Nikon Objektive

Nikon 58mm f/0.95: Vorerst keine Vorbestellungen mehr möglich

Nikon nimmt derzeit keine Vorbestellungen mehr für das 9.000 Euro teure 58mm f/0.95 an. Die Anzahl der bisherigen Vorbestellungen übertreffe die Erwartungen.

Nikon 58mm f/0.95 übertrifft die Erwartungen

9.000 Euro, ein Gewicht von 2 Kilogramm, kein Autofokus – wer soll denn das kaufen? Nun, anscheinend kaufen es doch einige, das Mitte Oktober vorgestellte Nikon 58mm f/0.95 für die spiegellosen Vollformatkameras Z6 und Z7. Nikon hat kürzlich nämlich auf der offiziellen japanischen Webseite eine Meldung veröffentlicht, dass man derzeit leider keine Vorbestellungen mehr  für das neue Objektiv annehmen könne. Die bisherige Anzahl an Vorbestellungen „übertreffe die Erwartungen“ und es wird wohl „eine beträchtliche Zeit dauern“, bis man die bisher bestellten Objektive ausliefern kann.

Positive Nachricht für Nikon

Im ersten Moment klingt das natürlich positiv für Nikon und es scheint so, als wäre das Nikon 58mm f/0.95 erfolgreicher als viele gedacht hätten. Allerdings darf man natürlich nicht vergessen, dass Nikon vielleicht von extrem wenigen Vorbestellungen ausgegangen ist und somit sehr schnell der Punkt erreicht war, an dem die Erwartungen übertroffen waren. Unter Umständen nutzt Nikon diese Meldung also auch geschickt als Werbung für das neue Objektiv. Trotzdem: Es scheint definitiv einige Fotografen zu geben, die das neue 58mm f/0.95 ihr Eigen nennen wollen und auch bereits sind, dafür 9.000 Euro auszugeben.

Quelle: Nikon Japan

Mark Göpferich

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.000 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

21 Kommentare

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  • Bei der D850 gab es doch von Nikon eine ähnliche Masche. Angeblich war die D850 wegen der überraschend hohen Nachfrage über Monate nicht lieferbar. Scheint mir eine sehr gezielte PR-Masche von Nikon zu sein.

  • … und was soll’s – die paar Tausend Euro sind bei weitem weniger, als das Vermögen eines hoch-investierten Angebers zurzeit an der Börse fluktuiert, wenn man bloss die Unsicherheiten des US-Chinesischen Handelsstreits oder die Unsicherheiten des Brexit in Betracht zieht. Selbst wenn man es in den nächsten 365 Tagen vielleicht bloss 3% der Zeit auf der Kamera hat, so ist es immer noch ein werthaltigeres Investment als eine weitere Tranche BitCoin oder eine Zuteilung von ARAMCO Shares im bevorstehenden IPO…

    • Das ist schon traurig und sagt viel über den Konzern. Bei der D850 war es genauso, nur haben sie damit ihre massiven Qualitätsprobleme kaschiert in deren Folge die Produktion und somit die weltweite Verfügbarkeit stockte. Jetzt machen sie es wieder mit dem Trümmerteil. Ich kenne in meinem Umfeld keinen Fotografen -und das sind durchaus einige- der irgendein gutes Haar an dem Objektiv lässt. Zu groß, zu schwer, zu teuer. Und jetzt teilt uns Nikon mit, das sich ein 9000 Euro Backstein verkauft wie geschnitten Brot. Entweder die haben wirklich nur 10 Objektive produziert oder Heerschaaren von Amateuren schlagen jetzt zu….

