Statt des erhofften 180mm-Nachfolgers plant Canon offenbar ein kompaktes 90mm-Makro ohne L-Abzeichen für das RF-System.
Die ambitionierten Makro-Fans im Canon-Lager müssen sich auf eine kleine Ernüchterung einstellen. Wie Canonrumors berichtet, wird das nächste Makroobjektiv für das RF-System wohl doch kein Nachfolger des legendären EF 180mm f/3.5L USM Macro, sondern ein deutlich unspektakuläreres RF 90mm f/2.8 IS STM Macro.
Das fehlende “L” im Namen – so die neuen Hinweise denn korrekt sind – verrät bereits die Grundausrichtung. Canon würde das Objektiv nicht im Premiumsegment, sondern eher als bezahlbare Einstiegsoption für Makrofotografen positionieren. In der Gerüchteküche wird ein Preis von deutlich unter 1.000 US-Dollar erwartet, andernfalls würde das Konzept kaum aufgehen. Als Antrieb kommt ein STM-Motor zum Einsatz, kein USM wie beim teureren RF 100mm f/2.8L IS USM Macro.
Kompakt wie die f/2.8 STM Zooms
Vom Formfaktor her soll sich das neue Makro an Canons kompakter f/2.8-STM-Serie orientieren, also am RF 16-28mm f/2.8 IS STM und am RF 28-70mm f/2.8 IS STM. Mit einer geschätzten Baulänge von rund 100mm wäre es erheblich kompakter als das 148mm lange RF 100mm f/2.8L IS USM Macro.
Kürzlich waren übrigens auch eine Reihe von Canon Patenten aufgetaucht, darunter befanden sich auch entsprechende Designs für Makroobjektive mit einer Brennweite von 90mm und einer Lichtstärke von f/2.8. Das würde also passen.
Präsentation noch in diesem Jahr möglich
Wer sich ein RF-Pendant zum EF 180mm f/3.5L gewünscht hat, muss sich allem Anschein nach weiter gedulden. Canon setzt offenbar zunächst auf ein bezahlbares Produkt, das in höheren Stückzahlen verkauft werden kann. Erst vor wenigen Tagen hatten wir berichtet, dass Canon dieses Jahr noch mindestens eine weitere Präsentation geplant hat. Das RF 90mm f/2.8 IS STM Macro dürfte einer der Kandidaten dafür sein. Des Weiteren sind ein neues f/2-Zoom sowie ein Supertele-Zoom im Gespräch.
Wäre ein RF 90mm f/2.8 IS STM Macro ein interessantes Objektiv für euch oder eher eine Enttäuschung?


So unnötig, es gibt ja bereits das 85mm f/2 Macro. Ich verstehe irgendwie nicht warum jetzt noch ein lichtschwächeres mit effektiv (laut Patenten) 2-3mm mehr kommen muss. Außer es hätte einen deutlich geringeren Mindestfokus-Abstand, was man aber auch einfach per Zwischenring erreichen kann.
Also ich finde das 85 er f2 grausam, ich habe von einigen gelesen, dass die gute Exemplare haben aber dort ist die Serienstreuung wohl sehr stark. Und ich hab ein Teil wo vielleicht ein Drittel der bilder überhaupt scharf wird. Ich habe auf ein Nachfolger gehofft. Es ist auch nicht sonderlich schnell beim fokussieren gerade wenn man es nicht für Makro nimmt, sondern als Portrait oder Event objektiv
Wenn das wirklich so wäre, wäre das für mich ein Armutszeugnis. Makroobjektive gehören normalerweise zu den schärfsten Optiken im Portfolio eines Herstellers – und genau das ist schließlich eine der Kernanforderungen an ein gutes Makro.
Wenn es ausgerechnet hier größere Probleme mit der Schärfe gibt, dann wäre der Hersteller für mich verbrannt. Das ist wie ein schlechtes Steak im Steakrestaurant. Das geht einfach nicht, und da gibt es für mich auch wenig zu entschuldigen.
