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Sony A7 V: Probleme mit Dritthersteller-Objektiven?

Aufregung rund um die Sony A7 V: Gibt es Einschränkungen bei der Kompatibilität mit Dritthersteller-Objektiven?

Beschreibung des Problems & Sonys Statement

YouTuber Kai Man Wong hat in seinem Video zur Sony A7 V auf ein mögliches Problem aufmerksam gemacht. So konnte er beim Testen der neuen Vollformatkamera feststellen, dass bestimmte Dritthersteller-Objektive an der A7 V aktuell nicht zuverlässig funktionieren. Konkret hat er die Sony A7 V mit dem Laowa 200mm f/2, Viltrox 14mm, Viltrox 40mm, TTArtisans 40mm und Sirui 40mm Anamorphic ausprobiert. Manchmal konnte mit den Objektiven fotografiert werden, manchmal passierte aber auch überhaupt nichts – die Kamera zeigte keine Reaktion.

Kai hat daraufhin bei Sony nachgefragt und folgende Antwort erhalten:

“Wir übernehmen keine Garantie für die Kompatibilität mit Dritthersteller-Produkten.”
Sony auf Anfrage von Kai W

In Teilen der Community geht nun die Sorge um, Sony könnte bei der A7 V die Kompatibilität mit Dritthersteller-Objektiven bewusst eingeschränkt haben – ähnlich wie Canon das beim RF-Bajonett getan hat.

Keine Sorge muss man sich allem Anschein nach bei Sigma Objektiven machen. Verschiedene Tester von Magazinen wie Amateur Photographer oder DPReview haben die Sony A7 V erfolgreich mit Sigma Objektiven getestet und auch nochmal explizit bestätigt, dass es keinerlei Auffälligkeiten gab.

Meine persönliche Einschätzung

Für mich sieht das ziemlich eindeutig nach einem Firmware-Problem aus. Die Sony A7 V besitzt sowohl einen neuen Sensor als auch einen neuen Prozessor, gut möglich, dass die Objektiv-Hersteller die Firmware ihrer Objektive aus diesem Grund anpassen müssen. Auch die Sony A7 V selbst lief in den Tests, die bereits auf YouTube zu finden sind, sicherlich noch nicht mit der finalen Software.

Ganz ähnliche Probleme kennen wir im Übrigen auch von anderen Herstellern. Das Firmwareupdate 3.00 der Nikon Z8 hatte Mitte 2025 beispielsweise zur Folge, dass die Objektive von Drittanbietern wie Tamron und Viltrox nicht mehr richtig funktionierten. Mit Firmwareupdate 3.01 wurde dieses Problem dann aus der Welt geschafft. Auch das lässt mich vermuten, dass bei der A7 V die Firmware die Ursache der Probleme ist.

Sony hatte in der Vergangenheit zu Herstellern wie Sigma und Tamron immer einen guten Draht, Sony hält ja sogar rund 15 % der Anteile an Tamron und ist einer der größten Aktionäre. Es würde in meinen Augen überhaupt keinen Sinn machen, bei der Sony A7 V heimlich still und leise die Kompatibilität mit diesen Hersteller einzuschränken. Der Shitstorm der Community wäre gigantisch.

Was ich mir allerdings vorstellen könnte ist, dass die chinesischen Hersteller wie Viltrox nicht eng mit Sony zusammenarbeiten, sondern bei ihren Objektiven Reverse Engineering betreiben. Hier hat Sony dann vermutlich auch ein geringeres Eigeninteresse, die Kompatibilität so schnell wie möglich herzustellen. Das würde zumindest das recht trockene Statement erklären.

Ich würde mir aktuell also keine Sorgen machen und gehe davon aus, dass Firmwareupdates die Probleme zeitnah beheben werden. Trotzdem sollte man die Entwicklungen natürlich im Blick behalten.

Eine Einschränkung bleibt bestehen

Auf eine Einschränkung im Zusammenhang mit Dritthersteller-Objektiven müssen sich Käufer der Sony A7 V aber auf jeden Fall einstellen. Die Serienbildgeschwindigkeit aller Sony Kameras ist bei Benutzung von Dritthersteller-Objektiven nämlich auf 15 Bilder pro Sekunde begrenzt. Wenn ihr die vollen 30 Bilder pro Sekunde der A7 V nutzen möchtet, geht das ausschließlich mit Sony Objektiven.