      • Das ist eine recht subjektive und damit begrenzte Sichtweise, verzeih mir den Ausdruck. Immer wieder hört man hier die Argumentation, „ich kenne keinen Fotografen, der…“
        Beispiel: Wieviele Profisportler kennst du denn? Ich kenne ein paar wenige. Und wieviele davon sind echte Spitzensportler? Null. Kann ich die Bedürfnisse von Berufs- und vor allem Spitzensportlern gut beurteilen? Nein.
        Das kann man zu einem gewissen Grad auf die Fotographie umlegen. Ich kenne ein paar Berufsfotografen („einige“, bin selber keiner). Ich kenne sogar einen, den würden manche als „Starfotografen“ bezeichnen. (Der fotografiert übrigens analog.) Glaube ich deshalb zu wissen, ob unter Berufs- und vielleicht Spitzen- („Star-)fotografen ein Bedarf für ein 0.95 Noct besteht? – Nein, ich weiß es nicht.
        Es handelt sich hier um ein Nischenprodukt. Wer diese Nische nicht gut kennt, sollte das Teil und seine Produktion nicht pauschal abkanzeln.

  • Bei aller Ironie sollte man aber nicht vergessen, dass ein solches Objektiv mit Sicherheit kein Produktionsvolumen von 500 Stück. pro Tag hat. Dann würde es wohl preislich knapp über dem neuen Z 1,8/50 liegen. Ein solches Objektiv würde ich als ein Spezialobjektiv einstufen, das aber leider einen sehr eingeschränkten Einsatzbereich haben dürfte und Fotografen die sich das zulegen mit Sicherheit wissen, was sie sich da zulegen. Ich hatte hatte einmal das Vergnügen zwei Stunden mit einem Leica Noctilux, das für 12.000€ , zu fotografieren. Was die Schärfe angeht, ein Ritt auf der Rasierklinge. Da braucht es schon etwas Zeit im manuellen Fokus, bis die Schärfe punktgenau sitzt. Dann lieber das 1,8/50mm AF. Wie immer man auch will, dennoch ein tolles Teil. Leica brachte sein Noctilux (1:1) schon 1966 auf der Photokina. Ja, wir waren mal gut.

  • Also bei aller Ironie. Es ist durchaus eine Leistung so etwas zu produzieren. Ich nehme an, dass die Fertigung für dieses Teil schwieriger ist als Nikon erwartet hat, denn ansonsten würde es nicht „länger dauern“, sondern könnte relativ schnell abgearbeitet werden.

    @Charlie
    ich erinnere mich noch an das Noctilux 1:1, 1978, als ganz junger Spund sah ich einen – für mich damals – „älteren“ Typen mit Glatze mit einer Leica und diesem 1:1 Objektiv in der Hotel Lobby in Alicante. Ehr-fürchtig habe ich ihn dazu ausgefragt und war natürlich beeindruckt von diesem Objektiv, ich hatte ja damals nur eine Ashai Pentax mit einem einzigen Objektiv, 50mm, Lichtstärke weiss ich nicht mehr, auch an den Preis, den er für das Objektiv genannt hat, kann ich mich nicht mehr genau erinnern, aber ich meine er hätte 3000.-DM gesagt, für damals ein Wahnsinnspreis. Er hatte auch noch eine Filmkamera von Beaulieu mit einem Schneider-Objektiv. Also eine Film und Foto-Ausrüstung im Bereich eines Mittelklassewagens.

  • Nikon hält sich wohl an jedem Strohhalm, der sich bietet.

    Der Geschäftsbericht des letzen Quartals spricht eine ganz andere Sprache.
    Umsatz minus 28% zum Vorjahresquartal.
    Oder minus 21% zum Vorjahreshalbjahr.
    Kein Gewinn mehr, auch keiner mehr erwartet für das laufende GJ 2020.

    Zu spät ins Spiegellose Geschäft eingestiegen.
    Nicht schnell genug nachgelegt.

    Aus

    • @Bernhard
      „Aus“? Glaube ich noch nicht; zu spät bei den DSLM? Ja! Mit viel Geschick zu gesunden: ja. Übrigens: dpa-Fotografen haben Nikons als Dienstkameras!