So etwas sagt am Ende mehr aus als tausend Worte.
Hmm, also wenn einige Bilder scharf sind und andere nicht, scheint es nicht daran zu liegen, dass das Objektiv dejustiert oder falsch zentriert ist. Jürgen schrieb ja auch nicht, dass die Bilder z.B. auf der rechten Seite scharf sind und auf der linken unscharf. Ich vermute von daher eher den Fehler hinter der Kamera, als vor dem Sensor.
Die Serienstreuung ist bei Canon normalerweise sehr gering bis praktisch (bei L-Objektiven) gar nicht vorhanden.
Steht ja im Artikel, es soll ein günstigeres Makro werden, dass sich Einsteiger leisten können.
Zum Glück habe ich ein sehr gutes Tamron 2,8/90 VC USD. Dann muss ich mir dieses überflüssiges Makro nicht kaufen.
Das wäre ein interessanter Objektiv für mich, sofern es ein 1:1 Macro ist, aber mal schauen was für Infos/Daten zum Objektiv noch kommt.
Es ist die Frage wer was unter dem Begriff Makro erwartet. Für mich ist alles bis zum Maßstab 1:1 nichts anderes als Nahbereich-Fotografie! Ab z.B. dem LAOWA 100mm f/2,8 2:1 Ultra Macro APO für 660 Euro wird es interessant. Tilt/Shift sollten 1:1 Makro Objektive hingegen schon anbieten.
Autofokus für echtes Makro kann man sowieso vergessen. Als Anregung und Ausgleich würde ich Software die mit den preiswerteren Nahbereich Objektiven harmonisiert sehen. z.B. um zehn schnelle Schärfeebenen Aufnahmen aus der Hand innerhalb der Kamera zusammenzurechnen.
Provozierend bemerkt: Wenn die Teletüten mindestens 6 Tasten und Schalter verbaut haben – warum sollen Marko Objektive diesen Luxus nicht anbieten?!?
Tasten und Schalter – wozu?
Zum tasten und schalten – ist doch logisch, oder?
Ich brauche sowas nicht. Meine Spitzelglotzen funktionieren auch so.
Früher oder später kriegen wir Dich!
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-322-83245-0_2
Ist doch super, klein, leicht, günstig. Was will man denn jetzt? Canon macht einfach immer alles falsch, so zumindest der Eindruck. Dass ein 180mm/3.5 überflüssig ist wie ein Kropf, habe ich bereits an anderer Stelle erklärt. Das 90er passt auch an APS-C und wird dann zu einem fast 150mm Makro.
“Canon macht einfach immer alles falsch”
Ihr seid einfach zum knuddeln, nur nach 0:00 sollte man Euch nicht füttern 😍🥰
Da habe ich bereits geschlafen…
Sehe ich zum Teil ähnlich. Spannend könnte das Objektiv tatsächlich für APS-C sein, da fehlt noch klein,leicht und 1:1 zu einem “günstigen” Preis…
150 mm Makro – geht das auch mit einem 300er?
Wie der Name schon sagt: Größer geht immer 😉
Genau mein Ding – Preis, Leistung, Gewicht – alles super. Mit dem 100er konnte ich mich nicht anfreunden, was wahrscheinlich auch auf ein 180/200er zutreffen würde.
Ich habe das 100 mit 1:1.4, verwende es aber kaum, da ich mit dem 35mm und den 100-500 nicht wirklich schlechtere Makros mache. Jetzt heißt es gleich wieder, das sind keine echten Makros, weil nicht mindestens 1:1, bei mir schon, ich croppe 🙂
Wer unbedingt 1:1 haben muss, kann ja das EF-Makro nehmen. Ist mit Adapter auch nicht größer als RF. Ansonsten hast du mit der R5 ja genug Luft nach oben 😉
Die besten Makros kriegt man eh durch stacking, leider geht das nur mit ruhenden oder sehr langsamen Motiven
Auch bei Dir sind das dann keine echten Makros. Ich erkläre dies weiter unten noch einmal.
