Kameras Olympus

Olympus: Alle Details zum heute besiegelten Verkauf

Der Verkauf von Olympus Kamerasparte an Japan Industrial Partners ist in trockenen Tüchern. Wir fassen alle Details des finalen Deals zusammen.

Kamerasparte nun endgültig verkauft

Vor einigen Wochen hat Olympus angekündigt, dass man die eigenen Kamerasparte an JIP, eine japanische Investmentfirma, verkaufen möchte. Beide Parteien hatten bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet, über die Bühne gegangen war der Verkauf allerdings noch nicht.

Das hat sich heute, am 30. September 2020, geändert. Laut offizieller Pressemitteilung von Olympus hat man sich mit Japan Industrial Partners nun nämlich über den Verkauf des Kamerageschäfts geeinigt, die Übernahme ist damit endgültig besiegelt.

Die Details des Deals

Aus der Pressemitteilung gehen einige interessante Details hervor. So ist nun unter anderem klar, wie genau der Vorgang des Verkaufs ablaufen wird:

  1. Olympus wird die Imaging-Sparte in eine Tochtergesellschaft mit dem Namen “OM Digital Solutions Corporation” überführen.
  2. Bis zum 1. Januar 2021 werden 95% der Anteile dieser OM Digital Solutions Corporation an “OJ Holdings” übertragen. Das ist ein neues Unternehmen, welches extra von JIP gegründet wird.

Eine der wichtigsten noch offenen Fragen war zuletzt, inwiefern Olympus denn noch an dem zukünftigen Unternehmen beteiligt sein würde. Diese Frage wird nun konkret beantwortet: 95 Prozent der Anteile gehen an JIP, dementsprechend wird sich Olympus Beteiligung auf 5 Prozent belaufen.

Ebenfalls interessant ist, dass Entwicklungsstätten, Produktionsstätten, Marketing, Vertrieb, die Entwicklungsabteilung und die Designabteilung allesamt von dem neuen Unternehmen übernommen werden sollen. Das gilt auch für die neue Fabrik in Vietnam.

In der Pressemitteilung wird außerdem ausdrücklich erwähnt, dass die Rechte an den Marken Zuiko und OM an JIP übergehen, die Namen PEN und Olympus hingegen werden in der Mitteilung nicht erwähnt. Der Support von aktuellen und älteren Geräten wird von dem neuen Unternehmen weitergeführt, so wie Olympus es in der Vergangenheit schon mehrfach betont hat.

Meine persönliche Einschätzung

Damit ist der Verkauf nun also unter Dach und Fach. Einige Details sind nun etwas klarer, wie genau es mit Olympus weitergehen wird, ist aber nach wie vor unklar.

In meinen Augen sind zwei Punkte der Pressemitteilung besonders interessant. Zum einen ist das der Punkt, dass Olympus lediglich 5 Prozent der Anteile an dem neuen Unternehmen halten wird. In der Vergangenheit wurde immer mal wieder angedeutet, dass das neue Unternehmen “zusammen mit JIP” geführt wird – davon würde ich bei einer Verteilung von 95% und 5% jetzt nicht unbedingt sprechen. In Zukunft wird ganz klar Japan Industrial Partners das Sagen haben.

Äußerst positiv zu bewerten ist die Tatsache, dass JIP quasi alle Bereiche der jetzigen Imaging-Sparte übernehmen wird. Das bedeutet im Idealfall (so es denn im Laufe des nächsten Jahres keine größeren Umstrukturierungen, Entlassungen etc. geben wird), dass das Kamerageschäft auf eine ähnliche Art und Weise weitergeführt wird wie bisher.

Abschließend nochmal der Hinweis auf das Interview mit JIP von Anfang September, in dem angedeutet wurde, welchen Weg man mit dem neuen Unternehmen in Zukunft einschlagen möchte.

Wie beurteilt ihr die Details zum Verkauf?

Quelle: Olympus

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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