Wer in der Vergangenheit nur mit Kameras wie der Sony A7 IV oder A7 III fotografiert hat (und nie mehr als 15 Bilder pro Sekunde zur Verfügung hatte), ist mit dieser Einschränkung vielleicht noch nicht vertraut.

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Ollika

Ein Schelm der Böses dabei denkt. Nein, ich denke auch, dass ein Firmware Update das Problem demnächst behebt.
Mit kleinen Problemen, beziehungsweise Einschränkungen muss man bei Drittanbieter-Objektiven manchmal schon rechnen. Mitunter ist es nur die Übertragung der EXIF-Daten o.ä..
Bei meinen Z-Kameras z.B. weißt Nikon darauf hin, dass bei Firmware Updates ein Nikkor-Objektiv vorn dran sein sollte. Ansonsten könnte es auch hier zu Problemen kommen. Wenn man das vorher weiß, kann man aber gut damit leben.

Martin

Könnte es denn sein, dass die genannten Firmen gar keine offizielle Lizenz von Sony haben und Reverse Engineering mäßig unterwegs sind. Denn komischerweise wird weder Sigma noch Tamron genannt.
Zumindest der TC von Viltrox ist sicher nicht entsprechend der Vorgaben von Sony

WRDS

Exakt so ist es.

Leonhard

Wenn meinereiner bei Sony wäre würde ich mir hier keine großen Gedanken machen!

Falls Optiken eigene Software aufspielen müssen/wollen, dann hat Sony sicherlich an die Großen im Voraus die Änderungen bezüglich dem Mount gesendet, die konnten sich vorher darauf einstellen.

Wäre meinereiner auf die Idee gekommen, mir aus einer Kartoffel und den zwei Monokeln von Opa ein eigenes Objektiv zu bauen, dann interessiert dies Sony natürlich einen Feuchten, ob mein technisches Meisterwerk dann funktioniert und dann geben die mir auch keine Garantie, wäre ja auch noch schöner.

Schaffen denn überhaupt alle Motoren in allen Objektiven 30 Bilder pro Sekunde? Hat meinereiner keine Ahnung davon, aber dass Sony keine Garantie für anderer Leute Kram übernimmt, wen wundert dies?

Damit hat meinereiner Gott sei Dank keine Gedanken, bei Canon werden ja alle Objektive für RF-KB, welche Canon z.Z. zulässt unterstützt und bei NULL gibt es auch NULL Probleme, was haben wir Canon-Fanboys ein Glück!

joe

Canon erlaubt Fremdobjektive, aber für RF halt nur manuelle und RF-S auch mit AF, gibt inzwischen mindesten 30 bis 40 für den RF/RF-S Anschluss.

Leonhard

Sehr nett von Canon!

RF-S erlauben sie, braucht es nur noch eine gescheite Kamera mit R-Mount, schon weiß meinereiner auch, wo man die dann drann machen kann, manuell geht, auch gut, ein Update für meine Finger brauche ich dann ja nicht.

Nicht falsch verstehen, Dr. Joe, unsereiner hat eh keine Fremdtüten auf den Knipsen, aber zum Thema Großzügigkeit von Canon bei Objektiven kriegt meinereiner Blähungen.

Rabe

Auweia, was für ein Kommentar 😵‍💫

Alfred Proksch

Sony ist nicht meine Marke, es gibt dafür eine riesige Anzahl von Fremdobjektiven, das ist schon einmal für den Fotografen eine feine Sache weil sich fast alles adaptieren lässt.

Wenn ich mir Sony eigene Objektiv mit FÜNF fest verbauten Schalter/Tasten ansehe wundert es mich nicht das AF-Linsen von Fremdherstellern Probleme mit korrekten Software gesteuerten Funktionen bekommen. Neuer Sensor, neuer Prozessor, neue Software in einer neuen Kamera kommen noch oben drauf.

Warten bis die Fremdhersteller ein Update anbieten oder noch einfacher mit der bisherigen Sony DSLM weiter fotografieren. Ansonsten in den sauren Apfel beißen, Originale verwenden! Vielleicht läuft die NEUE ohne ein Sony Update von Anbeginn störungsfrei, man soll die Hoffnung nie aufgeben.

