neuen Produktkategorien tatsächlich neue Käufer erreicht.

via: The Verge

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Stefan Zimmermann

Schade um die Arbeitsplätze und die Schicksale der Mitarbeiter. Auf der anderen Seite ist der Markt gesättigt. Viele, die eine Actionkamera wollten, haben längst eine. Und ständig etwas Neues zu kaufen, das kaum echten Mehrwert bringt, wollen viele auch nicht mehr. Dazu kommt, dass das Geld weltweit durch die vielen Krisen nicht mehr so locker sitzt. Auch die Idee mit den Abos wirkt eher abschreckend als attraktiv. Hinzu kommt, dass Smartphones immer besser werden. Die Stabilisierung sind inzwischen auf einem Niveau, das für viele völlig ausreicht. Gleichzeitig gibt es immer mehr Konkurrenzfirmen, die technisch stark aufgeholt haben. Früher war GoPro vor allem wegen der kompakten Bauweise ein Pionier und später wegen der damals extrem guten Bildstabilisierung. Aber genau diese Vorteile haben andere Hersteller inzwischen ebenfalls erreicht oder teilweise sogar übertroffen. Das klare Alleinstellungsmerkmal fehlt heute. Wenn dann keine weiteren Standbeine aufgebaut werden und man sich zu lange auf das verlässt, was früher funktioniert hat, wird es schwierig. Märkte verändern sich, und was einmal erfolgreich war, bleibt es nicht automatisch für immer. Nichts bleibt über Jahrzehnte unverändert. Wer sich nicht weiterentwickelt, verliert irgendwann den Anschluss. Ich drücke GoPro die Daumen, dass sie vielleicht doch noch die Kurve kriegen. Früher hatte ich… Weiterlesen »

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