GoPro Kameras

GoPro unter Druck: Neue Kamerareihe soll Marktanteile retten

GoPro stellt auf der NAB Show im April 2026 eine neue Kamerageneration mit dem selbst entwickelten GP3-Prozessor vor.

GoPro hat offiziell angekündigt, auf der anstehenden National Association of Broadcasters Show in Las Vegas vom 19. bis 22. April 2026 eine neue Generation von Kameras vorzustellen. Im Zentrum steht der bereits angeteaserte GP3-Prozessor, der in 5 Nanometern gefertigt wird und erstmals eine dedizierte KI-Einheit (NPU) mitbringt. Laut GoPro verdoppelt sich damit die Rechenleistung gegenüber dem fünf Jahre alten GP2-Chip.

Mit der Ankündigung bestätigt GoPro auch den Einsatz größerer Sensoren. Gründer Nick Woodman hatte bereits 2025 gegenüber Investoren eine High-End-Kamera mit starker Lowlight-Leistung in Aussicht gestellt. Die neuen Kameras sollen neben deutlich besserer Bildqualität bei wenig Licht auch höhere Auflösungen und Bildraten liefern, möglicherweise bis 8K jenseits von 30 fps. Woodman formulierte es so: “Unsere Kunden haben klar gemacht, dass sie von GoPro mehr von allem wollen. Und genau das liefern wir ihnen mit unserer neuen Reihe GP3-betriebener Kameras.”

GoPro spricht bewusst von mehreren Kameras. Neben einer möglichen Hero 14 Black und einer Max 3 sollen auch völlig neue Produktkategorien folgen, darunter Vlogging-Kameras und kompakte Modelle für professionelle Filmproduktionen. Dass GoPro die NAB als Bühne wählt, eine Fachmesse für die Medien- und Unterhaltungsbranche, unterstreicht diesen Kurswechsel weg vom reinen Consumer-Markt.

Zwei häufige Schwachstellen geht GoPro gezielt an. Die effizientere 5-nm-Fertigung soll die Wärmeentwicklung spürbar senken und die Akkulaufzeit je nach Aufnahmemodus um 40 bis 90 Prozent verlängern. Gleichzeitig bleibt die typische GoPro-Robustheit erhalten, wie Teaser-Aufnahmen unter Wasser und in staubiger Umgebung nahelegen.

Für GoPro kommt der Launch zu einem entscheidenden Zeitpunkt. Laut einem Marktbericht vom letzten Herbst dominierte GoPro noch 2022 den globalen Actioncam-Markt mit einem Anteil von 84 Prozent. Bis zum dritten Quartal 2025 war dieser Anteil auf 18 Prozent geschrumpft, während DJI mit 66 Prozent an die Spitze gesprungen ist und Insta360 rund 13 Prozent hält. Zusätzlich verlor GoPro kürzlich einen Patentstreit gegen Insta360 auf ganzer Linie, bei dem die US-Handelskommission ITC alle fünf Patentansprüche zurückwies. Der Druck, sich durch Innovation statt durch Rechtsstreitigkeiten zu behaupten, war selten größer.

via: Digital Camera World

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