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Sony A7s III: Neues Low-Light-Monster präsentiert

Sony hat die neue A7s III vorgestellt! Mit einem brandneuen 12-Megapixel-Sensor soll die Kamera im Low-Light-Bereich neue Maßstäbe setzen.

Viele Jahre mussten sich die Fans gedulden, doch nun ist sie endlich da – die neue Sony A7s III. Sony präsentiert hier eine Kamera, die ein absoluter Spezialist in den Bereichen Low Light und Video sein soll. Und wenn man sich die technischen Daten der neuen Vollformat-DSLM so anschaut, dann kann man ohne Frage festhalten: Das scheint Sony gelungen zu sein.

Neuer 12-Megapixel-Sensor

Das Herzstück der Sony A7s III bildet ein brandneuer 12-Megapixel-Sensor. Es handelt sich hier um einen BSI-Sensor, also einen rückwärtig belichteten Sensor, der in der Lage ist, mehr Licht einzufangen als ein gewöhnlicher Sensor. Die Auflösung fällt mit 12 Megapixeln natürlich vergleichsweise gering aus, doch die einzelnen Pixel sind dementsprechend auch größer als bei anderen Kameras, was Vorteile bei der Low-Light-Fotografie mit sich bringt.

Die ISO-Empfindlichkeit des Sensors erstreckt sich von ISO 80 bis ISO 102.400 und kann auf ISO 40 und ISO 409.600 erweitert werden. In Bezug auf den Dynamikumfang spricht Sony von 15 Blendenstufen, ob dieser Wert aber in der Praxis wirklich erreicht werden kann, sollte man abwarten. Der 5-Achsen-Bildstabilisator soll derweil in der Lage sein, ungefähr 5,5 Blendenstufen längere Belichtungszeiten zu ermöglichen. Damit ist Sony in der Spitze weit entfernt von den 8 Blendenstufen der Canon EOS R5.

Prozessor bringt 8x mehr Leistung

Auch einen neuen Prozessor spendiert Sony der A7s III, hierbei handelt es sich um den neuen BIONZ-XR-Prozessor, der acht Mal so viel Leistung mitbringen soll wie sein Vorgänger. Das ist eine enorme Steigerung, die sich nicht nur positiv auf die Geschwindigkeit, sondern auch die Bildqualität der A7s III auswirken wird.

Der Sensor der A7s III wird im Übrigen rund zwei Mal so schnell ausgelesen wie der Sensor der Vorgängerin. Zudem spricht Sony von verbesserten Farben.

Autofokus & Serienbildgeschwindigkeit

Der Hybrid-Autofokus der neuen Vollformat-DSLM arbeitet mit 759 Phasen-AF-Messfeldern und 425 Kontrast-AF-Messfeldern. Insgesamt sollen damit 92 Prozent des Bildsensors abgedeckt sein. Zudem erkennt der Autofokus selbstverständlich – wie inzwischen bei neuen DSLMs üblich – Augen von Tieren und Menschen. Hier will Sony in Bezug auf die Reichweite auch nochmal nachgebessert haben. Die Empfindlichkeit des Autofokus reicht bis -6 EV.

In Sachen Serienbildgeschwindigkeit schafft die Sony A7s III 10 Bilder pro Sekunde, diese Geschwindigkeit soll mit einer entsprechenden Speicherkarte für 1.000 unkomprimierte RAWs in Folge gehalten werden.

Elektronischer Sucher & Display

Ein absolutes Highlight der Sony A7s III ist der neue elektronische Sucher. Der setzt nämlich schon mit seiner Auflösung von 9,44 Millionen Bildpunkten neue Maßstäbe in der Branche. Außerdem bringt er eine 0,91-fache Vergrößerung mit sich und die Größe des angezeigten Bildes kann auch verkleinert werden – das ist vor allem für Brillenträger praktisch.

Unterstützt wird der EVF von einem 3 Zoll großen und mit 1,44 Millionen Bildpunkten auflösenden Display, welches erstmals in der Sony A7 Serie voll beweglich ist. Das Display kann also links neben das Gehäuse geschwenkt und gedreht werden. Zudem handelt es sich natürlich um einen Touchscreen, der jetzt auch die Bedienung des Menüs unterstützt.

