Viltrox hat sich inzwischen offiziell zur Klage von Nikon geäußert. Der chinesische Hersteller gibt sich betont gelassen – und will an seinen Plänen festhalten.
Nachdem sich Nikon vergangene Woche erstmals zur Klage gegen Viltrox geäußert hatte, hat in der Zwischenzeit auch Viltrox ein offizielles Statement herausgegeben. Dieses wurde auf der Webseite von PetaPixel veröffentlicht. Der chinesische Objektivhersteller reagiert damit auf die Patentklage, die Nikon beim Shanghai Intellectual Property Court eingereicht haben soll und über die wie bereits am 18. Januar 2026 berichtet hatten.
Klage wird offiziell bestätigt
Vor einigen Tagen hat Viltrox in einem Austausch auf Reddit bereits bestätigt, dass die Klage existiert – ohne jedoch weitere Details zu nennen. Mit dem nun veröffentlichten Statement äußert sich der Hersteller erstmals ausführlicher zu der Angelegenheit. Nikon hatte die Klage zwar nicht dementiert, aber auch nie direkt bestätigt. Jetzt herrscht Klarheit, zumindest was die Existenz des Rechtsstreits angeht.
Ob die weiteren kursierenden Details stimmen – etwa die Anhörung am 2. März vor dem Shanghai Intellectual Property Court – bleibt allerdings weiterhin unbestätigt.
Die Stellungnahme von Viltrox
Im Wortlaut erklärt Viltrox:
„Viltrox verpflichtet sich zur Achtung geistiger Eigentumsrechte und geht in allen Märkten, in denen wir tätig sind, sehr sorgfältig mit der Einhaltung von Vorschriften um. Wir arbeiten derzeit eng mit unseren Rechtsberatern zusammen, um die Situation zu prüfen und über die entsprechenden rechtlichen Kanäle zu klären. Da es sich um eine laufende Angelegenheit handelt, können wir zu diesem Zeitpunkt keine Einzelheiten kommentieren.
Davon abgesehen laufen unser Geschäftsbetrieb und unsere Produktplanung weiter wie geplant. Viltrox konzentriert sich weiterhin darauf, erschwingliche, hochwertige Imaging-Produkte für Fotografen und Filmemacher weltweit zu entwickeln.
Wir sind davon überzeugt, dass ein vielfältiges und innovatives Ökosystem letztendlich Kreativen, Endnutzern und der gesamten Branche zugutekommt. Gesunder Wettbewerb und technologischer Fortschritt haben seit jeher eine wichtige Rolle bei der Erweiterung kreativer Möglichkeiten gespielt, und wir sind weiterhin bestrebt, positiv zu diesem Prozess beizutragen.
Wir schätzen das Vertrauen unserer Nutzer, Partner und der gesamten kreativen Community und werden sie weiterhin unterstützen, während diese Angelegenheit im entsprechenden rechtlichen Rahmen bearbeitet wird.”
Keine Panik bei Viltrox
Viltrox gibt sich also betont diplomatisch, gleichzeitig aber auch selbstbewusst. Besonders wichtig: Der Hersteller betont ausdrücklich, dass der Geschäftsbetrieb und die Produktplanung wie geplant weiterlaufen. Das dürfte auch für alle Z-Mount-Produkte gelten – zumindest vorerst. Davon abgesehen hält sich Viltrox mit konkreten Details zurück und verweist auf das laufende Verfahren. Das ist nachvollziehbar und wenig überraschend.
Erwähnenswert ist der kleine Seitenhieb in Richtung Nikon: Viltrox betont die Bedeutung von „gesundem Wettbewerb” und einem „vielfältigen Ökosystem” – Punkte, die man durchaus als Kritik an Nikons Vorgehen verstehen kann.
Wie geht es weiter?
Wann es zu einem Urteil oder einer Einigung kommt, können wir aktuell nicht sagen. Im Moment müssen wir abwarten und hoffen, dass sich die beiden Parteien vielleicht doch noch außergerichtlich einigen können. Wünschenswert wäre es – denn ein Verbot von Viltrox Z-Mount-Objektiven würde nicht nur Viltrox, sondern auch Nikon schaden.


diesen Fakt hörte ich heute in meinem Foto-Fachgeschäft, denn interessanterweise ging meine NIKON Z6 nicht in Verbindung mit dem VILTROX 85/ 1,8 Z. schön krass, wie sich “Politik” über digitale Wege sofort umsetzen läßt…
War bei mir gleich früh gekauft wenig genutzt und ging auf vielen Bodies nicht mehr nach umständlicjem Update der Optik ging es
Ich weiß schon warum ich mich für L- Mount entschieden habe, dabei habe ich den größten Teil meiner “Fotolaufbahn” mit Nikon fotografiert. (F- Mount)
Sollte es ein Verbot geben werde ich Nikon bestimmt boykottieren.
Ich habe gerade das Viltrox 35mm f1.2 LAB getestet und mit den Kikkoren verglichen.
Da wundert es mich nicht dass Nikon auf die Barrikaden geht …
Ich habe das Nikkor 35 1.2 es ist weit besser als das V welche alle sehr kontrastreich sind…
Man kann nur mutmassen. Es dürfte als sicher gelten, dass Nikon – wie andere Kamerahersteller auch – seinen Z-Mount patentiert hat. Was daraus abzuleiten ist, welche Rechtslage sich daraus ergibt, ist von Aussen nicht abzuschätzen. Es dürfte jedoch sehr wahrscheinlich sein, dass Fremdhersteller Lizenzverträge mit Nikon abschliessen.
Mich erinnert diese Auseinandersetzung an eine frühere Patentstreitigkeit zwischen Nikon und Sigma. Nikon hatte die Auseinandersetzung (es ging wohl um von Nikon entwickelte und patentrechtlich geschützte Bildstabilisierung) durch alle Instanzen gewonnen und Sigma hätte wegen Patentverletzung an Nikon zahlen müssen. Das hat Sigma wahrscheinlich nicht getan. Nach einem Firmwareupdate von Nikon haben dann Sigma-Objektive an Nikon plötzlich nicht mehr funktioniert. Nach dem nächsten Firmwareupdate seiten Nikons haben die Sigma-Objektive erneut funktioniert. Es wird vermutet, dass Sigma dann doch die Nikon geschuldeten Beträge gezahlt habt.
Mein Fazit ist, dass solange wie keine rechtliche Klarheit zwischen Viltrox und Nikon geschaffen wurde, ich kein Viltrox Produkt für Z-Mount kaufen würde.