Insta360-Gründer JK Liu weist die Patentvorwürfe von DJI zurück. Er sieht die Klage als Reaktion auf verlorene Marktanteile.
Im Patentstreit zwischen DJI und Insta360 hat sich nun Insta360-Gründer JK Liu mit einem ausführlichen Statement auf Weibo zu Wort gemeldet. Darin weist er alle Vorwürfe zurück und gibt Einblicke in die Strategie seines Unternehmens.
Liu betont, alle Ideen und Innovationen seien eigenständig bei Insta360 entstanden. Das einzige potenziell relevante Patent im Bereich Flugsteuerung betreffe eine Funktion für einen FPV-artigen “Building Dive” per Knopfdruck. Diese Idee stamme von ihm selbst. Unter aktuellen Flugbeschränkungen sei das Patent ohnehin kaum verwertbar, die Funktion deshalb nie in ein Produkt eingeflossen. “Wenn DJI dieses Patent haben wollte, hätten sie einfach fragen können”, so Liu.
Den Vorwurf, Insta360 habe Erfindernamen in Patentanmeldungen bewusst verschleiert, weist Liu zurück. Bei vielen inländischen Patentanmeldungen würden die Namen zunächst nicht genannt und erst später offengelegt, unter anderem um Mitarbeitende vor Headhuntern zu schützen. Zudem seien die meisten betroffenen drohnenbezogenen Patentanmeldungen mehr als vier Jahre alt. Seitdem habe sich die Produkt-Roadmap deutlich verändert, viele Patente seien nie genutzt worden.
Liu erhebt seinerseits Gegenvorwürfe: DJIs 360-Grad-Kamera und Action-Kameras fielen möglicherweise in den Schutzbereich von 28 Insta360-Patenten. Man habe bewusst auf eine Klage verzichtet. “Als kleineres Unternehmen mit begrenzten Ressourcen priorisieren wir Innovation gegenüber Rechtsstreitigkeiten”, erklärt Liu. Zur Motivation von DJI und GoPro hat er eine klare Meinung: “Etablierte Unternehmen hassen es, Marktanteile zu verlieren.”
Gleichzeitig betont der Gründer die Stärke seines Unternehmens: Das vierte Quartal 2025 sei das wachstumsstärkste seit Jahren gewesen, der Gesamtmarkt sei um über 80 Prozent gewachsen. Für dieses Jahr kündigt er sieben bis acht neue Produkte an, darunter Gimbal-Kameras, Lavaliermikrofone und eine weitere Drohne.
Insta360 zeigt sich kampfbereit. Im Patentstreit mit GoPro investierte das Unternehmen nach eigenen Angaben über zehn Millionen US-Dollar und gewann vor der US-Handelskommission ITC auf ganzer Linie. “Wir haben keine Angst vor Patentstreitigkeiten”, so Liu. “Rechtsstreitigkeiten sind für uns nur das allerletzte Mittel.” Wann Insta360 seine eigenen Patente tatsächlich offensiv einsetzen würde? “Nur wenn man uns daran hindert, neue Produkte auf den Markt zu bringen oder in einer Kategorie zu innovieren. Zum Beispiel, wenn wir keine Drohnen mehr bauen dürften.” In diesem Fall, so Liu, würde man “die volle Breitseite fahren” (oder wie hättet ihr “go nuclear” übersetzt?).
Beitragsbild: KI-Montage mit Nano Banana Pro