Rene Stämpfli

Solange man mit manuellen Objektiven fotografiert, sind 120B/s kein Problem. Der Flügelschlag von Kolibris kann mit jedem manuellen Objektiv problemlos mit 120 B/s fotografiert werden.

Uneternal

Sony hat sich wohl den Krüppelhammer von Canon abgeschaut.
Aber wenigstens kann man dort, sogar mit adaptierten Objektiven, mit den vollen 40fps fotografieren.

Pedro

Das wird sicher ein Firmware-Problem sein. Mein Tamron 28-75 2.8 G II funktionierte an der Z 8 auch nicht, 2 Wochen später kam ein update und alles war wieder gut.

Conny

Unabhängig davon, dass auf vielen Testkameras vermutlich noch nicht die finale Firmware installiert ist, erscheint es durchaus möglich, dass die Ursache der Probleme nicht bei Sony selbst liegt.

Voraussetzung: Sollten nämlich alle Objektive von Sony, Tamron und Sigma… problemlos funktionieren.
Liegt die Vermutung nahe, dass das Reverse Engineering, oder falls bekannt noch einfacher, die Implementierung der Schnittstellen bei manchen Fremdobjektiven nicht vollständig oder fehlerfrei erfolgt ist und sich dadurch die Probleme ergeben.

Alle funktionierende Objektive haben ja sicherlich kein Firmware-Update aufgespielt bekommen.

Leonhard

Lieber Conny,

technisch gesehen hast Du sicherlich vollkommen recht!

Kriminaltechnisch gesehen kann man es sich sogar noch viel einfacher machen, an eine Canon Canon Objektive, an eine Nikon die von Nikon, an eine Sony die von Sony, erspart automatisch die Suche nach dem üblichen Verdächtigen.

Solche Weisheiten reifen nicht bei der Fotografie, eher wenn man Vater zweier süßer Kindlein mit wenig Altersunterschied sein musste/durfte, wer Jahre lang dieses erfrischende “Die war es, Der war es” Ausreden-Serie anhören durfte, der kauft sein Werkzeug beim Einzelkind, da sind solche Ausreden Geschichte, bevor die Gegenwart geendet hat.

WRDS

Sigma und Tamron haben E-Mount Lizenzen von Sony. Da ist nicht nur “ein guter Draht zu Sony”. Die Chinesen betreiben reverse Engineering. Das ist nichts neues. Sony unterbindet das im Gegensatz zu Canon nicht. Die werden nun ihre Firmware anpassen müssen und gut ist.

Thorsten

Nach meinen Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Nikon F, wundert es mich nicht.
Nikon hat damals die Übertragungsprotokolle nicht offen gelegt, sondern es wurde gemunkelt, das Nikon sie sogar verlüsselt hat, um Fremdherstellern das Herausfinden der Protokolle durch Reverse- Engineering besonders schwer zu machen. Wie auch immer.
Ich hatte jedenfalls des öfteren AF- Probleme mit vorhandenen SIgma und Tamron Objektiven, wenn Nikon eine neue Kamera brachte.
Ich weiß schon warum ich mit L- Mount fotografiere..

WRDS

Das ist bei Sony E nicht so. Sony legt die E-Mount Protokolle offen. Offenbar aber nicht für alle.

Thorsten

Ja,
vor einigen Jahren wurde ein Sigma- Vertreter nach Objektiven für Nikon, Canon und Fuji Spiegellos gefragt.
Er antwortete:
Sie würden gern Objektive für diese Hersteller anbieten, die legen aber ihre Protolle nicht offen und Reverse- Engineering ist aufwendig und teuer, das lohnt sich bei den zu erwartenden Stückzahlen für Sigma nicht.
Anmerkung: DIe Protokolle werden immer umfangreicher und komplexer.
Daraufhin hat Fuji, so wie Sony schon zuvor, die Protokolle freigegeben.

Jürgen

Sony sollte evtl auch mal die eigenen Sachen in den Griff bekommen. So macht zb der SEL14TC Probleme, in dem er einfach mal nicht richtig erkannt wird bzw die Kamera bei Benutzung einfriert und erst ach Akkuentfernung wieder zu gebrauchen ist……

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