Sonstiges

Japan: Hilfspaket von 2,2 Milliarden, damit Unternehmen nicht mehr in China produzieren

Japan hat ein Hilfpaket von 2,2 Milliarden Dollar geschnürt, um Unternehmen bei der Produktionsverlagerung von China nach Japan zu unterstützen.

Unternehmen auf der ganzen Welt von China abhängig

Im Januar und Februar, als sich das Coronavirus noch nicht zu einer weltweiten Pandemie entwickelt hatte, wurde extrem deutlich, wie sehr Unternehmen auf der ganzen Welt von China abhängig sind. Selbst wenn die eigenen Produkte zu großen Teilen in anderen Länder und nicht in China gefertigt werden, dann ist es doch oftmals zumindest ein einzelnes Bauteil, welches in China hergestellt wird. Und wenn dieses eine Teil fehlt, dann steht im schlimmsten Fall die gesamte Produktion still.

Nicht wenige Experten hatten schon vor Wochen vermutet, dass das Coronavirus – zumindest zu Teilen – zu einem wirtschaftlichen Umdenken führen könnte. Das scheint nun in Japan auch tatsächlich der Fall zu sein, denn die japanische Regierung hat ein Hilfspaket von 2,2 Milliarden Dollar geschnürt, welches japanische Unternehmen bei der Produktionsverlagerung von China zurück nach Japan bzw. in andere Länder unterstützen soll. Der South China Morning Post zufolge sollen 2 Milliarden Dollar für die Produktionsverlagerung nach Japan reserviert sein, 200 Millionen stehen für die Verlagerung in andere Länder bereit.

Werden die Kamerahersteller die Chance nutzen?

Zu den Unternehmen, für die diese 2,2 Milliarden Dollar gedacht sind, gehören natürlich auch die japanischen Kamerahersteller. Inwieweit diese vom Hilfspaket der japanischen Regierung Gebrauch machen werden, ist natürlich unklar. Doch dass bei den Unternehmen der Produktionsausfall durch die Schließung chinesischer Fabriken, verbunden mit einem Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts, zu einem Umdenken führen könnte, ist nicht unwahrscheinlich.

Gleichzeitig ist die Produktion im Ausland vielleicht auch ein Risiko, welches die gebeutelte Kameraindustrie gezwungenermaßen eingehen muss. Canon, Nikon & Co. sind wirtschaftlich natürlich nicht ohne Grund von China abhängig, dort zumindest teilweise produzieren zu lassen ist schlicht und einfach günstiger. Eine Produktionsverlagerung zurück nach Japan könnte langfristig also auch zu (noch) höheren Preise für neue Kameras und neue Objektive führen.

Es ist ein zweischneidiges Schwert. Man darf gespannt sein, wie sich die Kamerahersteller am Ende entscheiden werden.

via: PetaPixel

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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