Hasselblad bringt lokale Anpassungen auf iPhone und iPad. Mittelformat-Dateien lassen sich jetzt unterwegs gezielter bearbeiten.
Hasselblad hat Anfang Februar 2026 die Version 4.0.0 seiner mobilen Bearbeitungs-App Phocus Mobile 2 veröffentlicht. Die wichtigste Neuerung sind drei Masken-Werkzeuge, mit denen ihr erstmals lokale Anpassungen direkt auf iPhone und iPad vornehmen könnt.
Euch stehen ein linearer Verlauf, ein radialer Verlauf und ein Pinsel-Werkzeug zur Verfügung. Der lineare Verlauf eignet sich etwa für Himmel oder Vordergründe und lässt sich per Fingertipp in der Richtung umkehren. Der radiale Verlauf ermöglicht gezielte Korrekturen an bestimmten Bildbereichen und kann invertiert werden, sodass alles außerhalb der Auswahl beeinflusst wird.
Der Pinsel bietet manuelle Kontrolle mit einstellbarer Größe und Deckkraft. Innerhalb der maskierten Bereiche könnt ihr Belichtung, Lichter, Sättigung, Farbtemperatur und Tönung anpassen.



Technisch war die Umsetzung laut Hasselblad anspruchsvoll. Mittelformat-Dateien mit über 100 Megapixeln und großem Farbumfang beanspruchten zunächst erheblich Arbeitsspeicher und Rechenleistung. Durch Optimierungen konnte Hasselblad die Performance im Vergleich zu frühen Entwicklungsversionen um den Faktor drei bis fünf steigern.
Hasselblad betrachtet das Update nach eigener Aussage als Ausgangspunkt, nicht als fertiges Produkt. Die Masken-Werkzeuge sollen weiter verfeinert und zusätzliche Bearbeitungsfunktionen schrittweise ergänzt werden. Das Ziel sei ein vollwertiges mobiles Studio für Hasselblad-Kameras.
Die App bleibt weiterhin iOS-exklusiv und nur über den App Store verfügbar. Android-Unterstützung ist trotz regelmäßiger Nachfragen aus der Community nicht in Sicht. Wer unterwegs große RAW-Dateien bearbeiten möchte, erhält mit Version 4.0 dennoch einen spürbaren Funktionszuwachs, der die Lücke zwischen mobiler und Desktop-Bearbeitung weiter verkleinert.
via: PetaPixel


Werde ich mal testen.
Gutes Gelingen! Würde mich freuen, wenn du hier von deinen Erfahrungen berichten könntest.
Kann ich gerne machen. Das Wetter ist gerade ein wenig das Hemmnis, aber Besserung ist in Sicht😉
Ich habe mir etwas Zeit genommen, die neuen Masken in Phocus Mobile 2 intensiv auszuprobieren – und mein Eindruck ist klar positiv, reduziert sich aber nicht nur auf die neun Masken. Per Doppeltipp oder den gewohnten Tablet-Gesten lässt sich das Bild unmittelbar vergrößern; Details können präzise maskiert und gezielt korrigiert werden. Die Bearbeitung wirkt direkt und kontrolliert, nicht technisch-distanziert. Man arbeitet sichtbar im Bild, nicht abstrakt in Reglern – die selbstverständlich am rechten Bildrand für den jeweils markierten oder bewusst ausgeschlossenen Bereich zur Verfügung stehen (z. B. EV, Klarheit, Schärfe, Sättigung oder Temperatur). Neben HDR steht bekanntlich auch HNNR (Hasselblad Natural Noise Reduction) mit zwei sinnvoll differenzierten Modi bereit – eine praxisnahe Ergänzung statt bloßer Funktionserweiterung. Ich selbst bearbeite eher zurückhaltend und nutze am Desktop überwiegend Phocus. Umso bemerkenswerter ist die Effizienz der mobilen Variante: Hochauflösende Mittelformat-Dateien sind in Sekunden geladen, und vom Import bis zum fertigen Bild vergehen oft nur wenige Minuten. Klassische Desktop-Lösungen wie Adobe Lightroom Classic bieten enorme Tiefe, beanspruchen bei 100-MP-RAWs jedoch spürbar mehr Systemressourcen und Zeit für Vorschauen sowie Rendering. Die neuen Masken heben die App auf ein Niveau, das mobile Entwicklung nicht mehr als Kompromiss erscheinen lässt, sondern als ernstzunehmenden Workflow-Baustein – inklusive sauberem Export zur Weiterbearbeitung am Mac,… Weiterlesen »