Nein, 90mm bleiben 90mm.
Es verändert sich ja auch nicht der Aufnahmeabstand bei 1:1 wenn man mit APS-C fotografiert. Es ist einfach nur das Bildfeld kleiner. Sprich man kann ein 20x30mm großes Objekt formatfüllend nicht im Maßstab 1:1 abbilden.
Sollte Canon tatsächlich ein 90mm anstelle des erhofften 180 besser 200mm Makros bringen, so sollen damit vornehmlich Gelegenheitsmakrofotografen zu einem deutlich günstigeren Preis angesprochen werden. Alles andere macht neben dem verfügbaren RF 100mm Makro keinen Sinn. Persönlich würde ich es bedauern. Denn es wäre ökonomisch zwar nachvollziehbar, ernsthafte Makrofotografen würde Canon damit aber enttäuschen. Warten wir es ab. Ergänzend noch ein paar Zeilen zum Vergleich Makro-Objektiv und Croppen eines Motives, weil dies hier leider in manchen Kommentaren in einen Topf geworfen wird, sachlich aber einfach Unsinn ist. Ein echtes Makro-Objektiv bildet die von einem Motiv reflektierten Lichtstrahlen im Maßstab 1:1 auf dem Sensor ab. Sprich, der Abbildungsmaßstab definiert das physikalische Verhältnis zwischen Motivgröße und Sensorabbildung. Croppen vergrößert einen digitalen Bildausschnitt. Das ist ein himmelweiter Unterschied. Und nicht nur theoretisch. Als physikalische Definition kann man sich merken: Der Abbildungsmaßstab beschreibt, wie groß das Motiv auf dem Sensor projiziert wird. Ein echtes 1:1-Makro bildet das Objekt in Originalgröße auf dem Sensor ab, unabhängig von der Sensorgröße. Croppen ist nicht mehr als ein Kunstgriff. Dabei wird ein bereits aufgenommenes Bild digital zugeschnitten und hochskaliert. Dies gaukelt einen höheren Abbildungsmaßstab vor, erhöht aber nicht die tatsächliche physikalische Auflösung oder den Detailreichtum auf die Werte,… Weiterlesen »
Also, nehmen wir an ich mache ein “echtes” Makro, 1:1 mit einer 12 MP Kamera und eines mit einer 61 MP Kamera, welches Bild zeigt mehr Details? Ziel des Makros ist ja, Details sichtbarer zu machen. Wenn ich nun das 61MP Bild so croppe, dass noch 12MP übrigbleiben, was passiert dann? So simpel wie du es darstellt scheint es dann doch nicht zu sein. Makro bedeutet ja nicht nur Vergrößerung, sondern gleichzeitig auch mehr Detail, also spielen mehrere Faktoren eine Rolle. Im Übrigen ist 1:1 ein beliebiger Maßstab, es geht ja bei Canon bis zu 1:5. Unabhängig davon was ein Bild nun ist oder nicht, entscheidend sind doch gerade die Details. Du magst Recht haben mit der Begrifflichkeit, aber die spielt letztlich keine Rolle, weil nur das Bild zählt.
Joe, was 100carat schreibt, stimmt absolut. Es kommt aber noch etwas dazu, abgesehen vom Verlust der Bildqualität beim Croppen, nämlich die Unschärfeebene. Und die ist in der Praxis entscheidend. Die Schärfentiefe ist nämlich nicht die gleiche, wenn man z.B. eine Libelle mit dem Makro fotografiert oder mit einem Tele croppt, bis sie auf dem Foto gleich gross ist. Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass bei gleicher Blende die Libelle mit dem Makro ein viel kleinere Schärfentiefe aufweist als mit dem Tele, da ist sie dann fast durchgehend scharf. Und jetzt kommts: das hat einen enormen Einfluss auf die Unschärfeebene, also das Bokeh. Mit einem Makro kann man viel besser freistellen als mit dem Tele, auch mit Crop, da der Massstab eben nicht der gleiche ist. Deshalb sollte man bei Makroaufnahmen, wie 100carat es erklärt hat, wenn immer möglich das Makroobjektiv nehmen und nur, wenn das nicht möglich ist, das Tele. Um beim Beispiel mit den Libellen zu bleiben: ruhende Libellen besser mit dem Makro fotografieren und fliegende mit dem Tele.
