Eine gemeinnützige Organisation hat gemeinsam mit der kanadischen Weltraumagentur eine Kamera in die Stratosphäre geschickt, um erstmals 360-Grad-Material vom Rand des Weltraums aufzunehmen.
Im August 2025 hat die NGO Dorothy Project gemeinsam mit der kanadischen Weltraumagentur eine Insta360 Titan in knapp 40 Kilometer Höhe geschickt. Ziel war es, erstmals stereoskopisches 360-Grad-Material vom Rand des Weltraums aufzunehmen, also Aufnahmen mit räumlicher Tiefe, die in einer VR-Brille einen echten 3D-Eindruck erzeugen.
Die Insta360 Titan ist eine professionelle 11K-Kamera, die ursprünglich für den Einsatz auf der Erde entwickelt wurde. Für den Stratosphärenflug musste sie über acht Monate hinweg umfangreich angepasst werden. Das Team entwickelte das Modul “Dorothy v8” und versah die Kamera unter anderem mit einer speziellen Thermobeschichtung, wie sie auch auf der Internationalen Raumstation verwendet wird. Außerhalb der Gondel montiert, war die Titan extremen Temperaturschwankungen von +70 °C auf der Sonnenseite bis -60 °C auf der Schattenseite ausgesetzt. Hinzu kamen Belastungen von bis zu 7G.
Während des Aufstiegs funktionierte wohl zunächst noch alles, die Kamera lieferte ein 360-Grad-Livebild aus der Gondel. Doch auf etwa 32 Kilometern Höhe brach der Kontakt ab, noch bevor die Zielhöhe erreicht war. 40 Minuten lang herrschte Funkstille. Als letzte Option aktivierte das Team einen eigens konstruierten Roboterarm, der per Knopfdruck einen Neustart auslöste. Nach bangen Sekunden meldete sich die Kamera zurück.
Nach der Landung musste ein Bergungsteam die Gondel in der abgelegenen kanadischen Wildnis aufspüren und das Rohmaterial sichern. Das Dorothy Project plant, mit dem Material sowohl zur wissenschaftlichen Forschung beizutragen als auch einen immersiven VR-Film zu produzieren. Dieser soll den sogenannten “Overview-Effekt” vermitteln, also das Gefühl, das Astronauten beim Blick auf die Erde beschreiben.
Quelle: Insta360 | via: Digital Camera World

