Kameras Sony

Sony A7r IV: Was ist eigentlich neu? Lohnt sich der Umstieg?

Was hat Sony bei der A7r IV eigentlich alles verbessert? Und lohnt sich ein Umstieg, wenn man die Sony A7r III besitzt?

Neuerungen der Sony A7r IV

Etwas überraschend hat Sony in der letzten Woche die A7r IV präsentiert. Sie folgt auf die Sony A7r III, welche erst seit ungefähr zwei Jahren auf dem Markt ist und nach wie vor mit aktueller Technik zu überzeugen weiß. Lohnt es sich denn da überhaupt, von der A7r III auf die A7r IV umzusteigen? Und was hat Sony eigentlich alles verbessert bei der A7r IV? Da diese Frage gleichermaßen für bestehende Sony Nutzer als auch für potenzielle Neukunden interessant ist, möchte ich in diesem Artikel kurz auf die wichtigsten Neuerungen der neuen High-End-DSLM eingehen.

Neuer Sensor mit 61 Megapixeln

Der neue Vollformatsensor mit seinen 61 Megapixeln ist ganz klar die wichtigste Neuerung der A7r IV. Erste Erfahrungsberichte deuten bereits an, dass die Bildqualität der A7r IV der der A7r III auch leicht überlegen ist, doch wir sprechen hier insgesamt über Feinheiten – der Sensor der A7r III ist jetzt nicht auf einmal schlecht, ganz im Gegentail.

Interessant könnte der neue Sensor der A7r IV vor allem für Fotografen sein, die viel mit Bildausschnitten arbeiten. Oder natürlich für all diejenigen, die stets auf der Suche nach der absolut besten Bildqualität mit möglichst vielen Details sind.

Autofokus mit Real-Time-Tracking

Der Autofokus der A7r IV arbeitet nun mit 567 Phasen-AF-Messfeldern, das sind mehr als bei der A7r III (399). Außerdem deckt der Autofokus auch einen deutlich größeren Bereich der Bildfläche ab, konkret sind es 99,7 Prozent der Bildhöhe und 74 Prozent der Breite. Eine interessante Neuerung ist außerdem das Real-Time-AF-Tracking, das Gesichter, Augen und bestimmte Motive perfekt erkennt und schon bei der A6400 sehr gut funktioniert hat. Weitere kleine Verbesserungen beim Autofokus: Er verrichtet nun ab -3 EV seine Arbeit, bei der A7r III waren es noch -2 EV. Und dank des Focus Priority Mode kann die Blende beim Fokussieren nun komplett geöffnet werden.

Kurz gesagt: Sony hat den Autofokus in vielen Punkten verbessert.

Neuer elektronischer Sucher

Die Bildqualität von elektronischen Suchern hat sich in den letzten Jahren stark verbessert und der neue EVF der A7r IV dürfte nun nochmal ein weiterer Schritt nach vorne sein. 5,76 Millionen Bildpunkte stehen den 3,69 Millionen Bildpunkten der A7r III gegenüber, ansonsten bleibt es bei einer Vergrößerung von 0,78.

Wichtig zu wissen: Ein Sucherbild ohne Blackouts bei voller Serienbildgeschwindigkeit (nach wie vor 10 fps) gibt es nach wie vor nicht, dafür muss man zur Sony A9 greifen.

Überarbeitetes Gehäuse

Auf dem Papier mag das wie ein kleines Detail aussehen, in der Praxis ist es jedoch ein spürbarer Unterschied: Der Griff der Sony A7r IV ist größer geworden, womit die Kamera ersten Erfahrungsberichten zufolge deutlich besser in der Hand liegen soll. Ich blende euch hier mal zwei Vergleichsbilder ein, die das deutlich machen (via Camerasize):

Zudem hat Sony die Wetterfestigkeit des Gehäuses verbessert, von einem Staub- und Spritzwasserschutz ist wörtlich aber nach wie vor nicht die Rede. Dafür gibt es verbesserte Touch-Eingaben und überarbeitete Buttons wie zum Beispiel einen deutlich größeren Joystick oder das neu platzierte Einstellrad auf der Oberseite. In der Praxis könnten das wirklich wichtige Unterschiede sein.

Weitere Neuerungen

Zu den weiteren Neuerungen der Sony A7r IV gehören:

  • Verbesserte Konnektivität (z.B. WLAN 802.11ac)
  • Minimal verbesserte Akkulaufzeit
  • Neuer Pixel-Shift-Modus mit 240-Megapixel-Bildern
  • Platz für zwei UHS-II-Speicherkarten
  • Digitale Schnittstelle im Blitzschuh

Habe ich eine wichtige Neuerung vergessen? Dann schreibt das gerne in die Kommentare und ich ergänze den Artikel.

Fazit: Lohnt sich ein Umstieg auf die A7r IV?

Die gebotenen 61 Megapixel der A7r IV sind sicherlich für eine kleine Zielgruppe sehr interessant, für die meisten dürfte der 42-Megapixel-Sensor der A7r III aber nach wie vor mehr als ausreichend sein. Mit den anderen Neuerungen sehe ich das persönlich ähnlich. Es sind in meinen Augen durchaus sinnvolle Neuerungen, auch wenn viele Verbesserungen im ersten Moment wie Kleinigkeiten aussehen. In der Praxis sind sie das allerdings oftmals nicht. Aber dass deshalb jetzt jeder Besitzer der A7r III auf die A7r IV umsteigen “muss”, das sehe ich nicht.

Doch natürlich kann subjektiv gesehen eine eher kleine Neuerung einen großen Unterschied ausmachen. Zum Beispiel: Wer sich bisher immer sehr am etwas zu kleinen Griff der A7r III gestört hat, für den lohnt es sich jetzt vielleicht, sich die A7r IV genauer anzuschauen.

Ihr seid von der A7r IV überzeugt? Dann könnt ihr die Kamera jetzt hier bei Calumetphoto vorbestellen.

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

guest
27 Kommentare
älteste
neueste
Feedback
Zeige alle Kommentare