Nach meinem Empfinden verändert sich insbesondere die Perspektive – durch die Brennweite und die Entfernung zur Schärfeebene. Croppen tut dies naturgemäß nicht, am Ende zählt aber, wie joe schreibt, das Ergebnis. Und hierbei spielt auch die Objektivrechnung noch eine gewisse Rolle.
Die Perspektive ändert sich auch, aber das hat 100carat ja kürzlich in einem anderen Strang schon geschrieben. In der Praxis ist es so, dass ein Makro betreffend Freistellung immer gewinnt wegen der viel kleineren Distanz zum Motiv. Mit dem Tele ist das sehr viel schwieriger, der Schärfebereich ist grösser, und deshalb darf wirklich nichts Störendes in näheren Hintergrund sein, sonst wird das Bokeh unruhig, und damit ist dann auch das Foto im Eimer. Aber ich sehe auch oft solche Bilder hier mit Kommentaren hier wie: “Aber das Foto ist doch toll”. Ist ja schön und gut, wenn das Motiv komplett scharf ist, aber wenn dahinter das reinste Chaos herrscht, hat das mit guter Fotografie rein gar nichts mehr zu tun. Um wieder zum Beispiel mit den Libellen zu kommen, da achte ich immer darauf, dass ich sie mit dem Tele im Flug über Wasser ohne störende Elemente wie Wasserpflanzen oder Schilfhalme fotografieren kann. So etwas im näheren Hintergrund und das Foto ist ruiniert, weil es nicht in Unschärfe verschwindet.
Deine Ausführungen sind vollumfänglich korrekt, Rolf. Einen Teil habe ich ja, wie Du erwähnst, schon in einem anderen Strang erläutert. Man könnte noch weitere Bildparameter im Detail anführen, aber das ginge an dieser Stelle viel zu weit und ist nur für Spezialisten interessant, die für Ausstellungen und Magazine fotografieren und auf größtmögliche Qualität der Makrofotos Wert legen.
Danke, 100carat!
Danke auch für deine Ausführungen, sehr hilfreich.
Gerne.
Danke auch von meiner Seite, jetzt ist das Thema “rund”.
Sagen wir es so: Es ist nicht so simpel, wie Du es Dir denkst. Warum? Drei Anmerkungen dazu: Ich erwähnte, dass meine Ausführungen für jeweils gleiche Aufnahmebedingungen gelten. Dazu zählt auch, dass die Kameras vergleichbar sind, also um einen vergleichbaren Sensor verfügen und die Abbildungsleistung des Objektivs, die Auflösung auch darzustellen vermag. Wenn Du einen 12 MP mit einem 61 MP-Sensor mit Ausschnittsvergrößerung vergleichst, sind wir wieder bei Äpfel und Birnen. Das auf 12 MP gecroppte Resultat des mit dem 61 MP-Sensor aufgenommenen Bildes, hat am Ende genau dieselbe Pixelzahl, allerdings nicht zwangsläufig dieselbe Schärfe. Denn vergrößerst Du es anschließend bildfüllend (100%) auf dasselbe Format des nativen 12 MP-Fotos, vergrösserst Du alle Bildfehler mit. Die Schärfe ist, wie Du weißt, von weiteren Faktoren etwa der Objektivqualität, dem Fokus, Verwacklungsunschärfe sowie Beugungsunschärfe abhängig. Hinzu kommt, dass Du Dir mit dem 61 MP-Sensor weitere Nachteile erkaufst: höheres Bildrauschen durch kleinere Pixelgröße, schneller sichtbare Verwackler oder die erwähnte Beugungsunschärfe … Schauen wir uns nur die Beugungsunschärfe genauer an, eine der größten Herausforderung in Makrofotografie. Bei der nativen 12 MP-Kamera mit Makro-Objektiv (1:1) wird das Motiv in Lebensgröße auf den Sensor projiziert. Die 12 Megapixel zeichnen dieses Bild mit ihren relativ großen Pixeln auf.… Weiterlesen »