Apropos Menü: Man mag es kaum glauben, aber Sony hat tatsächlich das Menü komplett überarbeitet. Es soll nun aufgeräumter und übersichtlicher sein, so stehen beispielsweise im Foto- und Video-Modus jeweils nur die relevanten Einträge zur Verfügung.

Alle Details zu den Videofunktionen

Die Videoaufzeichnungen sind wie eingangs bereits erwähnt neben der Low-Light-Fotografie der zweite Schwerpunkt der Sony A7s III. Anders als die Canon EOS R5 setzt die neue Sony DSLM aber nicht auf 8K-Videos, sondern “nur” auf 4K-Videos mit 120 fps.

Die Bildqualität der Videos soll die beste sein, die eine Sony Kamera bisher zu liefern im Stande war. Bei 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde ermöglicht der neue Sensor Full-Pixel-Readout ohne Pixel-Binning und ohne Crop-Faktor. Eine Überhitzung soll bei diesen Einstellungen laut Sony nach ungefähr einer Stunde eintreten, die Canon EOS R5 schafft bei gleichen Einstellungen etwa 30 Minuten.

Bei 4K-Videos mit 120 fps muss man sich auf einen 1,1-fachen Crop-Faktor einstellen, außerdem sind bei diesen Einstellungen nur ungefähr 30 Minuten Videoaufzeichnung am Stück möglich. Full-HD-Videos können mit maximal 240 fps aufgezeichnet werden.

Aufgenommen werden die Videos mit einer Farbunterabtastung von 4:2:2 und mit 10 Bit Farbtiefe. Bei den Codecs stehen XAVC-S-1 mit bis zu 500 Mbit/s und XAVC-HS mit bis zu 200 Mbit/s zur Verfügung. Außerdem ist die A7s III in der Lage, 4K-Videos mit 60 fps via HDMI 2.1 als 16-Bit-RAWs an einen externen Rekorder auszugeben. Verschiedene Profile wie S-Log2, S-Log3 und HLG, ein minimierter Rolling-Shutter-Effekt sowie ein digitaler Bildstabilisator, der bei Videos mit dem beweglich gelagerten Sensor zusammenarbeitet, runden die beeindruckenden Video-Spezifikationen der A7s III ab.

Gehäuse & Akkulaufzeit

Im Großen und Ganzen entspricht das Gehäuse dem der Sony A7r IV, mal abgesehen vom neuen Display und dem neuen Video-Record-Button auf der Oberseite. Als Besitzer der A7s II darf man sich also auf größere und hochwertigere Bedienelemente freuen.

Eine wichtige Neuerung findet sich bei den zwei Speicherkarten-Slots. Diese sind nämlich nicht nur in der Lage SD-Speicherkarten (UHS-II) aufzunehmen, vielmehr passen auch CFexpress Typ A Karten hinein. Diese sind deutlich schneller und werden für die höchsten Video-Auflösungen benötigt. Sony selbst will im September zusammen mit der A7s III zwei CFexpress Typ A Speicherkarten auf den Markt bringen, die mit Geschwindigkeiten von 700 MB/s (schreiben) bzw. 800 MB/s (lesen) überzeugen soll. Die Variante mit 80 GB Speicherplatz soll 230 Euro kosten, die Variante mit 160 GB 440 Euro – das wird also ein teurer Spaß.

Die Akkulaufzeit soll für ungefähr 600 Fotos bei Benutzung des Displays, 510 Fotos bei Benutzung des elektronischen Suchers und 95 Minuten Video ausreichen, geladen werden kann der Akku auch via USB-C. Zudem ist eine Dauerstromversorgung via USB-C möglich. Das Gewicht der DSLM beläuft sich auf 699 Gramm.

Preis & Verfügbarkeit

Die Sony A7s III soll ab September 2020 zum Preis von ca. 4.200 Euro im Handel erhältlich sein.

Vorbestellungen sind schon jetzt möglich bei: Calumet Photo | Foto Koch

Eure Meinung zur Sony A7s III?

Mark Göpferich

Gründer von Photografix und freiberuflicher Redakteur, der sich seit vielen Jahren immer wieder aufs Neue von Fotografie und Kameras begeistern lässt. Mit mehr als 3.300 Artikeln hier auf Photografix inzwischen so etwas wie ein Experte für neue Kameras.

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