Also, das Thema ist doch Makro, also Gross, also etwas vergrößern, das man ohne Hilfsmittel nicht exakt oder weniger gut erkennt. Damit man fotografisch etwas besser erkennt, benötigt es neben Vergrößerung auch Auflösung. Wenn ich das gleiche Motiv mit dem gleichen Objektiv mit zwei unterschiedlich auslösenden Kameras fotografiere, dann sieht man auf dem Foto der höher auflösenden Kamera mehr Details. Und das ist doch der Sinn und Zweck eines Makros, mehr Details zu erkennen und es spielt dann – meiner Meinung nach – keine Rolle, ob es die Abbildung 1:1, 1:0.8, 1:0.5 oder was auch immer ist. Laut Definition ist es unter 1:1 kein Makro mehr, aber wenn interessiert das? Entscheidend ist doch das tatsächliche Foto bzw. Ergebnis. Im Übrigen – und das wiederholen ich jetzt zum vierten Mal – hat man die jeweilige Vergrößerung, also 1:1, 1:2, 1:5 , 1:0,5 oder 1:0,3 nur bei der Naheinstellgrenze. Bereits geringe Abweichungen verändern den Vergrößerungsfaktor. Das heisst zum Beispiel, bei einer Naheinstellgrenze von 17cm ist nur dort das Verhältnis von 1:1 gegeben, bei 30cm ist es schon weniger als die Hälfte, alleine deshalb gibt es wohl strengenommen wohl kaum “echte” Makros und daher ist die Diskussion eigentlich nur Theorie, denn in der… Weiterlesen »
Der Post zeigt, wo Deine Denkfehler stecken und warum wir aneinander vorbeireden. Makro heißt zwar übersetzt groß, Makrofotografie ist aber wie folgt definiert: das aufzunehmende Motiv wird auf dem Sensor im Maßstab 1:1 oder größer abgebildet. Alles andere ist per Definition keine Makrofotografie, sondern die nachträgliche Vergrößerung eines Bildausschnittes, der in einem anderen Abbildungsmaßstab fotografiert worden ist. Zweiter Denkfehler: Wenn ich das gleiche Motiv mit dem gleichen Objektiv mit zwei unterschiedlich auslösenden Kameras fotografiere, dann sieht man auf dem Foto der höher auflösenden Kamera mehr Details. Ja, das stimmt, sofern das Objektiv die höhere Auflösung optisch abzubilden vermag. Aber davon hast Du zuvor nicht gesprochen. Sondern davon, dass Du aus einem auf einem 61 MP-Sensor erstellten Bild, einen Ausschnitt nimmst und diesen dann auf die 100% Ansicht vergrößert, die der 12 MP-Sensor bei Abbildungsmaßstab 1:1 nativ bietet. Und dann siehst Du eben nicht mehr Details, sondern in der Regel sogar weniger, durch die von mir beschriebenen Effekte. Auch wenn Du es viermal wiederholst, verfängt das Argument der Naheinstellgrenze nicht. Unsere Diskussion drehte sich die ganze Zeit um ein im Abbildungsmaßstab 1:1 oder größer auf dem Sensor abgebildetes Motiv – und diesen Abbildungsmaßstab hast Du bei der Naheinstellgrenze. Selbstverständlich kannst Du… Weiterlesen »
Habe gerade heute ein “Pseudomakro” mit dem RF35/1.8 Abbildungsmassstab 1:0,5 gemacht, habe das 100/2.8 1:1.4 hier im Urlaub leider nicht dabei, aber der Mechanismus bleibt der Gleiche. Abbildungsmassstab 1:0,5 bei 17cm, bei 18,5cm 0,4, bei 20,5cm 0.3, bei 44cm 0,1. Hiermit ist bewiesen, was ich die ganze Zeit behaupte, keiner der bei 1:1 ein Foto macht, macht nach deiner Definition ein Makro, ausser er ist exakt an der Naheinstellgrenze. Das zweite, höhere Auflösung bei gleichem Objektiv macht das detailreichere Foto auch wenn es nicht ganz so nah am Objekt ist, wie das mit geringerer MP. Natürlich hast du theoretisch recht, dass es laut Definition kein Makro ist, aber es ist dennoch das bessere Bild und damit das bessere Makro.
Du willst es nicht verstehen, Joe. Lies Dir meine Anmerkungen einmal in Ruhe durch. Dort ist exakt definiert, für was welche Aussage gilt. Und die sind technisch wie praktisch richtig und jederzeit beweisbar.
Und noch einmal zum Mitschreiben: Wenn Du mit einem Makroobjektiv nicht im Makrobereich (also bei der Naheinstellungsgrenze) und Mindestabbildungsmaßstab 1:1 fotografierst, dann machst Du per Definition kein Makro, sondern nur noch eine Nahaufnahme. Oder ganz platt ausgedrückt: Ein Foto wird nicht zur Makroaufnahme, weil Du ein Makroobjektiv nutzt. Ein Foto ist eine Makroaufnahme, wenn das Motiv bei der Aufnahme mindestens in Originalgröße auf dem Sensor formatfüllend abgebildet wird. Alles andere sind ausnahmslos Nahaufnahmen, die nachträglich vergrößert werden. Mit allen sich dabei mitvergrößernden Bildfehlern. Physik, Teildisziplin Optik!
Verfügt die Ausschnittsvergrößerung über die selbe Anzahl an Megapixeln wie die native Makroaufnahme, wird letztere bei vergleichbarer Qualität von Sensor, Objektiv und interner Verarbeitung die schärfere und detailreichere Aufnahme liefern. Das ist – auch wenn Du es nicht glauben magst – letztlich reine Physik.
Genieße Deinen Urlaub.
joe, erstens mal sind die Massstäbe verwirrend, weil von dir falsch geschrieben. Es heisst 1.4:1, 0.5:1, 0.4:1 usw. Zudem zweifle ich langsam daran, ob du überhaupt verstehst, was Makro 1:1 bedeutet. Was du jetzt versucht hast zu beweisen, weiss jeder Makrofotograf, nämlich dass der Massstab 1:1 nur bei der Naheinstellgrenze erreichbar ist. Oben hat niemand etwas anderes behauptet. Aber wenn wir schon dabei sind, das gilt auch für dein geliebtes Tele 100-500 mit Massstab 1:3, der ist nämlich auch nur an der Naheinstellgrenze erreichbar, je weiter du weg bist, desto schlechter wird der Massstab. Dazu kommt noch die schlechte Offenblende f8 gegenüber einem echten Makro mit f2 oder f2.8, dann sieht es nämlich mit deinem Tele noch düsterer aus. Oder mit anderen Worten: das 100-500 hat gegen ein längeres Makro mit f2.8 im Nahbereich einfach keinen Stich. Das Tele ist eine Notlösung, mehr nicht, wer das nicht versteht, versteht die Makrofotogafie nicht. Das heisst aber nicht, dass man auch mit einem kleineren Massstab als 1:1 gute Bilder machen kann, man sollte dann einfach nicht von Makroaufnahmen reden.
Nachtrag: So wie du die Massstäbe geschrieben hast, ist es sogar falsch: Bei einem Massstab von 0.5 ist 1:2 richtig, 1:0.5 hingegen falsch, das würde nämlich 2:1 entsprechen. Dann wird bei deiner Aufzählung mit zunehmendem Abstand zum Motiv der Massstab nach deiner Schreibweise immer grösser, was unmöglich ist. Bei 44 cm Abstand z.B. ist es dann aber nur noch 1:10. Richtig ist es also, entweder nur den Massstab zu nennen, also 0.5 (ohne 1:), oder dann 1:2.
Wenn interessiert das? Das ist hier nicht relevant, das ist Ablenkung von der Tatsache, dass eben Makros – oder wie immer man dieses Genre nennen will – mit Pseudomakros oft besser und detailreicher sein können.
Rolf, ich glaube du unterschätzt mich. Ich weiss das alles und nur so nebenbei, bei 100mm ist die Blende 4,5 Naheinstellgrenze 90cm und bei 500mm 7.1 und 1,10m. Makros mit Blende 2.0, kann man mögen, aber ich will IMMER möglichst viel Tiefenschärfe oder Stacking. Und nein, offensichtlich weisst nicht mal du was ein Makro ist, wie ich zu erklären versucht habe – in einfacher Sprache – 1:1 wird praktisch nie erreicht, weil man meistens nicht bis an die Naheinstellgrenze geht, speziell bei “echten” Makro Objektiven. Hingegen bei “Pseudomakro” wie dem 100-500 ist man, aufgrund des größeren Abstands meist exakt auf der NEG. Letztlich ist es ein Streit um des Kaisers Bart. Entscheidend ist ausschließlich das Ergebnis, alles andere ist Theoriegequatsche.
Joe, ich unterschätze dich nicht, aber bei der Makrofotografie bestehen bei dir Lücken. Bei deinem Tele hast du also bei 100 mm eine Naheinstellgrenze von 90 cm bei Blende 4.5? Ich habe bei meinem 150er Makro eine Naheinstellgrenze von 38 cm und Blende 2.8. Siehst du da einen Unterschied? Und doch joe, ich gehe mit meinem Makro regelmässig zur Naheinstellgrenze, machmal montiere ich auch noch den 1.4-fach TK, um den Massstab zu vergrössern oder den Abbildungsabstand. Ich habe sehr viele 1:1 Makros auch auf meiner Website. Und das sind Aufnahmen, die mit deinem Tele nicht möglich sind. Stimmt, entscheidend ist das Ergebnis, aber ein wirklich überzeugendes Foto einer Nah-/Makroaufnahme habe ich von dir noch nicht gesehen, meistens ist das Bokeh nicht stimmig. Viel Schärfentiefe ist zwar manchmal gut, aber nur, wenn der Hintergrund nicht darunter leidet. Mir ist es auch egal, wenn du meine Aussagen als Unsinn einstufst. Aber auf 100carat solltest du schon hören. Er ist vermutlich der einzige absolute Topshot, der hier je geschrieben hat, und zwar sowohl beim Fotografieren inklusive Makro als auch beim Filmen. Er spielt in der absoluten Champions League und hat alles erreicht, was man als Fotograf und Filmer erreichen kann. Wenn es hier… Weiterlesen »
Ich zweifle nicht am können von 100 Karat und nicht an seiner Aussage zur Makrofotografie, mir geht es nur darum, dass in der Praxis nur das Ergebnis zählt. Übrigens mit meinem 35/1.8 habe ich zwar nur 0.5 Vergrößerung, aber komme 17cm ans Objekt und mit dem 100/2.8 habe ich sogar eine 1.4 fache Vergrößerung bei 32cm, die ich allerdings nie nutze, weil mir das zu wenig Tiefenschärfe gibt.
Okay, so wie ich das sehe, ist halt Makro nicht deine Welt, ausser du fängst mit Stacking an. Eigentlich schade, dass du so ein gutes Makro wie das 2.8/100 gekauft hast, war ja sicher nicht gerade günstig. Aber eben, man kann auch sonst gute Nahaufnahmen machen, bei mir ist es ja auch etwa halb/halb Makro und Nahaufnahmen. Wenn man aber zu stark croppen muss, stimmt die BQ nicht mehr. Für Insta und die Website reicht es, für Wettbewerbe und anspruchsvolle Medien aber nicht mehr.
Noch zu deinem 1.8/35 mit Massstab 1:2: das Canon 2.8/35 mit Massstab 1:1 hat eine Naheinstellgrenze von 13 cm. Aber da du vor allem Nahaufnahmen machen willst, brauchst du das ja auch nicht wirklich.
Bei einem Crop – der Name sagt es schon – wird nichts hochskaliert. Man beschneidet das Bild und verliert entsprechend Auflösung. Hochskaliert wird erst, wenn man den Ausschnitt anschließend wieder auf eine größere Pixelzahl bringt.
Stefan, Deine Antwort ist absolut richtig, so lange Du Dich auf das reine Beschneiden des Fotos beziehst. Ich gehe aber davon aus, dass Joe das beschnittene Bild anschließend auf das Ausgangs- oder Ausgabeformat vergrößert. Darauf bezog sich das Hochskalieren. Das hätte ich noch exakter formulieren sollen, dachte aber es sei klar, was gemeint ist.
Richtig erkannt! Danke für den Hinweis!
Ich denke, wenn das Objektiv deutlich günstiger als das RF100mm Macro ist, und einen Maßstab von 1:1 bei Vollformat bietet, schließt Canon eine Lücke bei ihrem Objektivangebot. Bisher bekommt man vom Weitwinkel bis zum Teleobjektiv eine günstige alternative zu den L-Objektiven, zwar nicht 1:1 in der Brennweite, aber immerhin. Eine günstige Alternative zum RF100mm mit 1:1 Macro fehlte, von daher würde ein solches Gerüchteobjektiv für mich Sinn machen.😊
Im Makro-Bereich ist Canon ja ohnehin recht gut aufgestellt, ein günstiges 90er mit 1:1 wäre mir aber absolut willkommen.
Makro und Tiefenschärfe ist schon interessant. Bei Wikipedia ist das erklärt. Da gibt es verschiedene Parameter. Wie Beugungsscheibchen, Sensorgröße etc. Ich halte es mehr mit Prakmatismus und Erfahrung. APS C und 35 mm Makro Tokina und 60 mm EF Makro von Canon sind meine meist genutzten Linsen für stille Motive. Mit der RP mache ich es meist mit dem 70 mm Art von Sigma bzw. 125 mm Voigtländer Lanthar (MF). Auch ist das 35 mm von Canon bis 1:2 passabel. Begründet wird die gute Abbildung mit dem Beugungsscheibchen auf VF und hoher Blendeneinstellung. Jedoch reicht es bei all den genannten Linsen nicht, eine Blüte des Knabenkrautes mit einer Tiefe von ca. 1 cm voll scharf zu bekommen. Das muss man dann mit focus stacking ausprobieren.
Die Brennweite von 90 mm für ein neues Makro erschließt sich mir nicht. Was mir fehlt ist ein RF-S 35 mm Makro.(APS-C). Das wäre auch was für Sigma
Ich finde es gut, wenn man um die Zusammenhänge von Blende, Beugung usw. weiß. Aber, ich bin auch mehr für Pragmatismus. Wenn ich im Nahbereich Bl.11 möchte, die Beugung bei Bl. 6.7 beginnt, und ich trotzdem mit dem Ergebnis sehr zufrieden bin, lass ich die Physik einfach mal außen vor.
Ich benutze das 35mm Tokina Makro auch an der RP, denn im Makrobereich leuchtet es auch das Vollformat aus, gerade im Frühling wenn die Buschwindröschen im Wald blühen, kann man durch die 35mm noch gut die Umgebung mit einbeziehen… und ja, ein natives 35mm Makro für das RF-S mit Makro 1:1 wäre nicht schlecht.😊